Autoimmunerkrankungen

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Schorsch
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Autoimmunerkrankungen

Beitragvon Schorsch » 11. Apr 2017, 13:24

AUTOIMMUNERKRANKUNGEN

1) Ciprofloxacin-induzierter systemischer Lupus erythematodes.
Dies ist ein Fallbericht über eine 13-jährige Patientin, die wegen eines Fiebers Ciprofloxacin- und
Piroxicamtabletten erhielt. Am fünften Tag der Wirkstoffeinnahme trat an ihrem ganzen Körper ein purpurner
Ausschlag auf. Daraufhin wurde die Patientin auf eine Intensivstation aufgenommen, wo ihr Zustand als
idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP) oder Vaskulitis diagnostiziert wurde. Später stellte sich
heraus, dass die Patientin unter 'arzneimittelinduziertem Lupus' litt, und Ciprofloxacin wurde als ursächliches
Arzneimittel verdächtigt... Am 5. Tag nach Klinikaufnahme wurden Lethargie, Appetitverlust und Myalgien
beobachtet... Am 6. Tag wurden Fieberschübe, Körperschmerzen und ein großflächiger purpurner Ausschlag
beobachtet... Am 7. Tag wurden Bläschen an Lippen und Mund mit großflächigem pustulösem Ausschlag
beobachtet. Es traten wiederkehrende Fieberschübe mit vermindertem Appetit und Lethargie auf... Am
nächsten Tag wirkte die Patientin müde mit Ausschlägen, blasenförmigen Läsionen und vermindertem
Appetit. Am 9. Tag lagen ANA- und dsDNA-Befunde vor, welche einen systemischen Lupus erythematodes
bestätigten. Die Patientin wurde daraufhin entlassen und zur weiteren Behandlung an einen Rheumatologen
überwiesen.
Ciprofloxacin wird allgemein als sicheres und gut verträgliches Arzneimittel mit milden Nebenwirkungen
eingeschätzt, aber das trifft im hier berichteten Fall nicht zu. Die Einnahme von Ciprofloxacin hat bei der 13-
jährigen Patientin eine äußerst schwere Reaktion ausgelöst.
http://www.ejmanager.com/mnstemps/36/36 ... 1411548312
2) Ciprofloxacin-induziertes Pyoderma gangraenosum.
Einem 22-jährigen Patienten wurden wegen Fieber 2 mal täglich 500 mg Ciprofloxacin verordnet. Zwei Tage
nach Einnahmebeginn entwickelte er Gelenkschmerzen der unteren Extremitäten und einen Ausschlag an
Rumpf und Gliedern. Der purpurne Ausschlag entwickelte sich zu hämorrhagischen Blasen, welche
aufbrachen und im Laufe von 7 Tagen Geschwüre bildeten. Ciprofloxacin wurde am vierten Tag abgesetzt,
woraufhin er keine neuen Läsionen entwickelte... Die Geschwüre heilten innerhalb von zwei Monaten
vollständig ab... Unser Patient hatte nach Ciprofloxacineinnahme eine Nierenfunktionsstörung,
Thrombozytopenie, purpurnen Ausschlag und Pyoderma gangraenosum im Bereich der Glieder. Die
Nierenfunktionsstörung und Thrombozytopenie besserten sich nach Absetzen von Ciprofloxacin... Wir
präsentieren diesen Fall, da die Literatur nicht viele Berichte zum Ciprofloxacin-assoziierten Pyoderma
gangraenosum enthält.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3481820/
3) Risiken für periphere Neuropathie und Guillain-Barré-Syndrom nach Exposition gegenüber
systemischen Fluorchinolonen: Eine Analyse von Pharmakovigilanzdaten.
Bei der peripheren Neuropathie (PN) handelt es sich um ein identifiziertes Risiko der systemischen
antibakteriellen Therapie mit Fluorchinolonen. Zum Risiko und dessen schwerwiegenden Folgen,
einschließlich der Entwicklung eines Guillain-Barré Syndroms (GBS), gibt es für die individuellen Substanzen
keinen gesicherten Zusammenhang. Diese Studie überprüft die Assoziation zwischen Fluorchinolonen und
PN und GBS in Fällen, die der FDA im Rahmen des Spontanmeldesystems gemeldet wurden. Berücksichtigt
wurden Fallberichte aus der FDA-Datenbank für den Zeitraum 1997 bis 2012... Von 46.257 Berichten über
Fluorchinolon-induzierte Nebenwirkungen entfielen 539 auf PN. Neun Prozent dieser Berichte entfielen auf
GBS... Es wurde ein GBS-Signal für Ciprofloxacin detektiert... Diese Studie hebt erneut die Assoziation
zwischen Fluorchinolonen und PN hervor und verdeutlicht eine potentielle Assoziation mit schwereren
Formen neurologischer Schäden wie zum Beispiel GBS. Solange der Nutzen einer Fluorchinolontherapie (d. h.,
eine außer Kontrolle geratene Infektion oder bakterielle Resistenz) nicht das Risiko für eine PN übersteigt,
wird eine Behandlung mit alternativen antibakteriellen Substanzen empfohlen.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24472364



spacerat
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Re: Autoimmunerkrankungen

Beitragvon spacerat » 14. Sep 2017, 11:01

Levofloxacin-induced autoimmune hemolytic anemia.

OBJECTIVE:
To report a case of autoimmune hemolytic anemia (AIHA) secondary to levofloxacin.
CASE SUMMARY:
An 82-year-old white man was treated with levofloxacin 500 mg/d for cellulitis. Three days following completion of levofloxacin therapy, the patient presented to the emergency department with severe jaundice, dizziness, and loss of vision. He received packed red blood cells (PRBCs) and was discharged home. Two days later at the follow-up visit, he was diagnosed with AIHA secondary to levofloxacin. The patient was hospitalized and treated with a tapering dose of prednisone and additional PRBC infusion. He was discharged from the hospital in stable condition after 3 days. Repeated hematologic laboratory studies following discharge demonstrated that the hemolytic anemia had resolved.
DISCUSSION:
Hemolytic anemia due to levofloxacin is an extremely rare, but potentially fatal, adverse drug event. An objective causality assessment revealed that the adverse reaction was probable. To our knowledge, this is the first published case of levofloxacin-induced AIHA. However, there are published case reports of hemolytic anemia with other fluoroquinolones including ciprofloxacin (n = 12) and temafloxacin (n = 95). Temafloxacin was withdrawn from the market in 1992 due to this adverse effect. The mechanism by which levofloxacin triggers hemolytic anemia is unknown. We believe that an immune-mediated reaction is most likely.
CONCLUSIONS:
Levofloxacin-induced AIHA is a rare but serious complication of therapy. Immediate discontinuation of the offending medication and treatment of the hemolytic anemia are essential. Until more information is available, levofloxacin should not be prescribed for patients with previous reactions to any fluoroquinolone.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12841809


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