GENOTOXIZITÄT UND MUTAGENITÄT

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Schorsch
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GENOTOXIZITÄT UND MUTAGENITÄT

Beitragvon Schorsch » 11. Apr 2017, 13:46

GENOTOXIZITÄT UND MUTAGENITÄT

1) Genotoxische und zytotoxische Wirkungen des antibakteriellen Arzneimittels Ciprofloxacin auf
humane Lymphozyten in vitro.
Aus unseren in vitro-Untersuchungen geht deutlich hervor, dass Ciprofloxacin zytotoxische und genotoxische
Effekte in humanen Lymphozyten verursacht... Dieses Ergebnis kann als Warnzeichen für einen unbedachten
und unkritischen Gebrauch dieses Arzneimittels betrachtet werden.
http://www.nmcth.edu/images/gallery/Edi ... bulkar.pdf
2) Ciprofloxacin: DNA Topoisomerase II-Gift in vivo.
Angesichts der gegenwärtigen signifikanten in vivo-Daten zur genotoxischen und klastogenen Wirkungen
auf die DNA-Topoisomerase II von Säugetieren sollte Ciprofloxacin zurückhaltend verordnet werden... Diese
Studie wurde durchgeführt, weil CP-115953 und CP-67015 [siehe 3)], die eine extreme strukturelle Ähnlichkeit
mit Ciprofloxacin aufweisen, stark giftig auf die eukaryotische Topoisomerase II wirken. Erwartungsgemäß
verursachte Ciprofloxacin eine signifikante konzentrationsabhängige Zunahme von
Chromosomenaberrationen... Die niedrigste Dosis, die signifikante klastogene Effekte auslöste, betrug 6
mg/kg KG [= 420 mg bei einer 70 Kg schweren Person]...
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7678175 → DOI: 10.1016/0165-7992(93)90029-U
3) Chinolone: Geschichte und Einführung.
Es besteht kein Zweifel daran, dass CP-67015 extrem toxisch auf Säugetierzellen wirkt, da diese Substanz in
vitro und in vivo verheerende mutagene und klastogene Wirkungen bei niedrigen Konzentrationen
verursacht.
(Quelle: Smith, JT, Zeiler, HJ, in: Kuhlmann, J et al. (Hgg.), Quinolone Antibacterials. Berlin/Heidelberg 1998, S.
4.)
4) Chinolonwirkungen im SOS-Chromotest und bei der Synthese von Biomakromolekülen.
Wir untersuchten genotoxische Wirkungen von Chinolonantibiotika (Ciprofloxacin, Enoxacin, Nalidixinsäure,
Norfloxacin, Ofloxacin, Pefloxacin) auf einen selektierten mutierten E. Coli-Stamm. Die Genotoxizität wurde
mittels SOS-Antwort bestimmt. Die stärkste SOS-Antwort wurde durch Ciprofloxacin ausgelöst, der niedrigste
Wert wurde bei Nalidixinsäure beobachtet... Auch Power und Phillips präsentierten Ciprofloxacin, das nur
geringfügig schwächer war als das bekannte Mutagen Mitomycin C, als stärksten Auslöser einer SOSAntwort...
Es gibt keine Evidenz für Effekte der Chinolone auf Eukaryoten in vivo. In dieser Hinsicht sind
unsere Daten nicht konsistent, aber der DNA-schädigende Effekt ist eindeutig. Diese Eigenschaft könnte in
Verbindung mit der potentiellen Mutagenität tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Verwendbarkeit als
therapeutische Substanzen haben.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9449772 → DOI: 10.1007/BF02814622.
5) Identifikation von Fluorchinolonantibiotika als Hauptquelle von umuC-Genotoxizität in
ungereinigtem Krankenhausabwasser.
Die in dieser Studie präsentierten Ergebnisse legen nahe, dass Fluorchinolonantibiotika, insbesondere
Ciprofloxacin, für den Großteil der in Stichproben des Krankenhausabwassers mittels umuC-Test detektierten
