Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Maximus
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Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Maximus » 22. Jul 2017, 02:31

Hallo zusammen,

eine antibiotikaassoziierte Kolitis oder pseudomembranöse Kolitis entsteht, wenn die Darmflora (meist iatrogen bedingt) durch
Antibiotika so sehr geschädigt wird , dass sich auf diese Weise das Bakterium Clostridium difficile sehr stark vermehren kann.
Die von den Clostridien ausgeschiedenen Toxine verursachen Bauchschmerzen, Durchfall und Flüssigkeitsverlust.

Die endgültige Diagnose erfolgt durch Tests des Stuhls auf Vorhandensein des Erregers bzw. seiner Toxine.

Rund ein Fünftel der Patienten erleidet, in der Regel im Anschluss an die erfolgreiche medikamentöse Behandlung, einen Rückfall.

Das Standardmittel der medikamentöse Behandlung ist Metronidazol. Dieses sollte bei Flox Geschädigten nicht eingesetzt werden,
da es die durch Flox angegriffenen peripheren Nerven weiter schädigt.

Alternativen sind : Vancomycin Enderokaps und Fidaxomicin.
In einigen Fällen, nicht allen, war auch eine Stuhltransplantation erfolgreich.

Die Laborbefunde s.u. zeigen eine schwere antibiotikaassoziierte Kolitis nach Flox .

Es gibt auch leichtere Formen, so dass generell bei anhaltenden Darmbeschwerden nach Antibiotika der Stuhl auf Vorhandensein
des Erregers bzw. seiner Toxine getestet werden sollte.

Zwischenablage01.jpg


Unter dem Link http://www.labor-limbach.de/Leistungsve ... nis.0.html werden Laborwerte wie CRP kurz erklärt.

Gruß
Maximus
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Zwinge
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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Zwinge » 22. Jul 2017, 14:08

Hi Maximus, wann sollte der Test auf Clostridium difficile gemacht werden? Generell bei Auftreten von Durchfall nach AB-einnahme oder erst nach einer gewissen Zeit. In einer Dissertation habe ich diese Aussage gefunden: "Die Nebenwirkungen des Gastrointestinaltraktes, der Haut
und des ZNS der Chinolone sind reversibel, wenn das Medikament abgesetzt wird. In 8-15 % der Fälle treten gastrointestinale Beschwerden auf." Die Aussage zu den NW-en des ZNS-s widerspricht den hier im Forum gemachten Aussagen. Bei allem was ich gelesen habe, bestanden die NW-en des ZNS-s nach Absetzen weiter.
In einem Artikel eines Dr. Heinz-Georg Wetzstein (Bayer AG) in der "Pharmazie unserer Zeit" (5/2001)ist folgender Satz zu finden:"Die umfangreichen Befunde zur Metabolisierung von FQs im Menschen sowie bei Labortieren (Maus, Ratte, Hund und
Affe) wurden kürzlich zusammengefasst [17]." Eine Literaturangabe gibt es nicht. Es wird auf den Autor verwiesen.
Grüsse Zwinge
Zuletzt geändert von Zwinge am 22. Jul 2017, 19:43, insgesamt 2-mal geändert.

Maximus
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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Maximus » 22. Jul 2017, 16:49

Hallo Zwinge,

difficile zu deutsch schwierig, heikel, schwer.

Zunächst kommt es auf das AB an:
Hohes Risiko
Clindamycin, Zweit- und Dritt-Generations Cephalosporine, Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Levofloxacin), Ampicillin und Amoxicillin
Mittleres Risiko
Trimethoprim, Tetrazykline, Imipenem und Meropenem
Geringes Risiko
Aminoglycoside, Macrolide (vor allem Clarithromycin und Azithromacin), Breitspektrum-Penicilline-Ticarcillin, Mezlocillin und Piperacillin

Bei uns Mitgliedern im Forum liegt die Fluorchinolone Einnahme bereits Wochen, Monate oder Jahre zurück. Wenn jetzt noch Darm- beschwerden da sind, dann sollte der Test vom Hausarzt mal mit gemacht werden.

