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Autoimmunreaktionen und Flox

Mitochondrion
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Autoimmunreaktionen und Flox

#21235

Beitragvon Mitochondrion » 08.05.2020, 16:04

Hallo ihr Lieben,

ich würde gerne Erfahrungsberichte sammeln und meine eigene akute Erfahrung teilen. Wer von Euch hat postflox Autoimmunkrankheiten entwickelt und wie wirken sich diese bei Euch aus?

Meine Erfahrung

Vor etwa 1 1/2 Jahren hat sich bei mir ganz langsam eine Glutenunverträglichkeit entwickelt.

Auswirkungen: 1-2 Tage nach Gluteneinnahme kleine rote Punkte unter den Augen (interessanterweise habe ich bis heute keine spürbaren Symptome im Darm selbst).

Anfangs konnte ich noch leicht glutenhaltige Lebensmittel wie Hafer vertragen, irgendwann bekam ich dann auch hier diesen Gesichtsausschlag und die Reaktion wurde von mal zu mal stärker und sensitiver.

Nun hatte ich ein halbes Jahr gänzlich auf Gluten verzichtet.

Vor 3 Wochen gab es nun einen großen Unfall: Meine Frau hatte Tofu-Würste gekauft und ich habe davon 5 Stück gegegessen. Wir hatten leider nicht aufs Etikett geschaut, denn leider enthielten diese 20% Weizeneiweiß (=Gluten).

Eine halbe Stunde später bekam ich fast einen anaphylaktischen Schock im Form des stärksten und aggresivsten Flox-Schubes den ich je hatte (= massive Muskel-, Sehnen- und Nervenschmerzen im ganzen Körper, sowie neuropathisches Brennen der Blase). Die Antikörper scheinen nun also auch meine durch flox-geschwächten Strukturen anzugreifen und eine systemische Entzündungskaskade auszulösen. Ich bin seitdem stark angeschlagen und fühle mich erstmal um Monate/Jahre in der Heilung zurückgeworfen. Meine (kleinen) Fortschritte durch Fasten und NAD+ wurden scheinbar durch eine einzige starke Immunreaktionen zu nichte gemacht. Nun habe ich auch neue Schmerzen in den Unterarmen, sowie Bizeps und Trizeps, die ich vorher so nicht hatte. Auch meine Achillessehnen waren schon längst wieder 100% asymptomaitsch und brennen jetzt dauerhaft und verstärkt nach jeder Mahlzeit (KH unabhängig).

Bei mir hat Flox nun also defintiv auch eine immuno-allergologische Komponente bekommen.

Im Buch "The Levaquin Toxicity Solution" hatte ich schon vor Jahren die Warnung über Gluten vernommen, hielt mich jedoch damals nicht für betroffen. Heute kann ich die eindringliche Warnung vollstens nachvollziehen. Im Ebook wird beschrieben, wie einige FQ-Betroffene erst unter 100% Gluten-Verzicht langsam besser wurden.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und bekommt "typische" Flox-Schübe aufgrund von Allergien und Unverträglichkeiten? Oder hat jemand postflox sonstige Autoimmunkrankheiten entwickelt? Lg Mitochondrion



NiewiederCipro
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21240

Beitragvon NiewiederCipro » 08.05.2020, 18:07

Hallo Mitochondrion,
es tut mir leid, was Dir passiert ist :(

Ich habe seit Flox eine Unverträglichkeit gegen Tofu bekommen. Vor Flox konnte ich Berge davon essen. Seit Flox bekomme ich schlimme Neuropathien. Habe vor ca. einem Jahr (bin jetzt 26 Monate postflox!) noch mal eine größere Menge Tofu gegessen. Ergebnis war zwei Wochen stärkste Nervenschmerzen. Dann im vergangenen Oktober noch mal rangetraut (dachte ja, das kann nicht sein), habe extra nur ein ganz kleines Stück gegessen, vielleicht 5x5cm groß. Ergebnis: 2,5 Monate(!!!) schlimme Nervenschmerzen.

Ich meide Tofu nun wie der Teufel das Weihwasser.

Andere Floxis berichteten mir auch von ihrer Unverträglichkeit gegen Soja (=Tofu) seit Flox.

