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Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

Bauernme3865
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Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19061

Beitragvon Bauernme3865 » 11.02.2020, 19:50

Hallo allerseits,

Hier ein kurzer Abriss, was seit dem 14. Jan.2020 passiert ist: warum auch immer, ist Gerald am 14. Januar vor Schmerz in seinem Sessel (sowas wie ein Stressless Sessel mit elektr. Fußteil) mit dem Oberkörper und Armen seitlich aus dem Sessel gehangen, bewusstlos mit geöffneten Augen. Die Bewusstlosigkeit passierte bis heute (11.Feb 2020) Mittag 44 mal! Und da er bei den weiteren 43x Umkippen/ Bewusstlosigkeit im Haus herumgelaufen ist, sind die Stürze ( ungebremst, ohne vorherige Anzeichen wie zB bei niedrigem Blutdruck oder Blutzucker) ziemlich heftig. Stage 4 bei den zahlreichen Gehirnerschütterung (hier in Südafrika das Maximum), Prellungen am ganzen Körper, Schulter ausgerenkt, letzte Woche Mittwoch Nacht zum nächsten Krankenhaus in Paarl ( ca 40km), um eine große Wunde (16 Stiche) an der rechten Wange zu nähen ( Sturz im Bad und dabei eine EDT Glasflasche heruntergerissen und mit dem Gesicht in die Scherben). Am Donnerstag morgen wieder so unglücklich gefallen, Platzwunde Stirn links mit 8 Stichen beim Hausarzt nähen lassen. Von dort aus bin ich mit ihm nach Kapstadt zum Christiaan Barnard Hospital gefahren ( sehr modernes, 3 Jahre altes KH mit eigentlich guter Reputation; stationäre Aufnahme, da der Schmerzspezialist für einen ambulanten Termin 6 Monate Vorlaufzeit hat). Nach diversen Tests (Kopf CT: alles bestens, kein Aneurysma oder so), Sonar Gefäße ( null Kalkablagerungen, Gefäßdurschnitt wie ein Jugendlicher), EGK, 24 STD EKG, Blutwerte ( Hb1ac, Cholesterin, Elektrolyte usw) alles bestens, Lungenvolumen bei 155% ( als Raucher). Der zuständige Internist war ein Wichser ( sorry, dass muss jetzt mal raus), da der sowas von begeistert von FQ Antibiotika ist und Gerald kurz vorm Mord war. Ach ja, bei der Aufnahme im KH habe ich selbstredend Geralds Allergie Scheckkarte vorgezeigt, Ergänzungen wie Histaminintoleranz usw angegeben, die Karte wurde kopiert und die Informationen in den PC eingegeben. Gerald bekam sein Abendessen mit scharf gewürztem Gemüse und Hühnchen, ging natürlich gar nicht aber okay. Am Freitag kam dann der Schmerz Doc mittags zur Visite. Der Doc ist international unterwegs ( Europa, Amerika, Russland, Saudi Arabien) und machte einen kompetenten Eindruck. Dabei ist ihm die gesamte FQAD Problematik absolut nicht bekannt und war dem Doc offenbar auch Wurscht. Er fokussierte auf die Neuropathie in den Beinen und Füßen und meinte, da man bei Gerald die Ursache ( bei Diabetikern, hiv infizierten, Alkoholikern zB sprich mit dem Alkohol stoppen, bei Diabetikern Gewicht verlieren und Sport machen etc) eh nicht ändern kann sondern nur versuchen kann, die richtigen Nervenstränge ( analog Stromkabel: ist das rote, blaue oder grüne Kabel beschädigt? - man weiß es halt nicht), sollte er mal ein Medikament versuchen ( Yelate 30mg von Tag 1 bis 3, Tag 4 bis 14 auf 60mg pro Tag steigern; das ist ein SNRI = Duloxitine). Ach, kleine Nebenwirkungen möglicherweise, aber nichts dramatisches und der Wirkstoff muss sich im Körper aufbauen und nach 2 Wochen wird man sehen, ob das „defekte Kabel „ erwischt wurde. Zudem seine wichtige Anmerkung ( aus seiner Erfahrung heraus), das Opiate/ Morphium Gruppen bei Neuropathien nicht wirken! Ansonsten zweifelte er zwar unsere Beschreibung der Bewusstlosigkeiten nicht an, ist ihm jedoch unbekannt, dass man vor Schmerz so oft umkippt ( der Doc schiebt es auf Herzprobleme, die aber nicht vorhanden sind). Ja sagt mal, geht’s noch?! Nun gut, ich wollte bislang nicht pietätlos sein und habe lediglich 2 Fotos von Gerald gemacht, wo er bewusstlos auf dem Boden liegt aber ich werde mich in diesen für mich sehr stressigen Situationen wohl in Zukunft zuerst mal aufs fotografieren konzentrieren, als ihn wieder zu Bewusstsein zu bekommen gell?! Nebenbei erwähnt kennt Geralds Hausarzt sehr wohl Patienten ( bei Nierensteine, bei Geburten), die vor Schmerz bewusstlos werden.