Der gebräuchlichste Test ist ein Enzymimmunoassay gegen die Toxine selbst oder ein Enzym der Bakterien. Beide Tests sind weniger sensitiv als eine PCR, welche das Toxin-Gen des Bakteriums nachweist. Die Labore sind dabei auf PVR umzustellen, wie lange das
noch dauert, bis auch das letzte Labor auf PVR umgestellt hat, kann ich nicht sagen. Der Test: "Florastatus - Ganzimmun" ist spe-
ziell hierfür nicht geeignet, weil der Florastatus nicht unterscheidet zwischen toxinbildenden und damit krankmachenden Clostridien
und solchen Clostridien die keine Toxine bilden und somit nicht krank machen.

Ansonsten gelten die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung von AB:

Link: http://www.pneumonie-aktuell.de/fachinf ... oxacin.pdf

Zitat aus der Fachinformation Ciprofloxacin (Bayer AG) 4.4. Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung:

Beim Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der Therapie sollte der Arzt befragt
werden, weil sich dahinter eine ernst zu nehmende, möglicherweise lebensbedrohliche Darmerkrankung ( pseudo-
membranöse Kolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss. In solchen Fällen ist Ciprobay abzusetzen
und eine geeignete Therapie einzuleiten (z. B. Vancomycin oral, 4g 250 mg täglich). Peristaltikhemmende Präparate
sind kontraindiziert, d.h. dürfen nicht verabreicht werden.

Zu den peristaltikhemmenden Präparaten zählen z.b. Loperamid

Gruß
Maximus

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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Zwinge » 22. Jul 2017, 19:52

Hi Maximus, was ich mit dem Hinweis auf Dr. Wetzstein fragen wollte, ob hier jemand Literatur zur Metabolisierung von FQ hat. Den Wetzstein möchte ich eigentlich nicht anschreiben. Du hast ja vielleicht schon den Schriftwechsel mit der GDCh hier im Forum gelesen. Nur hohles Gewäsch haben die geschrieben. Deren Worte "aus chemiewissenschaftlicher Sicht sind die Medikamente in Ordnung". Und Herrn Rohde kann man die ganze Sache nicht mehr Zumuten. Grüsse Zwinge

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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Maximus » 23. Jul 2017, 03:38

Hallo Zwinge,

auf der deutschen Wikipedia steht Dr. Klaus Grohe sei der Erfinder des Breitband-Antibiotikums Ciprofloxacin.

Die Wahrheit ist, sagen wir mal, etwas komplizierter.

Im Herbst 1980 besuchte Dr. Klaus Grohe für die Bayer AG, eine Konferenz, bei der das japanische Unternehmen Kyorin Pharma-
ceutical die Struktur von Norfloxacin, offenbart hatte.

Mit diesem Wissen in der Hand, eilte Dr. Grohe nach Hause, fest entschlossen es imitieren und nannte es Ciprofloxacin.

Die Struktur von Ciprofloxacin ist mit Norfloxacin identisch , mit der Ausnahme, dass Norfloxacin anstelle einer Cyclopropylgruppe
am Ringstickstoff ein Ethyl hat. Diese Veränderung kann jeder durchschnittlich begabte Chemiker und ist bezogen auf die Wirkung
und die Nebenwirkungen der Fluorchinolone nicht entscheidend.

Quelle: http://www.bartlit-beck.com/f-5.html

Kyorin Pharmaceutical gab Merck Sharp & Dohme eine exklusive Lizenz zur Herstellung und Vertrieb von Norfloxacin.

Norfloxacin ist eine Weiterentwicklung der Nalidixinsäure.

Nalidixinsäure ist ein Zwischenprodukt bei der Synthese des Anti-Malaria-Mittels Chloroquin. Die antibakterielle Wirkung des Zwisch- enproduktes wurde 1962 erkannt.