Vielleicht kommt das bei Dir noch hinzu?

Herzliche Grüße und vor allem gute Besserung.

Pia
Ciprofloxacin 7 Tage im März 2018,
danach noch 3 Tage intravenös erhalten :confusion-shrug:

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nino
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21241

Beitragvon nino » 08.05.2020, 20:36

Was kann man denn noch für Brot essen, wenn man low-carb UND glutenfrei essen soll? Mir ist z.b. low-carb und glutenfreies Brot bekannt, aber keines, wo beides in Kombination ist.

Anscheinend gibt es da Rezepte zum Selberbacken, aber keine Fertigmischungen. Ich habe mir von 2015-2016 schonmal für 1,5 Jahre lang mein Brot selbst glutenfrei gebacken (flox-unabhängig, als Selbstversuch angeregt von meiner Mutter, wegen Theorien, die besagten, dass Gluten eine Schlüsselrolle beim Asperger-Syndrom spielen könnte - Ergebnis: keine Besserung), aber diesen Aufwand könnte ich mir derzeit eher weniger leisten.

Derzeit bemerke ich weder Verschlimmerung bei Verzehr von Gluten oder Soja noch Verbesserung bei Weglassen derselben über Tage. Allerdings bin ich ja auch erst ein halbes Jahr postflox.
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Kata
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21245

Beitragvon Kata » 08.05.2020, 22:38

Hallo an alle, die hier lesen werden,

bevor ich gefloxt wurde hatte ich keine Allergie, keine Unverträglichkeit auch keine Autoimmunerkrankung.
(Hashimoto muss noch geklärt werden)

Ich konnte immer alles essen. Ich koche sehr gerne und habe alles genießen können.
Jetzt ca 4 Monate Postflox kann ich immer weniger Lebensmittel zu mir nehmen, auch die
nicht, die ich kurz davor noch essen konnte, zB Tomate oder Nüsse.

Ein Allergie-test hat jetzt gezeigt, dass ich gegen fast alle Milchprodukte allergisch bin, außer Ziege und Schaf. Gegen Hefe, Nüsse, alle Getreide außer Dinkel, Grünkern und Einkorn. Gegen Rapsöl ebenfalls und Ei.

Eine Histamin Unverträglichkeit könnte auch sein, ich bekomme eine taube Zunge und einen tauben Hals nach der Aufnahme diverser Histamin haltiger Lebensmittel.

Sogar bei meinem flüssigen Probiotikum, dass ich vorher problemlos zu mir nahm wird meine Zunge jetzt taub.
Auf der Suche nach einem neuen Mittel fand ich heraus, dass es bei Histamin Problemen Pro-biotische Stämme gibt, die man vermeiden sollte, weil sie die Histamin Produktion des Körpers erhöhen oder Histamin selbst beinhalten. Habe es heute erhalten, fange morgen mit der Einnahme an.
Das ist alles neu für mich, ich wurschtel mich da jetzt erst hinein.

Ganz viele gute Wünsche für Euch da draußen irgendwo,
herzlichst
Kata

cf12
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21247

Beitragvon cf12 » 09.05.2020, 00:57

Hallo liebe Kata,

es tut mir sehr leid, dass Du an so vielen Unverträglichkeiten leiden musst! Der Vitamin B12 Mangel (hemmt u.a. den Histaminabbau) und Vitamin D Mangel (Vitamin D "moduliert" das Immunsystem) ist ja bereits weitgehend beseitigt. Mit 600 - 1200 mg ACC (NAC) wird der ox. Stress ein wenig reduziert (ROS/RNS hemmen u.a. die Bildung verschiedener Enzyme) und bei Bedarf kannst Du zusätzlich hochdosiertes Vitamin B2 einnehmen (Spareffekt: Glutathion).

Die Ernährung spielt auch eine große Rolle und jeder Körper reagiert verschieden. In allen Fällen ist jedoch eine low Carb (besser no Carb) Ernährung zu empfehlen: Mund zu bei KH! Eine ketogene Diät hat ein hohes therapeutisches Potential, aber sie ist nicht für jeden geeignet und man muss die Nahrungsumstellung üben. Der Eiweissanteil sollte ausreichend hoch sein (normales Gesamteiweiss, keine AS Mängel) und die Kalorien angemessen reduziert werden (Gewichtskontrolle). Bei starken Unverträglichkeiten wird in Einzelfällen fast nur noch Eiweiss vertragen.

