LEBER

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Schorsch
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LEBER

Beitragvon Schorsch » 11. Apr 2017, 14:00

LEBER

STATISTISCHE DATEN
1) Fluorchinolon-assoziiertes Hepatotoxizitätsrisiko: Eine nationale Fall-Kontroll-Studie.
Nach einer Berichtigung von Störfaktoren zeigte die Regressionsanalyse ein signifikant höheres Gesamtrisiko
für Lebertoxizität unter Fluorchinolonanwendern gegenüber Kontrollen. Arzneimittel-spezifische
Risikoanalysen in bezug auf drei Fluorchinolonsubstanzen (Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin)
zeigten eine signifikante Assoziation zwischen Ciprofloxacinanwendung und erhöhtem
Hepatotoxizitätsrisiko...
https://www.researchgate.net/publicatio ... roquinolon
es_A_national_case-control_safety_study
2) Fluorchinolontherapie und idiosynkratisches akutes Leberversagen: Eine populationsbasierte
Studie.
Zwischen 2002 und 2011 wurden insgesamt 144 Patienten in Ontario wegen akuten Leberversagens
innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt eines Fluorchinolonrezepts hospitalisiert. Von diesen Patienten starben 88
(61.1%) während des Krankenhausaufenthalts... Unter älteren ambulanten Patienten ohne Evidenz für eine
Lebererkrankung waren Moxifloxacin und Levofloxacin gegenüber Clarithromycin mit einem erhöhten Risiko
für akutes Leberversagen assoziiert... Die in unserer Studie beobachtete relativ hohe Todesfallrate (61.1%
während der ersten Krankenhausaufnahme) könnte auf unser statistisches Kriterium zurückgeführt werden,
dass die untersuchten Fälle in ein Krankenhaus überwiesen werden mussten...
http://www.cmaj.ca/content/early/2012/0 ... 3.full.pdf

FALLBERICHTE
1) Levofloxacin-induzierter Leberschaden und Tod.
Wir berichten über eine 53-jährige Patientin mit toxischer Hepatitis durch Levofloxacin und multiplem
Organversagen infolge der toxischen Hepatitis. Die Patientin litt unter Juckreiz, Rötungen und Ausschlag,
nachdem sie vor 10 Tagen eine Einzeldosis Levofloxacin 750 mg wegen einer Lungeninfektion eingenommen
hatte. Die Hautläsionen bildeten sich zwar nach drei Tagen zurück, aber es kam zu Ablösungen am ganzen
Körper. Am fünften Tag nach der Wirkstoffeinnahme entwickelte die Patientin Abdominalschmerzen,
Erbrechen und eine Gelbfärbung der Haut. Mit diesen Beschwerden kam sie 10 Tage nach der
Wirkstoffeinnahme in unsere Notaufnahme. Für die Patientin war eine Lebertransplantation vorgesehen, aber
sie erlitt einen Herzstillstand und starb, bevor sie an ein Transplantationszentrum überwiesen werden konnte.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24067876
2) Moxifloxacin-assoziiertes DRESS-Syndrom mit toxischer epidermaler Nekrolyse und fulminantem
Leberversagen.
Eine zuvor gesunde 23-jährigen Patientin ohne bekannte Arzneimittelallergien oder vorherige
Fluorchinolonbehandlung erhielt Moxifloxacin wegen einer Atemwegserkrankung. Nach drei Tagen
entwickelte sie Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen und masernartigen Ausschlag im
Abdominalbereich, woraufhin Moxifloxacin abgesetzt wurde. In der Notaufnahme wurden bei der Patientin
erhöhte Leberenzyme, Fieber und Lymphknotenschwellungen festgestellt... Am fünften Tag nach Beginn der
Moxifloxacintherapie zeigte sich bei der dermatologischen Untersuchung, dass etwa 30% der
Körperoberfläche der Patientin mit einem erythematösen masernartigen Ausschlag übersät waren... Das
betroffene Hautareal stabilisierte sich, nachdem etwa 40% der gesamten Körperoberfläche betroffen waren.
Allerdings musste die Patientin zur Sicherung der Atmung intubiert werden und benötigte wegen einer sich
verschlechternden Hypertension multiple Vasopressoren und wegen eines aktuen Nierenversagens eine
venovenöse Hämofiltration. Die Leberbiopsie erbrachte den Nachweis einer akuten Hepatitis mit
Leberzellnekrose, welche auf eine Arzneimittelreaktion oder einen infektiösen Prozess zurückgeführt werden
kann. Ihre Leberfunktion verschlechterte sich zusehends und sie starb trotz orthotopischer
Lebertransplantation 14 Tage nach Beginn der Moxifloxacintherapie. Die Autopsie ergab eine massive
primäre Leberzellnekrose und akute Tubulusnekrosen.
http://jamanetwork.com/journals/jamader ... act/480883
3) Mögliche Assoziation zwischen fulminantem Leberversagen und Ciprofloxacin.
Ein 66-jähriger Patient wurde wegen einer Hüft-OP in unsere Klinik eingewiesen und entwickelte ein
fulminantes Leberversagen während einer oralen Ciprofloxacintherapie. Die Ciprofloxacintherapie wurde am
13. postoperativen Tag wegen einer Harnwegsinfektion eingeleitet. Während der nächsten drei Tage
entwickelte er Verwirrtheitszustände und Hypoglykämien. Seine Prothrombinzeit betrug mehr als 90 s. Die
AST- und ALAT-Werte waren deutlich erhöht. Der Patient starb am 20. Tag nach der Operation.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1591420
4) Akute tödliche Hepatitis in Verbindung mit Levofloxacin.
Ein 99-jähriger Patient ohne relevante Vorgeschichte wurde mit Beschwerden über fortschreitende Gelbsucht,
dunklen Urin, abdominelle Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen in unser Krankenhaus eingeliefert. Acht Tage
zuvor entwickelte er eine Harnwegsinfektion, die mit Levofloxacin (500 mg/Tag) behandelt wurde. Ausser
Magnesiumtabletten nahm er keine anderen Medikamente ein und es gab keinen Hinweis auf
Alkoholmissbrauch... Levofloxacin wurde abgesetzt, aber der Zustand des Patienten verschlechterte sich
graduell und 6 Tage nach Klinikaufnahme starb er im hepatischen Koma.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11580158 → DOI: 10.1016/S0168-8278(01)00082-4
5) Moxifloxacin-induzierte tödlich verlaufende Hepatotoxizität bei einem 72-jährigen Patienten: Ein
Fallbericht.
Wir berichten über einen Fall von tödlich verlaufender Hepatotoxizität unter Moxifloxacin bei einem 72-
jährigen Patienten. Er stellte sich mit Gelbsucht und epigastrischer Empfindlichkeit vor, die sich eine Woche
nach der Behandlung einer akuten Exazerbation seiner chronischen Bronchitis mit Moxifloxacin entwickelten.
Er wurde zur engen Überwachung auf die Intensivstation aufgenommen. Seine Leberenzyme und
Bilirubinwerte waren deutlich erhöht. Sein Zustand verschlechterte sich trotz unterstützender Behandlung.
Das akute Leberversagen, welches zum Tod des Patienten führte, wurde einer idiosynkratischen Reaktion auf
Moxifloxacin zugeschrieben.
https://casesjournal.biomedcentral.com/ ... 626-2-8063
6) Möglicher Levofloxacin-induzierter akuter Leberzellschaden bei einer Patientin mit chronisch
obstruktiver Lungenerkrankung.
Eine 74-jährige Patientin mit schwerem Emphysem und chronischem Vorhofflimmern wurde wegen einer
Atemwegsinfektion ohne radiographischen Beweis für Infiltrate in unser Krankenhaus eingewiesen...
Nachdem eine akute Bronchitis diagnostiziert wurde, erhielt die Patientin iv Methylprednisolon (60 mg/Tag)
und Levofloxacin (500 mg/Tag). Zu den anderen Medikamenten, die die Patientin erhielt, zählten Digoxin,
Warfarin, inhalierbares Albuterol und Ipratropiumbromid. Sie verneinte den Gebrauch von Alkohol,
pflanzlichen Heilmitteln oder anderen rezeptfreien Medikamenten... Zwei Tage nach Beginn der
Levofloxacintherapie kam es zu einem jähen Transaminasenanstieg... Die Behandlung mit Levofloxacin und
Warfarin wurde abgebrochen und innerhalb von einer Woche waren die Transaminasewerte und
Prothrombinzeiten wieder normalwertig... Ihr klinischer Verlauf wurde anschließend durch eine nosokomiale
Pneumonie, Sepsis und obere gastrointestinale Blutung kompliziert. Die Patientin entwickelte schließlich ein
Multiorganversagen und starb.
https://academic.oup.com/cid/article/33 ... ced-Acute-
Hepatocellular
7) Levofloxacin-induziertes akutes fulminantes Leberversagen bei einer Patientin mit chronischer
Hepatitis-B-Infektion.
Eine bewusstlose 55-jährige Patientin wurde mit einer diagnostizierten hepatischen Enzephalopathie
hospitalisiert. Die Patientin erhielt Levofloxacin (500 mg/Tag) für 10 Tage wegen einer Atemwegsinfektion. Sie
war als asymptomatische HBV-Trägerin seit 10 Jahren HbsAg-positiv. Nach der Hospitalisierung wurde sie mit
Plasmapherese und Supportivtherapie behandelt. Das Bewusstsein der Patientin besserte sich am zweiten
Behandlungstag. Andere Ätiologien des fulminanten Leberversagens konnten ausgeschlossen werden, womit
der Verdacht auf ein ein Levofloxacin-induziertes fulminantes Leberversagen gegeben war. Obwohl die
Patientin unterstützende Maßnahmen erhielt, trat eine graduelle Verschlechterung ihres Zustands ein und sie
starb 12 Wochen nach der Aufnahme in unser Krankenhaus.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16105873
8) Tödliches subfulminantes Leberversagen unter Ofloxacin.
Ein 70-jähriger Patient wurde mit Gelbsucht hospitalisert. Es lagen keine bekannten Risikofaktoren für eine
Lebererkrankung vor... Blut- und Harnproben, die als Teil einer präoperativen Untersuchung bestimmt
wurden, zeigten normale Leberwerte und eine Harnwegsinfektion durch E. coli; der Patient wurde mit
zweimal täglich Ofloxacin 200 mg für 5 Tage behandelt. Sechs Wochen später wurde der Patient wegen eines
Gelbsuchtsyndroms eingewiesen, welches er 5 Tage zuvor entwickelt hatte. Er verneinte die Einnahme anderer
Arzneimittel, Reisen oder andere epidemiologisch relevante Faktoren. Die körperliche Untersuchung war nur
in bezug auf Gelbsucht und eine schmerzhafte, milde Hepatomegalie auffällig. Die Leberwerte waren deutlich
erhöht... Im Ultraschall wurde eine einfache 2 cm große Zyste im linken Leberlappen beobachtet... Die Biopsie
deckte eine intensive Entzündungsreaktion auf... Nach 12 Wochen verschlechterten sich die Leberwerte des
Patienten... Nach 14 Wochen wurde der Patient wegen einer hepatischen Enzephalopathie ins Krankenhaus
eingewiesen... Nach 16 Wochen starb der Patient... Unseres Wissens wurde bislang kein Fall von tödlichem
Leberversagen unter Ofloxacin veröffentlicht, obwohl Berichte über Ciprofloxacin existieren. In unserem Fall
ist die Relation zwischen dem Arzneimittel und der Erkrankung des Patienten eindeutig, da andere
ätiologische Gründe ausscheiden, eine enge zeitliche Relation zwischen Arzneimitteleinnahme und
Erkrankungsverlauf vorliegt, der Patient vor der Wirkstoffeinnahme normale Leberwerte hatte und die
anatomopathologischen Ergebnisse mit der Erkrankung übereinstimmen.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10894622 → DOI: 10.1111/j.1572-0241.2000.02118.x
9) Schwere Ciprofloxacin-induzierte akute Hepatitis.
Ein 32-jähriger Patient wurde zur Behandlung einer septischen Arthritis am rechten Sprunggelenk infolge
eines Brodie-Abszesses in unsere Abteilung überwiesen. Er wurde 3 Wochen lang mit intravenösem
Cloxacillin (4 x 2 g/Tag ) und Ceftriaxon (1 g/Tag) behandelt und unterzog sich einer Kürettage des Abszesses.
Zum Abschluss der dreimonatigen Therapie wurde eine orale Ciprofloxacinbehandlung (2 x 500 mg/Tag)
eingeleitet. 48 Stunden nach Einnahme der ersten Dosis Ciprofloxacin entwickelte der Patient abdominelle
Schmerzen, Diarrhö, Fieber, einen Hautausschlag ohne Pruritus und ein Krankheitsgefühl. Bei der klinischen
Untersuchung wurde ein erythematöser Ausschlag beobachtet, der seinen Brustkorb, das Abdomen und die
oberen und unteren Extremitäten betraf. Die Laborwerte deuten auf Leukozytose (13,800/ml) und
Eosinophilie (600/ ml) hin; zudem waren Aspartat-Aminotransferase (94 U/l), Alanin-Aminotransferase (147
U/l), Gammaglutamyl-Transpeptidase (98 U/l) und Lactatdehydrogenase (552 U/l) erhöht... Der Patient wurde
wieder in unserer Klinik aufgenommen und Ciprofloxacin wurde abgesetzt. 48 Stunden nach der Aufnahme
entwickelte der Patient zunehmende abdominelle Schmerzen mit einem plötzlichen Einsetzen von Gelbsucht,
Dyspnoe, Arthralgien und Schwäche... Im Röntgen-Thorax zeigte sich ein bilateraler Pleuraerguss... Die
Abdominalsonographie zeigte eine Lebervergrößerung mit normalem Biliärtrakt... Die transthorakale
Leberbiopsie zeigte 15 Tage nach der ersten Dosis Ciprofloxacin submassive periportale und zentrilobuläre
Nekrosen. Der Patient wurde auf die Intensivstation verlegt, da der Verdacht auf ein Ciprofloxacin-induziertes
Multisystemversagen bestand. Sein Zustand besserte sich graduell unter Supportivtherapie und
Methylprednisolon (2 mg/kg/Tag). Die Leberwerte normalisierten sich 6 Wochen nach Absetzen von
Ciprofloxacin. Sechs Monate später bleibt der Patient asymptomatisch und weist normale Leberwerte auf...
Schacht et al. fanden in ihrer Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Ciprofloxacin, dass dieses
Arzneimittel bei 4.6% der Patienten Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen verursachte. Diese Wirkungen
beinhalteten einen Anstieg der Transaminasen, des Serumkreatins, des Harnstoffs, des Bilirubins, der
Harnsäure und des Cholesterins sowie akutes Nierenversagen, Azidose, Nephritis, Hypernatriämie und
Hyperkalzämie. Unser Patient hatte gastrointestinale Symptome (Diarrhö und abdominelle Schmerzen);
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (Transaminaseanstieg, Azidose, Hepatomegalie und Gelbsucht);
allgemeine Beschwerden (Schwäche, Fieber und Krankheitsgefühl); Hautläsionen; hämatologische Störungen
(Eosinophilie, Leukozytose und Thrombopenie); Nierenschwäche (Anstieg des Kreatins und Harnstoffs, akutes
Nierenversagen, Proteinurie und Harnzylinder); Dyspnoe und Arthralgien. Klinische Untersuchungen und
Kausalitätsbewertungen legen nahe, dass Ciprofloxacin als Ursache dieses neuen Falls von schwerer
Lebernekrose betracht werden muss.
https://link.springer.com/article/10.1007/s100960100513 → DOI:10.1007/s100960100513
10) Ciprofloxacin-assoziiertes letales Leberversagen.