Nach dem Gespräch konnte Gerald aus dem Krankenhaus entlassen werden und ich gehe vor der Abfahrt in die KH Apotheke, um besagte Tabletten zu holen und schaue auf das Formular und sehe, dass das Feld Allergien/ Warnung leer ist. Ich frage die Apothekerin, was mir dieses Feld sagen sollte und sie antwortet, keine bekannten Allergien. Na, ich hatte direkt einen Blutrausch und erzähle der Apothekerin von Gs int Registrierung/ Scheckkarte und der Dateneingabe bei der Aufnahme im KH und sie war ebenfalls entsetzt, schriftliche Beschwerde habe ich natürlich in Christiaan Barnard Hospital eingereicht.
Freitag Abend nimmt Gerald also die erste Tablette ( kleinste Dosis 30mg) und nach circa 15 Minuten hatte er Karussell Fahrt im Kopf. Zudem das Gefühl, so schicker wie noch nie in seinem Leben zu sein ( mindestens 2 Flaschen Weinbrand schätzungsweise), verwaschene Sprache, sehr verwirrt ( hat sich im Haus, wo er seit 14 Jahren lebt nicht mehr zurecht gefunden), ist gegen eine Wand gelaufen (blaues Auge), da er dort eine Tür erwartet hat, ist von der Toilette geflogen). Na, Ende des verpfuschten Versuches und nach heutigem Stand der Dinge, keine Schmerz Doc Konsultation mehr und vor allem keine Medikamentenversuche mehr für Gerald. Am Samstag Abend mussten wir wieder ins nächstgelegene KH ( beim umkippen eine Türkante erwischt), Stirn mit 6 Stichen nähen, am Sonntag bei der Bewusstlosigkeit zuerst auf ein Sideboard mit dem Jochbein aufgeschlagen ( Riesen Schwellung, blau/gelb), gestern Mittag beim Hausarzt den Arm nähen (8 Stiche zuerst das Untergewebe, da der Schnitt tief war, dann obere Haut genäht). Sämtliche Nähereien ohne Betäubung, da Gerald meint, bei seinen Bein/ Fuß Schmerzen, ist die Näherei Kindergarten und er weiß nicht, ob eine lokale Betäubung evt noch mehr Probleme verursacht. Der Hausarzt ist schwer von den Socken, dass bei Gerald die Schwellungen, Prellungen, Schürfwunden ( das alles aufzuzählen sprengt hier den Rahmen...) sowas von schnell abheilen trotz seiner FQ Schäden - also scheint zumindest seine NEM Strategie okay zu sein, denn offensichtlich hat der Körper die benötigten Bausteine für die Heilung. Und trotz all dem momentanen Shit ( ach ja, er schläft ja weiterhin kaum und hört zur Entspannung Musik) lässt er sich nicht unterkriegen, macht fast täglich seinen Sport/ Oberkörper, um die eigenen Glückshormone, serotonin, endorphin und dopamine anzukurbeln sowie die Mitochondrien zu vermehren und um sich abzulenken und die schlaflosen Nächte irgendwie auszuhalten und hat immer noch Energie und so gut wie nie schlechte Laune, unglaublich! Also da bin ICH gerade eher gelegentlich kiebig, weil mein Akku flach ist durch all die Sorgen und Action.
Also, ziemlich grande Mist hier aber natürlich hoffen wir auf baldige Besserung!
Noch eine Anmerkung von mir: falls eure Angehörigen/ Partner/ Familie/ Freunde auf Sparflamme kochen: also ICH ( Melanie) habe momentan auch fertig! Sicher, IHR seid die Leidtragenden und müsst mit euren Schmerzen und Schäden leben, aber der emotionale Stress als Partner ist auch nicht Zu verachten, wenn man sich um den Alltag, Arbeit/ Geschäft usw kümmert- daher vielleicht mal ab und an mit komischen/zickigen Angehörigen milde walten lassen ;-)

