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Erfahrungen mit Cannabis

Levoflox26
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Erfahrungen mit Cannabis

#8795

Beitragvon Levoflox26 » 12.12.2018, 11:25

Hallo zusammen,
in einzelnen Geschichten hab ich schon davon gelesen und im Sommer ja auch selbst versuchsweise Sativex bekommen. Geholfen hat es mir in so weit, dass ich besser abschalten konnte und meine Stimmung sich verbessert hatte. Ob es körperlich etwas gebracht hat, kann ich nicht so genau sagen, da sich die Symptome bei mir fast eh täglich ändern. Bis auf die Wadenschmerzen, die sind konstant da. Die Neuropathien dagegen eher Schubweise.
Bekommt jemand von euch mittlerweile Cannabis legal verordnet und kann Positives berichten? Ich überlege, die Kostenübernahme zu beantragen, möchte aber wenn, dann richtige Blüten zum Verdampfen. Das Sativex ist dermaßen ich Alkohol gelöst, dass es einem fast die Schleimhäute verätzt, so fühlt es sich zumindest an.
CBD Öl, das von Schorsch empfohlene, hat mir leider keine Wirkung gezeigt. Auch nicht, um besser in den Schlaf zu finden.
Wäre auf eure Erfahrungen gespannt, so fern vorhanden.
lg



Wenn du heute schon aufgibst, wirst du nie wissen ob du es morgen geschafft hättest.

gefloxt 10/2016 = 10 x 500mg Levo und 9/2017 = 5 x 250mg Levo
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Harry Davis
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18732

Beitragvon Harry Davis » 30.01.2020, 09:30

Der Beitrag ist ja nun schon etwas älter, aber ich möchte gern etwas dazu beitragen.

Ich glaube nicht das Cannabis eine Lösung ist weil es auf die Psyche gehen kann. Muss nicht, aber kann.
Als ich mit meinem Nevenarzt gesprochen habe und auch Cannabis angesprochen habe meinte er:

"Bitte seinen sehr vorsichtig mit allen Wirkstoffen die pushen oder downen. Nikotin, Alkohol und auch Koffein können
sich sehr negativ auswirken. Wenn Sie schon meinen das Ihre Probleme (Panik, Angst, Suizidgedanken) auf der
Einnahme von Ciprofloxacin basieren: Lassen Sie Experimente mit THC. Das kann dann richtig schief gehen."

Ich persönlich vertrage nicht einmal mehr Kaffee so wirklich. Rauchen tu ich nicht und ich denke man soll halt nichts
herausfordern.

Harry

katastro
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18733

Beitragvon katastro » 30.01.2020, 09:50

Mir hilft es gewissermaßen.
Ich bin zwar nicht schmerzfrei, aber ich kann besser damit umgehen und meinen Alltag bewältigen.
Cbd dagegen lindert bei mir kaum.

Gruß

Levoflox26
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18734

Beitragvon Levoflox26 » 30.01.2020, 10:05

Hallo zusammen,

gerade gestern hat mein Neurologe mir vorgeschlagen, auf Grund der Neuropathien, ein Cannabis Medikament verschreiben zu lassen. Dazu wurde ich jetzt an die Schmerzambulanz im hiesigen Krankenhaus überwiesen. War ziemlich überrascht von dem Vorschlag und bin noch unsicher, ob ich dort hin gehe. Wenn, dann würde ich Blüten haben wollen und kein Fertigarzneimittel. Aber vielleicht lasse ich mich doch mal beraten? Gibt es weitere Erfahrungen? Forscher kommt ja ganz gut damit zurecht, Katastro auch. Gibt es sonst noch jemanden, der Cannabis nutzt?

vg uschi

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Harry Davis
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18736

Beitragvon Harry Davis » 30.01.2020, 10:26

Hi,

Nun ja, da bei mir die psychischen Probleme wesentlich heftiger waren als die physischen: ich habe
sehr viel Respekt vor allem das irgendwie auf die Psyche schlagen kann.

