Ionenkanäle / TRP-Rezeptoren

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Ionenkanäle / TRP-Rezeptoren

#8219

Beitragvon Krabiwi » 14.11.2018, 15:24

Ein interessantes und wichtiges Thema, daher ein eigener Thread. Zur Einführung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zellmembran
https://de.wikipedia.org/wiki/Membrantransport
https://de.wikipedia.org/wiki/Ionenkanal


Ionenkanäle in der Zellmembran werden dazu benötigt um u.a. den Kationenhaushalt der Zelle durch ein- und ausströmen zu regulieren:
Cell_membrane_detailed_diagram_de.svg.png


Der Aufbau eines Ionenkanals:
Nicotinic_Acetylcholine_receptor.png



Einfluss des Konzentrationsgefälles sowie ATP auf den Ionenfluss:
Scheme_sodium-potassium_pump-de.svg.png


Glühwürmchen hat geschrieben:Ich habe Informationen zu TRPV1 und TRPA1 kurz zusammengestellt:

Wikipedia :
TRP
https://de.wikipedia.org/wiki/TRP-Kan%C3%A4le
TRPV-Kanäle

Der bekannteste Vertreter der TRPV-Kanäle ist TRPV1, der auch als Vanilloid-Rezeptor 1 (VR1) bezeichnet wird. Er wird besonders stark in freien Nervenendigungen, die als Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) fungieren, exprimiert. Er besitzt eine intrazelluläre Bindungsstelle für die scharfen Inhaltsstoffe von Pfeffer (Piperin) sowie Paprika bzw. Chili (Capsaicin). Auf der anderen Seite wird er auch durch erhöhte Temperatur sowie durch endogene Cannabinoide aktiviert. Dadurch erklärt sich die ähnliche Qualität der Empfindungen für „heiß“ bzw. „scharf“.


https://de.wikipedia.org/wiki/Transient_Receptor_Potential_Vanilloid_1
Funktionsweise:
Bei der Aktivierung kommt es zur Öffnung der Rezeptorpore, sodass die Zellmembran durchlässig für Calciumionen wird. Durch die daraus folgende Depolarisation der Zellmembran wird ein Aktionspotential ausgelöst, das sich über die Nervenbahnen fortpflanzt und im Gehirn zur Schmerzwahrnehmung führt.


TRPA-Kanäle

TRPA-Kanäle spielen eine Rolle bei der Schmerz- und Temperaturrezeption.

TRPA1 ist das einzige bisher identifizierte Mitglied dieser TRP-Familie. TRPA1 wird durch eine breite Palette potentiell schädigender Substanzen aktiviert und fungiert als zentraler chemischer Nozizeptor.[12] Darüber hinaus wird TRPA1 auch mechanisch bzw. osmotisch aktiviert.[13]


http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2016/12148/pdf/StoecklStephanie_2016_06_13.pdf

Dissertation Justus Liebeig Universität Gießen
Stephanie Kerstin Stöckl
Wirkung von TRPA1-Rezeptor Agonisten bei der meningealen Nozizeption und Kopfschmerzentstehung

Agonisten des TRPA1-Rezeptors sind u.a, endogene Stoffwechselprodukte, die zum Beispiel bei oxidativem Stress entstehen(H2O2, 15d-PGJ2). Sie aktivieren den TRPA1-Rezeptor und rufen in vivo Schmerzreaktionen hervor, die bei TRPA1-Knockout-Mäusen ausblieben (Andersson et al., 2008).
Es hat sich herausgestellt, dass der TRPA1 Rezeptor von exogenen
Agonisten wie diversen Geschmacksstoffen mit stechend scharfem Charakter
und einigen Umweltirritantien aktiviert wird. Zu ersteren gehören beispielsweise Senföl (Jordt et al., 2004), Allicin (Bautista et al.,2005), Zimtaldehyd (Bandell et al., 2004), Gingerol und Thymol (Lee et al.,2008). Von den Irritantien hat neben Formaldehyd, Chlor und Ammoniak vor allem Acrolein als potenterund spezifischer TRPA1-Agonist experimentelle Bedeutung. Durch Calcium-Imaging konnte bei Acroleineinwirkung ein deutlicher Calcium- Einstrom in TRPA1 exprimierende Zellen gemessen werden,...