Chloroquin wurde 1934 durch Hans Andersag bei der I.G. Farbenindustrie in Elberfeld synthetisiert.
Chloroquin wurde von der I.G. Farbenindustrie wegen Toxizität nicht weiterverfolgt und stattdessen Sontochin ( die methylisierte
Form von Chloroquin ) entwickelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde jedoch Chloroquin zur Therapie und Prophylaxe der Malaria eingesetzt.

Literatur zur Metabolisierung von FQ wirst du daher bei Bayer und Co. nicht finden.

Einen Artikel zur Metabolisierung (Pharmakokinetik) hat die TU Wien geschrieben.

Link der TU Wien : http://phoenix.tuwien.ac.at/lectures/ph ... inetik.pdf

Gruß
Maximus
Zuletzt geändert von Maximus am 23. Jul 2017, 23:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Zwinge » 23. Jul 2017, 20:25

Hi Maximus, entschuldige, den Namen habe ich verwechselt. Natürlich Grohe. Der Schriftverkehr ist ja hier im Forum. Die ganze Geschichte mit Cipro kannte ich noch nicht, nur das Nalidixinsäure ein Vorgänger der Fluorchinolone war. Der Artikel mit der Pharmakokinetik ist gut, deckt sich auch mit meiner Ansicht, die Nierenfunktion vor Medikamentengabe zu checken. Es wurde auch erwähnt, dass bei Leberproblemen häufig eine Niereneinschränkung vorhanden ist. Cipro wird also mit <=65% renal plus 15% fäkal ausgeschieden, ohne Nierenprobleme. Entweder machen die 20 verbleibenden Prozente die Probleme oder die 80% während ihres "kurzen Aufenthaltes" im Wirt. Da für die Knorpel- und Sehnenzellen anerkannt ist, das diese verändert werden, gehe ich davon aus, das dies auch bei der Magen- und Darmschleimhaut sowie den Leber- und Nierenzellen passiert. Man müsste wissen was dort genau passiert, um abzuschätzen wo man am wirkungsvollsten zur Verbesserung ansetzt. Ob die Nieren- und Nebennierenzellen durch die Inhibierung des P450-Komplexes einfach zu wenig Kortisol und die anderen Hormone bilden, was wiederum zu begrenzter Verwertung der Kohlenhydrate (KH) führt. Diese Minderverwertung an KH-en lässt wahrscheinlich bestimmte Pilze im Darm gedeihen. Die Frage ist dann: Wie lange dauert die Inhibierung des P450-Komplexes an, worin besteht die Inhibierung genau und wie kann man die Beseitigen? Grüsse Zwinge

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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Maximus » 24. Jul 2017, 04:52

Hallo Zwinge,

kein Problem, alles gut, ich hab auch schon Namen verwechselt. :)

Ich fang mal an bei der Leber, Niere :

Ja, leider sind bei fast allen Antibiotika hepatotoxische (leberschädigende) Nebenwirkungen möglich, so Prof. Thalhammer Medizin-
ische Universität Wien. Bei den Chinolonen kann sich, so Prof. Thalhammer, die Hepatotoxizität zu den zahlreichen weiteren mög-
lichen Nebenwirkungen hinzugesellen.

Quelle: http://www.infektionsnetz.ch/jatros/Infekt_4_08_13.pdf

Insofern bräuchte man aber aktuelle Leberwerte. Am besten den Beitrag von Prof. Thalhammer ausdrucken, die entsprechenden
Stellen markieren u. dem Hausarzt oder einen anderen Arzt z.b. Internist vorlegen, das ist ja was handfestes, damit die Leberwerte kontrolliert werden. Bei Auffälligkeiten um Überweisung an einen Facharzt für Hepatologie bitten.

Auf gar keinen Fall entmutigen lassen, wenn ein Arzt da rummotzt, auch solche gibt es, leider, dann eben zum nächsten Arzt gehen.