Aber wer weiß, vielleicht hilft ja THC bei den körperlichen Problemen. Man(n)/Frau sollte das aber sehr genau
mit den Docs besprechen bevor es konsumiert wird. Und so richtig rechtsmäßig ist das hier in D auch noch nicht.

Mir ist klar: Alkohol ist schlimmer als THC. Z.B. was Verkehrstote angeht. Alkohol ist eine öffentlich annerkannte Droge,
THC ist "kriminell". Besoffene werden böse - bekiffte werden hungrig. Alk tötet jedes Jahr viele Menschen, THC eher nicht.
Ich glaube auch nicht an das Geschwurbel von wegen THC = Einstiegsdroge. Besoffene sind zumindest genauso "enthemmt"
und lassen sich eher öfter auf irgendwelchen Mist ein.

Was bleibt ist aber die Gefahr einer Psychose beim Genuss von THC. Ich hätte Angst davor wieder in so ein Loch zu fallen
wenn der "Rauch" sich auf meine Psyche schägt.

Aber jeder Mensch ist anders, und ja: Wer Erfahrungen hat sollte dies auch kund tun.

LG

Harry

Neri
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18760

Beitragvon Neri » 31.01.2020, 08:10

Guten Morgen zusammen
Cbd öl habe ich auch ausprobiert aber vielleicht nicht lange genug. Mein Neurologe will sich aber noch näher damit beschäftigen und hat Kontakt mit einem Hersteller aufgenommen. Ich kann nicht wirklich sagen , dass es etwas gebracht hat. Da ich aber eh schon seit geraumer Zeit oft einen wiederlichen bitteren Geschmack im mund habe, mochte ich das Öl nicht noch zusätzlich nehmen, es ist ja auch recht bitter. Cannabis mit thc, für mich glaube ich ist das nix. Alles was abhängig macht will ich nicht nehmen, das brauche ich nicht auch noch. Mir geht es zwar oft ganz schön schiete, die Schmerzen werden in schüben wieder heftiger und der Verlauf, auch der sehnenschäden ist progressiv, aber ich versuche es durch andere Maßnahmen in den Griff zu bekommen.

Lavendel zb lasea und tee
Baldrian Dragees und tee
Gg das brennen vitb12, klappt sehr gut
Sehnenschmerzen Bandagen

Jeden tag an die frische Luft für Körper Geist und seele, klappt auch

Keinen Stress!!!

Autogenes Training cd ruth frieling und Progressive Muskelentspannung

Familie Freunde und natürlich ihr aus diesem Forum hier
Dankeschön!

Vielleicht kann ich mit meinen persönlichen Erfahrungen ein kleines bisschen helfen.

Einen wunderbaren hoffnungsvollen tag
Vg neri
Ciprofloxacin ARISTO 500 mg - 3 Tage - 2016

Schön, dass es euch gibt :P

Levoflox26
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18768

Beitragvon Levoflox26 » 31.01.2020, 11:10

Hallo zusammen,

Aber wer weiß, vielleicht hilft ja THC bei den körperlichen Problemen. Man(n)/Frau sollte das aber sehr genau
mit den Docs besprechen bevor es konsumiert wird. Und so richtig rechtsmäßig ist das hier in D auch noch nicht.


Mir hat Cannabis gegen die körperlichen Probleme nichts gebracht. Aber es hatte den Effekt, dass ich gelassener wurde und besser schlafen konnte. Die Schmerzen standen nicht mehr im Mittelpunkt.
In meinem Fall war das vollkommen legal, es war ein Cannabismedikament vom Arzt.

Was bleibt ist aber die Gefahr einer Psychose beim Genuss von THC.


Das ist ein sehr wichtiger Aspekt! Ich würde jedem mit labiler Psyche auch von THC Produkten abraten. Leider habe ich einen Betroffenen in der Familie gehabt (letztes Jahr verstorben), der durch seinen ersten Joint mit 19 Jahren schwer erkrankt ist. Genau genommen, hat es bei ihm eine Schizophrenie ausgelöst. Laut den Ärzten hätte die zwar auch so irgendwann zum Vorschein kommen können - oder aber auch nicht. Die "Veranlagung" war wohl latent bereits vorhanden. Laienhaft ausgedrückt.