Noch einmal einige der Stoffe, die den TRPA1 aktivieren und damit Schmerzen auslösen kann:

Senföl:
Kohl, Raps, Senf, Meerrettich, Wasabi

Allicin:
Knoblauch, Zwiebeln, Kresse...

Zimtaldehyd:
Zimt, Parfüm, Kosmetika, Wasch-und Reinigungsmittel

Gingerol:
Ingwer

Thymol:
Thymian, Oregano, Bohnenkraut

Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, der kann zu CSN gehen. Die Leute dort haben eine umfangreiche Sammlung von Stoffen zusammengetragen, die diese Rezeptoren aktivieren:

Artikel zu TRPV und TRPA1
http://forum.csn-deutschland.de/viewtopic.php?t=18014
Ab: Beitrag von Sternentaenzer » Mi 22. Okt 2014, 05:34
fangen die Listen an, die Ihr Euch anschauen könnt, um einen Einstieg in das weite Thema zu bekommen.

Warum ist das für uns so wichtig?
Was ich jetzt schreibe ist eine Vereinfachung, damit Ihr die Übersicht behaltet.

Durch das Fluorchinolon wird der GABA-Rezeptor gehemmt. Es ist so, als wenn die Bremse beim Fahrrad nicht mehr funktioniert. Es kann noch gut gehen, wenn man auf einer graden Strecke fährt, aber wenn es dann bergab geht, fährt man immer schneller und schneller. So ist es auch im Gehirn. Dadurch wird der NMDA Rezeptor akitivert (ähnlich wie das Gaspedal beim Auto) und es strömt zu viel Calcium in die Zelle. Dadurch werden Reaktionen angestoßen, die Entzündungen verursachen können. außerdem werden vermehrt freie Radikale gebildet. Darunter sind Sauerstoffradikale (ROS) und Stickstoffradikale (NO ONOO).
Diese Gruppen können unter anderem auch die TRPV1 und TRPA1 Rezeptoren aktivieren und dadurch zusätzlich Schmerzen und Entzündungsreaktionen auslösen.
Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, ist es wichtig sich zu beoabachten, ob man auf die oben erwähnten Stoffe/Nahrungsmittel reagiert und mehr Symptome bekommt.

Therapie:
Wenn man merkt, dass sich der Gesundheitszustand durch z.B. Vanillin, Pfeffer oder Kohl, Gewürze, Beeren, Kosmetika, Duftstoffe etc. verschlechtert, dann sollte man sie meiden.
Ihr lest hier immer wieder, dass Ihr Magnesium nehmen sollt. Das ist ein ganz wichtiger Ratschlag, weil das Magnesium den NMDA Rezeptor hemmt. Dadurch greift ihr schon sehr früh ein und minimiert/verhindert die Entzündungskaskade/Schmerzkaskade.
Da die freien Radikale auch auf die Mitochondrien einwirken, ist Krabiwis Ansatz sehr wichtig und richtig. Deshalb ist dieser Beitrag nur eine Erweiterung zu seinen Arbeiten.
Zuletzt geändert von Krabiwi am 14.11.2018, 16:07, insgesamt 4-mal geändert.


Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

Ansätze basieren auf Dr. Michalak et al, Selbsttherapie erfolgt in Eigenverantwortung, Verträglichkeiten variieren individuell, eine völlige Genesung ist nicht garantiert.

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Re: Ionenkanäle und TRP Rezeptoren

#8220

Beitragvon Krabiwi » 14.11.2018, 15:26

Hallo Glühwürmchen,

Danke für die Ergänzung. Meine Aussage bezog sich nicht speziell auf TRPV/TRPA1 sondern auf Ionenkanäle generell. Denn ohne diese können Elemente die Zellmembran nicht überwinden, es gibt somit für alles irgendeinen Ionenkanal.