Der Schlüssel für eine dauerhaft erfolgreiche Therapie liegt wahrscheinlich in der Verbesserung des Stoffwechsels. Es ist jedoch schwer, den Körper post Flox zu aktivieren: angepasstes Bewegungstraining (Pacing). Neben der Gabe von ACC kann man verschiedene Substanzen testen: z.B. Kreatin + AKG (weniger ROS), 5-HMF (weniger RNS), D-Ribose, Sauerstoff (max. 1 - 2 kurze Stöße aus einer kleinen Dose einatmen). In schweren Fällen wäre evtl. eine IOT zu empfehlen. Das Bewegungstraining an der frischen Luft aktiviert den Stoffwechsel (mehr Sauerstoff im Blut, Mitophagie, Bildung von Vitamin D, Licht: Serotonin Synthese). Gute Besserung! :)

Viele liebe Grüße

cf12

Moien
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21248

Beitragvon Moien » 09.05.2020, 02:49

Hallo an Alle,


Ich hab bis jetzt keine Unverträglichkeiten feststellen können, nichts löste bis jetzt Schübe aus was ich gegessen habe aber wie schon hier erwähnt könnte es ja auch noch kommen.

Hab aber von einigen Floxis aus den Ami-Gruppen gehört, dass sie sich einem Gen-Test unterzogen haben um ggf. schlummernde Unverträglichkeiten auf den Grund zu gehen und hab den auch gehört, dass Sie sich damit vor Schüben und Relaps geschützt haben.

Es kommt aber anscheinend recht häufig vor, hab jetzt wirklich mit so gefühlt 100 Leuten geredet und viele davon haben berichtet, dass sie entweder immer noch Magen/Darm Probleme haben oder extreme Unverträglichkeiten entwickelt haben.

Zum Beispiel haben mir welche erzählt, dass sie quasi Keto gegangen sind und viel Salat und co gegessen haben und dann bei ihrem GEN-Test rauskam, dass Sie keine Oxalat Reiche Ernährung verkraften.


Bei 23andme haben die den Gen-Test gemacht und dann müsste man noch von einer anderen Quelle, die sich damit auskennt auswerten lassen. Es gibt noch eine Firma in Japan, die die Auswertung gleich mit macht, aber ich hab sie leider nicht gefunden.


Und so Nebenbei bin ich auf diese Firma hier gestoßen die machen sehr viele Sachen auch Brot Low Carb und ohne Gluten, muss man nur aufpassen ist recht häufig Soja mit dabei.

https://lizza.de/collections/all/produc ... -carb-brot

lg

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nino
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21250

Beitragvon nino » 09.05.2020, 04:07

Diese Gen-Tests waren immer wieder wegen Datenschutzbedenken in der Kritik.

Hierzulande sind derartige Angebote weitgehend illegal (Ausnahme: Vom Arzt verordnet, aber das kommt selten vor, und geschieht dann über spezielle Labors im Land, nicht bei solchen Anbietern) - erlaubt ist lediglich z.B. Ahnenforschung. 23andme zum Beispiel bietet deshalb für die meisten europäischen Länder wie Deutschland nur eben dies an. Gleiches auch bei anderen Anbietern wie Ancestry (wo der Fokus aber eh schon immer auf Ahnenforschung lag). Deshalb sieht die Lage für uns hier in Deutschland weniger gut aus, und viele Anbieter bieten ihre Dienste für unsere Region garnicht an.

Ich wollte trotzdem mal den kompletten Test von 23andme machen - leider hab ich absolut keine Chance gefunden, das von Deutschland aus zu machen.

