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Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

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Krabiwi
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Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#9995

Beitragvon Krabiwi » 17.02.2019, 03:42

Im folgenden werde ich folgenden Artikel kommentieren:

http://www.spiegel.de/spiegel/mitochond ... 67104.html


Vorweg, sicherlich gibt es Therapeuten die auf den Zug aufspringen und Mt-Therapie anbieten weil es immer mehr im kommen und wissenschaftlich untermauert ist, obwohl sie die komplexe Biochemie der Mt nicht ansatzweise verstanden haben und lediglich mitverdienen wollen. Es gibt wie überall schwarze Schafe, außerdem kann man die bisherigen Therapieansätze selbst ganz einfach durchführen.

"Fast jeder kennt sie noch aus dem Biologieunterricht, wenn die Zelle durchgenommen wird: jene kleinen, ovalen Gebilde, die Mitochondrien, oft auch Kraftwerke der Zelle genannt. In ihnen werden Fette und Kohlenhydrate verbrannt - so wird Energie für den Körper erzeugt."

Oval und isoliert sind Mt nur in Zellen mit wenig Mt. In Mt-reichen Organen dagegen sind Mt miteinander fusioniert und fadenförmig um den Nukleus angeordnet, zumindest solange bis z.B. ein Fluorchinolone-AB eingenommen wird, dann teilen (Fission) sich diese.

Auch der Sauerstoff wird in den Mt benötigt, sprich wir essen und atmen ausschließlich für die Mt. Bleibt der Sauerstoff für mehrere Minuten aus, versagen die Mt und wir sterben.


"Jedes Nervensignal, jeder Herz- oder Wimpernschlag, letztlich auch jeder Gedanke braucht die Power aus den Mitochondrien. Stellten die Zellorganellen plötzlich die Arbeit ein, würde der Körper liegen bleiben wie ein Auto, dem das Benzin ausgegangen ist."

Jedes Enzym und auch das Zellwachstum benötigt ATP aus den Mt. Die Metapher mit dem Autovergleich ist schlecht gewählt, wenn dem Auto das Benzin ausgeht kann man nachtanken: aber wenn die Mt die Arbeit einstellen, würde der Körper nicht liegen bleiben wie ein Auto, sondern sterben. Sprich Organe funktionieren unter ATP-Mangel nicht mehr korrekt bis hin zum Versagen


" Kein Wunder also, dass sich Forscher für Mitochondrien interessieren. Ihre große Hoffnung: eines Tages mit ihrer Hilfe Krankheiten heilen zu können."

Verwechselung von Ursache und Wirkung, Krankheiten und Symptome entstehen wegen kranken Organen, kranke Organe entstehen wegen kranken Zellen und kranke Zellen entstehen wegen kranken Zellorganellen (u.a. Mt), kranke Zellorganellen entstehen u.a. wegen Genetik, ROS, oxidierter nDNA sowie mtDNA und somit ATP-Mangel.

" Doch nun haben Alternativmediziner und Heilpraktiker die Mitochondrien für sich entdeckt. Sie behaupten, das zu können, wovon die Wissenschaft noch träumt: kurieren. "

Die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass u.a. das Fasten Mt kuriert und Ketose die ROS reduziert. Dafür gab es 2016 den Nobelpreis.


" Zahlreiche Praxen werben im Internet mit dem neuen Trend, behaupten "Burn-out beginnt in den Mitochondrien", wollen "die volle Zellkraftwerkspower wiederherstellen".

Burnout ist nur die Bezeichnung für ein spürbares Symptom, die biochemische Ursache liegt auch hier m oxidativen Stress der Nervenzellen und dieser entsteht in den beschädigten Mt.


"Die Botschaft klingt ja einleuchtend: Sie fühlen sich stets müde, abgeschlagen? Na klar, die Kraftwerke der Zelle sind schuld! Sie können sich kaum konzentrieren, haben keine Kraft mehr, sind depressiv? Bestimmt tragen Sie eine Mito-Malaise mit sich herum. "

Polemik. Aber ja, zunehmende Müdigkeit, steigendes Kälteempfinden sind die ersten Vorboten einer progressiven sekundären Mitochondriopathie, eben weil die ATP-Produktion stetig sinkt.


"Auch für Probleme und Krankheiten wie Migräne, Reizdarm, unerfüllten Kinderwunsch, Diabetes, häufige Infekte und Übergewicht werden kaputte Mitochondrien verantwortlich gemacht. Doch was ist dran?"

Auch hier wieder, alles nur Symptome aber nicht die biochemische Ursache in den Zellen. Auch hier die Kausalkette:
oxidierte mtDNA / Nährstoffmangel -> Schwache Mt -> schwache Zellen -> schwaches Organ -> Symptom (Migräne, Unfruchtbarkeit, Diabetes, etc)


" Die Angebote der "Mito-Medizin" haben vor allem eines gemeinsam: Sie sind teuer und müssen in aller Regel selbst bezahlt werden. Zunächst der Labortest, um die "mitochondriale Dysfunktion" zu diagnostizieren, "

Dass die Krankenkassen die Therapie nicht übernehmen, dafür kann die Mito-Medizin nichts.
Das testen eines Nährstoffes wie Magnesium kostet rund 3 EUR. Vitamin B12 und D 20-30 EUR.
Die ultimative Mito-Therapie, das Fasten sowie low carb, kostet sogar gar nichts. Kann man bequem zuhause ohne ärztliche Unterstützung umsetzen.

" und danach die Therapie, meist teure Nahrungsergänzungsmittel, die den schlappen Mitochondrien wieder Leben einhauchen sollen."

Alle Vitamine und Spurenelemente sind Cofaktoren der Mt-Atmungskette (OXPHOS) und des Krebzyklus, bei einem potenziellen Mangel an diesen Cofaktoren funktionieren die biochemischen Prozesse in den Mt logischerweise nicht.

Den Jahresvorrat für Vitamine und Spurenelemente gibt es ab 19 EUR.
Zum Vergleich, die Packung Fluorchinolone kostet rund 30 EUR wird aber zu unserem Unglück von der Krankenkasse gedeckt und wir zahlen mit unserer Gesundheit.


"mitochondriale Dysfunktion"

Warum in Anführungszeichen? Die primäre und sekundäre Mitochondriopathien sind auf molekularer Ebene bis ins Atom und Elektron belegte Pathologien. O2- gibt das überschüssige Elektron an die Aminosäuresequenzen der mtDNA ab und verändert somit die chemischen Eigenschaften der mtDNA was zu fehlerhaften Atmungskettenenzymen und somit weniger ATP und mehr ROS führt.
Ist von der WHO unter ICD-10-CM E88.40 als Mitochondrial metabolism disorder definiert.


" Seriöse Wissenschaftler sind alarmiert. Durch die Quacksalberei, fürchtet der Experte Hans Zischka, könnte das ganze Forschungsgebiet in Verruf geraten. Der Forscher vom Institut für Molekulare Toxikologie und Pharmakologie am Helmholtz Zentrum in München untersucht seit Jahrzehnten, welche Stoffe Mitochondrien schädigen können. "

Der Experte Zischka vom " Institut für Molekulare Toxikologie und Pharmakologie am Helmholtz Zentrum", das lässt gewisse Verflechtungen erahnen.

