Ohren

Benutzeravatar
Schorsch
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 452
Registriert: 7. Okt 2016, 09:36

Ohren

Beitragvon Schorsch » 11. Apr 2017, 13:40

OHREN

1) Ototoxizität von Ciprofloxacin.
Wir berichten über einen Fall von mäßiggradigem sensorineuralem Hörverlust aufgrund der Einnahme von
Ciprofloxacin. Unseres Wissens wurde bislang nicht über einen Ciprofloxacin-assoziierten Hörverlust
berichtet. Der Hörverlust bildete sich nach nach Absetzen des Wirkstoffs graduell innerhalb eines Zeitraums
von 4-5 Wochen zurück.
http://link.springer.com/article/10.1007/BF03048074
2) Tinnitus und Ciprofloxacin.
Beim Tinnitus handelt es sich um eine leicht zu übersehende Nebenwirkung der Ciprofloxacinbehandlung,
insbesondere bei älteren Patienten, deren Symptome ignoriert oder mit prätherapeutischen Zuständen
verwechselt werden können.
http://www.bmj.com/content/311/6999/232.3
3) Ciprofloxacin: vermutete Assoziation mit Taubheit und vermindertem Hörvermögen (in: Canadian
Adverse Reaction Newsletter, Volume 14, Issue 1, January 2004).
Dem kanadischen Gesundheitsministerium liegen 4 Fallberichte bezüglich Taubheit oder Hörverlust vor, die
mit Ciprofloxacin in Verbindung gebracht werden. Betroffen sind Männer im Alter von 35, 47, 65 und 67
Jahren. Drei erhielten täglich 1000 mg oral, einer erhielt täglich 800 mg intravenös. In allen Fällen setzte die
Reaktion innerhalb von einer Woche nach Therapiebeginn ein. Drei Patienten erholten sich, der vierte erlitt
eine permanente partielle Taubheit.
http://www.hc-sc.gc.ca/dhp-mps/medeff/b ... n1-eng.php
4) Levofloxacin: Taubheit, vermindertes Hörvermögen (in: SIGNAL. Analyses of Adverse Reaction
Reports in the WHO Database • June 2004).
Es war uns nicht möglich, viele veröffentlichte Berichte zur Assoziation zwischen Levofloxacin (oder anderen
Fluorchinolonen) und ohrenschädigenden Wirkungen wie etwa Taubheit oder Tinnitus zu identifizieren...
Dieser Mangel an publizierten Daten verdeutlicht die Notwendigkeit einer intensiven Begutachtung der
aktuellen Serie von 42 Levofloxacin-assoziierten Fällen... Im Rahmen einer klinischen Bewertung dieser Fälle
stellte sich heraus, dass hinsichtlich anderer Fluorchinolone eine gewissen Anzahl von Fällen innerhalb der
Systemorganklasse Hören und vestibuläre Störungen gemeldet wurde, wie Tabelle 1 zu entnehmen ist... [Die
WHO-Tabelle zeigt, dass bis 2004 über 600 Fluorchinolon-induzierte Hörschäden gemeldet wurden.]
http://fqresearch.org/pdf_files/WHO-Col ... vaquin.pdf
5) Ototoxizität von topischem Moxifloxacin im Tierversuch mit Chinchillas.
Ein Vergleich der Ausgangswerte für distorsivproduzierte otoakustische Emissionen mit den abschließenden
Werten an Tag 28 zeigte, dass Moxifloxacin in exponierten Ohren der Versuchstiere einen statistisch
signifikanten Hörverlust im Frequenzbereich zwischen 3.7 und 15 kHz verursachte. Es gab keine signifikanten
Hörveränderungen in nicht-exponierten Ohren.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18322423
6) Wirkungen der Mittelohrapplikation von Cipro HC-Augentropfen im Tierversuch.
Die Verminderung distorsivproduzierter otoakustischer Emissionen deutet auf eine milde lokale
Mittelohrentzündung hin, die durch Ciprofloxacin oder dessen Bestandteile verursacht wurde.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15841993
7) Ciprofloxacin vermindert Kollagen in Fibroblasten der Trommelfellmembran von Mäusen.
Ziel dieser Studie war es zu bestimmen, inwiefern Ciprofloxacin bei Konzentrationen, wie sie in Ohrentropfen
vorhanden sind, die Kollagenproduktion von Fibroblasten der Trommelfellmembran beeinflusst...
Fibroblasten, die über 24 Stunden mit 0.01% und 0.03% Ciprofloxacin behandelt wurden hatten einen
niedrigeren Gehalt von Kollagen 1A1 und alpha-Tubulin als die Kontrollen... Nach 72 Stunden wurde der
Gehalt von Kollagen 1A1 und alpha-Tubulin durch 0.3%-iges Ciprofloxacin vollständig eliminiert...
Unsere Studie liefert Hinweise, die unsere Bedenken hinsichtlich potentieller Nebenwirkungen
ototherapeutischer Ciprofloxacindosierungen auf das Trommelfell stützen. Wir konnten einen
dosisabhängigen zytotoxischen Effekt auf Fibroblasten und eine verminderte Produktion von Kollagen Typ I
und alpha-Tubulin feststellen. Diese Beobachtung stimmt mit vorherigen Berichten zum Sehnen- und
Gelenkgewebe überein. Kollagen Typ I und III sind notwendig für das Schließen von Trommelfellperforationen
während der akuten Heilungsphase, und Kollagen Typ II wird im weiteren Heilungsverlauf zur
Gewebeverstärkung hergestellt. Ursprünglich waren wir an einer Analyse der Kollagentypen I und III als
Indikatoren des akuten Heilungsvorgangs interessiert. Wir entschieden uns für eine Analyse des
Tubulingehalts als allgemeinen Indikator des Proteinstoffwechsels von Fibroblasten. Angesichts der
dramatischen Wirkung von Ciprofloxacin auf den Gehalt von Kollagen Typ I und Tubulin beschlossen wir,
keine weiteren Analysen anderer Kollagentypen vorzunehmen... Wir stellten fest, dass die Verabreichung
ototopischer Chinolone gegenüber Neomycin-Hydrocortisonpräparaten mit einem erhöhten Risiko für
Trommelfellperforationen assoziiert war. Darüberhinaus war die Exposition dosisabhängig und bei
Kortikosteroiden mit einem synergystischen Effekt verbunden. Ciprofloxacin-Steroid-Präparate waren mit der
höchsten Rate an Trommelfellperforationen assoziiert.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26932971 → DOI: 10.1177/0194599816633671
GEFÄßSYSTEM



spacerat
Moderator
Moderator
Beiträge: 29
Registriert: 7. Nov 2016, 17:40

Re: Ohren

Beitragvon spacerat » 29. Jun 2017, 11:43

Kinder, die nach Ohrinfektionen mit FC-Tropfen behandelt werden, haben im Vergleich mit Neomycin eine um 60% höhere Wahrscheinlichkeit für ein zerfetztes Trommelfell.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28329128


Zurück zu „Evidenz - Wissenschaftliche Studiensammlung zu Nebenwirkungssymptomen aufgrund von Fluorchinolonen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste