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KRAMPFANFÄLLE

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Schorsch
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KRAMPFANFÄLLE

Beitragvon Schorsch » 11. Apr 2017, 15:12

KRAMPFANFÄLLE

FALLBERICHTE
1) Die Rolle von Ciprofloxacin bei tödlichen Krampfanfällen.
Über erhöhte Theophyllinwerte bei gleichzeitiger Anwendung von Ciprofloxacin und Theophyllin wurde
berichtet. Weniger bekannt ist, dass Ciprofloxacin Krampfanfälle auslösen kann. Ich möchte über den Fall
eines tödlich verlaufenden Status epilepticus berichten, der mit der gleichzeitigen Einnahme beider
Arzneimittel, jedoch einem normalen Theophyllinwert assoziiert ist... Physicians' Desk Reference listet
Krampfanfälle unter möglichen Nebenwirkungen durch Ciprofloxacin, aber es sollte betont werden, dass
diese bei normalen Theophyllin-Serumwerten auftreten können... Angesichts des zunehmenden Gebrauchs
dieser Antibiotikaklasse halte ich es für ausgesprochen wichtig, dass sich Ärzte des epileptogenen Potentials
in Abwesenheit erhöhter Theophyllin-Serumwerte bewusst sind.
http://journal.publications.chestnet.or ... id=1064665
2) Ciprofloxacin-assoziierte Krampfanfälle bei einer Patientin mit zugrundeliegender Thyrotoxikose:
Fallbericht und Überprüfung der Literatur.
Eine 24-jährige Patientin wurde in unsere Klinik eingewiesen, weil sie Konvulsionen, schwere Myopathien und
ein akutes Nierenversagen entwickelte, nachdem sie Ciprofloxacin wegen einer Sinusitis und
Harnwegsinfektionen eingenommen hatte. Es gab keinen Hinweis darauf, dass sie vor der
Ciprofloxacineinnahme Krampfanfälle hatte oder andere Medikamente einnahm und ihre Laborwerte
einschließlich Kreatinin und Elektrolyte waren normalwertig...
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19473592
3) Fluorchinolon-assoziierte Krampfanfälle.
Einer 75-jährigen Patientin wurde nach der Krankenhausaufnahme wegen ischämischer Zehen Levofloxacin
verordnet. Nach drei Dosen Levofloxacin entwickelte die Patientin einen Krampfanfall. Einen Monat später
wurde die Patient einer Reexposition mit Ciprofloxacin unterzogen und sie entwickelte wieder einen
Krampfanfall. Die Patientin hatte zum Zeitpunkt der Krampfanfälle einen Magnesiummangel und erhöhte
Serumkreatininwerte und war zum Zeitpunkt des zweiten Krampfanfalls hyponaträmisch. Einer 74-jährigen
Patientin wurde nach der Krankenhausaufnahme Levofloxacin wegen einer bakteriellen Lungenentzündung
verordnet. Nach fünf Dosen entwickelte sie einen Krampfanfall. Die Patientin hatte keine zum Zeitpunkt der
Krampfanfälle keine Elektrolytschwankungen und in der Vorgeschichte gab es keinen Hinweis auf ein
Anfallsleiden.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11675843

WEITERE:
Ciprofloxacin-induzierte Krampfanfälle bei einem gesunden Patienten.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18677343
Grand-Mal-Anfälle unter Ciprofloxacintherapie.
http://jamanetwork.com/journals/jama/ar ... act/376082
Epileptische Myoklonien als Ciprofloxacin-assoziierte Nebenwirkung.
http://www.academia.edu/12844455/Epilep ... rse_effect
Myoklonien und Delirium in Verbindung mit Ciprofloxacin.
https://academic.oup.com/ageing/article ... iated-with
Ciprofloxacin und Epilepsie.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18383748
Einschlafzuckungen nach Ciprofloxacinbehandlung.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15133830
Ciprofloxacin-induzierte orofaziale Dyskinesien bei einem Patienten mit normaler Leber- und
Nierenfunktion.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10748799
Orofaziale Dyskinesien nach Moxifloxacinbehandlung: Ein Fall mit normaler hepatorenaler Funktion
und Überprüfung der Literatur.
https://www.researchgate.net/publicatio ... Treatment-
A_Case_With_Normal_Hepatorenal_Function_and_Review_of_Literature
Ciprofloxacin-assoziierte Choreoathetose bei einem Hämodialysepatienten.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3645130/
Ciprofloxacin-induzierte Chorea.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15739219
Wahrcheinliche Assoziation zwischen akuter Dystonie und Gemifloxacineinnahme.
http://www.bioline.org.br/pdf?ms09100
Plötzlich einsetzende Dystonie bei einer Patientin unter Asenapin: Interaktion zwischen Ciprofloxacin
and Asenapin.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4877163/
Ciprofloxacin-assoziiertes posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3645815/
Als Enzephalopathie auftretende Gemifloxacin-assoziierte Neurotoxizität.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19276313
Levofloxacin-assoziierte reversible kraniozervikale Dystonie.
https://clinicalmovementdisorders.biome ... 015-0021-8

VORLÄUFIGE EXPERIMENTELLE DATEN
1) Klonische Krampfanfälle bei GAERS-Ratten nach oraler Verabreichung von Enrofloxacin.
Fluorchinolone zählen zu den Antibiotikaklassen, die am häufigsten mit Krampfanfällen assoziiert sind...
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4907531/
2) Epileptogene Wirkungen antibiotischer Arzneimittel.
Das epileptogene Potential antibiotischer Arzneimittel stellt ein klinisches Problem dar, und es ist gut
bekannt, dass die Anwendung von Penicillin und bestimmten anderen Präparaten Krampfanfälle induzieren
kann. In der vorliegenden Studie untersuchten wird die epileptogenen Eigenschaften von 12 unterschiedlich
konzentrierten und häufig eingesetzten antibiotischen Medikamenten aus 7 unterschiedlichen
Wirkstoffgruppen. Die Wirkstoffe wurden im Hippocampus untersucht, welcher eine geringe Reizschwelle für
epileptiforme Aktivität aufweist... Penicillin G diente als Referenzsubstanz. Cloxacillin (> oder = 1 gm/liter),
Cephalothin (> oder = 1 gm/liter), Gentamicin (> oder = 80 mg/liter), Chloramphenicol (> oder = 1 gm/liter),
Ciprofloxacin (> oder = 50 mg/liter), Erythromycin (> oder = 1 gm/liter), und Ampicillin (> oder = 1 gm/liter)
zeigten moderate bis ausgeprägte epileptogene Wirkungen, wohingegen Cefuroxim, Clindamycin, Cefotaxim,
Vancomycin, und Tobramycin keinen epileptogenen Effekt verursachten... Bei der höchsten
Gentamicinkonzentration (80 mg/liter) kam es zu einem kleinen epileptogenen Effekt, als ein zweiter Spike
erschien... Bei den höchsten Ciprofloxacinkonzentrationen erschienen multiple Spikes: bei 50 mg/liter stieg
die durchschnittliche Anzahl der Spikes auf 3.2 ± 2.4, bei 100 mg/liter stieg sie auf 8.0 ± 2.8... [Ciprofloxacin
weist unter allen untersuchten Antibiotika das stärkste epileptogene Potential auf]
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8487076 → DOI: 10.3171/jns.1993.78.6.0938
3) Wirkungen von injiziertem Ciprofloxacin auf Elektroenzephalogramm-Charakteristika im
Rattenmodel der menschlichen Absence-Epilepsie.
Sechs männliche adulte Wag/Rij-Ratten mit einem Körpergewicht von 180-220 g wurden als Versuchstiere
eingesetzt. Jede Ratte erhielt 6 mg/kg Ciprofloxacin [= 420 mg bei einer 70 Kg schweren Person] via i.p.
Injektion... Nach der Injektion von Ciprofloxacin konnte eine signifikante Zunahme von Krampfanfällen
beobachtet werden, allerdings ist der exakte pathophysiologische Mechanismus der Fluorchinolone bei ZNSWirkungen
nicht vollständig verstanden...
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4202555/
4) Wirkung von Ciprofloxacin auf die isolierte glatte Muskulatur und Herzmuskulatur und
neuromuskuläre Endplatten.
Bei Skelettmuskelpräparaten löste Ciprofloxacin nach indirekten Reizungen eine ausgeprägte neuromuskuläre
Blockade aus...
http://www.bvmj.bu.edu.eg/issues/25-1/13.pdf



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