Es grüßen euch herzlich aus der Ferne Melanie und Gerald



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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19063

Beitragvon nino » 11.02.2020, 20:24

Meine Güte, ihr macht echt ne Menge durch; mehr als die meisten anderen hier..... Und ich finde es super, dass ihr trotz allem stark bleibt! Und es ist ja nicht nur die Bewusstlosigkeit, sondern auch die Folgen derselben.

Das mit der Bewusstlosigkeit erinnert mich gerade etwas an den Thread hier: viewtopic.php?f=36&t=1806

Hier scheint das ganze von der Halswirbelsäule zu kommen.
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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19065

Beitragvon Levoflox26 » 12.02.2020, 00:51

Hallo Melanie,

was ihr da mit macht ist unfassbar. Und gut, dass du mal deine Sicht als Angehörige erwähnst. Man vergisst das leicht, weil man so sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Aber natürlich ist der liebende Partner genauso betroffen. Ich merke es bei meinem Mann. Er äußert sich ja nie dazu und oft kriegen wir Krach, weil ich mich unverstanden fühle. Im Grunde ist mir aber bewusst, dass er tief im Inneren leidet, weil er sich so hilflos fühlt.

Das Gerald von einer Tablette Duloxetin solche Ausfälle hat, kommt mir komisch vor. Ich hatte die auch mal probiert, 3 Tage lang mit 50mg Tabletten. Ich habe nicht mal gemerkt, dass ich irgendwas genommen habe. Hm, hat er an dem Tag vielleicht Alkohol getrunken? Das könnte evtl. solch eine Wirkung hervorrufen. Ich selbst vertrage Alkohol überhaupt nicht mehr, ich fühl mich nach einem halben Glas Sekt schon so, wie früher nach einer Flasche. Ich frag das nur pro Forma, weiß ja gar nicht, ob Gerald überhaupt Alkohol trinkt/verträgt.

Welche Schmerzen sind es, die ihn bewusstlos werden lassen? Die Neuropathien? Krampft er dabei? Mir ist das bei einer Borreliose passiert, man konnte aber nicht klären, was sich da genau abgespielt hat. Aber es war ein Krampfanfall mit Bewusstlosigkeit (vor Flox). Gott sei Dank zu Hause beim Abendessen und nicht am Steuer auf der Autobahn.

44 Mal Bewusstlosigkeit innerhalb eines Monats, das ist ja im Schitt öfter als ein Mal am Tag. Da geht es mir wie dem Arzt, schwer vorstellbar, dass das nur durch Schmerz verursacht wird, wenn du schreibst, dass er sich ansonsten seinen Fuß ohne Betäubung nähen lässt. Ich wünsche ihm, dass nichts Ernsteres der Grund dafür ist.

Ich hab ja auch mein Päckchen zu tragen, aber was Gerald mit macht, das wünscht man höchsten einem der Flox leugnenden Ärzte. Es tut mir furchtbar leid. Er muss ziemlich tough sein, dass er dabei nicht auf gibt und weiter kämpft.*Hutzieh*

Ich wünsche ihm sehr, dass dieser Alptraum bald wieder aufhört. Und du, Melanie, verschaff dir Erholungspausen. Du gehst sich auch oft über deine Grenzen. Passt beide auf euch auf.

