300 Tage...300 Mitglieder. Wir begrüßen unser 300. Mitglied!

Schutzkonzept vor Nebenwirkungsrisiken bei einer unbedingt notwendigen Einnahme von Fluorchinolonen.

Benutzeravatar
Schorsch
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 438
Registriert: 7. Okt 2016, 09:36

Schutzkonzept vor Nebenwirkungsrisiken bei einer unbedingt notwendigen Einnahme von Fluorchinolonen.

Beitragvon Schorsch » 24. Nov 2016, 16:27

Hallo,

in Ausnahmefällen, sofern überhaupt nichts mehr anderes möglich ist und man dennoch unbedingt ein Fluorchinolon Antibiotika nehmen muss, gibt es ein per Studie und Stand der Wissenschaft belegtes Schutzkonzept, welches in den u.a. Hinweisen nachzulesen und unbedingt im Fall der Fälle zu beachten ist.

Greetz Schorsch



Schutzkonzept vor Nebenwirkungsrisiken bei einer unbedingt notwendigen Einnahme von Fluorchinolonen.



1. N-Acetylstein (NAC)

Es ist belegt das N-Acetylstein (NAC) die Mitochondrien bei zeitgleicher Einnahme eines Antibiotika auch andere Wirkstoffgruppen schützen kann. Daher während der Fluorchinolon Einnahme unbedingt N-Acetylstein (NAC) etwas zuvor, zeitgleich während der Antibiosedauer und sicherheitshalber noch 3-4 Tage länger als die Antibiosedauer nehmen. Täglich ca. 1000-1200 mg sind meist optimal mit 2 Kapseln zu machen. Es empfiehlt sich eine Kapsel 2-3 Std. vor der Antibiotikagabe zu nehmen. Es ist aber nicht wie das Magnesium zwingend notwendig ein striktes Zeitoffset zur Antibioseeinzuhalten einzuhalten.

1. Quelle: http://collinslab.mit.edu/files/stm_kalghatgi.pdf
(Seite 1 letzter Absatz und Digramm auf Seite 5)

"We found that these deleterious effects could be alleviated by administration of the Food and Drug Administration (FDA)–approved antioxidant, N-acetyl- L-cysteine (NAC), or prevented by preferential use of bacteriostatic antibiotics. These results reflect two therapeutic strategies to combat the adverse side effects of long-term antibiotic treatment."


2. Zeitversetzte Zufuhr von Magnesium (exakt 2 Stunden vorher).

Vor und während der Einnahme sowie sicherheitshalber mehrere Tage nach der Fluorchinolon Gabe unbedingt im Zeitverzug Magnesium zuführen. Vorzugsweise Mag-Citrat in Reinform ca. 200mg elementares Magnesium. Achtung Magnesium immer exakt 2 Stunden vor der Fluorchinolon Einnahme zuführen !Magnesium senkt zwar die Fluorchinolon Bakterientoxizität allerdings ist das durch den genau zu beachtenden Zeitverzug unwesentlich. Die Einnahme des Magnesiums 2 Stunden vor dem Fluorchinolon soll nur den Magnesium Blutspiegel anheben um somit ein "Schutzfunktion" zu ermöglichen. Vermutlich Chelatiert dadurch weniger FC mit dem Magnesium im Bindegewebe was so als Nebenwirkung den intrazellulären Magnesiumfluss blockieren kann. -> Wesentliche Nebenwirkungsursache bei den negativen Sehnen- / Muskeleffekten.

2. Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17210779


3. Keine paralelle Einnahme von NSAID bzw. Entzündungshemmer / Schmerzmittel während der Flourchinoloneinnahme.

Die Einnahme von NSAID wie z.B. Ibuprofen etc. erhöht das Risiko der Nebenwirkungen. Daher ist darauf während der Antibiose optimalerweise zu verzichten.