Ein 92-jähriger Patient wurde wegen einer sturzbedingten Hüftfraktur eingewiesen. Fünf Monate vor der
Aufnahme hatte er normale Leberwerte. Er wurde mit Digoxin und Furosemid behandelt (die zu seinen
Hausmedikamenten zählten), welche um Heparin, Sucralfat, Ranitidin und Ciprofloxacin (zweimal täglich 200
mg iv wegen eines Verdachts auf Harnwegsinfektion) ergänzt wurden, und der operative Eingriff wurde
verschoben. Zwei Tage nach Beginn der Ciprofloxacintherapie und trotz Absetzen des Wirkstoffs entwickelte
der Patient ein progressives Leberversagen mit starker Gelbsucht, erhöhten Leberenzymen, Koma und Tod,
welcher zehn Tage nach Klinikaufnahme eintrat... Vertreter des Herstellers (Bayer, Deutschland) räumten ein,
dass ihnen über einige Fälle von "schweren Leberreaktionen" unter Ciprofloxacin durch "beschleunigte
allergische Reaktionen" berichtet wurde, wollten aber keine Details bekanntgeben... Wir empfehlen, dass
Nebenwirkungen an die WHO gemeldet werden. Wir empfehlen zudem, dass alle von Herstellern
zusammengetragenen unerwünschten Reaktionen per Gesetz für jeden zugänglich sind. Heutzutage können
solche Informationen EDV-gestützt aufbereitet werden, um sie der Öffentlichkeit weltweit zur Verfügung zu
stellen. Datenanalysen können ein schnelleres Verständnis für prädisponierende Faktoren bei
arzneimittelbedingten Nebenwirkungen begünstigen. Bessere Regulierungen und Methoden werden
benötigt, um zu verhindern, dass Wissen durch Schweigen kontrolliert wird.
http://www.thelancet.com/journals/lance ... 40-6736(94)91624-1/abstract → DOI: 10.1016/S0140-
6736(94)91624-1
11) Tödliche Hepatotoxizität nach Ciprofloxacinexposition: Eine ungewöhnliche Korrelation.
Eine 74-jährige Patientin wurde wegen einer Harnwegsinfektion erfolgreich mit Ciprofloxacin behandelt,
entwickelte aber umgehend neue Symptome, einschließlich Fatigue und Übelkeit. Dieser Zustand setzte sich
in den nächsten zwei Monaten fort, weshalb sie in unser Krankenhaus aufgenommen wurde; sie hatte
erhöhte Leberwerte und einen weiteren Harnwegsinfekt. Sie wurde wegen der Harnwegsinfektion wieder mit
Ciprofloxacin behandelt und nach leichter Verbesserung drei Tage später entlassen. Eine Woche später wurde
sie in einer anderen Klinik mit signifikant erhöhten Leberwerten und Gelbsucht aufgenommen. Virologische
und autoimmunologische Untersuchungen blieben unauffällig. Die Leberbiopsie ergab eine cholestatische
Hepatitis unklarer Ätiologie. Die Patientin wurde nach einem leichten Rückgang der Leberwerte wieder
entlassen. Wenig später wurde die Patientin mit ähnlichen Beschwerden in unsere Klinik eingewiesen. Die
Serumtransaminasen blieben bei gleichzeitigem Anstieg der alkalischen Phosphatase und des Bilirubins
erhöht... Wegen einer möglichen allergischen Reaktion wurde eine einwöchige Behandlung mit Prednison
durchgeführt; allerdings blieb diese ohne Erfolg. Es wurde eine Palliativtherapie eingeleitet und die Patientin
verstarb kurz darauf.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5036381/
12) Akutes Leberversagen nach Einnahme von Ciprofloxacin.
