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Diagnostik der sekundären Mitochondriopathie

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Krabiwi
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Diagnostik der sekundären Mitochondriopathie

#11593

Beitragvon Krabiwi » 02.05.2019, 02:32

Wissenschaftlich ist es längst belegt, dass FC starke sekundäre Mitochondriopathie in allen möglichen Organen verursachen können. Aber der Nachweis im Einzelfall mittels der gängigen Labordiagnostik existiert bestenfalls in Ansätzen. In diesem Thread sollen daher Ergebnisse eingestellt und diskutiert sowie die unterschiedlichen Methoden analysiert und diskutiert werden.

Die United Mitochondrial Disease Foundation UMDF beschreibt den Stand der Diagnose wie folgt:

Mitochondriale Erkrankungen sind schwer zu diagnostizieren. Die Überweisung an ein entsprechendes Forschungszentrum ist kritisch. Wenn erfahrene Ärzte involviert sind, können Diagnosen durch Kombination klinischer Beobachtungen, Laborbewertung, zerebrale Bildgebung und Muskelbiopsien gestellt werden. Trotz dieser Fortschritte erhalten viele Fälle keine spezifische Diagnose.

Die meisten Krankenhäuser haben kein Stoffwechsellabor und können daher nur die grundlegendsten Tests durchführen. Die meisten Krankenhäuser schicken jedoch Proben in jedes Labor des Landes. Nicht alle Labortests sind für alle Patienten erforderlich, und Ihr Arzt kann entscheiden, dass einige dieser Tests nicht erforderlich sind. Darüber hinaus schließt ein einzelner Blut- oder Urinlabortest mit normalen Ergebnissen eine mitochondriale Erkrankung nicht aus. Dies gilt für organische Säuren, Milchsäure, Carnitin-Analyse und Aminosäureanalyse. Selbst Muskelbiopsien sind nicht zu 100% genau.

https://www.umdf.org/what-is-mitochondr ... diagnosis/

Studie zum Stand der Diagnosemöglichkeiten:
"Diagnosis and management of mitochondrial disease: a consensus statement from the Mitochondrial Medicine Society"
https://www.umdf.org/wp-content/uploads ... M-2015.pdf


Meines Wissens gibt es die folgenden Diagnosemöglichkeiten:

1 Genetische Untersuchung
(wird noch ergänzt)

2 Labordiagnostik

3 Muskelbiopsie
(wird noch ergänzt)
http://www.mitosoc.org/tissue-testing



2 Labordiagnostik

2.1 Diagnostik nach Dr. Pieper

Oxidativer/Nitrosativer Stress/Mitochondrienstörung:
LDH-Isoenzyme, Pregnenolon, oxLDL, Nitrotyrosin
(3NT), TAC, GSH, SOD, GPx, ATP-Test, Vit-D, Vit-E,
Coenzym Q10, Homocystein, Holotranscobalamin,
Methylmalonsäure, Citrullin i.U., Laktat/Pyruvat, fr.
Carnitin, S100, MDA


2.2 Diagnostik nach Dr. Kuklinski
2.2.1 Ablauf Kohlenhydratverwertung

Laktat (NaF-Blut und Urin)
Pyruvat (NaF-Blut und Urin)
Verh. Laktat/Pyruvat Pyruvat-Dehydrogenase-Kinase (PDK) (Urin)
Pyruvat-Dehydrogenase-Phosphatase (PDP) (Urin)
Laktat-Dehydrogenase (LDH) (Serum)
Tricarbonsäuren des Citratzyklus (Urin)


2.2.2 ATP-Bildung und -Transport

ATP-Konzentration (Heparinblut)
ATP-Produktion (Heparinblut)
Mt-Funktion (Protonengradienten-Messung) (Messung des Membranpotenzials der Mt)
ATP-Belastungstest „Stresstest“ (Heparinblut)
ATP-Modulatortest (Heparinblut)
ATP-Auswärtstransport
ADP-Einwärtstransport

2.2.3 Oxidativer Stress

Glutathion gesamt (EDTA-Blut)
GSH reduziert (EDTA-Blut)
GSH oxidiert (GSSG) (EDTA-Blut)
Verhältnis GSHreduziert/GSHgesamt

γ-GT (Serum)
Malondialdehyd (MDA) (Serum)
MDA-Lipoproteinpartikel (MDA-LDL) oder oxidiertes LDL (Serum)
4-Hydroxynonenal (4-HNE) (EDTA-Blut)
Fettsäurespektrum (Serum)

2.2.4 Superoxiddismutase

Zn/Cu-SOD (SOD-1) (EDTA-Blut)
Mn-SOD (SOD-2) (EDTA-Blut)
extrazelluläres SOD (EDTA-Blut)