" untersucht seit Jahrzehnten, welche Stoffe Mitochondrien schädigen können."

Nachweislich alle Medikamente, selbst die harmlosen wie Paracetamol, Ibuprofen und Aspirin. Das weiß auch der sog. Experte Zischka und er weiß auch dass wenn das die Runde macht, die gesamte pharmazeutische Schulmedizin wirtschaftlich gefährdet ist.


""Die ganze Disziplin steht am Scheideweg", sagt Zischka. Zwar sei nicht alles, was die Alternativmedizin behaupte, Unsinn."

Es ist keine Alternativmedizin sondern die biochemisch belegte Medizin, die die Ursachen in den Zellen angeht statt nur Pharmazeutika auf die äußeren Symptome zu werfen, die bestenfalls Symptome lindern aber nie die Ursache heilen.

" Nur verhalte sich die Sache eben viel, viel komplizierter - und etliche wichtige Fragen ließen sich noch nicht beantworten. "Wenn dann die harte Wissenschaftlichkeit fehlt", sagt Zischka, "sind Sie schnell im Bereich Voodoo.""

Es gab 2016 den Nobelpreis für die ultimative Mito-Medizin, das Fasten, Zischka betreibt hier Verleumdung dieser "harten" wissenschaftlichen Erkenntnisse und Auszeichnungen.
Hier hat womöglich jemand Angst um die Forschungsgelder von Bayer, Merck und Co..

" Carsten Culmsee, Pharmazieprofessor an der Philipps-Universität Marburg, hält die Formel "Erschöpfung gleich Mitochondrienleiden" für eine grobe und unzulässige Vereinfachung. "

Abermals Pharma. Es besteht ein Interessenkonflikt zwischen symptombasierter Pharma-Medizin und ursachenbasierter sowie präventiver Mito-Medizin.

""Was die Rolle der Mitochondrien bei Erkrankungsprozessen angeht, befinden wir uns noch in der Grundlagenforschung."

Sicherlich müssen noch viele Details erforscht werden, die ersten wesentlichen und generellen Erkenntnisse sind jedoch gesichert, Mt sind an 70% aller Erkrankungen direkt oder indirekt beteiligt. Was auch logisch ist, da biochemisch ohne ATP nichts aber auch gar nichts abläuft.


[i]"Anerkannt von der Medizin sind bislang vor allem mitochondriale Erkrankungen, die durch Mutationen im Erbgut entstehen und bei den Betroffenen schwere Schäden an Muskeln, am Nervensystem oder an anderen Organen hervorrufen, wie etwa jene Krankheit, an der kürzlich in Großbritannien das Baby Charlie Gard verstarb. Dessen Fall ging durch die Presse, weil seine Eltern vor Gericht eine experimentelle Therapie in den USA erstreiten wollten."[/i]

Wer die sekundäre Mitochondriopathie leugnet hat entweder keine Ahnung von Biochemie oder anderweitige Interessen.


"Der Kinderarzt Markus Schülke von der Berliner Charité ist auf solche Mitochondriopathien spezialisiert und behandelt erkrankte Kinder in einer Spezialsprechstunde. Ein- bis zweimal pro Monat kommen auch Erwachsene zu ihm, die bei einem Mitochondrienheiler waren und von Schülke eine Zweitmeinung wollen. "Ich sage ihnen, dass sie ihr Geld verschwenden", sagt der Kinderarzt. Die alternative Mitochondrienmedizin sei ein "Paralleluniversum", bestimmt von dem Wunschdenken, die "Ursache für alle Zivilisationskrankheiten gefunden zu haben"."

Auch hier sollte sich der auf primäre Mtpathien spezialisierte Kinderarzt dringend mit dem Nobelpreis 2016 befassen um seine fachlichen Defizite zu beseitigen.

"Zugleich ist in den Labors der Wissenschaftler inzwischen klar geworden, dass sich Funktionsstörungen der Mitochondrien durchaus bei vielen Leiden feststellen lassen, beispielsweise bei Parkinson, Amyotropher Lateralsklerose, Depressionen, Diabetes oder Krebs. "Mitochondrien sind das Drehkreuz für fast alle biochemischen Stoffwechselwege", sagt Volkmar Weissig, Professor für Pharmakologie an der Midwestern University im US-Bundesstaat Arizona und Präsident der World Mitochondria Society. "Kurz gesagt: Es gibt wahrscheinlich kaum eine Erkrankung, an der die Mitochondrien nicht irgendwie beteiligt sind."

Den Absatz kann man so stehen lassen.


"Doch anders als alternative, selbst ernannte "Mito-Mediziner", die in kaputten Zellkraftwerken die Wurzel allen Leidens sehen, zweifeln seriöse Wissenschaftler, ob Mitochondriendefekte die Krankheit auslösen - ebenso gut könnte es sich um Kollateralschäden handeln. "Es ist nicht klar, was die erste Ursache ist", sagt Alessandro Prigione, Mitochondrienforscher am Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin. "Das ist einer der Schlüsselpunkte, an denen weiter geforscht werden sollte."

Die eigentliche Ursache für Erkrankungen sind in der Tat nicht die Mt sondern die Umwelteinflüsse welche die mtDNA schädigen, wie Medikamente, kohlenhydratreiche Ernährung, Strahlung und Stress etc. FQAD kann man durchaus als Kollateralschaden der pharmazeutischen Schulmedizin bezeichnen.


"Tatsächlich sind viele Fragen noch offen, und Therapien gegen Alzheimer, Diabetes oder Krebs, die an den Mitochondrien ansetzen, sind zwar denkbar, liegen aber in weiter Ferne - wenn sie überhaupt jemals Wirklichkeit werden."

Ist längst Wirklichkeit mittels low carb, Fasten und Mitophagie, siehe auch hier den Nobelpreis 2016. Sobald die Schäden zu groß sind ist eine Therapie schwierig, daher liegt das größte Potenzial der Mt-Medizin in der Prävention so dass diese Krankheiten gar nicht erst entstehen, aber daran verdienen Ärzte und Pharma nichts.

Mitotherapie ist weniger eine Therapie als lediglich der Ansatz zu den Wurzeln der menschlichen Evolution zurückzufinden. Nährstoffreiche low carb Ernährung aus Nüssen, Gemüse, Samen und etwas Obst, kombiniert mit Phasen des Mangels, dazu ausreichend Bewegung und Meidung von modernen Umweltgiften wie Medikamente, Nahrungszusätze und Strahlung.

"Ähnlich unsicher sieht es bei der Diagnostik aus. Zahlreiche alternativmedizinische Praxen behaupten auf ihren Websites, die Mitochondrienfunktion mit einem Bluttest messen zu können. Wissenschaftler halten genau das derzeit noch für ein großes Problem. "Was wirklich fehlt", sagt Hans Zischka, "ist eine verlässliche Labordiagnostik."

Kann man so stehen lassen, die Diagnostik ist schwierig, da man komplexe intrazelluläre Vorgänge abbilden muss und daher Blutwerte maximal interpretieren kann.