3. Quelle: http://www.fda.gov/downloads/drugs/drug ... 088619.pdf

Anbei die Anweisungen des FDA Medication Guides für z.B. Levaquin (Levofloxacin)

LEVAQUIN and other medicines can affect each other causing side effects.
Especially tell your healthcare provider if you take:


• a steroid medicine.
• an anti-psychotic medicine
• a tricyclic antidepressant
• a water pill (diuretic)
• certain medicines may keep LEVAQUIN from working correctly. Take LEVAQUIN Tablets or Oral Solution either 2 hours before or 2 hours after taking these medicines or supplements:
o an antacid, multivitamin, or other medicines or supplements that have magnesium, aluminum, iron, or zinc
o sucralfate (Carafate®)
o didanosine (Videx®,Videx® EC)

• a blood thinner (warfarin, Coumadin, Jantoven)
• an oral anti-diabetes medicine or insulin
• an NSAID (Non-Steroidal Anti-Inflammatory Drug). Many common medicines for pain relief are NSAIDs. Taking an NSAID while you take LEVAQUIN or other fluoroquinolones may increase your risk of central nervous system effects and seizures.
• theophylline (Theo-24®, Elixophyllin®, Theochron®, Uniphyl®, Theolair®)
• a medicine to control your heart rate or rhythm (antiarrhythmics)



Benutzeravatar
Schorsch
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 438
Registriert: 7. Okt 2016, 09:36

Re: Schutzkonzept vor Nebenwirkungsrisiken bei einer unbedingt notwendigen Einnahme von Fluorchinolonen.

Beitragvon Schorsch » 18. Jan 2017, 16:40

Hallo,

dieser Link + u.a. Infos zum Thema Acetylstein sind auch sehr interessant:


http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php ... tylcystein


Repost einer Recherche:

Hier wird die Fragestellung der Sinnhaftigkeit nachträglicher NAC Supplementierung erörtert. Das hat jedoch nichts mit dem belegten Schutzkonzept vor Flox zu tun.

Was ist NAC ?

Es ist organisch gebundener Schwefel. Glutathion ist Schwefel. Alpha-Liponsäure ist Schwefel. Taurin ist Schwefel. Alle wichtigen antioxidativen Verbindungen bestehen aus Schwefel. Nur stellt sich eben die Frage, welche Mechanismen der Mensch entwickelt hat, um diese organischen Schwefelverbindungen effektiv zu nutzen. Vielmehr noch stellt sich die Frage, welche Faktoren diese Mechanismen einschränken und was das mit den Mitochondrien zu tun hat! Man weiß beispielsweise vom Homocystein, einer schwefelhaltigen Aminosäure, dass diese bei diversen Erkrankungen in erhöhten Serumkonzentrationen vorliegt. Auch erhöhte NAC-Konzentrationen sind nicht unbedenklich (s.o.; der Nachweis einer Wirksamkeit von NAC als Expektorans wurde i. Ü. bislang nicht erbracht). Viele Floxies haben längerfristig mit niedrigdosiertem NAC supplementiert. Eine Aussage ist bis auf leichte kognitive Dämpfer waren keine besonderen Wirkungen feststellen können. Alpha-Liponsäure verursachte bei manchen heftige ZNS-Störungen. Andere Floxies hatten ähnliche Probleme nach Glutathion-Infusionen. Bei Fluoracetatvergiftungen ist anzunehmen, dass die Gabe schwefelhaltiger Antioxidantien keine Regeneration bewirkt...

"Also in vitro, glutathione and a series of SH-containing compounds (cysteamine and N-acetylcysteine) were tested (Mead et al., 1985). However, they were incapable of replacing glutathione in enzymatic defluorination of FA and have not found practical application." (https://www.researchgate.net/publicatio ... oroacetate)

...und erhöhte Dosierungen aufgrund des stark eingeschränkten mitochondrialen Stoffwechsels eher eine zelluläre Belastung darstellen. Bekanntlich muss die Mitochondrienmembran intakt sein, um Glutathion sinnvoll verwerten zu können. Mit der Zellalterung nimmt aber auch das Membranpotential der Mitos ab.

fabi100nx
Anfänger
Anfänger
Beiträge: 1
Registriert: 29. Jun 2017, 16:11

Re: Schutzkonzept vor Nebenwirkungsrisiken bei einer unbedingt notwendigen Einnahme von Fluorchinolonen.

Beitragvon fabi100nx » 29. Jun 2017, 16:18

Es gibt neben NAC auch noch weitere Stoffe, von denen in Studien ein schützender Effekt nachgewiesen worden ist.

Hierzu gehören MitoQ, Vitamin E und Ingwer:

MitoQ:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19235604

Vitamin E:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1803142/

Die Studie zu Ingwer kann ich gerade nicht mehr finden.