Bei einer Hepatotoxizität gehen Leberzellen zu Grunde. Diese müssen ersetzt werden, das aber kann nur durch Zellteilung der noch vorhandenen Zellen geschehen. Das Enzym Cytochrom P450 spielt bei der Zellteilung keine Rolle.

Die Frage, ob man die Zellteilung eingreifen kann ggfs. erhöhen kann, nein, denn die Zellteilung in der Leber funktioniert ähnlich wie
bei Verletzungen der Haut. Man kann nur warten.

Insofern ist auf den Beitrag von Schorsch verwiesen
viewtopic.php?f=69&t=249
siehe Fallbericht: Ciprofloxacin-induzierter akuter cholestatischer Leberschaden and assoziiertes Nierenversagen.
Innerhalb von zwei Monaten nach Absetzen von Ciprofloxacin war der Patient nicht mehr dialysepflichtig u. nach drei Monaten hatte
er wieder einen stabilen Kreatininwert. Die Leberwerte normalisierten sich nach 5 Monaten...

Natürlich ist jeder Fall ein wenig anders gelagert. Aber gerade deshalb braucht man aktuelle Leber-und die Nierenwerte (Gamma-GT,
GOT und GPT, Kreatinin, Harnstoff) und um ein entzündliches Geschehen auszuschließen : Blutbild, Blutsenkung und CRP.

Nebenniere:
In der Tat gibt es ein Krankheitsbild, wo die Nebennieren zu wenig Cortisol bilden. Es nennt sich "Morbus Addison".
http://flexikon.doccheck.com/de/Morbus_Addison

Im ACTH-Stimulationstest ist beim Morbus Addison keine erhöhte Cortisolsekretion auslösbar.

Ich hab den ACTH-Stimulationstest machen lassen. Das Cortisol lässt sich über das 2 fache stimulieren. Damit ist ein Morbus Addison ausgeschlossen. Das erhöhte Renin/Aldosteron kann durch Durchfall/Schwitzen kommen. DHEA, Androstendion...sind im Normbe-
reich.

Zwischenablage01.jpg


Hoden:
Beim Erwachsenen Mann findet im Hoden keine Zellteilung mehr statt. Wenn da Zellen geschädigt werden, dann ist das irreversibel.
Bei einen Testosteronwert größer 12 nmol/l ist ein Schaden praktisch ausgeschlossen... unter 8 nmol/l liegt ein Schaden mit Sicher-
heit vor. 8- 12 nmol/l Graubereich.

Darm:
Beim Darm sehe ich die geschädigte Darmflora als die wesentliche Ursache.

Gruß
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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Zwinge » 27. Jul 2017, 00:41

Hi Maximus, ich weiß nicht, ob der Artikel bekannt ist aus Spektrum.de/Lexikon der Biochemie:"Die Cytochrome P450 in den Mitochondrien der Nebennierenrinde von Säugetieren sind für die Hydroxylierungen im Verlauf der Corticosteroidbiosynthese verantwortlich. In steroiden Geweben, wie Nieren, Plazenta und Gehirn, ist C. P450, das für die Spaltung der Cholesterinseitenkette (Steroide) verantwortlich ist (EC 1.14.15.6), in der inneren Mitochondrienmembran lokalisiert. Die Säugetierleber enthält eine Superfamilie an C. P450 mit überlappenden Substratspezifitäten, die für die oxidative Umwandlung von verschiedenen endogenen Metaboliten (z.B. Gallensäurebiosynthese) und von Xenobiotika in polarere Verbindungen verantwortlich sind." Ich habe heute noch mal im Roxithromyzinbeipackzettel nachgelesen. Roxi ist ein rel. schwacher CYP P-450 3A4-hemmer. Hier steht etwas von vorübergehenden Bilirubinanstieg. Bei Cipro steht lediglich Bilirubinanstieg und CYP 1A2-inhibierung. Theophyllinprobleme stehen bei beiden drin. Theophyllinkonzentration soll überwacht werden. Theophyllin ist doch in Tees aus Blättern enthalten und Abbauprodukt von Koffein. Grüsse Zwinge