"Noch schlimmer ist die Situation bei der Therapie. Alternativmediziner empfehlen neben allgemeinen Maßnahmen wie einer Ernährungsumstellung, weniger Stress, mehr Bewegung und mehr Schlaf (immerhin Maßnahmen, die nicht schaden können) vor allem eine Therapie mit Spurenelementen, Vitaminen und teuren Nahrungsergänzungsmitteln wie etwa Coenzym Q10."

Meine Jahrespackung Q10 kostet 29 EUR, teuer ist relativ. Die Schäden der pharmazeutischen Schuldmedizin sind teurer, diese kosten neben Geld die Gesundheit.


"Es ist der Patient, der diese Mittel bezahlen muss. Etwa 20 Euro kosten 120 Kapseln Vitamin B12 bei einem Internetversand, rund 30 Euro muss man für 60 Kapseln L-Cystein hinlegen und fast 50 Euro für 60 Kapseln Ubiquinol, einer Coenzym-Q10-Form mit, so behauptet der Hersteller, besonders guter "Bioverfügbarkeit". Qualitativ hochwertige Studien, die belegen, dass diese Substanzen wirken, gibt es nicht."
Q10 z.B. ist ein elementarer Cofaktor der Atmungskette sowie der Superoxidoxidase. Q10-Tests beweisen, dass die Ergänzung von Q10 den Blutspiegel therapeutisch wirksam erhöht.


"Schlimmer noch: Die Behandlung könnte sogar massiv schaden. "Wenn jemand Krebs hat, vielleicht ohne es zu wissen, booste ich dann vielleicht mit der Therapie vor allem die Mitochondrien in den Krebszellen?", fragt Zischka. "Das weiß niemand." Die Bedeutung der Mitochondrien sei zentral. "Da einzugreifen muss mit äußerster Vorsicht erfolgen."

Unfundierte Angst- und Panikmache. Bitte informieren für was es 2016 den Nobelpreis gab, das sollte man als Mediziner doch mitgekriegt haben. Dann die Studien bzgl. Fastenstoffwechsel (ketogen) und dessen Auswirkung auf Krebszellen studieren.
Außerdem nimmt man die Nährstoffe täglich über die Nahrung zu sich und die Ergänzung sollte hochdosiert nur bei Mangel oder erhöhtem Bedarf erfolgen.

"Dringend solle die Mitochondrienmedizin deshalb ihre Empfehlungen durch hochwertige Studien untermauern. Dabei müssten gute Forscher helfen, meint Volkmar Weissig. "Ich verstehe, dass seriöse Ärzte sich von Quacksalbern, die fragwürdige Mito-Medizin betreiben, distanzieren wollen", sagt er."
"Aber wer wisse das schon, manchmal sei ja auch ein Körnchen Wahrheit in dem, was Scharlatane tun. "Deshalb darf ihnen die Wissenschaft bei so einem wichtigen Thema nicht das Feld überlassen."


Das Problem ist doch, dass großangelegte klinische Therapiestudien teuer sind und das Geld bei den Konzernen liegt, welche kein Interesse daran haben Projekte zu finanzieren an denen nichts zu verdienen ist. Bei Mito-Medizin lässt sich nichts patentieren, beim Fasten kann man keine Medikamente verkaufen, am gesunden Menschen verdient weder der Arzt noch Pharma etwas. Also ist es viel lukrativer den Menschen mittels Medikamenten langsam aber stetig die Mitochondrien zu zerstören um diese krank und zu lebenslangen Kunden zu machen. Unterm strich ein profitmaximierendes Geschäftsmodell.


Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Krabiwi
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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#9996

Beitragvon Krabiwi » 17.02.2019, 04:00

Ich habe übrigens Mito-Net und auch dem sog. Experten Zischka das folgende aufs Auge gedrückt, bisher ohne Reaktion, da es womöglich nicht ins Weltbild bzw. dem der Geldgeber passt:

Sehr geehrter Hr. Prof. Dr. Zischka,

als Betroffener einer sek. Mitochondriopathie bin ich in einem Selbsthilfeforum aktiv und trage Studien und Therapieansätze zusammen. Forschen Sie auch an medikamenteninduzierten sek. Mitochondriopathien?

In jüngsten Studien wurde u.a. nachgewiesen, dass Ciprofloxacin die Topoisomerase 2 der Mt hemmt und unter bestimmten Umständen mittels oxidativem Stress und Oxidation der mtDNA zu schweren und chronischen multisymptomatischen Nebenwirkungen führt.

"Mitochondrien: Massive DNA-Schäden durch Ciprofloxacin"
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... ofloxacin/


"Ciprofloxacin impairs mitochondrial DNA replication initiation through inhibition of Topoisomerase 2"

https://academic.oup.com/nar/article/46/18/9625/5088042


"Bactericidal Antibiotics Induce Mitochondrial Dysfunction and Oxidative Damage in Mammalian Cells"
nihms-509241-f0003.jpg



https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3760005/

Mit besten Grüßen
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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cf12
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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10005

Beitragvon cf12 » 17.02.2019, 14:08

Hallo Krabiwi,

sehr gut und ich habe dem nichts hinzuzufügen. :)

Viele Grüße und einen schönen Sonntag

cf12

carisi
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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10007

Beitragvon carisi » 17.02.2019, 15:32

Krabiwi hat geschrieben:Dann die Studien bzgl. Fastenstoffwechsel (ketogen) und dessen Auswirkung auf Krebszellen studieren.


Hallo Krabiwi,

ich lese hier schon länger mit und schätze vor allem deine Beiträge auf Grund deines umfangreichen biochemischen Wissens.

Bezüglich obigem Zitat gibt es jedoch auch gegenteiliige Erkenntnisse:

"Stand 2018: Krebszellen mögen auch Fettsäuren

Mittlerweile erscheinen auf Wissenschaftsmagazinen in aller Regelmäßigkeit Artikel über Forschungen, die zeigen, dass Tumorzellen neben Glukose auch gerne andere Substrate zur Energiegewinnung nutzen.

Im besten Journal, Nature, erschien vor ein paar Wochen so ein Artikel. Dort lesen wir:

"Während die Prinzipien, die die Abhängigkeit von Glukose in Krebszellen regulieren, in anderen Arbeiten ausgiebig erläutert wurden, verstehen wir immer noch nicht ganz, welche Strategien Krebszellen in Gegenwart von anderen Nährstoffen nutzen, um sich zu speisen. Neben der Glykolyse (= Zuckerabbau) können Krebszellen auch andere Stoffwechselwege nutzen, etwa die Fettsäureoxidation. Neue Studien zeigen, dass Fette aus benachbartem Fettgewebe, Lipoproteine, Lysophospholipiden und intrazellulärem Speicherfett das Potenzial haben, die Lebensfähigkeit und das Wachstum von Krebszellen zu erhalten. Die Fettsäureoxidation liefert pro Mol oxidiertem Substrat viel mehr ATP als die Oxidation anderer Nährstoffe, wie Aminosäuren oder Glukose. Beispielsweise nutzen Prostatakrebs und B-Zell-Lymphome die Fettsäureoxidation als Hauptquelle der Energieproduktion und bilden Enzyme der Fettsäureoxidation auf hohem Niveau, auch bei Nährstoffüberfluss (= bei Zucker-Verfügbarkeit)."
(Cell Death Dis. 2018 Feb 14;9(2):228. doi: 10.1038/s41419-018-0313-7.)