Alles was abhängig macht will ich nicht nehmen, das brauche ich nicht auch noch


In meiner Jugend haben ich und viele meiner Freunde gekifft. Mir ist niemand bekannt, der davon abhängig geworden wäre.
Das sind natürlich nur meine eigenen Erfahrungen. Mir ist durchaus bewusst, dass es heute Therapieangebote für Cannabiskonsumenten gibt, folglich scheint es auch Menschen (meist Jugendliche?) zu geben, die einen psych. Gewöhnungseffekt erleben. Nachvollziehen kann ich das aus meiner Erfahrung jedoch nicht.

lg uschi

Wenn du heute schon aufgibst, wirst du nie wissen ob du es morgen geschafft hättest.

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Neri
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18770

Beitragvon Neri » 31.01.2020, 11:31

Ich habe davon auch ehrlich keine Ahnung, hoffentlich hab ich keinen quatsch geschrieben :oops:

Habe aber noch etwas vergessen. Ich kann zwar sehr gut einschlafen und auch durchschlafen, habe aber letztes Jahr bemerkt, dass ich am nä Tag besser daraufhin, seelisch,wenn ich abends vor dem zu Bett gehen eine Kps mit Melatonin - Einschlafhormon - von greendoc nehme. Wahrscheinlich weil dann auch der serotoninspiegel -also das „glückshormon“ besser ist?!
Ciprofloxacin ARISTO 500 mg - 3 Tage - 2016

Schön, dass es euch gibt :P

Mitochondrion
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18779

Beitragvon Mitochondrion » 31.01.2020, 16:09

Medizinische Cannabisblüten aus der Apotheke mit ausgeglichenem THC:CBD Gehalt (oder mit hohem THC Gehalt und CBD Kristalle selbst dazu kaufen, ist günstiger) am besten in Öl lösen und bei der Decarboxylierung im Ofen darauf achten, dass ein ausgeglichenes Verhältnis von THC:THC-A besteht. THC-A führt zu einer Hochregulierung der mitochondrialen Proliferation, da es am PPAR-γ Rezeptor bindet. Zusammen mit anderen Ansätzen (wie NAD+ Protokoll und Fasten...) halte ich medizinisches Cannabis für die Linderung von FQAD-Beschwerden und Schmerzen aller Art für interessant und nebenwirkungsarm. Ausprobieren muss jeder selbst, ob er es verträgt. Natürlich ist es, wie fast alle Schmerzmittel, ein psychoaktiver Stoff und sollte so gering wie möglich und so hoch wie nötig dosiert werden. Von allen psychoaktiven Schmerzmitteln scheint mir medizinisches Cannabis für FQAD am geeignetesten, jedenfalls liest man immer wieder wie andere Mittel gegen Nervenschmerzen und andere FQAD-Schmerzzustände sehr schlecht vertragen werden und die Beschwerden häufig sogar verschlechtern.

Cannabis ist sicher (und leider) kein Allheilmittel, aber wem es gut bekommt und wem es die FQAD-Schmerzen zumindest etwas lindert, der sollte es sich verschreiben lassen.

Schwierig wird vermutlich eine Kostenerstattung durch die Krankenkasse. Eigentlich sollte es für FQAD gerade leicht sein, diese im Schnelldurchgang zu erhalten, da

a) eine schwerwiegende Krankheit / schwerwiegende Symptome vorliegen
b) allgemein anerkannte und nach dem medizinischen Standard entsprechende Therapien für FQAD nicht existieren
c) alternative medikamentösen Standardbehandlungen für Nervenschmerzen häufig zu belastend sind
d) eine Aussicht auf Verbesserung der Symptome durch Cannabisblüten besteht

Allein schon aufgrund des Punktes b) ist die Krankenkasse gesetzlich dazu verpflichtet, die Therapie zu bezahlen. Für FQAD treffen alle Punkte zu, alle rechtlichen Voraussetzungen sind klar erfüllt.