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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Maximus » 27. Jul 2017, 13:58

Hallo Zwinge,

Theophyllin (auch im Tee enthalten) wird als Arzneistoff, vor allem im Rahmen der Therapie des Asthma bronchiale eingesetzt.
Theophyllin wird über CYP 1A2 abgebaut. Cipro hemmt CYP 1A2. Als Folge davon kommt es zur Akkumulation (Anhäufung) von Theo-
phyllin mit entsprechenden Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schlafstörungen, Tremor, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen. So-
lange Cipro eingenommen wird, ist daher Vorsicht geboten was Theophyllin anbelangt.

Zu den Arzneimitteln die CYP 3A4 beeinflussen gehören zahlreiche Arzneimittel aus den Wirkstoffgruppen der Benzodiazepine, Calciumkanalblocker, Immunsuppressiva, Statine, Makrolidantibiotika und Steroide wie orale Kontrazeptiva und Vitamin D. Die Wirkstoffkonzentrationen dieser Arzneistoffe können steigen oder fallen und das therapeutische Fenster verlassen, wenn sie zugleich eingenommen werden.

Arzneimittel wie Cipro und Roxi können darüber hinaus zu Leberfunktionsstörungen führen, bis hin zu Leberschäden und Leber-
nekrose. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um eine direkte toxische Wirkung der Arzneimittel auf Leberzellen.

Eine diesbezügliche Behandlung ist nicht bekannt. Man kann nur das Arzneimittel absetzen und darauf hoffen, dass sich die
Leber davon erholt, erkennbar an der Normalisierung der Leberwerte und u.a. des Bilirubin.

Gruß
Maximus

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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Zwinge » 27. Jul 2017, 19:14

Hi Maximus, sehen wir mal was die Werte zeigen. Ich werde mit dem Arzt morgen abklären welche Werte wir nehmen wollen. GPT war nicht ausser der Norm, ist aber über die Jahre gesunken (34, 25, 19U/l). GOT war bei 15 und 17 U/l. Cholesterin war bei 201, 224, 162 und im Jahr 2012 bei 206mg/dl. B12 lag zwei mal bei 380 pg/ml. AP ist auch über die Zeit gesunken (91, 72, 59U/l). Gesamtbillirubin war leider immer über der Norm von 1,1mg/dl bzw. 17 µmol/l bei 1,52mg/dl (26µmol/l) und 27,6µmol/l. Kreatinin war immer bei 0,9mg/dl, zuletzt mit anderer Einheit 80µmol/l. Der Hämoglobinwert war immer an der oberen Grenze bei 16g/dl. Zuletzt lag auch die PTT mit 22,1 sec unter der unteren Grenze von 25,1 sec. Vielleicht oder hoffentlich haben die noch schlechten Werte sich über die Jahre weiter verbessert. Grüsse Zwinge

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Re: Diagnosemöglichkeit: Flox und Durchfall

Beitragvon Maximus » 27. Jul 2017, 23:05

Hallo Zwinge

jo viel Glück.

Ich würde folgende Werte machen:

Blutbild
AST (GOT)
ALT (GPT)
GLDH (Glutamatdehydrogenase)
Gamma-GT
alkalische Phosphatase (AP)
Gesamt-Bilirubin
Direktes Bilirubin (konjugiertes Bilirubin)
Indirektes Bilirubin, wird errechnet als Differenz der Konzentration von Bilirubin (Gesamt-) und Bilirubin (direkt).
PTT
Quick-Wert
Triglyceride
Glukose
HbA1c
Kreatinin
Harnstoff
Eisen
Transferrin
Ferritin
Vitamin-B12
Folsäure

Gruß
Maximus


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