Woanders lesen wir:

“Wir wissen, dass nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Krebszellen, die in den Blutkreislauf gelangen, in der Lage sind, Metastasen zu bilden. Wir glauben, dass die Krebszellen, die in der Lage sind, Metastasen zu bilden, den Fettzellen am ähnlichsten sind. Sie können entweder Fettdepots zur Energiegewinnung nutzen, ihre Zellmembranen aufbauen oder Signalstoffe herstellen – oder das alles gleichzeitig“, sagt Doktorandin Julien Menard, die Leitautorin des Forschungsartikels.
(Cancer Res. 2016 Aug 15;76(16):4828-40. doi: 10.1158/0008-5472.CAN-15-2831. Epub 2016 May 19.)

Jahre vorher lesen wir in einer Arbeit von Lisanti und Kollegen:

"So wie Ketone unter den Bedingungen der Ischämie im Herzen und im Gehirn ein “Super-Kraftstoff” sind, könnten sie während der Tumorentstehung eine ähnliche Funktion erfüllen, da der hypoxische Tumor seine Blutversorgung übersteigt. Keton-Produktion in Stroma-Zellen könnte die Notwendigkeit einer Tumor-Angiogenese überflüssig machen. Sobald Ketone produziert und aus Stromazellen freigesetzt werden, können sie von Epithelkrebszellen wiederverwendet werden, wo sie wie Laktat direkt in den TCA-Zyklus gelangen können. In diesem Sinne sind Ketone ein stärkerer mitochondrialer Brennstoff als Laktat.

So können unsere aktuellen Beobachtungen auch den engen und sich abzeichnenden Zusammenhang zwischen Diabetes und Krebsanfälligkeit erklären. Eine Reihe von eleganten Studien wurden in Maus-Tiermodellen durchgeführt, um diesen Zusammenhang und die chemische Induktion von Diabetes bei Ratten mit Streptozocin zu untersuchen, die ausreichen, um das Tumorwachstum zu fördern. Auch das akute Fasten in Nagetier-Modellen reicht aus, um das Tumorwachstum dramatisch zu steigern. Beide dieser experimentellen Bedingungen (Diabetes und Fasten/Hungern) sind als hochgradig ketogen bekannt und stehen somit im Einklang mit unserer aktuellen Hypothese, dass die Ketonproduktion das Tumorwachstum fördert. Angesichts unserer aktuellen Erkenntnisse, dass Ketone das Tumorwachstum erhöhen, sollten Krebspatienten und ihre Ernährungsberater den Einsatz einer “ketogenen Ernährung” als eine Form der Krebstherapie überdenken."
(Cell Cycle. 2012 Nov 1;11(21):3964-71. doi: 10.4161/cc.22137. Epub 2012 Sep 19.)


Schauen wir uns dazu mal die Daten von Sauer an. Der hat uns nämlich schon vor über 30 Jahren mit wertvollem Wissen versorgt. Ich zitiere:

"Erhöhte Tumorwachstumsraten und der Einbau von Thymidin in die Tumor-DNA korrelierten eng mit den höheren zirkulierenden Nährstoffkonzentrationen."
(Cancer Res. 1987 Feb 15;47(4):1065-8.)

Er fand also heraus, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Tumorwachstum und der Verfügbarkeit von Nährstoffen im Blut gibt. Vereinfacht: je mehr Nährstoffe im Blut, umso besser das Tumorwachstum.

Doch um welche Nährstoffe handelte es sich dabei? Nun: Sauer stellte schon ein Jahr davor fest, dass Tumore um den Faktor 3 bis 4 schneller wachsen, wenn Tiere … fasten müssen. Das Wiederzuführen von Nahrung verlangsamte das Tumorwachstum. Er stellte fest: Eine positive Wachstumsreaktion im Tumor erforderte eine Lipolyse (Fettsäure-Freisetzung) und Ketose im Tier. (Cancer Res. 1986 Jul;46(7):3469-75.)

[...]

Sauer gab uns einen wertvollen Hinweis: Krebs-Prävention mit Hilfe der Ernährung und des Lebensstils dürfte in erster Linie heißen, die Fettspeicher klein zu halten. Möglicherweise unerreichbar klein, weswegen man sich fragen sollte, ob das ein praktikabler Ansatz ist.
Wohlgemerkt: Prävention. Das Fasten oder ketogene Diäten zu beginnen, wenn der Krebs schon da ist, dürfte dank der hohen Fettsäure-Konzentration im Blut, bedingt durch die hohe Fettmasse normaler Menschen, in den vielen Fällen (= nicht immer!) kontraproduktiv sein. Und genau deshalb wird eine ketogene Diät niemals durchschlagende Erfolge zeigen
Unterm Strich also: Möglicherweise funktioniert so ein Ansatz nur dann, wenn durch eine chronische Kalorienrestriktion sowohl Blutzucker-, als auch die Spiegel der Fettsäuren und Ketonkörper im Blut abfallen. Und um das zu erreichen, ist es egal, ob man Fette oder Kohlenhydrate vom Speiseplan streicht. Fakt ist: Man muss sehr, sehr schlank werden.

Übrigens: 2007 schob Sauer noch ein paar nette Anekdoten hinterher:

Die Entwicklung einer Ernährungsform, die eine adäquate Versorgung und eine wirksame Krebsvorsorge gewährleistet, ist ein wichtiges Ziel in der Ernährungs- und Krebsforschung. Ein verwirrender Aspekt der diätetischen Kontrolle des Tumorwachstums ist die Tatsache, dass einige Nährstoffe das Tumorwachstum hochregulieren können, während andere Nährstoffe und Nichtnährstoffe das Wachstum herunterregulieren. Sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsregler können im gleichen Lebensmittel vorhanden sein.

Besonders die “essentielle Fettsäure” Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure, wirke beschleunigend:
Linolsäure (LA), eine essentielle n-6 mehrfach ungesättigte Fettsäure (PUFA), wurde als Wirkstoff im Nahrungsfett identifiziert, der für eine Hochregulierung des Tumorwachstums in vivo verantwortlich ist.

Die Lösung:

Dazu gehören vier Gruppen lipophiler Wirkstoffe: Omega-3-Fettsäuren, Melatonin, konjugierte LA-Isomere und trans-Fettsäuren. Jeder dieser Wirkstoffe aktivierte einen inhibitorischen G-Protein-gekoppelten Rezeptor-vermittelten Weg, der spezifisch die Aufnahme von gesättigten, einfach ungesättigten und n-6 PUFAs in den Tumor unterdrückte, wodurch ein früher Schritt im LA-abhängigen wachstumsfördernden Weg gehemmt wurde.
(J Nutr Biochem. 2007 Oct;18(10):637-49. Epub 2007 Apr 5.)"
https://edubily.de/2018/06/nicht-mit-ke ... ushungern/


Im Sinne dieses Forums ist dein Hinweis natürlich trotzdem nicht falsch - immerhin hilft ketogene Ernährung die Funktion der Mitochondrien wiederherzustellen. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24847102

In Bezug auf Krebs ist es jedoch nicht ganz so einfach. Wie aus den Zitaten ersichtlich, haben Krebszellen nicht selten sogar sehr funktionsfähige Mitochondrien und können deshalb auch Fettsäuren zur Energiegewinnung nutzen.

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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10009

Beitragvon Krabiwi » 17.02.2019, 19:26

Danke für die Ergänzung. Krebs ist auch nur die Bezeichnung eines Symptoms, die biochemische Ursache liegt in einer Mutation der Nukleus-DNA, zumeist durch freie Radikale welche die Basenpaare der DNA oxidieren (welche u.a. bei Glucose erhöht sind und somit erhöht die KH-reiche Ernährung logischerweise das Krebsrisiko), der Apoptose-Signalweg wird blockiert, was ein ungehemmtes Wachstum der mutierten Zelle zur Folge hat.

Sicherlich ist es nicht schwarz/weiß und Krebs ist nicht gleich Krebs, es gibt verschiedene Arten der nDNA-Mutationen die sich biochemisch unterschiedlich verhalten. Daher gibt es immer Vor- und Nachteile, die Frage ist was von beidem überwiegt.

Die Studienlage, dass Fasten und Ketose bei Krebs nicht nur theoretisch sondern auch praktisch vorteilhaft sind, ist bereits solide. Es werden mehr klinische Studien benötigt aber eine Tendenz zeichnet sich bereits ab. Die folgende Studie aus 2018 fasst die Erkenntnisse zusammen:

"Ketogenic diet in cancer therapy"
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5842847/

aging-10-101382-g001.jpg


D.h. in rund 90% (grüne Balken) der Fälle führte Fasten und Ketose zu einer Tumorunterdrückung. Lediglich beim Nierenkrebs kam es zu größeren Komplikationen.



Weitere Studien:
"Beneficial effects of ketogenic diets for cancer patients: a realist review with focus on evidence and confirmation."
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28653283/

"Ketogenic diets as an adjuvant cancer therapy: History and potential mechanism"
https://www.sciencedirect.com/science/a ... 1714000925

"Fasting vs dietary restriction in cellular protection and cancer treatment: from model organisms to patients."
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21516129

"Fasting and Caloric Restriction in Cancer Prevention and Treatment."
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27557543



Auch regelrechte Wunderheilungen sind offensichtlich möglich, da im Ketose-Metabolismus wieder Signalwege in Krebszellen aktiv werden können, welche die Apoptose der Krebszellen reaktiviert:

https://www.focus.de/gesundheit/ratgebe ... 51909.html


"Mehr als ein Einzelfall - Tumorpatient heilt sich mit Anti-Krebs-Diät – sein Fall bringt Mediziner zum Umdenken


Jean-Jacques Trochon hatte wenig Aussichten, den aggressiven Krebs zu überleben. Nach vielen OPs lehnte er eine Chemo ab und therapierte sich selbst mit einer speziellen Ernährung. Jetzt hat er einen Kongress organisiert, wo sich Experten zum Thema Krebsdiät austauschen. Von Guter-Rat-Redakteurin Marion Meiners

Es gibt keine Krebsdiät. Krebs lässt sich nicht aushungern. Fasten kann für Krebspatienten gefährlich werden. Solche und ähnliche Warnungen finden sich in Patientenratgebern, verfasst von Experten. Plötzlich aber kursieren auch gegensätzliche Informationen, ebenfalls von Experten: Krebspatienten brauchen Fett und keine Kohlenhydrate. Oder: Kurzzeithungern schadet auch bei Krebs nicht. Was stimmt denn nun? Und was passiert im Körper, wenn man plötzlich anders isst oder womöglich gar nichts?

*Nach neun Jahren war der Krebs wieder da*

Einer, der damit überraschende Erfahrungen gemacht hat, ist Jean-Jacques Trochon, 56. Nierenkrebs lautete im Jahr 2003 die unbarmherzige Diagnose. „Innerhalb von 24 Stunden hatte man mir die krebsbefallene Niere entfernt“, erinnert sich der bis dahin kerngesunde Linienpilot der Air France.

Neun Jahre später kehrte der Krebs zurück. Insgesamt 26 Metastasen und auch den Mittellappen der rechten Lunge mussten die Ärzte in den folgenden zwei Jahren entfernen. Kaum war eine Operation überstanden, wucherten schon neue Krebsherde in beiden Lungenhälften.

*Plötzlich waren die Metastasen verschwunden*
Statistisch überlebt in diesem Stadium trotz aller Therapien nur etwa jeder 20. Patient die nächsten fünf Jahre; meist streut das aggressive Karzinom seine Ableger schnell in Knochen, Leber, Lymphknoten oder ins Gehirn. Auch bei dem Piloten waren die Aussichten eher düster aus. Zumal der 56-Jährige zur Besorgnis seines Onkologen sowohl eine Chemo- wie auch eine Antikörpertherapie abgelehnt hatte. Doch bei der nächsten Untersuchung fanden die Ärzte – nichts. Keine einzige Metastase. „Auch nicht bei der nächsten oder bei den übernächsten Kontrollen.“

Ein Wunder? Eine Spontanheilung? Weder noch, beteuert der Flugkapitän, der sich nach der Diagnose vorgenommen hatte, den Krebs mit aller Kraft auf anderem Weg zu bekämpfen. Dazu hatte er zunächst alles über den Einfluss von Ernährung oder Fasten auf Krebszellen gelesen, Wissenschaftler und Mediziner in aller Welt kontaktiert.

*Weniger essen, mehr Kraft*
Zunächst hatte Trochon auf Zucker und schnelle Kohlenhydrate – als Düngemittel für Krebszellen verdächtigt – verzichtet. Dann wagte er einen ungewöhnlichen Versuch: Er stellte das Essen ganz ein. Zu seiner Verblüffung ging es ihm ab dem zehnten Hungertag plötzlich besser.

Im Anschluss begann der kranke Airline-Pilot, sich ketogen zu ernähren: Er aß viele Fette und Öle und fast keine Kohlenhydrate mehr; unterbrochen nur von fünftägigen Fastenperioden alle sechs bis acht Wochen. Zufall oder Folge dieser Maßnahmen – bis heute blieb der Flugkapitän krebsfrei. „Die Krankheit ist ohne spezifische medizinische Behandlung unter Kontrolle“, bestätigt sein Onkologe, der Pariser Nierenkrebsspezialist Dr. Bernard Escudier.

*Mehr als ein „anekdotischer Einzelfall“*
Statistisch gesehen gilt ein so positiver Verlauf einer Krebserkrankung ohne weitere medizinische Maßnahmen als „anekdotischer Einzelfall“. Tatsächlich aber gibt es mittlerweile mehrere solcher ungewöhnlichen Kankheitsverläufe, bei denen auch Lebensstiländerungen eine Rolle gespielt haben können. Mehrere – meist kleinere – Studien mit Patienten, die an fortgeschrittenen Krebserkrankungen litten, zeigen, dass Ernährungsstrategien wie die ketogene Diät oder zeitweises Fasten gut verträglich sind, die Lebensqualität erhöhen und zum Teil sogar eine Schrumpfung von Tumoren zur Folge haben.

*Hungern als Therapie*
Noch vor wenigen Jahren wäre es verpönt gewesen, Krebspatienten vor, während oder nach einer Chemotherapie hungern zu lassen. Heute wird genau diese Strategie weltweit in mindestens zehn Studien mit Krebspatienten untersucht; etwa von der renommierten Mayo Clinic oder von der Berliner Charité.

Vorreiter der Methode ist Biologe und Alternsforscher Valter Longo von der University of Southern California. Er hatte in Tierversuchen festgestellt, dass bei Mäusen, die zwei bis drei Tage vor einer Chemotherapie nichts zu fressen bekamen, die Behandlung mit Zellgiften um 40 Prozent besser wirkte als die Chemotherapie allein. Und: Mehr als die Hälfte der getesteten Krebsarten hatte sogar allein auf das Fasten reagiert. Krebszellen lassen sich offenbar durch das Hungern austricksen.

*Mehr Fett, weniger Zucker hilft Krebspatienten*
Auch die ketogene Diät als Ernährungsstrategie bei Krebs ist populärer denn je. Darunter versteht man eine Ernährung, bei der rund 70 Prozent der täglichen Kalorien aus Fetten und Ölen stammen. Lediglich 30 Prozent der Nahrung sollen aus Eiweiß und einem kleinen Anteil an Kohlenhydraten bestehen.

„Blattsalat mit Olivenöl, Nüssen und einer Avocado entspricht einer solchen Zusammensetzung“, sagt Biologin Ulrike Kämmerer von der Universität Würzburg. Die Professorin hatte bereits in einer kleinen Studie mit Krebspatienten, denen keine andere Therapie mehr half, die Verträglichkeit dieser Kost nachgewiesen. „Die ketogene Diät imitiert die Wirkung des Fastens – obwohl man dafür nicht hungern muss“, sagt Kämmerer.

*Muskelaufbau statt Gewichtsverlust*
Ein weiterer Effekt der fettreichen Low-Carb-Ernährung: Sie fördert den Muskelauf- und den Fettabbau. Für Krebspatienten bedeutet das: Sie entwickeln mehr Kraft. Für Krebszellen aber, die für ihr Wachstum mehr Glukose (Blutzucker) als gesunde Zellen brauchen, kann der Zuckerentzug bedeuten: Sie wachsen weniger schnell oder gar nicht mehr.

*Kongress zu „Krebs und Ernährung“ in Eigenregie*
Ob durch die neuen Ernährungstherapien eine Krebsheilung in Sicht rückt, muss erst durch weitere Studien geprüft werden. Solche Untersuchungen sind im Vergleich zu Medikamentenstudien eher spärlich gesät. Deshalb wurde jetzt Flugkapitän Trochon, zutiefst beeindruckt vom Einfluss der Ernährung auf seine eigene Gesundung, selbst aktiv.
Dank seiner neu gewonnenen weltweiten Kontakte zu Medizinern und Forschern organisierte er kurzerhand für September einen Medizinkongress in Paris, bei dem sich internationale Experten über ihre Erkenntnisse zum Fasten, zur ketogenen Diät und anderen natürlichen Anti-Krebs-Strategien austauschen und auf dem auch Patienten von ihren Erfahrungen berichten. Unterstützt wird das dreitägige Event unter anderem durch die Fluglinie Air France, den Arbeitgeber des Flugzeugführers; geleitet wird es vom Direktor des Krebsforschungsinstituts Gustave Roussy, dessen Mediziner Trochon behandelt hatten. Um noch mehr Forscher für den Kongress verpflichten zu können, startete der Pilot eine Spendenaktion. Wer sie unterstützen

will:www.gofundme.com/3gaim88
"



Zusätzlich kommt auch bei der Krebstherapie der Faktor Profitinteresse dazu, im Gegensatz zu einer Chemotherapie verdient man am Fasten und ketogener Ernährung eben nichts. Man stelle sich vor man könnte viele Krebspatienten ganz ohne medikamentöse Chemotherapie heilen, ein Albtraum für jeden Pharmakonzern.

Man stelle sich vor man würde jeden Menschen von Geburt an alle paar Jahre auf Nährstoffmängel untersuchen, die Mängel ergänzen, ihm Logi-Kost und regelmäßiges Fasten verordnen. Ich würde spekulieren, dass man die chronischen Krankheiten größtenteils vermeiden könnte. Welch ein Albtraum für die profitorientierte Schuldmedizin, denn an gesunden Menschen ist nichts zu verdienen.
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10012

Beitragvon Levoflox26 » 17.02.2019, 22:48

Man stelle sich vor man würde jeden Menschen von Geburt an alle paar Jahre auf Nährstoffmängel untersuchen, die Mängel ergänzen, ihm Logi-Kost und regelmäßiges Fasten verordnen. Ich würde spekulieren, dass man die chronischen Krankheiten größtenteils vermeiden könnte.


Welche Nährstoffmängel würden sie wohl haben? Leider sind die Menschen, die das in der Urzeit ja zwangsweise so praktizieren mussten, nicht sonderlich alt geworden. Hat man das mal erforscht? Fände ich interessant.

Die Schulmedizin und auch die Pharmaindustrie möchte ich nicht ganz so negativ darstellen. 100 000e Menschen werden vorm Tod gerettet, Epidemien wie Pest und Cholera sind in unseren Gebieten ausgerottet. Dafür haben die so genannten "Zivilisationskrankheiten" zu genommen. Gibt immer ein Für und Wider...
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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10015

Beitragvon cf12 » 17.02.2019, 23:30

Hallo Uschi,

bei chronischen Erkrankungen ist der Verbrauch einiger Mikronährstoffe erhöht und der Mangel kann nicht mehr durch die Nahrung ausgeglichen werden. Die notwendigen Laboruntersuchungen sind leider (noch) nicht kassenärztlich zugelassen bzw. einige Grenzwerte sind fehlerhaft. :)

Viele Grüße

cf12

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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10016

Beitragvon Levoflox26 » 17.02.2019, 23:59

@cf12
Krabiwi sprach davon, chronische Erkrankungen zu vermeiden, in dem man bereits ab Geburt gegen steuert. Darauf bezogen sich meine Gedanken.
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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10017

Beitragvon cf12 » 18.02.2019, 00:13

Hallo Uschi,

ja genau und die Aussage gilt auch für einige Kinder bzw. Jugendliche. :)

Viele Grüße

cf12

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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10018

Beitragvon Krabiwi » 18.02.2019, 00:46

Hallo cf12,

so ist es und die Generation Fastfood hat zwangsläufig jede Menge Nährstoffmängel, da Limo, Cola, Weizenmehl und Zucker leere Kalorien sind, die lediglich die Mt und somit ROS befeuern, dick machen aber ihnen nicht die Vitamine und Spurenelemente der antioxidativen Enzyme liefert.

Multisystemerkrankungen gehen dann immer früher los und die Schulmedizin kann Symptome behandeln. Die werden zwar auch noch 70-80 Jahre alt aber eben die meiste Zeit davon krank mit geringer Lebensqualität.

Die Kunst liegt darin möglichst gesund zu altern.

Levoflox26 hat geschrieben:Leider sind die Menschen, die das in der Urzeit ja zwangsweise so praktizieren mussten, nicht sonderlich alt geworden. Hat man das mal erforscht? Fände ich interessant.