Und doch gibt es einen großen Haken. In Deutschland existiert FQAD (noch) nicht als offizielle Krankheit und sie kann nicht per ICD10-Code diagnostiziert, noch eindeutig nachgewiesen werden. Das heißt die Krankenkassen werden sich vermutlich wehren und nicht bezahlen. Selbst wenn nachgewiesen werden kann, dass eine Vielzahl anderer Schmerzmittel nicht vertragen wurden. Die letzte Möglichkeit besteht dann in einem Klageverfahren.

Ich habe diesbezüglich mal mit einem Anwalt gesprochen und dieser hat mir gesagt, dass es von höchster Wichtigkeit sei, die Diagnose FQAD von einem Arzt mit Professur, am besten von einem Uniklinikum zu erhalten. Diagnosen von Hausärzten, Alternativärzten, 0815 Neurologen hätten hier wenig Gewicht.

Tja, wo bekommt man nun solch hochkarätige Unterstützung her? Kennt jemand einen angesehenen Neurologen oder gar Professor, der einem die Diagnose FQAD bzw. Fluorchinolon induzierte (Nerven)-Schmerzen bestätigen kann?

Wenn dieser Punkt nämlich erfüllt ist, dann haben wir alle gewonnen. Solange wir das nicht haben, bleibt es ein Glücksspiel, ob der MDK einer Kostenerstattzung zustimmt bzw. der Richter in einem möglichen Klageverfahren auf unserer Seite steht.

Neri
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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18781

Beitragvon Neri » 31.01.2020, 16:42

Hm. Sehr interessant!
Bzgl Professor klinikum ...
Vielleicht ein versuch wert in einem Zentrum für seltene Erkrankungen wie zb in der MHH in hannover.
Ich habe jedenfalls vor dort Kontakt aufzunehmen und um einen Termin zu bitte. Ob es klappt? Mal schauen. Auf den Termin in der schmerzambulanz muss ich allerdings bis September warten. Werde berichten wenn sich etwas ergibt.
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Schön, dass es euch gibt :P

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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18786

Beitragvon Kikolina78 » 31.01.2020, 20:55

Da mir der Antrag auf medizinisches Cannabis wegen meinen Brennschmerzen abgelehnt wurde, habe ich mir letzte Woche eben selber was zum rauchen besorgt.
Es sollte "beruhigend, schlaffördernd und einfach entspannend" sein.
Bei mir ging der Schuss natürlich total nach hinten los. Herzrasen und Panik, schlimmste Zustände eben :(
Wie Harry sagt, wenn man es eh schon mit Angst usw. hat, ist es also auch von meiner Seite her nicht zu empfehlen.
Ob es mit Dronabinol anders wäre, weiß ich nicht.
Würde mich wohl aber nicht mehr rantrauen.

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Re: Erfahrungen mit Cannabis

#18787

Beitragvon cf12 » 31.01.2020, 21:42

Neri hat geschrieben:Ich habe davon auch ehrlich keine Ahnung, hoffentlich hab ich keinen quatsch geschrieben :oops:

Habe aber noch etwas vergessen. Ich kann zwar sehr gut einschlafen und auch durchschlafen, habe aber letztes Jahr bemerkt, dass ich am nä Tag besser daraufhin, seelisch,wenn ich abends vor dem zu Bett gehen eine Kps mit Melatonin - Einschlafhormon - von greendoc nehme. Wahrscheinlich weil dann auch der serotoninspiegel -also das „glückshormon“ besser ist?!


Hallo Neri,

Melatonin hat viele positive Effekte, wenn es zur Nacht eingenommen wird: z.B. gesunder Schlaf, Regeneration der Zirbeldrüse sowie des Thymus, vermehrte Bildung des Wachstumshormons HGH und vielfältige Reparaturprozesse im Körper (nachts). Bei schweren Schlafstörungen ist der Melatoninspiegel am Morgen erhöht und dieser verschobene Tagesablauf kann schwere körperliche Schäden verursachen, wenn der Zustand über sehr lange Zeit anhält. :think:

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

cf12


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