Es sind auch noch nicht alle Ionenkanäle identifiziert, ständig werden neue gefunden. Die Infos stammen aus der Wikipedia.

Aufgrund der Vielzahl dieser Kanäle wird es schwierig sein Unverträglichkeiten auf einen einzigen zurückzuführen, wahrscheinlich ist das mehrere oder gar alle Ionenkanäle im Verbund fehgesteuert sind.


Die Beiträge von Sternentaenzer sind nun bereits etwas älter, daher folgende Ergänzungen:

"Durch das Fluorchinolon wird der GABA-Rezeptor gehemmt. "

FC-Moleküle komplexieren mit ihrer kathodischen Seitengruppe Proteine, aber nur solange sie im Körper sind. Man kann davon ausgehen, dass FC u.a. wegen ihrer kurzen Halbwertszeit von mehreren Stunden, selbst unter Energiemangel und gehemmten Entgiftungsenzymen nach 1-2 Wochen draußen sind. Das belegen auch die Proben von tierischen Produkten die maximal Spuren von FC's aufweisen die auf dem Niveau anderer AB liegen.

Was dagegen bleibt ist die beschädigte mDNA und somit beschädigte Mt die weniger ATP aber dafür umso mehr ROS produzieren.

Die Synthese von GABA benötigt wie alle anderen biochemischen Prozesse ebenfalls ATP, diese und die Nervenleitung sind somit aufgrund der MtPathie gehemmt.

" außerdem werden vermehrt freie Radikale gebildet. Darunter sind Sauerstoffradikale (ROS) und Stickstoffradikale (NO ONOO). "

ALLE ROS entstehen in der Mt Atmungskette. NO benötigt NADP und FAD, energetische Zwischenprodukte des Zitratzyklus, der ebenfalls in den Mt abläuft. Das für die Zellkern-DNA äußerst schädliche ONOO benötigt NO und ROS. Wenn man ROS minimiert, minimiert man automatisch ONOO.

Freie Radikale haben eine Signalwirkung und im Übermaß können diese somit die Rezeptoren reizen und fehlsteuern.


Ein interessanter Aspekt aus deinem verlinkten Thread:


"Liste der Stoffe, die TRPA1 aktivieren können:"
"Wasserstoffperoxid H2O2 (3)
Zum Bleichen von Holz, Textilien, Papier, Ölen, Fetten, zur Herst. von Bleichmitteln für die Waschmittelind. (insbes. von Natriumperborat) u. für Reinigungs- u. Desinfektionsmittel, Kosmetika, zur Haarbleiche, in der chem. Ind. als Ausgangsprod. für Epoxide, Peroxid-Katalysatoren, Glycerin, Weichmacher,"


ROS wird von der SOD in H2O2 umgewandelt, also auch hier kann durch die Radikalflut durchaus eine Fehlsteuerung ausgelöst werden.

" Da die freien Radikale auch auf die Mitochondrien einwirken,"
Die freien ROS haben alle ihren Ursprung in den Mt, wirken aber auch auf sich selbst ein, da sie die Aminosäuren der mDNA oxidieren und schädigen weil diese in nächster räumlicher Nähe liegen und daher sehr anfällig für die ROS sind. Als Schutzfaktor zwischen ROS und mDNA liegt lediglich die manganhaltige SOD2.


Manche Ionenkanäle werden über ATP gesteuert (Ionenpumpen), manche über Liganden und Reize, aber auf alle hat das Konzentrationsgefälle und Membranpotenzial Einfluss, welches bei schwachen Mt und somit geringerer elektrischer Spannung verringert ist.

Fazit: wenn man von Symptomen ausgehend die Kausalkette konsequent durchgeht, landet man am Ende immer in den Mt.

Es ist richtig und wichtig auf Nahrungsmittel auf die man offensichtlich negativ reagiert zu verzichten um den Metabolismus der Zellen zu entlasten. Nichtsdestotrotz ist es am wichtigsten die Ursache anzugehen indem man die ROS minimiert, Antioxidantien maximiert und somit die Mt therapiert.

Viele Grüße
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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