Die Todesursachen in der Urzeit waren hauptsächlich physischer und infektiöser Natur.

Man musste u.a. ohne Haus, ohne Zentralheizung, ohne fließendem Wasser, ohne Schneeräumdienst, umgeben von wilden Tieren, die man noch selbst dazu in Wäldern jagen und erlegen musste um sich zu ernähren, leben. Wenn der Jagd- und Sammelerfolg z.B. wegen einem schweren Winter ausblieb verhungerte die Gruppe schlicht und einfach.

Das Verletzungsrisiko war sehr hoch. Wenn man sich dann in der Natur verletzte und sich die Wunde entzündete war man so gut wie tot. Bei einem einfachen Beinbruch oder einer Erkältung mit Bronchitis u.U. ebenfalls.

Noch dazu gab es keine Gerichte oder Gesetze, statt bei Konflikten zu verhandeln schlug man sich einfach gegenseitig die Schädel ein.

Die Kindersterblichkeit war hoch, insbesondere bei der Geburt. Beispiel wenn ein Erwachsener 80 Jahre alt wird und ein Kind bei der Geburt stirbt, beträgt die Durchschnittliche Lebenserwartung der beiden 40 Jahre, sprich Kindersterblichkeit zieht die Lebenserwartung einer Population signifikant nach unten.

An Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen sind jedenfalls die wenigsten verstorben.

Hier dazu etwas auf Englisch:

https://www.quora.com/What-were-the-mai ... ons-states

Levoflox26 hat geschrieben:Die Schulmedizin und auch die Pharmaindustrie möchte ich nicht ganz so negativ darstellen. 100 000e Menschen werden vorm Tod gerettet, Epidemien wie Pest und Cholera sind in unseren Gebieten ausgerottet. Dafür haben die so genannten "Zivilisationskrankheiten" zu genommen. Gibt immer ein Für und Wider...


Natürlich hat diese ihre Berechtigung bei Infekten, Epidemien und insbesondere in der Chirurgie, das bezweifelt niemand, aber sie verkommt in ihrer Gier immer mehr, der Profit steht längst über der Gesundheit des Patienten, das war nicht immer so. Es wird viel zu viel bei Banalinfekten verschrieben und auch viel unnötig operiert, neue sinnvolle Konzepte die dem Profitinteresse im Wege stehen werden unterdrückt oder gar mittels PR schlecht gemacht damit sich ja nichts ändert.
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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10226

Beitragvon Karlken » 27.02.2019, 14:28

Hi

????????

Karlken

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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10227

Beitragvon S.Heuer » 27.02.2019, 15:18

Karlken hat geschrieben:Hi

????????

Karlken


Benutzer und Beiträge wg. Spam administrativ gelöscht.
Danke für das aufpassen!

Gruß
Sascha
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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10231

Beitragvon Floxi » 27.02.2019, 21:07

Krabiwi hat geschrieben:Hallo cf12,

so ist es und die Generation Fastfood hat zwangsläufig jede Menge Nährstoffmängel, da Limo, Cola, Weizenmehl und Zucker leere Kalorien sind, die lediglich die Mt und somit ROS befeuern, dick machen aber ihnen nicht die Vitamine und Spurenelemente der antioxidativen Enzyme liefert.

Multisystemerkrankungen gehen dann immer früher los und die Schulmedizin kann Symptome behandeln. Die werden zwar auch noch 70-80 Jahre alt aber eben die meiste Zeit davon krank mit geringer Lebensqualität.

Die Kunst liegt darin möglichst gesund zu altern.

Levoflox26 hat geschrieben:Leider sind die Menschen, die das in der Urzeit ja zwangsweise so praktizieren mussten, nicht sonderlich alt geworden. Hat man das mal erforscht? Fände ich interessant.


Die Todesursachen in der Urzeit waren hauptsächlich physischer und infektiöser Natur.

Man musste u.a. ohne Haus, ohne Zentralheizung, ohne fließendem Wasser, ohne Schneeräumdienst, umgeben von wilden Tieren, die man noch selbst dazu in Wäldern jagen und erlegen musste um sich zu ernähren, leben. Wenn der Jagd- und Sammelerfolg z.B. wegen einem schweren Winter ausblieb verhungerte die Gruppe schlicht und einfach.

Das Verletzungsrisiko war sehr hoch. Wenn man sich dann in der Natur verletzte und sich die Wunde entzündete war man so gut wie tot. Bei einem einfachen Beinbruch oder einer Erkältung mit Bronchitis u.U. ebenfalls.

Noch dazu gab es keine Gerichte oder Gesetze, statt bei Konflikten zu verhandeln schlug man sich einfach gegenseitig die Schädel ein.

Die Kindersterblichkeit war hoch, insbesondere bei der Geburt. Beispiel wenn ein Erwachsener 80 Jahre alt wird und ein Kind bei der Geburt stirbt, beträgt die Durchschnittliche Lebenserwartung der beiden 40 Jahre, sprich Kindersterblichkeit zieht die Lebenserwartung einer Population signifikant nach unten.

An Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen sind jedenfalls die wenigsten verstorben.

Hier dazu etwas auf Englisch:

https://www.quora.com/What-were-the-mai ... ons-states

Levoflox26 hat geschrieben:Die Schulmedizin und auch die Pharmaindustrie möchte ich nicht ganz so negativ darstellen. 100 000e Menschen werden vorm Tod gerettet, Epidemien wie Pest und Cholera sind in unseren Gebieten ausgerottet. Dafür haben die so genannten "Zivilisationskrankheiten" zu genommen. Gibt immer ein Für und Wider...


Natürlich hat diese ihre Berechtigung bei Infekten, Epidemien und insbesondere in der Chirurgie, das bezweifelt niemand, aber sie verkommt in ihrer Gier immer mehr, der Profit steht längst über der Gesundheit des Patienten, das war nicht immer so. Es wird viel zu viel bei Banalinfekten verschrieben und auch viel unnötig operiert, neue sinnvolle Konzepte die dem Profitinteresse im Wege stehen werden unterdrückt oder gar mittels PR schlecht gemacht damit sich ja nichts ändert.



Krabiwi hat es sehr gut erkannt und erläutert. Tatsächlich hatten die Menschen in den früheren Kulturen eine gute Lebenserwartung wenn sie die ersten 5 Jahre als Kind überlebten. Diese Menschen wurden gesund alt! Weder Diabetes Typ II, noch Alzheimer und Demenz, Krebs und weitere chronische Erkrankungen (vorallem Autoimmunerkrankungen) waren in diesem Maße wie heute bekannt.