Alles Liebe
uschi

Wenn du heute schon aufgibst, wirst du nie wissen ob du es morgen geschafft hättest.

gefloxt 10/2016 = 10 x 500mg Levo und 9/2017 = 5 x 250mg Levo
davor einige Male ohne Symptome Levo und mind. 1x Cipro

Bauernme3865
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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19066

Beitragvon Bauernme3865 » 12.02.2020, 05:26

Guten Morgen liebe Uschi und lieber Nino,

Vielen Dank für eure Zeilen und gute Wünsche!

Nein, Gerald trinkt schon seit Flox keinen Alkohol mehr ( er liebt Wein, wir sind in der Weinbranche, Gerald ist als Cape Master of Wine zudem auch technisch/ chemisch beratend tätig und muss dazu natürlich auch Wein verkosten ( der Wein wird dabei allerdings ausgespuckt) aber die letzten paar Weine die er verkostet hat, war Anfang Januar, also daran liegt die heftige Reaktion auf die besagte 30mg Pille sicher nicht. Das zeigt wieder einmal, dass jeder Jeck anders komisch ist ;-) wo er noch nichtmal auf eine 30ml Injektion Dormicum zuckt ( also absolut null Wirkung, keine Müdigkeit, nichts).
Die Schmerzen äußern sich in Muskelkrämpfe in den Waden, manchmal geht’s die Beine weiter rauf. Je mehr Muskelschmerzen, je mehr Zug auf die Achillessehnen und dann kommt noch das brennen hinzu ( Füße bis zu Knien, manchmal weiter rauf zum Oberschenkel). Und ja, sämtliche Nähte im Gesicht, Stirn und Arm ( nicht Fuß) alles ohne Betäubung und sein Kommentar zu seinem wirklich sehr lädiertem Gesicht, Kopf, Gehirnerschütterungen, Prellungen am Körper usw.: das ist an Schmerz sowas von geringfügig im Vergleich zu seinen Haxen/ Waden/ Achillessehnen.
Mir macht momentan seine wirklich heftige Gehirnerschütterung Sorgen und die Panik, dass er wieder umkippt.... aber zum Arzt gehen bringt ja nichts, der sagt, er soll sich schonen. Krankenhaus bringt auch nichts ( seiner Meinung nach) und die würden ihn auch nicht ans Bett binden können. Daher war auch meine Nacht wieder sehr kurz ( momentan sind wir in Südafrika eine Stunde weiter als in Deutschland) und ja, ich koche ziemlich auf Sparflamme...

Habt hoffentlich einen beschwerdearmen Tag und liebe Grüße aus dem sommerlichen Franschhoek Melanie

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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19069

Beitragvon Levoflox26 » 12.02.2020, 09:24

Guten Morgen, Melanie

ja, jeder Jeck ist anders. Wir haben zwar alle was gemeinsam, sind aber auch sehr unterschiedlich in unseren Symptomen. Und dann kommt noch die differenzierte Schmerzwahrnehmung hinzu.

Die Schmerzen äußern sich in Muskelkrämpfe in den Waden, manchmal geht’s die Beine weiter rauf.


Auch mein Hauptproblem. Die letzten 3 Jahre dachte ich eigentlich es geht nicht schlimmer. Leider hab ich mich getäuscht. Sie sind in den letzten Wochen hoch gewandert, bis in den Rücken. Fühlt sich an, wie ein umgekehrter, beidseitiger Hexenschuss. Also nicht vom Rücken in die Beine ausstrahlend, sondern genau umgekehrt. Das sind mittlerweile schon extreme Schmerzen. Aber davon ohnmächtig zu werden, davon bin ich GsD doch weit entfernt. Das hat selbst der Muskelfaserriss bisher nicht geschafft. Wer weiß, welch Mechanismus da bei Gerald greift? Irgend ein Nervenreiz?

Ich hoffe, die Ursache wir gefunden. Denn das ist ja eine sehr erhebliche Beeinträchtigung. Er muss ja damit rechnen, dass ihm das überall passieren kann. Nicht vorstellbar, wenn ihm das im Straßenverkehr geschehen würde. Bleibt bitte dran, dass durch weitere Untersuchungen zu klären. Gibt auch so "Teile", mir fällt der Name nicht ein, die unter die Haut gesetzt werden und für 3 Jahre die Herzaktivitäten protokollieren und an den Arzt senden. Ich hab darüber mal einen Bericht im TV gesehen. Wäre vielleicht eine Möglichkeit bei einer unerkannten Herzrhythmusstörung. Ist ja nicht selten, dass beim Arzt alles wieder okay ist und eine Unregelmäßigkeit nicht sofort ersichtlich ist.

Ich wünsch ihm, dass es aufhört.

Liebe Grüße
uschi

Wenn du heute schon aufgibst, wirst du nie wissen ob du es morgen geschafft hättest.

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Nina
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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19074

Beitragvon Nina » 12.02.2020, 11:26

Hallo ihr Lieben, das tut mir sehr leid was ihr da durchmachen müsst. Ich hoffe, dass Gerald bald Linderung erfährt.
Liebe Melanie, ich finde es großartig wie sehr du für ihn da bist und dass du das mit ihm gemeinsam durchstehst und ja....wir müssen Verständnis haben, wenn es Euch als Angehörigen mal zu viel wird.
Mir ist klar, dass das für Euch bestimmt genauso schlimm sein muss einen geliebten Menschen so zu sehen.

Zu Geralds Ohnmachten habe ich eine Frage. Habt ihr mal den Cortisolspiegel testen lassen?

Ich bin wirklich alles Andere als ein Experte, aber mein Arzt sagte, dass die Cortisolachse bei einer Mitochondien-Schädigung eine Rolle spielen würde und das man sie im Auge haben sollte.( Habe ich allerdings auch noch nicht testen lassen )

Mein Verlobter hat eine Erkrankung, bei der der Körper Cortisol nicht mehr herstellen kann und dass äußerte sich durch ständiges Wegtreten.
Er hatte großes Glück, dass nach langer Unwissenheit der Ärzte ein Junger Arzt auf „ Addison Syndrom“ so heißt die Krankheit die er hat, testen wollte und sich irgendwann ( es war sehr brenzlig ) damit auch durchsetzen konnte.
Sonst wäre er wohl heute nicht mehr bei mir.
Wie gesagt, ich habe nicht wirklich Ahnung davon, aber als ich deinen Bericht gelesen habe musste ich sofort daran denken.

Liebe Grüße und gute Besserung
Nina
Im Juni 2019 5 Tage lang 2 mal am Tag
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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19104

Beitragvon Bauernme3865 » 12.02.2020, 19:15

Vielen Dank für deine lieben Worte Nina!!!
Ja, der Cortisolspiegel ist mal ermittelt worden, der war allerdings bei Gerald erhöht statt wie bei deinem Freund zu niedrig ( genauen Wert weiß ich nun allerdings nicht mehr).
Nachdem Gerald gestern irgendwann vor Erschöpfung im Sessel eingenickert ist, hatte er üble Albträume ( und er hat lautstark in Deutsch, Englisch und Afrikaans im Schlaf schaffuttert, puh). Ich denke mal, dass die üble Gehirnerschütterung dafür zuständig ist.
Heute habe ich dann seine Haxen und Füße im circa 2.5 bis 3 Stunden Rhythmus massiert um irgendwie aus dieser Synkope/ Schockspirale herauszukommen und zu versuchen, durch die Massage ( die ich ansonsten einmal abends gegen 21 Uhr mache) den Schmerzpegel nicht auf super brüllend ansteigen zu lassen. Na, zumindest freuen wir uns wie die Schneekönige, dass Gerald in den letzten circa 32 Stunden nicht bewusstlos geworden ist, Halleluja! Da zählt man jede unfallfreie Stunde als Erfolg! Sicher gab es in den letzten circa 4 Wochen auch schonmal ich glaube um die 60 Stunden, wir hatten aber auch so einen scheiss Tag wie den 31. Januar, da war er 6 mal bewusstlos ( zumindest einmal ohne Aufschlag, da er im Sessel mit Fußteil hoch sprich hochgelegenen Füßen und geöffneten Augen bewusstlos war). Und dann müssen wir mal schauen, ob wir für die Massage irgendwie Personal bekommen denn mein Leben findet ja auch jetzt und hier statt und eine derartige Rundumversorgung kann ich alleine dauerhaft nicht bewältigen.

Na, ich werde berichten, wie es weitergeht.... gute Genesung allerseits und sommerliche Grüße aus Franschhoek Melanie

Fee1970
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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19114

Beitragvon Fee1970 » 12.02.2020, 21:25

Hallo Baernme,

das ist ja der Horror, was ihr da erlebt.

Ich hatte zwar auch mit Schwindel zu tun, aber nicht so wie dein Partner.
Bei mir kam er manchmal auch völlig unerwartet und plötzlich. Ich hab dann gleich bei den ersten Zeichen (Kraft geht plötzlich weg, Kopf dreht sich wie Hackedicht, klar denken nicht möglich und sauber sprechen auch nicht.) festen Boden aufgesucht, mich hingelegt (auch auf den Boden - stehen ging ja nicht mehr) oder meinem Partner ein Zeichen gegeben. Er hat mich dann ins Bett getragen, gehen konnte ich nicht mehr. Dann spürte ich, wie ich wegdriftete und hab 2 Stunden fest geschlafen. Denke ich. Keine Ahnung. Wenn ich zu mir kam war der Spuk vorbei. Interessanter Weise waren da kurz alle Schmerzen weg!!!
Bin zu der Zeit halt kein Auto mehr gefahren. Besser ist besser.

Mittlerweile hab ich nur noch gelegentlich leichten Schwindel.
Ich wurde torkelnd mal von meiner Stieftochter gefilmt. Sieht aus als wäre ich sturzbesoffen.

Also ja, sowas scheint vom Flox bei manchen zu kommen.
Braucht kein Schwein.

Alles Gute euch.
Fee
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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19515

Beitragvon Bauernme3865 » 29.02.2020, 10:09

Hallo Ihr Lieben,

Vielen Dank für eure guten Wünsche!

Hier mal ein kurzes Update: bis letzte Woche Samstag früh ist Gerald insgesamt ( vom 14.Januar 2020) 86 mal bewusstlos umgekippt! Das jeweils mit gestreckten Beinen ( also keine geknickten Knie wie zB bei niedrigem Blutdruck, wenn einem die Beine wegknicken und man quasi zusammen sackt). Bei diversen weiteren nähen von Platzwunden im Gesicht, Übernachtung im nächstgelegenen Krankenhaus zwecks Überwachung der üblen Gehirnerschütterungen und CT Scan vom Kopf waren die Ärzte dort ebenfalls geschockt von den Fotos, die ich von ihm während der Bewusstlosigkeiten gemacht habe ( das glaubt einem kaum jemand in der Häufigkeit) und auch im Krankenhaus ist er bewusstlos umgekippt ( weder ich, noch 2 Krankenschwestern, die neben ihm standen, konnten ihn halten um den Sturz abzumildern). Ich denke, die zusätzlichen Prellungen, Beulen, Gehirnerschütterungen, Schrammen, beide Schultern xfach ausgerenkt, muss ich nicht näher beschreiben. Letzten Samstag hat Gerald dann die Wut bekommen und nochmal gegoogelt, wie man seine Schmerztoleranzgrenze erhöhen kann ( analog Boxer zB) und hat seitdem sein Sportpensum nochmals gesteigert, damit der Körper zusätzlich noch Dopamine, Endorphine usw als Glückshormone produziert, die ja als körpereigene Schmerzmittel wirken. So verrückt es sich anhört, momentan funktioniert es bei ihm und er ist jetzt seit einer Woche umkipp frei!
Der Schmerzspezialist Doc aus Kapstadt hatte nochmal angerufen und meinte lapidar, wenn er die von ihm verordneten NSRI Tabletten oder sonstige Medikamente aus seinem Repertoire nicht weiter nehmen oder ausprobieren will, wüsste er auch nicht weiter und er würde einen Neurologen empfehlen. Nein danke, da bisher noch kein Versuch an Schmerzmittel funktioniert hat, muss man dort nicht noch mehr als Versuchskarnickel hinhalten, sein Geld und die Energie und Hoffnung reinsetzen, um im Nachhinein doch wieder nur desillusioniert zu sein. Ich wünsche euch allen ein beschwerdearmes Wochenende und herzliche und sonnige Grüße aus Franschhoek!

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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19519

Beitragvon Fee1970 » 01.03.2020, 01:05

Hallo Bauernme,

das ist so krass, was euch passiert.

Sag mal, wurde Gerald schon mal auf fokale Epilepsi getestet? Oder überhaupt auf Epilepsi?
So mit Provokation? Ohne Provokation könnte sie eventuell übersehen werden.
Ist nur so eine Idee, wegen der gestreckten Beine.
Es gibt ja auch eine Epilepsi ohne Zuckungen.

Oder wurde das Calcium, das Parathormon und die Schilddrüse getestet? Bei einer Störung kann es zu Krampfanfällen kommen, die mit Strecken einhergehen.

Was vielleicht Licht in die Sache bringen könnte, wäre mal aufzuschreiben, was Gerald so am Tag isst, trinkt, was er macht, wo, wie, mit wem er zusammen war, wie die Stimmung war und wann er bewusstlos wurde.
Nur so bekam ich heraus, dass mein Jucken und Stechen und die Kopfschmerzen vom Essen kam. Vom Leaky Gut.

Vielleicht triggert ihn etwas.

Oder wurden seine Halsschlagadern mal durchleuchtet? Ob sie beide noch völlig frei und intakt sind?

Wurde seine HWS mal gründlich durchleuchtet?
Die Stellung des Atlas auf der HWS?

Hat man mal seine Ohren gründlich untersucht? Einen Schwindeltest gemacht?

Ist eine Thrombose ausgeschlossen worden?

Nun ja, vielleicht fällt mir noch etwas anderes ein.

Wünsche euch nur das Beste.
Fee
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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19522

Beitragvon Fee1970 » 01.03.2020, 01:23

Hey Bauerme,

schau .....

Mögliche Symptome sind plötzliche Atemnot, Husten, Brustschmerzen, Herzklopfen oder Ohnmacht.

Quelle:
https://m.apotheken-umschau.de/thrombos ... treten-auf

Vielleicht sollte man mal sein Herz penipelst untersuchen. Auch die Blutgefäße drum herum.

Viel Glück.
Fee
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Re: Bewusstlosigkeit/ Schmerzdoc in Kapstadt

#19679

Beitragvon Bauernme3865 » 04.03.2020, 19:43

Hi liebe Fee,

Ganz herzlichen Dank, aber alles mögliche getestet und für einwandfrei befunden! Es sind/ waren neurogene Syncopen, ausgelöst durch die Schmerzen in den Waden und Achillessehnen ( vor dem Zeitalter von Schmerzmitteln und Anästhesie sind die Menschen ja ebenfalls vor Schmerz umgekippt und da bei ihm nichts an Schmerzmitteln wirkt ( außer den selbstproduzierten körpereigenen Schmerzmitteln wie Dopamine, Endorphine & Co durch Sport) sowie momentan etwas besserer Schlaf ( wohl durch die absolute Erschöpfung, Gehirnerschütterungen oder warum auch immer verbessert) hält der positive Trend momentan zum Glück an!
Entgegen der allgemeinen Empfehlung zuviel Sport bei Flox wegen des erhöhten oxidativem Stresses fühlt er sich mit Sport ( nur Oberkörper und Arme/Schultern - Beinarbeit geht momentan wegen der Achillessehnen nicht) wesentlich besser und wenn‘s hilft, muss man für sich selbst entscheiden, was bekömmlich ist.
Liebe Grüße und gute Genesung allerseits!!!


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