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SCHLAGANFALL

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Schorsch
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SCHLAGANFALL

Beitragvon Schorsch » 11. Apr 2017, 13:45

SCHLAGANFALL

1) Chinolone und Schlaganfälle bei älteren Patienten.
Die interessante Beobachtungsstudie von Dr. Luchsinger zum Antibiotikagebrauch und Schlaganfallrisiko bei
älteren Patienten zeigte einen unerwarteten 17%-igen Anstieg bei ischämischen Schlaganfällen in der Gruppe
mit kurzfristiger Chinoloneinnahme. Die Autoren zogen hier Rauchgewohnheiten als Störfaktor in Betracht,
da Patienten mit Rauchgewohnheiten eher Chinolone einnähmen. Sie behaupteten zudem, dass eine
belastbare Relation zwischen Chinolonen und erhöhtem Schlaganfallrisiko nicht plausibel sei. Dies ist
allerdings disputabel, und die Implikationen sind bedeutend... Chinolone wirken kollagenolytisch und es gibt
zahlreiche Berichte über anwendungsbedingte Sehnenrisse. Chinolone stören die Architektur der Sehne,
wodurch diese geschwächt wird. Da die fibröse Kappe atherosklerotischer Plaque in der Arterienwand
größtenteils aus einer kollagenreichen extrazellulären Matrix besteht, ist es möglich, dass Chinolone die
fibröse Kappe durch Schädigung des Kollagens temporär schwächen, wodurch diese anfälliger für Rupturen
wäre. Das könnte eine Zunahme kardiovaskulärer Ereignisse und ischämischer Schlaganfälle begünstigen.
Diese Hypothese wird prospektiv untersucht werden müssen...
http://www.amjmed.com/article/S0002-9343(02)01028-8/abstract
2) Frühe systemische Infektionsprophylaxe nach Schlaganfällen. Eine randomisierte klinische Studie.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass Levofloxacin die Chance auf eine Schlaganfall-Erholung trotz einer Anpassung
weiterer möglicher Prognosefaktoren signifikant reduzierte... Wir bestätigen die schädlichen Wirkungen von
Levofloxacin, wie sie in explorativen Analysen bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall dokumentiert
wurden.
http://stroke.ahajournals.org/content/36/7/1495
3) Auswirkungen von Antibiotikaklassen auf die Schlaganfallprognose.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Gabe des Fluorchinolonantibiotikums Enrofloxacin einen Tag nach dem
transienten Verschluss der mittleren Zerebralarterie von nicht-infizierten Tieren tiefgreifende Auswirkungen
auf die Schlaganfallprognose hat, zumindest bezüglich der Rotarodleistungen. Der Mechanismus, mit
welchem das Antibiotikum die Prognose beeinflusst, ist unklar, erfordert jedoch weitere Untersuchungen, da
diese Wirkstoffgruppe häufig im klinischen Alltag eingesetzt wird.
http://stroke.ahajournals.org/content/46/8/2287



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