Hilfe im Alltag

Daggi
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Hilfe im Alltag

Beitragvon Daggi » 4. Sep 2017, 17:00

Hallo
Ich wollte mal fragen, wie ihr euren Alltag organisiert habt.
Bin mom. auf dem Rollstuhl angewiesen (ist seit ca. 4 Monaten so extrem) und habe natürlich keinen
Behindertenstatus. Wenn ich also zum Arzt muss oder einkaufen usw. helfen sicherlich in erster Zeit
noch Freunde und Bekannte aber jetzt nach 6 Monaten Postflox wird die Decke dünn...
Wie organisiert ihr das?
Meine Mutter ist in so einem Alter, dass ich froh bin, dass sie sich selbst versorgen kann.
Mein Neurologe hält zu mir (schreibt mich weiterhin krank) aber wie soll das denn weiter
von statten gehen?
Habt ihr da Ideen wie es gehen kann?
MDK Begutachtung mit Pflegestufe usw. kann man ja eher vergessen aufgrund welcher Diagnose
denn ?? uns fehlt doch nix oder ?? !!!
Sorry für mein Zynissmus aber es macht einfach nur Wütend
Ganz liebe Grüße
Daggi



Maximus
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Re: Hilfe im Alltag

Beitragvon Maximus » 4. Sep 2017, 19:40

Hallo Daggi,

soweit mir bekannt ist, gibt es im Form zwei Mitglieder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, eine davon bist du.

Ich würde nicht vorschnell urteilen, dass ein Antrag auf Pflegeleistungen hier keinen Sinn macht.

„Pflegestufe 0″: Leistungen auch ohne Pflegestufe

Auch ohne festgestellte Pflegebedürftigkeit sind Leistungen aus der Pflegeversicherung möglich. Voraussetzung ist eine eingeschränkte Alltagskompetenz (sorry für den Begriff, das nennt sich so ). Dann besteht in der Regel Anspruch auf 100,00 Euro monatlich von Seiten der Pflegeversicherung. Je nach Einschränkung der Alltagskompetenz stehen in schweren Fällen auch 200,00 Euro monatlich zur Verfügung. Bei den Leistungen handelt es sich um Pflegesachleistungen. Sie können verwendet werden, um:

Pflegedienste zu finanzieren (auch Tages- und Stundenpflege) z.B. fürs Einkaufen oder Taxifahrten zum Arzt

Seit dem 1. Januar 2013 haben Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz ohne Pflegestufe Anspruch auf ein Pflegegeld und auf Pflegesachleistungen bei häuslicher Pflege:

Pflegegeld: 123,00 Euro
Sachleistungen: 231,00 Euro monatlich

Soweit ich gelesen habe, ist die Antragstellung über einen Pflegedienst, der die Tages- oder Stundenpflege am Ende übernehmen soll, am sinnvollsten.

Diagnosen spielen bei der Begutachtung eine untergeordnete Rolle und wenn man will findet sich immer eine Diagnose und
wenn es eine aus der Psycho Schublade ist, Hauptsache man bekommt Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Allerdings habe ich keine praktische Erfahrung mit der Pflegeversicherung.

Gruß
Maximus

Wolfgang
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Re: Hilfe im Alltag

Beitragvon Wolfgang » 5. Sep 2017, 19:35

Hallo Daggi,

kann seit Jahren aufgrund Levoflox nur noch wenige Meter gehen, habe nat. auch nen Rolli und in der Wohnung einen Zimmerrollstuhl, da mir eben die wenigen Schritte aufs WC oder aufv den Duschstuhl etc. bereits "reichen".
Kann glücklich sein eine dennoch gute und "glückliche" Familie zu haben, von denen eben meine Frau halt alles, wirklich alles außer Haus erledigt, somit mich auch weiß ich wohin karrt und natürlich alles was mit den kids zu tun hat.
In der Wohnung mache ich was mit PC und Telefon geht und natürlich auch viel mit den Kindern. Ist halt so, dass ichs ein wenig ausgleiche, indem ich organisiere was geht und meine Frau somit KEINE Ahnung mehr von Steuern, ihrer Alterssvorsorge, den Unterstützungsanträgen hinsichtlich Kindergartengebühren und jeglichem Behördenkrams usf. hat ;-)
Pflegestufe habe ich nie beantragt, weiß aber, dass die ebenso vernagelt sind wie die DRV, von der ich volle Erwerbsminderungsrente beziehe und dies aber nicht hinterhergeschmissen bekam.....am ärgsten waren die Versorgungsämter, die sich auf mich eingeschossen haben und jahrelang stocksteif sagten, "der Wolfgang darf unter keinen Umständen schwerbehindert sein".......nun ja, letztlich erklagte ich mir volle Erwerbsminderungsrente (auf die ich auch dringend angewiesen bin, denn ein halber Tag im Rolli und ich kann dann so gut wie gar nimmer krabbeln und am nächsten Tag sowie nimmer raus) und den Schwerbehindertenstatus. Hartnäckigkeit kann sich also auszahlen, dies bezogen auf alle Behörden und Versicherungen!
Auf die Psychoschine wollte ich persönlich zu keiner Zeit, denn wir floxe sind keine Psychosomaten, auch wenn man mir ärztlicherseits nahelegte, "dann doch auf Psycho zu machen", ich lehnte sowas immer ab. Aber es ist in unserem Gesundheitswesen sehr trendy und man bekommt in der Regel schneller was man braucht, denke ich.
Was mich hierbei jedoch schon immer abstieß war, dass dann mein Dasein offiziell durch mich selber begründet wäre und ich defakto aber keine endogene Krankheit gleich welcher Natur habe, sondern durch ein Fluorchinolon irreversibel multipel geschädigt wurde. Punkt. Mir war das so immer wichtig.
Du solltest aber rechtzeitig an eine etwaige Erwerbsminderungsrente denken, so wie es aussieht kannst du ja zumindest derzeit nicht arbeiten oder sehe ich dies falsch? Nur weil hier die Mühlen auch nicht gerade schnell mahlen......
Grundsätzlich gilt, dass man sich nicht beirren lasen sollte, weder von seinen eigenen Gedanken, noch von Mißerfolgen hinsichtlich Anträgen etc.. Ist meine Erfahrung, dass nichts unmöglich ist und dass man eben doch Dinge erreichen kann, an die man kaum noch glauben kann, da nicht Steine sondern Felsen im Wege liegen.....manchmal hat man gar Glück und erwischt nen guten Sachbearbeiter beim Versorgungsamt, der gestern Sex gehabt hatte und einem dann eben doch die Schwerbehinderteneingenschaft gönnt, ohne groß Gutachter aufzuhetzen oder einem sonstig das Leben schwer zu machen. Manchmal, zugegeben, eher etwas öfter, muss man ran an den Speck, beantragen, x Widersprüche einlegen und hartnäckigst bei seiner eigenen Sache bleiben; denn du bist gefloxt, kannst kaum mehr gehen und hast neben der A-Karte gewisse rechtsbindende Ansprüche, setz diese durch, das geht!
Alles Gute erstmal
Wolfgang

P.S.
Deinen Zynismus verstehe ich nur zu gut, was war ich nicht schon unter Hochdampf und hätte Ärzte, Behörden und Gutachter zerlegen können.......ist nur normal und du hast so recht damit!
P.P.S.
ICD 10: Y57.9
zum Beispiel.....