Eine 23-jährige Frau leidet an unspezifischen Allgemeinsymptomen. Nach einer Woche verschreibt ihr der
Hausarzt Ciprofloxacin (2×500 mg/Tag). Am nächsten Tag klagt die Patientin über zunehmende Übelkeit mit
Erbrechen sowie Diarrhoen und Schmerzen im rechten Oberbauch. Nachdem 5 Tage zugewartet wurde, wird
sie ins Krankenhaus eingewiesen... Die histopathologische Untersuchung der transjugulären Leberbiopsie
ergibt eine ausgeprägte lobuläre Hepatitis mit erheblichen Zytolysen... Nach Ausschluss anderer Ursachen
(viral, neoplastisch, genetisch) diagnostizieren wir ein medikamentös-toxisches Leberversagen, bedingt durch
die Ciprofloxacin-Einnahme... Initial ist die Patientin weitestgehend orientiert und leicht schläfrig. Im
Tagesverlauf nehmen Somnolenz und Vigilanzminderung rasch zu. Zuletzt reagiert die soporöse Patientin nur
noch auf Schmerzreize. Wir diagnostizieren eine hepatische Enzephalopathie (HE; Grad III) infolge des akuten
Leberversagens und leiten sofort eine Ammoniakdetoxifikation mit Laktulose ein... Bei weiterhin klinisch
kritischer Vigilanz leiten wir eine probatorische Hirnödem-Therapie mit Mannitol und Glycerin ein. Hierunter
steigt die Serumosmolarität und die Patientin bessert sich neurologisch. Im weiteren Verlauf normalisieren
sich die Leberwerte und -syntheseleistung. Bei der letzten Vorstellung 6 Monate später ist die Patientin ohne
Therapie völlig beschwerdefrei...
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27509349 → DOI: 10.1055/s-0041-109012
13) Gatifloxacin-induzierte Hepatotoxizität.
Wir berichten über den Fall einer cholestatischen Hepatitis und akuten Pankreatitis nach der Einnahme von
Gatifloxacin, einem der neuesten Fluorchinolone. Eine 41-jährige Patientin wurde in unserer Klinik wegen
cholestatischer Gelbsucht und erhöhter Leberenzyme aufgenommen. Zwei Wochen vor der Aufnahme, erhielt
sie täglich 400 mg Gatifloxacin wegen einer Atemwegsinfektion. Nach zweitägiger Gatifloxacineinnahme
entwickelte sich ein Hautausschlag an ihren Schultern, Armen und am Rücken. Sie registrierte daraufhin einen
Dunkelfärbung des Urins und acholischen Stuhl. Sie stellte sich mit Bauchschmerzen im rechten oberen
Quadranten vor. In der Untersuchung zeigte sich ein skleraler Ikterus und ein urtikarieller Ausschlag an
Armen, Rücken und Beinen ohne kutane Anzeichen einer chronischen Lebererkrankung,
Hepatosplenomegalie oder Aszites... Die persistierende Cholestase und der schwere Pruritus dauerten 5
Monate an... Die zeitliche Abfolge der Ereignisse, der Ausschluss anderer Ursachen einer akuten Hepatitis und
Gallenkolik und Ergebnisse der Leberbiopsie sprechen für eine arzneimittelinduzierte Toxizität. Gatifloxacin
kann cholestatische Leberschäden und eine Pankreatitis verursachen; solche möglichen Nebenwirkungen
sollten beim Einsatz dieser Substanz berücksichtigt werden.
https://www.researchgate.net/publicatio ... ase_report
DOI: 10.1016/S0002-9270(02)04914-6
14) Ciprofloxacin-induziertes akutes Leberversagen: Fallbericht und Überprüfung der Literatur.
Wir beschreiben den Fall eines 22-jährigen Patienten, der ein Leberversagen nach Einnahme von
Ciprofloxacin entwickelte. Der Patient wurde mit 2 x 250 mg Ciprofloxacin pro Tag behandelt. 14 Tage später
stellte er sich mit den Symptomen eines akuten Leberversagens vor. Die Leberbiopsie ergab eine extensive
hepatozelluläre Nekrose... Die Symptome bildeten sich nach Kortikosteroidtherapie zurück.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14994731
Mögliches Gatifloxacin-induziertes fulminantes Leberversagen.
https://www.researchgate.net/profile/Cr ... ifloxacin-
Induced_Fulminant_Hepatic_Failure/links/0f31753186d23680c5000000.pdf
Ofloxacin-induzierte fulminante Hepatitis: Ein Fallbericht.
http://www.agree-asso.fr/doc/2015/poste ... xacine.pdf
Tödliche akute Hepatitis und Cholestase in Assoziation mit Lebererkrankung [→ Moxifloxacin].
