Fluorchinolone in der Vetrinärmedizin

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S.Heuer
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Fluorchinolone in der Vetrinärmedizin

Beitragvon S.Heuer » 13. Nov 2016, 18:31

Hier eine Übersicht wie der Einsatz von Fluorchinolone in den letzten Jahren rasant gestiegen ist.
Weiterhin wird in diesem Bericht der Einsatz von homöopathischen Mitteln behandelt...und mal wieder in Frage gestellt:

http://news.doccheck.com/de/151341/homoeobauern-die-mit-den-glo-muh-lis/

Hintergrund: Menschen die an Nebenwirkungen von Fluorchinolonen leiden, sollten auch beim Fleisch- / Fischkonsum (Zuchtfische / Shrimps etc.) aufpassen, da nicht zu vernachlässigende Mengen an Fluorchinolonen im Fleisch nachweisbar sind. Viele Gefloxte berichteten z.B. schon von deutlichen Rückschübe nach dem Genuss von Shrimps und Fischen, welche aus Aquakulturen kamen.

Oder...etwas objektiver:

https://www.greenpeace-magazin.de/nachrichtenarchiv/tiere-bekommen-weniger-antibiotika-ein-grosses-problem-hat-sich-jedoch-verstaerkt


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Sascha Heuer
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Re: Fluorchinolone in der Vetrinärmedizin

Beitragvon Schorsch » 22. Nov 2016, 19:58

Hallo,

auch unter dieser Adresse gibt es interessante Infos. Gerade was auch die Abgabemengen der Flourchinolone betrifft.

Gruß Schorsch

http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_an ... pic_196266

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Re: Fluorchinolone in der Vetrinärmedizin

Beitragvon Schorsch » 21. Dez 2016, 11:44

Hallo,

anbei eine interessante Aufstellung des AB Einsatzes innerhalb der Vetrinärmedizin.

Gruß Schorsch

Quelle: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte ... _04_28.pdf
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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Re: Fluorchinolone in der Vetrinärmedizin

Beitragvon Schorsch » 21. Dez 2016, 11:55

Quelle: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte ... _04_28.pdf

Noch besser ist dieses Kapitel der Arbeit :


Fluorchinolone verlassen den Organismus nahezu unverändert oder nur teilweise metabolisiert
(Sörgel und Kinzig 1993; Tyczkowska et al. 1989). Daher werden sie sowohl in der
terrestrischen als auch in der aquatischen Umwelt in Konzentrationen oberhalb der empfohlenen
Schwellenwerte gefunden. Der Abbau von Fluorchinolonen in der terrestrischen Umwelt
wird durch ihre starke Adsorption an Bodenbestandteile sowie unspezifische Adsorption an
gelöstem organischem Material im Boden verzögert (Hektoen et al. 1995; Marengo et al.
1997; Wetzstein et al. 1997). Studien zeigen, dass der Piperazinrest der Fluorchinolone
vorwiegend verantwortlich für die Sorption im Boden ist. Allerdings wird dieses Strukturelement
teilweise im Boden dealkyliert oder hydroxyliert, wodurch die antimikrobielle
Aktivität minimiert wird (Tolls 2001).
In der Umwelt werden Fluorchinolone unter aeroben Bedingungen wesentlich schneller
abgebaut. Der Abbau durch mikrobielle Abbauprozesse spielt dabei eine untergeordnete Rolle
(Al-Ahmad et al. 1999; Kümmerer et al. 2000; Marengo et al. 2001). Jedoch können
Stand der Literatur 12
Ciprofloxacin und Enrofloxacin durch Pilze ohne Abbau des heterozyklischen Ringes transformiert
werden (Parshikov et al. 1999; Wetzstein et al. 1999). In den aquatischen
Umweltkompartimenten ist vor allem die Photodegradation ein wichtiger Abbauschritt. Die
überwiegenden Reaktionsmechanismen sind dabei: Oxidation, Dealkylierung und Spaltung
des Piperazinringes (Burhenne et al. 1999).

Gülle
Ein Eintragsweg von Fluorchinolonen in die Umwelt ist die Düngung von landwirtschaftlichen
Nutzflächen mit antibiotikahaltiger Gülle. Ciprofloxacin sowie Enrofloxacin
konnten sowohl in Schweine-, Rinder-, Hühner- als auch Truthahnfaeces nachgewiesen
werden. Die in Schweinegülle gefundenen Konzentrationen variieren zwischen 0,27 und 34
mg/kg (Pierini et al. 2004; Zhao et al. 2010). In einer Studie von Zhao et al. (2010) wurden
in 25 % aller untersuchten Schweinegülleproben Enrofloxacin (Mittelwert: 2 mg/kg) und
Ciprofloxacin (Mittelwert: 2 mg/kg) in 49 % der analysierten Proben nachgewiesen.
Martinez-Carballo et al. (2007) konnten in 25 % aller Hühnerfaecesproben und 38 % aller
Truthahnfaecesproben Enrofloxacin mit einer maximalen Konzentration von 2,8 mg/kg
respektive 8,3 mg/kg detektieren. Ähnliche Ergebnisse wurden von Zhao et al. (2010)
veröffentlicht, die in 35 % aller Hühnerfaecesproben im Durchschnitt 4,7 mg/kg Enrofloxacin
bestimmt haben. In China konnte Enrofloxacin in einer Probe mit einer Konzentration von
1,4 g/kg nachgewiesen werden. Des Weiteren konnten Enrofloxacin (Mittelwert: 6,8 mg/kg)
und Ciprofloxacin (Mittelwert: 3,4 mg/kg) in 64 % bzw. 25 % aller untersuchten Rindergülleproben
detektiert werden (Zhao et al. 2010).

Boden
In Studien von Martinez-Carballo et al. (2007) konnten in 17 % der untersuchten Bodenproben
sowohl Enrofloxacin als auch Ciprofloxacin in Konzentrationen von bis zu
0,37 mg/kg nachgewiesen werden. Obwohl Ciprofloxacin in der Veterinärmedizin nicht
zugelassen ist, wurde es in zu Enrofloxacin vergleichbaren Konzentrationen im Boden detektiert.
Jedoch ist Klärschlamm, welcher vor allem Ciprofloxacin aus humanmedizinischen
Anwendungen enthält, unter bestimmten Umständen zum Düngen von landwirtschaftlichen
Nutzflächen zugelassen, so dass Golet et al. (2002) bis zu 0,45 mg/kg Ciprofloxacin in mit
Klärschlamm gedüngten Böden nachweisen konnten. Karcı und Balcıoğlu (2009) konnten in
Bodenproben, die sieben Monate zuvor mit fluorchinolonhaltiger Gülle behandelt wurden,
Enrofloxacin-Gehalte von bis zu 0,05 mg/kg nachweisen. Diese Ergebnisse verdeutlichen die
Stand der Literatur 13
hohe Affinität von Fluorchinolonen zur Bodenmatrix, sowie die Stabilität dieser Substanzklasse
im Boden über einen längeren Zeitraum.



Fazit: Selbst wenn man ein reiner Vegetarier ist, hat man dennoch die Möglichkeit Rückstandsbehaftete Lebensmittel zu konsumieren.

Könnte auch mit den Schubweise auftretenden Rückschüben in Zusammenhang stehen.


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