Buchtipp

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Schorsch
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Re: Buchtipp

#1701

Beitragvon Schorsch » 21.09.2017, 17:00

Hallo Maximus,

wieso vermutest haben die eine direkte Begutachtung abgelehnt und nur nach Aktenlage machen wollen ?
Du musst ja dort theoretisch nur vorstellig werden und hast den Stress auf deiner Seite.
Aja die wollen vermutlich keinen Menschen vor Augen haben, um später kein schlechtes Gewissen zu bekommen wenn Sie arschig sind was Sie zu 99 % sind und zuvor schon wollen.

Ich werde diesen Weg sicherlich auch gehen bei meiner Behandlungsfehlerklage, da ich nicht auf einen Vergleich aus bin und es auch null einsehe in irgend einer Weise nachzugeben. Ich würde am liebsten jedoch den Hersteller selbst wegen Betrug verklagen. Von dauerhaften Schäden steht nix im BPZ, obwohl die Sache wissenschaftlich belegt und klar ist. Mir das sogar absurder Weise am Telefon vom Hersteller bestätigt wird. Die USA ist uns hier vor raus mit FDA und auch mit Rechtsprechung gegen Hersteller. Gut anderes Rechtssystem und Option der Sammelklage. Aber theoretisch sollte hier gleiche Strategie möglich sein.

Gruß Schorsch



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Maximus
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Re: Buchtipp

#1702

Beitragvon Maximus » 21.09.2017, 17:18

Hallo Schorsch,

Klage gegen den Hersteller nach ProdHaftG ( Produkthaftungsgesetz ) :

Folgende Anspruchsvoraussetzungen sind zu beachten:
1. Es muss ein fehlerhaftes Produkt vorliegen.
2. Darüber hinaus ist erforderlich, dass der Schaden (Gesundheitsschaden) auf das Produkt zurückzuführen ist.
3. Für den Fehler, den Schaden und den ursächlichen Zusammenhang zwischen beiden ist der Geschädigte beweispflichtig (§1 Abs. 4 ProdHaftG).

4. Achtung : Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre (§12 ProdHaftG). Sie beginnt, wenn der Geschädigte von dem Schaden, dem Fehler
und dem Ersatzpflichtigen Kenntnis erlangt oder hätte erlangen müssen.

Beweise :

zu 1.
Die Gebrauchsinformation (Beipackzettel) und die Fachinformation als wesentliche Bestandteile des Produktes sind fehlerhaft.
Insbesondere wird nicht deutlich genug auf "bleibende" Schäden, insbesondere der Sehnen, hingewiesen.
Hätte der Hersteller deutlich genug auf "bleibende" Schäden hingewiesen, hätte der Geschädigte den Einsatz dieses Produkts
abgelehnt. Das war auch dem Hersteller klar . Der Hersteller hat daher aus reiner Profitgier die Nebenwirkungen verharmlost.

zu 2.
Der Gesundheitsschaden wurde durch das Produkt verursacht : Beweis: MDK Gutachten

zu 3.
Der ursächliche Zusammenhang Fluorchinolone Gesundheistsschaden an die Sehnen, ist u.a. durch Dissertationen bewiesen.
z.B. http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servl ... .11.13.pdf

Ja, eine Produkthaftungsklage gegen den Hersteller wäre möglich.
Ausgang.. hmm ...kann ich nicht vorhersagen.
Eine Rechtsschutzversicherung sollte man daher schon haben.

zu 4.
Um Ansprüche nicht durch Verjährung zu verlieren, müsste man zudem gegen beide also Arzt und Hersteller zeitgleich klagen.

Gruß
Maximus


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