genotoxischen Wirkungen verantwortlich sind... Wir fanden stark genotoxische Wirkungen im umuC-Test, als
wir Urinproben von Patienten untersuchten, die Ciproxin erhielten. Die Urinproben induzierten das umuCSytem
in Verdünnungen von bis zu 1:20.000... [Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass Ciprofloxacin ein
stärkeres genotoxisches Potential aufweist als die gesundheitsschädlichen Arzneimittel Etoposid, Doxorubicin,
Cisplatin, Fluoruracil, Metronidazol, Dacarbazin und Mitomycin C.]
http://lib.gig.ac.cn/local/ejournal/ETC ... -1998-17(3)-377-382.pdf
6) Antibiotika-induzierte DNA-Schäden: Chinolone.
Einige Chinolone verursachten extrem starke DNA-schädigende Wirkungen in Abwesenheit eines exogenen
Stoffwechselsystems. Die höchsten SOS-Antworten efolgten bei Sparfloxacin, Ciprofloxacin und Norfloxacin,
wohingegen Pipemidinsäure [nicht-fluoriert], Cinoxacin [nicht-fluoriert] und Nalidixinsäure [nicht-fluoriert] nur
schwach genotoxisch wirkten.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21559652
7) Modulation der Genexpression von Salmonella durch subinhibitorische Chinolonkonzentrationen.
Unsere Studien deuten an, dass ältere und jüngere Fluorchinolone wie z. B. Moxifloxacin, Levofloxacin und
Gatifloxacin starke Auslöser transienter mutagener Mechanismen wie z. B. der SOS-Antwort sind. Die
multiplen, mutagenen und anderen Wirkungen subinhibitorischer Fluorchinolone können mit deren
prädominanter Rolle als Aktivatoren der Stressantwort erklärt werden... Da alle beobachteten Wirkungen bei
nicht-letalen Konzentrationen auftraten, lässt sich prgnostizieren, dass es während einer
Fluorchinolontherapie zu einer Vielzahl unerwünschter Wirkungen kommen kann. Unsere Untersuchungen
sind insbesondere im Hinblick auf zwei kürzlich veröffentlichte Studien von Dethlefsen et al. relevant, in
denen tiefgreifende Wirkungen auf das menschliche Mikrobiom nach Verabreichung therapeutischer
Ciprofloxacinkonzentrationen beschrieben wurden. Diese Arbeiten haben gezeigt, dass die Verabreichung
dieses Fluorchinolons den stabilen Zustand der mikrobiellen Population unterbricht. Da Fluorchinolone
potente Breitbandantibiotika sind, wäre zu erwarten, dass sie bei vielen Vertretern des Mikrobioms
permanente Verhaltensänderungen mit weitreichenden Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit
verursachen.
http://www.nature.com/ja/journal/v64/n1 ... 0137a.html
8) Fluorchinolon-induzierte schwere, dauerhafte, multisymptomatische Nebenwirkungen.
Es wurde beobachtet, dass Fluorchinolone eine verzögert einsetzende mitochondriale Toxizität (z. B.
mitochondriale Depletion und Mutation) und Zytotoxizität induzieren und somit das Fundament für
verzögert einsetzende Fluorchinolon-assoziierte Nebenwirkungen legen.
http://www.saferpills.org/wp-content/up ... seeffects-
BMJ-Case-Reports.pdf
9) Wichtiger Hinweis:
Wir entwickelten eine sehr kalte Landschaft. Das heißt, wir verwendeten Cipro, ein hochmutagenes
Antibiotikum mit einer minimalen Hemmkonzentration von nur 50 nM [0.016 mg/l].
(Quelle: Austin, RH, Free Energies, Landscapes, and Fitness in Evolution Dynamics, in: Wall, ME (Hg.),
Quantitative Biology: From Molecular to Cellular Systems. Boca Raton, FL 2013, S. 18.)



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