Dazu muss man sagen, dass diese Gentests alle auf Statistik beruhen ("Bei Menschen mit Störung X sieht die DNA an Stelle Y häufig so und so aus") - nicht immer ist das eine eindeutige Diagnose (aber ein guter Hinweis). Ausnahmen sind hier wieder einige Krankheiten, die man eindeutigen Genmarkern zuordnen konnte.
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21251

Beitragvon Glühwürmchen » 09.05.2020, 10:16

Bei mir wurden im letzten Jahr mehrere Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR) gefunden (Labor CEllTrend). Da sich meine Symptome seitdem ich das Fluorchinolon vor vielen Jahren genommen habe, nicht verändert hat, gehe ich davon aus, dass diese Autoimmunerkrankungen durch das Medikament ausgelöst wurden. Allerdings kann ich das nicht beweisen.
Außerdem kann ich seit der Einnahme des Medikaments nur ganz wenige Lebensmittel vertragen. Ich vermute, dass bei mir unter anderem eine Histamin- und Salicylateunverträglichkeit eine Rolle spielen. Vorher war ich gesund und konnte alles vertragen.

Moien
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21253

Beitragvon Moien » 09.05.2020, 13:39

Also ganze ehrlich Datenschutz ist mir gerade echt bei dem Thema nicht wichtig.


Und die beiden mit den ich gesprochen habe, haben sich das Kit halt aus den Staaten bestellt hier ausgefüllt und wieder zurückgeschickt aber keine Ahnung wie, die es hinbekommen haben und haben ihre Ergebnisse bekommen aber ja ich hab auch keine deutsche Firma gefunden, die das anbietet.



Glühwürmchen, darf ich dich fragen wie sich deine Unverträglichkeit bemerkbar macht? Kriegst du Schübe oder Durchfall?

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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21254

Beitragvon cf12 » 09.05.2020, 13:52

Hallo Moin,

nicht alle Genanalysen machen Sinn (Wahrscheinlichkeiten haben nur eine geringe Aussagekraft) und die Epigenetik spielt auch eine wichtige Rolle. Bei Unverträglichkeiten wären z.B. die Aminosäuren Glutamin und Tryptophan zu empfehlen. Auch die Normalisierung des Mikrobioms wäre sehr sinnvoll. :)

Viele Grüße

cf12

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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21286

Beitragvon Glühwürmchen » 10.05.2020, 16:59

Hallo Cf12,
wieso sollte man Glutamin und Thryptophan bei Unverträglichkeiten nehmen? Ich denke es ist wichtig herauszufinden, was man vertragen kann und was nicht und diese Dinge dann zu meiden.

Glühwürmchen
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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21287

Beitragvon Glühwürmchen » 10.05.2020, 17:04

@Moien
Ich bekomme Symptome, wie am Anfang, nachdem ich die Tablette genommen habe und ich reagiere dann auf noch mehr Stoffe. Die Gefahr ist, dass ich in einen Teufelskreis reingerate und immer weniger vertragen kann.
Bei mir ist es ähnlich wie bei Narkolepsie/Kataplexie. Meine Muskeln versagen und ich bin fast ganz gelähmt und kann auch nicht sprechen. Der Darm ist bei mir kein Problem.

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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21305

Beitragvon cf12 » 10.05.2020, 22:41

Hallo Glühwürmchen,

viele Unverträglichkeiten werden u.a. durch die Schädigung der Darmschleimhaut sowie des Mikrobioms verursacht. Durch die tägliche Gabe von 5 - 10 g Glutamin kann die Schleimhaut im Dünndarm besser ausheilen und Typtophan stärkt u.a. das Immunsystem/Mikrobiom. Gute Besserung! :)

Viele Grüße und einen schönen Sonntag Abend

cf12

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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21306

Beitragvon Glühwürmchen » 11.05.2020, 02:41

Glutamin - Glu
Zitat aus dem Chemielexikon Römpp
"...während Glu selbst im Gehirn als einer der hauptsächlichen exzitator. Neurotransmitter fungiert (Öffnung von Kationen-Kanälen, s. Glutamat-Rezeptoren), andererseits unter gewissen Bedingungen aber auch tox. auf Nervenzellen wirkt..."
RÖMPP CD 2006 - Copyright © 2006 Georg Thieme Verlag KG. Alle Rechte vorbehalten.


Tryptophan
Es führen 2 Wege vom Tryptophan ab
1) Serotonin und anschließend zu Melatonin
2)Beim Kynureninpfad wird Chinolinsäure gebildet, die den NMDA Rezeptor aktiviert. Das ist der Mechanismus, der auch bei den Fluorchinolonen eine Rolle spielt und da zu neurotoxischen Wirkungen führt.