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19447449
Akute Hepatitis in Assoziation mit Levofloxacingebrauch.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21194596
Ciprofloxacin-induzierte Hepatotoxizität bei einer gesunden jungen Erwachsenen.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5346015/
Norfloxacin-induzierte Hepatitis.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8377697
Ofloxacin-induzierte akute schwere Hepatitis.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1891746
Norfloxacin-induzierte Hepatotoxizität.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2254636
Norfloxacin-induzierte eosinophile nekrotisierende granulomatöse Hepatitis.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11151924
Chinolone können Hepatitis induzieren.
http://www.bmj.com/content/314/7084/869.1
Fluorchinolon-induziertes Leberversagen: drei neue Fälle und Überprüfung der Literatur.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22246188
Cholestatische Hepatitis in Verbindung mit Chinolonen: Ein Bericht über zwei Fälle.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8750178

VORLÄUFIGE EXPERIMENTELLE DATEN
1) Einfluss unterschiedlicher Levofloxacindosierungen auf antioxidative Abwehrmechanismen und
Marker für renale und hepatische Dysfunktionen von Ratten.
In der vorliegenden Studie bewerteten wir wahrscheinliche toxische Wirkungen von Levofloxacin (LFX) auf
Leber- und Nierengewebe von Ratten. Zwanzig männliche Wistar-Ratten wurden willkürlich in vier
Behandlungsgruppen unterteilt: A: Kontrollen, B: 5 mg/kg KG LFX (halbtherapeutische Dosis) [= 350 mg bei
einer 70 Kg schweren Person], C: 10 mg/kg KG LFX (therapeutische Dosis) [= 700 mg bei einer 70 Kg schweren
Person], und D: 20 mg/kg bw LFX (doppelte therapeutische Dosis). Nach 7 Behandlungstagen deuteten die
Ergebnisse auf signifikant erhöhte ALT-, AST- und ALP-Werte im Plasma der behandelten Gruppen
gegenüber der Kontrollgruppe hin. Zudem kam es zu einem signifikanten Anstieg der Kreatinin-, Harnstoffund
Gesamtbilirubinwerte im Plasma der behandelten Gruppen gegenüber der Kontrollgruppe. Die
Gesamtcholesterin-, HDL-, LDL- und Triglyceridwerte waren bei den behandelten Gruppen gegenüber der
Kontrollgruppe ebenfalls signifikant erhöht. Darüberhinaus kam es zu einem signifikanten Anstieg
hepatischer MDA-Werte in allen behandelten Gruppen. Allerdings waren die hepatischen SOD-, Katalaseund
GST-Werte bei den LFX-behandelten Tieren signifikant erniedrigt. Darüberhinaus waren die GSH- und
Ascorbinsäurewerte in den LFX-behandelten Gruppen gegenüber der Kontrollgruppe signifikant erniedrigt.
Unsere Ergebnisse decken auf, dass Levofloxacin in unterschiedlichen Dosierungen Nieren- und Leberschäden
und oxidativen Stress verursachte und enzymatische sowie nichtenzymatische antioxidative Abwehrsysteme
der Ratte veränderte.
https://www.hindawi.com/archive/2015/385023/
2) Einfluss von Moxifloxacin auf den hepatischen Redoxstatus und Plasmabiomarker für
Hepatotoxizität und Nephrotoxizität bei Ratten.
24 Wistar-Ratten (180–200 g) wurden willkürlich in vier Gruppen unterteilt (I–IV). Tiere in Gruppe I (Kontrolle)
erhielten 1 mL destilliertes Wasser, während Tiere in Gruppe II, III und IV jeweils 1 mL Moxifloxacin
entsprechend 4 mg/kg KG [= 280 mg bei einer 70 Kg schweren Person] bzw. 8 mg/kg KG [= 560 mg bei einer
70 Kg schweren Person] bzw. 16 mg/kg KG erhielten... Unsere Daten legen nahe, dass Moxifloxacin in
halbtherapeutischer, therapeutischer und doppelter therapeutischer Dosis Nephrotoxizität, Hepatotoxizität,
und ein verändertes hepatisches Redox-Gleichgewicht bei Ratten verursacht.
https://www.hindawi.com/journals/bri/2015/192724/



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