Ich bin in der unglücklichen Situation, dass ich eine persistierende bakterielle Infektion habe, die lediglich auf Levofloxacin oder Ofloxacin reagiert. Ich habe allerdings bereits in der Vergangenheit bereits einmal Ciprofloxacin genommen und aufgrund von Sehnenschmerzen nach nur einer Tablette (500mg) abgesetzt.

Ich werde nochmals einen Versuch mit Levofloxacin unternehmen müssen, allerdings werde ich gleichzeitig Magnesium, NAC, MitoQ und Vitamin E supplementieren. Macht es Sinn, diese Antioxidantien alle gleichzeitig zu nehmen um die Schäden durch Levofloxacin zu verhindern? Studien die vor FQ Schäden schützen, gibt es wie gesagt zu allen Stoffen.

Wolfgang
Experte(in)
Experte(in)
Beiträge: 42
Registriert: 11. Jan 2017, 11:23

Re: Schutzkonzept vor Nebenwirkungsrisiken bei einer unbedingt notwendigen Einnahme von Fluorchinolonen.

Beitragvon Wolfgang » 30. Jun 2017, 09:00

Hi fabi,

du hast vom kummulativen Effekt gelesen?
Wer einmal auf ein FC reagiert riskiert bei der 2. Einnahme, dass die Bombe hochgeht, ggf. verlierst du ALLES und ich weiß wovon ich rede.
Die präventiven Maßnahmen halte ich für Augenwischerei aus folgenden 2 Hauptgründen:

1.Wenn du empfänglich bist für die Nebenwirkungen und hierfür offene Pforten hast, dann erwischt es dich auch mit einer Tonne an Antiox und Antidots!

2.Magnesium als Zentralatom soll durch Chelatbildung das Gift elliminieren. Kann man machen wenn man akut vergiftet wurde, aber bewusst dieses Gift einnehmen und gleichzeitig Stoff der es elliminiert und hierbei das Gift in seiner gewollten Funktion womöglich unwirksam macht ist in meinen Augen fragwürdig bis wunderlich, um es mal ganz gelinde auszudrücken!

Wer sagt denn, dass nur Oflox und Levoflox wirksam sein sollte? Hast du ein Antibiogramm erstellen lassen und ist dieses richtig durchgeführt und glaubwürdig?

VG
Wolfgang

Benutzeravatar
Schorsch
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 438
Registriert: 7. Okt 2016, 09:36

Re: Schutzkonzept vor Nebenwirkungsrisiken bei einer unbedingt notwendigen Einnahme von Fluorchinolonen.

Beitragvon Schorsch » 30. Jun 2017, 13:23

Hallo Fabi,

du solltest erst nach Alternativen suchen und zwar richtig suchen. Nicht nur einen Arzt aufsuchen etc.
Nur in akuter Lebensgefahr wären FC als Ausweg unter Einhaltung der Sicherheitsaspekte für mich tragbar.

Ich hoffe das dir dann dieses Rattengift erspart bleibt.

Gruß Schorsch

Online
Maximus
Profi
Profi
Beiträge: 72
Registriert: 10. Jun 2017, 22:55

Re: Schutzkonzept vor Nebenwirkungsrisiken bei einer unbedingt notwendigen Einnahme von Fluorchinolonen.

Beitragvon Maximus » 30. Jun 2017, 16:37

Hallo fabi100nx,

Antibiotika, zumal Fluorchinolone, ins blaue hinein einzunehmen, halte ich für keine gute Idee.

Zunächst muss man Wissen:

1. Wo persistierend die Infektion ( Blase, Harnleiter, Knochen.... ) ?? Bei Infekten der Blase Harnleiter kann man es mit pflanz-
lichen Antibiotika z.b. ANGOCIN Anti-Infekt N versuchen.
2. Sind Erreger nachgewiesen worden, wenn ja welche konkret ???
3. Ist ein Antibiogramm gemacht worden ??? Ein Antibiogramm ist ein Labortest zur Bestimmung der Empfindlichkeit bzw.
Resistenz von mikrobiellen Krankheitserregern gegenüber Antibiotika.
4. Sind Blutuntersuchungen gemacht worden ( Blutbild, Differentialblutbild, CRP, Blutsenkung ) ???

Die Ergebnisse solltest du dir vom Arzt zeigen lassen, bzw. als Kopie mitnehmen.

Vielleicht findet sich ein anderes Antibiotika, dazu müsste ich aber die o.g. Ergebnisse sehen.

Gruß
Maximus


Zurück zu „Erste Hilfe“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste