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Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

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Schorsch
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Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

Beitragvon Schorsch » 1. Nov 2016, 16:12

Hier gibt es kurze Infos zur Vorgehensweise zwecks der Anerkennung von Behinderungen:

Vorab: Hilfe für den Antrag bzw. Prozess kann man beim Sozialamt oder VdK (Sozialverband) bekommen. Informieren vorab lohnt sich immer.

1. Ein Antrag ist über das jeweilige Versorgungsamt zu stellen

2. Der Hausarzt sollte informiert sein. Ihm sollten z.B. auch alle Facharztbefunde etc. vorliegen. Er sollte in seiner Patientenakte komplett im Bilde der Krankheiten und daraus resultierenden Einschränkungen sein. So kann er stets Auskunft geben sofern es durch das Versorgungsamt zu Rückfragen kommen sollte.

3. Man sollte dem Antrag alle Facharztbefunde beilegen und nicht nur rein die Entbindung der ärztlichen Schweigepflicht aussprechen. Das spart ggf. Bearbeitungszeit und hilft somit den Prozess zu beschleunigen. Allerdings sollte man immer die Schweigepflichtentbindung formulieren damit ggf. Rückfragen stattfinden können.

4. Es sollte nicht einfach alle minimalen Wehwehchen und Krankheiten aufgezählt werden, sondern eher klipp und klar die wichtigsten Einschränkungen im täglichen Leben zur Geltung gebracht werden.

5. Hilfreich kann es auch sein, wenn man den behandelnden (Haus-)Arzt bittet, eine entsprechende Stellungnahme zu schreiben, in der er schon den nach seiner Meinung angemessenen Grad der Behinderung benennt. So hat man dann später ggf. auch einen Anhaltspunkt, ob es sich lohnt Widerspruch einzulegen.

6. Nach dem Einreichen des Antrags wird dieser dann vom medizinischen Dienst nach genau festgelegten Richtlinien geprüft. Wichtig ist, dass Behinderungsgrade von verschiedenen Beschwerden nicht einfach zusammenaddiert werden, sondern letztendlich ein Gesamtwert bestimmt wird.

7. Wenn entschieden wurde, bekommt man schließlich den Bescheid der zuständigen Stelle. In diesem Bescheid wird einem dann der zuerkannte Grad der Behinderung mitgeteilt. Außerdem, ob dies befristet oder unbefristet ist und ob noch ggf. ein Merkzeichen zuerkannt wurde (z.B. aG - außergewöhnlich gehbehindert, G - erheblich gehbehindert, H - hilflos, RF - befreit von der Rundfunkgebührenpflicht etc.).

8. Ist man mit dem zuerkannten Grad der Behinderung (GdB) nicht zufrieden, dann kann man innerhalb von einem Monat Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Dies kann zunächst formlos geschehen. Das wird dann vom Landesversorgungsamt überprüft und man bekommt dann einen entsprechenden Bescheid. Ist man dann noch immer nicht zufrieden, kann man gegen den Bescheid Klage beim Sozialgericht einreichen, hierzu sollte man dann aber über einen Anwalt oder über den vdk Vorgehen sofern man dort Mitglied ist. Auch eine rückwirkende Mitgliedschaft ist möglich.




Zu Punkt 8. "Wiederspruchsverfahren" sind die Information dieses Links maßgebend einzuhalten:
http://www.mv-justiz.de/pages/sozialger ... oz_ger.htm



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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

Beitragvon Schorsch » 19. Nov 2016, 20:02

Hallo anbei ein sehr interessanter Repost aus einer anderen Gruppe:

Nur zur Info. Seit 10.2016 wurden die, bis dato recht umständlichen, Chronikerbescheinigungen vereinfacht. Beh. Ärzte müssen jetzt nur beigefügtes Formular ausfüllen und die dauerhaften Diagn. vermerken.
Wenn dies der KK vorliegt begrenzt es die Zuzahlungen nicht nur von den eigentl. 2% Jahresbrutto auf 1% sondern dies ist auch zweckdienlich für alle Betroffenen welche beabsichtigen Schwerbehinderung, EM-Rente o. ä. zu beantragen. Wenn das schon mal vorliegt ist festgehalten, dass Erkrankungen vorhanden sind die mind. seit 4 Quartalen behandelt werden müssen und somit chronisch sind.Es erleichtert das Begründungsverfahren bei evtl. anderen Antragstellungen, also lasst euch die Bescheinigung ausstellen wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen! ...und wie immer gilt die Regel: Nicht auf Floxschäden pochen, es ist egal wie das "Kind" heisst. Hauptsache irgendeine ICD Diagnose ist als dauerhaft festgehalten ;-)
EDIT:...Natürlich dann bei der KK einreichen, nur wenn sie davon erfahren können die Zuzahlungsbefreiungsausweise - bei erreichen der jährlichen Zuzahlungsgrenze - zugeschickt werden! (...sollte aber klar sein?).
Gilt eben auch für Reha, AHB, Krankenhauszuzahlungen!
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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

Beitragvon Schorsch » 4. Apr 2017, 16:09

Info: Vom Antrag über den Widerspruch bis zur Klage




Quelle: https://www.vdk.de/ov-weilheim-teck/ID99121


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