Man kann nicht im voraus wissen, welcher Weg des Abbaus von Tryptophans eingeschlagen wird. Viele von uns kämpfen mit Depressionen und das ist ein Mangel an Serotonin. Deshalb ist es in solchen Fällen wahrscheinlich, dass der Kynureninpfad genommen wird. Deshalb sollte man vorsichtig sein und sich immer gut informieren, wie ein Mittel wirkt und vor allem was es für Risiken gibt.

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Re: Autoimmunreaktionen und Flox

#21325

Beitragvon Mitochondrion » 11.05.2020, 19:26

Danke für Eure Beteiligung an dem Thema und für's teilen Eurer Erfahrungen.

NiewiederCipro hat geschrieben:Ich habe seit Flox eine Unverträglichkeit gegen Tofu bekommen. Vor Flox konnte ich Berge davon essen. Seit Flox bekomme ich schlimme Neuropathien. Habe vor ca. einem Jahr (bin jetzt 26 Monate postflox!) noch mal eine größere Menge Tofu gegessen. Ergebnis war zwei Wochen stärkste Nervenschmerzen. Dann im vergangenen Oktober noch mal rangetraut (dachte ja, das kann nicht sein), habe extra nur ein ganz kleines Stück gegessen, vielleicht 5x5cm groß. Ergebnis: 2,5 Monate(!!!) schlimme Nervenschmerzen.

Andere Floxis berichteten mir auch von ihrer Unverträglichkeit gegen Soja (=Tofu) seit Flox.

Vielleicht kommt das bei Dir noch hinzu?


Hallo Pia. Tut mir leid, dass Dir der Tofu so viel (zusätzliche Schmerzen) auf deinem Weg bereitet hat. Zum Glück war der Schub rückgängig. Es ist schon beängstigend, dass ein paar Lebensmittel derart starke Schübe auslösen können, zumal Soja- und Weizenprotein in sehr vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten ist. Etwas zu essen, was man nicht selbst hergestellt/gekocht und geprüft hat wird somit zum russischen Roulette. Es wäre weniger schlimm, wenn es "nur" ein aufgeblähter Bauch, oder Durchfall für einen Tag wäre. Aber wie Glühwürmchen sagt, der Darm selbst ist (oder macht) bei vielen von uns keine Probleme. Stattdessen besteht nun das Risiko, von einer Tofuwurst im Rollstuhl zu landen - das glaubt einem keiner. Kann sein, dass eine Sojaunverträglichkeit bei mir auch noch hinzukommt - Sojamilch hatte ich jedoch (zumindest bisher) immer gut vertragen.

Bevor ich den Gluten-Unfall hatte, hatte ich bemerkt, dass ich (plötzlich) auch auf Kollagen mit Sehnen- und Nervenschmerzen reagierte. Die Anzahl an Unverträglichkeiten auf bestimme Eiweiße scheint also zuzunehmen und plötzlich scheint alles risikoreich. Momentan bekomme ich - innerhalb des progressiven (mir mittlerweile Angst machenden) Dauerschubes seit Gluten - nach jeder Nahrungsaufnahme (KH unabhängig) nochmals einen Extra-Schub - auch auf Sachen, die ich vertrage. Dies macht es schwer hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein aufwendiger Labortest könnte hier vielleicht Aufschluss geben.

Eine konsequente lektinfreie Diät scheint mir derzeit am sichersten. Lg Mito

Ich wollte trotzdem mal den kompletten Test von 23andme machen - leider hab ich absolut keine Chance gefunden, das von Deutschland aus zu machen.


Hallo nino. Du brauchst nicht den kompletten Test von 23andme machen. Die Rohdaten von 23andme reichen. Die relevantesten genetischen Variationen kannst Du manuell z.B mit Unterstützung von geneticlifehacks.com prüfen. Auch bei foundmyfitness.com kannst Du (kostenlos) Deine Rohdaten hochladen und eine Analyse der wichtigsten SNPs erhalten. Mit SNP-Browsern wie Codegen.eu oder Promethease.com kann man dann noch tiefer graben, falls man das möchte. Lg Mito


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