Daggi
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Re: Hilfe im Alltag

Beitragvon Daggi » 6. Sep 2017, 11:15

Hallo Wolfgang,
ja so wie Du Deinen Zustand beschreibst geht es mir ähnlich. Wohnung bewegen schwierig, wenn nur
mit meinen extra weich gepolsterten Schlappen. An Haushalt, Putzen oder jegliche Aktivität ist überhautpnicht
zu denken, liege die meiste Zeit nur im Bett, Abends dann noch Lyrica (weiss es ist ein Teufelseug) aber ohne
geht es nicht.
Ich bin seitdem krankgeschrieben. Mein Hausarzt, bei dem ich über 10 Jahre in Behandlung war
hat mich von Anfang an in die Psychoecke geschoben - die letzten Besuche waren nur noch mit
Anschreien von seiner Seite verbunden. Der neue Hausarzt war erst sehr engagiert aber Cipro macht nur
sichtbare Risse sonst nix..... Ich könnte jetzt eine Odyssee an Ärzten aufführen aber jeder von uns hat
das mehr oder weniger durch....

Den Code, den du mir genannt hast, soll mein Neurologe noch mit auf die Krankschreibung schreiben oder?
"Unerwünschte Nebenwirkung von Arzneimitteln und Drogen bei indikationsgerechter Anwendung und in korrekter therapeutischer oder prophylaktischer Dosierung"
Wobei indikationsgerechte Anwendung stößt mich auch auf - mein Gyn hat mit Kanonen auf Spatzen geschossen es war ein Ecoli Keim!
Hat Dir diese Diagnose geholfen um was durchzusetzen oder warum hast Du mir diesen ICD Code genannt?
Viele Grüße
Daggi

Wolfgang
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Re: Hilfe im Alltag

Beitragvon Wolfgang » 6. Sep 2017, 13:01

Hallo Daggi,
insofern du erwägst noch irgendwie gegen den Gyn aufzumucken oder nicht ausschließen kannst dies innerhalb der 3-jahres Frist zu tun hast du recht, dannn NICHT diesen ICD10-Code, der wäre ein dicker Klotz.


Es gibt oder gab einen neutraleren ICD10 er, den ich im Mom nicht finde, ich bin grade so beschäftigt wie seit 9 Jahren nimmer mit Familie, Ämtern und Anfragen aufgrund der TV-Beiträge.
Gerne sehe ich die Wochen nochmals nach, der COde sagte lediglich aus, dass eine unerwünschte Arzneimittelwirkung besteht, das wäre für die Zukunft und alle Eventualitäten das klügste, gut, dass du mitdenkst.... ;-)

Ich werde mich melden, kann aber bis 2 Wochen dauern.

LG
Wolfgang

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Re: Hilfe im Alltag

Beitragvon Schorsch » 7. Sep 2017, 10:26

Hallo,

in meiner Bescheinigung der chronischen Krankheiten durch den HA habe ich mir unter anderem neben der chronischen Achillessehnenreizung beidseits und meinen LWS Problemen diesen ICD vermerken lassen:

https://www.med-kolleg.de/icd/G/10129.htm

Unerwünschte Nebenwirkung durch ein indikationsgerechtes Arzneimittel bei ordnungsgemäßer Verabreichung


Gruß Schorsch

Wolfgang
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Re: Hilfe im Alltag

Beitragvon Wolfgang » 14. Sep 2017, 14:11

Hallo Daggi,

T88.7 mit G als gesicherte Diagnose.
Dieser Code beschreibt in seinem Grundkontext nur eine UAW ohne direkte Einschränkungen was ja zutrifft (außer das inklusive, aber das MUSS ja nicht zuztreffen!) .

Aber versteife dich nicht nur auf ICD10, bei mir stehen viele Diagnosen ohne Code, Achillodynie, polytrope Tendinopathien, fortgeschrittene Gehbehinderung, Fluorchinoloninduziertes Schmerzsyndrom etc. Alles das zählt und je mehr man solche Diagnosen stehen hat umso besser, vor allem wenn diese ohne V.a. dastehn bzw. wie das Fluorchinoloninduzierte xxx keinen Interpretationsspielraum lassen.
Und eben Ausdauer haben sowie einen größeren Dickschädel und Willen zeigen als deine Gegner (dieser Ausdruck trifft es leider allzu oft in unserem Gesundheitswesen!).

Alles Gute
Wolfgang


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