Die Netflix Doku erläutert es sehr gut:
https://www.netflix.com/de/title/80238655

Auch hier wird es nochmal erwähnt:

Forscher schätzen, dass die, um die Kindersterblichkeit bereinigte, maximale Lebenserwartung von Jägern und Sammlern in der Steinzeit bei 68 bis 78 Jahre (und nicht bei 20 bis 30 Jahren) lag

https://borncity.com/senioren/2016/10/1 ... 25-jahren/

oder aus Wiki:

„Alltag und Lebenserwartung“

Glück und Wohlstand werden sehr unterschiedlich empfunden und sind schwer messbar (Shuar-Kinder aus Ecuador)
Zahlreiche Studien belegen, dass selbst Jäger und Sammler karger Trockenräume in der Regel keinen Mangel litten und im Durchschnitt deutlich mehr Freizeit zur Verfügung hatten als moderne Erwerbstätige. Der US-amerikanische Anthropologe Marshall Sahlins bezeichnete die historischen Wildbeuterkulturen deshalb als „ursprüngliche Wohlstandsgesellschaft“.[46] Ältere Studien beziehen sich dabei nur auf die Tätigkeiten des Jagens und Sammelns (bei den San wenig mehr als 2 Stunden täglich, auf alle Gesellschaftsmitglieder umgelegt)[47] und berücksichtigen nicht die Zeit für Nahrungsmittelzubereitung, Kinderbetreuung und Gebrauchsgüterherstellung.[B 4] Wird dies mit berücksichtigt, liegen die Zeiten bei circa 6 Stunden täglich für die San[A 9] bis maximal 7 Stunden für die Aborigines.[B 5] Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher US-amerikanischer Werktätiger wendete in den 1980ern mindestens 11 Stunden täglich für die Erwerbstätigkeit und die anderen vorgenannten Tätigkeiten auf.[A 9] Doch auch diese differenzierten Werte werden von einigen Autoren angezweifelt:

Bereits Sahlins spekulierte, dass die Zeiten für Jäger und Sammler ertragreicherer Räume unter den ermittelten Werten für die Wüstenjäger liegen müssten,[21] für subarktische- und arktische Jäger nach Klaus E. Müller jedoch wiederum höher,[3]
Steven A. LeBlanc kritisiert unzureichende Methoden der älteren Studien (Befragung statt Begleitung) und mutmaßt, dass der Zeitaufwand bei den San in der Vergangenheit höher gewesen sein müsse, da sie schon seit Jahrzehnten effizientere Eisengeräte und nicht selbst hergestellte Baumwollkleidung sowie gebohrte Wasserlöcher benachbarter Hirten benutzen würden und dadurch Zeit sparen.[B 6]
Christian Lauk weist zudem darauf hin, dass die Werte über alle Mitglieder einer Gesellschaft gemittelt seien, obwohl in keiner Gesellschaft alle Menschen am Nahrungserwerb beteiligt sind[21] (Es ist vermutlich kaum möglich, etwa die Zeit des modernen Rentnerdaseins vergleichbar mit einzuberechnen).
Die Auffassung vom relativen Wohlstand der Jäger und Sammler spiegelt sich auch in der Lebenserwartung wider: Das durchschnittliche Sterbealter Erwachsener (demnach ohne Berücksichtigung der Kindersterblichkeit) lag 2007 bei ihnen zwischen 68 und 78 Jahren.[48] Zum Vergleich eine moderne Wohlstandsgesellschaft: Deutsche, die zwischen 2009 und 2011 zwanzig Jahre alt waren, werden nach der Sterbetafel im Schnitt rund 80 Jahre alt;[49] und ein Entwicklungsland: 20 Jahre alte Einwohner Botswanas werden hingegen nur 54 Jahre erreichen.[50]


https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4ge ... g%E2%80%9C


Wir werden von vorn bis hinten ausgebeutet......
Ende April 2017
5 Tage 2x 250mg Ciprofloxacin

September 2014
Ciprofloxacin 250mg ( Dosierung nicht mehr bekannt)

carisi
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Re: Kommentar zum Spiegel-Artikel "Mito-Therapie"

#10254

Beitragvon carisi » 28.02.2019, 21:00

Levoflox26 hat geschrieben:
Man stelle sich vor man würde jeden Menschen von Geburt an alle paar Jahre auf Nährstoffmängel untersuchen, die Mängel ergänzen, ihm Logi-Kost und regelmäßiges Fasten verordnen. Ich würde spekulieren, dass man die chronischen Krankheiten größtenteils vermeiden könnte.


Welche Nährstoffmängel würden sie wohl haben? Leider sind die Menschen, die das in der Urzeit ja zwangsweise so praktizieren mussten, nicht sonderlich alt geworden. Hat man das mal erforscht? Fände ich interessant.

Die Schulmedizin und auch die Pharmaindustrie möchte ich nicht ganz so negativ darstellen. 100 000e Menschen werden vorm Tod gerettet, Epidemien wie Pest und Cholera sind in unseren Gebieten ausgerottet. Dafür haben die so genannten "Zivilisationskrankheiten" zu genommen. Gibt immer ein Für und Wider...



Den Nährstoffmangel machen sich die Leute aber ehrlich gesagt auch selbst.

Für Vitamin D reicht Sonnenbestrahlung (als fettlösliches Vitamin wird das, was man im Sommer aufnimmt, im Körperfettgewebe gespeichert und sollte über den sonnenarmen Winter reichen), für C-Vitamine reicht Rohkost mit Gemüse und Obst, für B-Vitamine reicht eine Ernährung, die leere Kohlenhydrate (wie Nudeln, Zucker, weißer Reis, durchgemahlene Getreideprodukte) meidet.

Schade, dass das immer wieder gesagt werden muss, denn Kohlenhydrate werden im Stoffwechsel mit Hilfe von B-Vitaminen verarbeitet. Das funktioniert natürlich nicht, wenn man sich ständig Leeres einverleibt, das selbst keine oder wenig Vitamine hat.

Um 1900 hat man die Getreideverarbeitung geändert und statt Vollkornmehl wurde Auszugsmehl (ohne Schale, in denen die Vitamine des Getreides stecken) verwendet. So kamen Krankheiten wie Beriberi zustande. Pellagra durch Fleischmangel usw.

Früher hat man oft Innereien gegessen (Leber enthält zB viele Vitamine in teilweise höherer Dosis als die RDI). Heute eher verpönt.

Diese Vitamine wiederum fungieren als Antioxidantien für die heutigen sicher weitaus höheren Umweltbelastungen.

Das ist auch die eigentlich interessante Frage: würde eine artgerechte Ernährung und Lebensstil (s. oben) ausreichen, um gegen die heutigen (im Vergleich zu früher sicher stärkeren) Einflüsse und Belastungen aus der Umwelt zu schützen oder gar um Krankheiten zu heilen?

(Daher ist es EIGENTLICH auch müßig über Mikronährstoffe zu diskutieren. Tiere müssen ja schließlich auch nicht "denken" was / wo / wann / wieviel / wie, sondern "funktionieren" einfach.)

Oder sind die heutigen Belastungen tatsächlich so hoch und dermaßen unnatürlich, dass sie die körpereigenen Schutzsysteme selbst bei optimalem Nährstoffstatus überfordern und man somit zwangsläufig auf NEMs angewiesen ist?

P.S.: man hat die Ernährung der Langlebigen aus den sog. Blue Zones (Okinawa als gutes Beispiel - Zivilisationskrankheiten praktisch unbekannt) mal untersucht. Kalorienrestriktion und sehr gemüselastig - aber ich glaube, das ist nicht wirklich überraschend. Es läuft halt letztlich immer wieder auf die gleiche einfache Basisformel hinaus - gesunde Ernährung, moderate Bewegung, gutes soziales Netz.


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