2.2.5 Nitrosativer Stress

Citrullin (Urin)
NO (Atemgas)
Nitrotyrosin (EDTA-Blut)
Nitrophenylessigsäure (Urin)
Vitamin B12 (Serum)
Holo-TC (Serum)
Methylmalonsäure (Urin)
S-Adenosylmethionin (SAM) (EDTA-Blut)





Links zu Ergebnissen:

viewtopic.php?f=60&t=745
http://www.myquinstory.info/muscle-biop ... at-so-far/


Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

„Was bringt den Doktor um sein Brot? (a) die Gesundheit und (b) der Tod. Drum hält der Arzt, auf dass er lebe, uns zwischen beidem in der Schwebe.“ (Eugen Roth)

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Re: Diagnostik der sekundären Mitochondriopathie

#14829

Beitragvon Krabiwi » 21.08.2019, 18:46

Es gibt Neues von Dr. Kuklinski, ein Artikel über die Labordiagnostik und Therapie.

Basisdiagnose:
chrome_5ldcdy0rWk.jpg



Symptomspezifische Diagnose:
chrome_kR86Htojmi.jpg

chrome_1SrCRKXIKD.jpg



Er erwähnt explizit, dass u.a. Antibiotika Mitochondriopathien verursachen:
https://www.dr-kuklinski.info/wp-conten ... n-2018.pdf
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Re: Diagnostik der sekundären Mitochondriopathie

#14898

Beitragvon Schorsch » 22.08.2019, 19:26

Hallo Krabiwi,

was nützt das wenn es der Rest der Welt sprich andere Ärzte, Krankenkassen, Gutachter usw. bislang nichts davon anerkennen.
Unsere Stoffwechsel-Blockaden sind für mich schon mit minimalsten Stoffwechseltests diagnostisch sichtbar zu machen, zumindest erfahrungsgemäß leicht zu Floxanfang bzw. der Akutphase. Dr. Pieper macht hier auch schon sehr gute + umfangreiche Analysen, die aber natürlich auch aus oben besagten Grund privat Kosten.

Ganz ehrlich mittlerweile interessiert mich eher, wie kann ich offiziell anerkannt die Schäden nachweisen. Therapeutisch fahre ich seit knapp 4 Jahren das maximal mögliche Konzept, was auch zu stetig kleinen Schritten vorwärts hilft, wobei hier auch die Zeit ein wesentlicher Faktor ist. Dennoch immer noch im Direktvergleich der Leistungs- und Belastungsfähigkeiten mit meinem Leben vorher und nachher ist das alles ein Witz.

Unabhängig dieser ganzen statischen Biochemie Parameter, ist es nicht klar möglich die Belastungseinwirkungen aussagekräftig unter Last individuell aussagekräftig darzustellen. Selbst bei 30 Kniebeugen nicht... (Messtoleranzen und Systemkomplexität, welches Labor denn und ist es evident ?). Gab Menschen die konnten vor Flox schon keine 30 Kniebeugen. CFS wird daher auch eher am Vorher- / Nachher Bild der Einschränkungen klarer, anstelle von Labortechnischen bzw. diagnostischen Messparametern.


Gruß Schorsch
Levofloxacin zwei Tage je 500 mg Kapsel im Juli 2015

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Re: Diagnostik der sekundären Mitochondriopathie

#15837

Beitragvon Krabiwi » 27.09.2019, 11:24

Hallo Schorsch,

ganz meine Worte, ich halte bekanntlich selbst nicht viel von statischen Labordiagnosen und dem Diagnose-Marathon den hier einige veranstalten. Die ganzen Parameter bringen einem therapeutisch nicht wirklich weiter und sind mehr informativer Natur. Am Ende bleiben wie immer nur Nährstoffe, Ernährung/Fasten, Pacing und Zeit.

MfG
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Re: Diagnostik der sekundären Mitochondriopathie

#15847

Beitragvon Hopefool » 27.09.2019, 15:16

Hallo Schorsch und Krabiwi,

aber auf diesem Weg kann man zumindest andere Krankheiten ausschließen wie ALS zum Beispiel.
Ich weiß schwacher Trost....

LG Hopefool :confusion-seeingstars:

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Re: Diagnostik der sekundären Mitochondriopathie

#15861

Beitragvon cf12 » 27.09.2019, 21:36

Hallo,

wie schließt man ALS aus? Die Loboruntersuchungen sind sehr wichtig, damit man weiß, welche NEM substituiert werden sollten. Gesunde Enährung, angepasstes Bewegungstraining (Pacing) und gesunder Schlaf gehören natürlich auch zu einer erfolgreichen Therapie, wie Krabiwi bereits oben schrieb. :think:

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

cf12


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