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Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

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Krabiwi
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Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23063

Beitragvon Krabiwi » 06.08.2020, 23:19

https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acsomega.8b03428#

Auf die 2018 Studie aus Finnland, die belegte, dass FCs mit der mitochondrialen Topoisomerase interagiert, gab es offensichtlich recht zügig eine Nachfolgestudie eines pharmakologischen Instituts welche erörtert ob FC direkt DNA-Brüche verursachen können.

Die Analyse-Grafiken signalisieren, dass FC SSB (Single-Strand-Breaks) der DNA verursachen und auch in schwächerem Umfang Double-Strand-Brakes angezeigt werden (DSB). Die Strang-Bürche sind bei der Top2B ausgeprägter als bei der Top2A:

Bild

Im Text versucht man dann seltsamerweise das Ergebnis zu relativieren, indem man die These aufstellt, dass solche FC-Konzentrationen in vivo unwahrscheinlich seien.

Dabei ignoriert man, dass es in vivo unterschiedliche Gewebearten gibt. Während es bspw. in hochenergetischen Kardiozyten durchaus unwahrscheinlich ist, sind hohe Konzentrationen in bradytrophen Geweben wie Knorpel- und Sehnenzellen logischerweise wahrscheinlicher. Dazu muss man beachten, dass FC zusätzlich u.a. die Entgiftungsenzyme hemmen und genetische Einschränkungen vorhanden sein können, was wiederum die intrazelluläre FC-Konzentrationen erhöhen kann.

Außerdem sind Konzentrationen von 3 - 30 µM (1 - 10 mg/l) nachweislich gängige Konzentrationen bei einer FC-Behandlung, hier besteht somit eine starke Diskrepanz zwischen den Fakten und den Interpretationen:

"Bei normaler Anwendung (500 mg Einzeldosis bei einer 70 kg schweren Person) beträgt die Konzentration 3 mg/l in Serum/Muskeln, 6–9 mg/l in Prostata/Darm, 18–21 mg/l in Granulozyten, 6–30 mg/l in der Lunge und 15–30 mg/l in der Galle.[29]"

( Quinolone Antibacterials (= Handbook of Experimental Pharmacology). Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1998, ISBN 978-3-642-80366-6 (springer.com [abgerufen am 31. Januar 2019]).)

https://de.wikipedia.org/wiki/Ciprofloxacin


Ciprofloxacin wirkt weiterhin zytotoxisch und zytostatisch auf menschliches Gewebe: Nekrose von Knorpelzellen wurde ab 1 mg/l beobachtet,[20] DNA-Fragmentierung und Apoptose von T-Zellen ab 2,5 mg/l,[21] Mitochondrienschäden und Apoptose von Sehnenzellen ab 3 mg/l,[22] Proliferationshemmung von Fibroblasten ab 5 mg/l,[23] Schädigung der mitochondrialen DNA (mtDNA) und Wachstumshemmung ab 20 mg/l,[24] und Unterbrechung des Zellzyklus, Genommutation sowie Verlust der mtDNA ab 25 mg/l.[25][26]
https://de.wikipedia.org/wiki/Ciprofloxacin


Demnach sind Konzentrationen von über 30 mg/l (90µM) definitiv realistisch. Das ist auch der Grund für die unterschiedlich starken Floxungen in der Praxis. Je höher die erreichte Konzentration, desto schwerer die initialen DNA-Schäden.


Die Studie schließt wie folgt:

"Conclusion

Fluoroquinolones represent an important class of widely prescribed pharmaceuticals with a broad range of activity in both Gram-positive and Gram-negative infections. Unfortunately, a small percentage of patients experience severe adverse reactions to these agents"


Spätestens hier wird auch klar warum man versucht die FC induzierten Einfachstrangbrüche zu relativieren. Verharmlosung der schweren oftmals lebenslangen Toxizität mit "kleiner Prozentsatz" obwohl längst das Gegenteil bewiesen ist. FCs als wichtig ("important") zu lobhudeln ist außerdem eine persönliche und subjektive Meinung, die in wissenschaftlichen Studien nichts verloren hat.

Desweiteren vermisst man den Abschnitt "Conflict of interests".

Fazit:

Eine Studie wenige Monate nach der finnischen Studie, es geht also doch schnell mit der Forschung wenn der Wille und das Geld da ist. Auch wenn es wahrscheinlich eine Pharma Studie ist kann man aus dieser, wenn man sie kritisch betrachtet, nützliches herausziehen. Einfachstrangbrüche der humanen mtDNA sind somit als direkte Auswirkung belegt, FC können das was sie mit den Bakterien verursachen auch bei den Mitochondrien anrichten (vielleicht sogar mit der nDNA?). Dazu kommen wie immer zusätzlich die enzymatischen Effekte, der erhöhte ROS sowie potenziell noch unbekannte Faktoren.


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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23066

Beitragvon cf12 » 07.08.2020, 00:23

Hallo Krabiwi,

vielen Dank für die interessanten Studienergebnisse! Es ist erschreckend, welche Schäden FC anrichten können. Durch die Gabe von hochdosiertem ACC (NAC) können die Schäden evtl. reduziert werden (ähnlich anderer AB). :think:

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

cf12

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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23069

Beitragvon mike217 » 07.08.2020, 07:51

Also müsste man auf Therapien/Protokolle, oder NEMs die DNA-Addukte entfernen, oder reduzieren können besonderes Augenmerk legen?
Oder wie könnte man den Schaden verringern?

Achja, und wie sind die Grafiken zu deuten?
Vorallem Grafik B? Umso kleiner der Balken, desto kleiner der Schaden, oder desto größer?
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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23072

Beitragvon Hamburgerjung » 07.08.2020, 10:25

Erstmal vielen Dank an Krabiwi! Das ist wirklich eine sehr interessante Studie. Dieses Thema DNA beschäftigt mich in letzter Zeit auch zunehmend. Ich kenne Leute, bei denen sind Fluorchinolone ganz klar als DNA Addukt nachzuweisen. Diese Leute haben tatsächlich ALLE einen immer stärker werdenden Verlauf seit Jahren und teilweise nach Jahren dann Organversagen etc. Eventuell ein Beweis, dass das Gift im Körper bleibt? Durch meine DNA Addukte ist meine SOD2 geblockt. Soweit ich weiß, ist das PK Protokoll die einzige Möglichkeit, DNA Addukte vollständig zu entfernen. Sibille aus dem Forum hat hiermit extreme Erfolge. Gibt es eventuell noch eine andere Möglichkeit? Es ist wirklich seeeehr komplex diese DNA Thematik! Zudem soll ja NADH bei der DNA Reparatur helfen. Es ist aber alles seeeehr komplex: In der Akutphase habe ich NADH IV super vertragen und es hat mir wahnsinnig geholfen. Jetzt hatte ich letzte Woche das erste Mal seit langer Zeit NADH und ich würde die Nebenwirkungen kurzum mal als „schrecklich“ bezeichnen. Ein Körpergefühl wie ich es noch nie hatte in meinem Leben. Keine Schmerzen! Aber ein Gefühl als würde mir jemand mein Innenleben aus dem Körper entfernen, als wäre der Körper völlig leer. Zudem wieder massiv kalte Hände wie ich es nun seit Wochen nicht mehr hatte.

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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23075

Beitragvon Levoflox26 » 07.08.2020, 12:31

Hallo zusammen,

Ein Körpergefühl wie ich es noch nie hatte in meinem Leben. Keine Schmerzen! Aber ein Gefühl als würde mir jemand mein Innenleben aus dem Körper entfernen, als wäre der Körper völlig leer.


Das ist Flox. Diese "komischen" Körpergefühle hatte ich zu Beginn ganz extrem. Dann waren sie ca. 2 Jahre weg, jetzt kommen sie wieder, immer mal für 2-3 Tage. Dann denke ich oft, ich gebe bald den Löffel ab...aber es passiert nichts weiter. Dennoch empfinde ich das imer wieder als beängstigend.

lg uschi

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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23108

Beitragvon mohogik » 08.08.2020, 11:46

Vielen Dank Krabiwi fürs Teilen dieser Studie. Die scheint an mir vorbei gegangen zu sein. Es sieht tatsächlich danach aus, wie wenn die Studie von der Pharma gesponsert wurde mit dem einzigen Ziel, die "Helsikinki Studie", welche die FC-induzierte Hemmung der menschlichen Topoisomerase und somit auch der mitochondrialen Zellproduktion unter Beweis stellte, zu diskreditieren und zu verharmlosen. Allerdings interpretiere ich die Ergebnisse der Studie anders als du und finde auch den Titel dieses Threads irreführend. wenn nicht sogar falsch. aber vielleicht irre ich mich.

bevor ich aber ins Detail gehe, möchte ich darauf hinweisen, dass diese Studie nichts mit DNA-Addukten zu tun hat. Im Gegenteil: Es gibt bisher keine einzige Studie, welche den Zusammenhang zwischen DNA Addukten und den unterschiedlichen Flox-Symptomen untersucht hat. Die Untersuchungsergebnisse, die ich bisher gesehen habe, sind willkürlich und ohne eindeutig erkennbares Muster, aus dem man allgemeine Schlüsse ziehen könnte. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens und aufgund der Umwelteinflüsse DNA-Addukte und trotzdem leiden die wenigsten unter derart einzigartigen Symptome wie wir. Jetzt aber zurück zu den beiden Topoisomorease Studien.

Wir alle kennen den Wirkmechanismus von Fluorchinolonen, der auf der Hemmung der bakterieller Topoisomerasen II (DNS-Gyrase) und IV basiert. DNA-Topoisomerasen sind Enzyme, welche Verdrillungen und Spannungen in doppelsträngigen DNA-Strängen auflockern und lösen können. Durch die Hemmung der bakteriellen Topoisomerasen stören die Fluorchinolone die DNS-Synthese der zu bekämpfenden grampositiven und gramnegativen Erreger. Zunächst wird die Zellteilung der Bakterien gestoppt (bakteriostatische Wirkung). Dann sterben die Bakterien ab (bakterizide Wirkung). Die Topoisomerase II bewirkt zum einen ein Entwirren der DNA Stränge und zum anderen einen temporären DNA-Doppelstrangbruch. Die Strangbrüche sind deshalb nichts Negatives, sondern sind essentieller Bestandteil der Zellreproduktion. Deshalb finde ich den Titel wie gesagt irreführend. Richtig müsste es heissen. "Topoisomerase 2 verursachen temporäre Strangbrüche der DNA im Rahmen der Zellreproduktion, welche durch die FQ gehemmt werden":

Um es nochmals einfacher auszudrücken: Die sich spiralförmig drehenden DNA Doppelstränge (Doppelhelix) werden bei der Zellreproduktion über die Topoisomerase geteilt, damit aus den beiden Einzelsträngen zwei neuen Doppelstränge gebildet werden können. Man stelle sich dabei zwei in sich verdrehte schnüre vor, an deren beiden enden man zur entwirrungen der verdrehung zieht und sich am ende ein knoten bildet. und genau hier greift die topoisomerase 2 ein, indem sie temporär die schnur durchschneidet, damit sich der knoten löst. Der Bruch wird also bewusst erzeugt im Rahmen Zellreproduktion.

Wissenschaftler der Eastern Finland fanden nun im Jahre 2018 heraus, dass Ciprofloxacin die DNA von Mitochondrien (mtDNA) durch die Hemmung der Topoisomerase schädigt. für uns floxies war diese neue erkenntnis ein meilenstein. denn entgegen der langljährigen Annahme, dass Fluorchinolone keinen Einfluss auf die menschliche Topoisomerase haben können, stellten die wissenschaftler fest, dass Fluorchinolone nicht nur die bakterielle, sondern auch die mitochondriale Zellreproduktion hemmen. Die räumliche Anordnung der mtDNA wird hauptsächlich von der Topoisomerase II kontrolliert. Und diese gleicht strukturell der bakteriellen Topoisomerase. Seit der Publikation dieser Studie vermutete man den Grund für die mitochondrialen Probleme in der Hemmung der Mito-Reproduktion somit der Energieproduktion der Mitochondrien und Wachstum der Zellen.

Gemäss der von Krabiwi geposteten neuen Studie brauch es angeblich eine extrem hohe FC-Konzentration im Plasma um die menschliche Topoisomerase zu hemmen. und diese soll - gemäss dieser Studie - im Rahmen einer FC-Therapie gar nie erreicht werden. Und hier bin ich absolt derselben Meinung wie Krabiwi, der die möglichen Konzentrationen im Blut oben sehr schön aufgezeigt: Solch hohe FC-Konzentrationen sind möglich und Grund, warum viele von uns gefloxt werden. Was auffällig und verdächtig ist, ist die Tatsache, dass ausrechnet Gemifloxacin den grössten hemmenden Einfluss auf die Topoisomorease hat. Augerechet das Fluorchinolon, dass es nicht mehr auf dem Markt gibt, während alle anderen safe zu sein scheinen. wenn man der studie glauben darf.

Diese Schlussfolgerung betreffen Gemifloxcin ist aus der Grafik unten zu entnehmen. Sie zeigt die Verteilung der verdrehten (SC) vs entspannten (REL) DNA-Stränge in Abhängigkeit von den unterschiedlichen FLuorchinolone und Konzentrationen. Je höher der Anteil der verdrehten Stränge (REL), umso grösser die Wahrscheinlichkeit, dass die Topoisomerase gehemmt ist.

Bild



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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23112

Beitragvon Levoflox26 » 08.08.2020, 12:00

Hallo mohogik,

danke für deinen Beitrag, sehr verständlich erklärt. :handgestures-thumbupleft:

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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23129

Beitragvon Schorsch » 09.08.2020, 10:12

Hallo allerseits,

anbei die Übersetzung der aktuellen Studie. Ich habe das Krabiwi auch schon direkt geschrieben, denke wir sind da auch alle mit mohogik der selben Ansicht, das eben genau im Schadensfall derartige hohe Serumkonentrationen erreicht werden können.

Jeder Mensch hat schonmal grundlegend einen unterschiedlichen Entgiftungsstoffwechsel der durch diverse Umstände beeinflusst wird.

Das ist ja auch nur logisch, eben deshalb ist statistisch das Schädigungspotential bei älteren Menschen so enorm erhöht (- Stichwort verminderte Renale Ausscheidungskapazität im Alter.)

FC sind wohl ziemlich am Limit der Schädlichkeit kalkuliert worden, deshalb spielen sicherlich andere Trigger nochmal extreme Effekte bei (z.B. die 300 fache Überhöhte Toxizität für Neuropathien bei zeitgleicher Gabe von NSAID.)

Neben diesen harten belegten Fakten wird ja auch weiterhin eindeutig durch die Studie des mitochondrialen NAC-Schutzkonzeptes belegt, das eben rein die Höhe der Gluthationkonzentration (indirekt auch wieder direkt die Entgiftungskapazität) zum Einnahmezeitpunkt entscheidend ist. Daher kann die präventive NAC-Gabe zwecks Gluthation-Pusher ja eben auch exakt vor diesen Schäden schützen.

Weiterhin steht zudem die These im Raum, das eben die präventive und zeitversetzte Magnesium Substition schützend wirkt. Wieso ist das so ? Ganz klar durch die direkte Magnesium-Bindung im Serum, wird das FC gehemmt (steht ja auch so im Beipackzettel, weshalb man es nicht zeitgleich nehmen soll) und kann so weniger Schaden im Gewebe anrichten, es wird dadurch weniger Zelluläres Magnesium gezogen, die Serumkonzentration wird durch die direkte Magnesiumbindung im Gewebe sicher auch enorm sinken.


Also diese Studie ist erstmal gut, denn Sie zeigt das eben Mitochondriale Schäden durch die Topoisomerase Hemmung eindeutig belegt sind. Es wird meines erachtens aber gleich über die angeblich kaum kritisch erreichbare Serumkonzentration im Therapiefall relativiert, da man hier sonst direkt den Herstellern an den Kragen könnte. Stellt euch dochmal vor hier sagen Forscher also Leute euer Produkt, was seit den 80er auf dem Markt ist ist sowas von grenzwertig schädlich und erreicht nach unserem heutigen Wissen sogar toxische Serum-Konzentrationen. Das hätte niemals jemand veröffentlicht, demnach ist die Studie meines erachtens mit einem Maulkorb versehen bzw. man möchte und würde das hier nicht aussprechen um ggf. zwischen Fronten zu geraten.

Um das ganze hier im Thema zusammenfassend abzurunden, stelle ich neben der aktuellen FC Topoisomerase bzw. DNA-Studie aus 2019 noch eine Übersicht diverser anderer Studien und einen Atrikel der Pharmazeutischen Zeitung in einer weiteren Datei ein.


Gruß Schorsch

PS an die Experten hier, ich weiß wir hatten auch Studien die expizit die Toxizität der Serumkonzentration der FC belegten. Da wurde auch im Tierexperiment aufgezeigt das die daraus hochgerechnete humane Dosiskalkulation toxisch wirkt. Spacerat weiß vermutlich sofort welche Studien ich meine.
Dateianhänge
Studie_FC_DNA Topoisomerase_2019.pdf
Studie_FC_DNA Topoisomerase_2019
(763.95 KiB) 18-mal heruntergeladen
Studie_FC_DNA Topoisomerase_2019.pdf
Studie_FC_DNA Topoisomerase_2019
(763.95 KiB) 18-mal heruntergeladen
Studien_zu_Mitoschäden_DNA-Schäden.pdf
Studiensammlung_zu_Mitoschäden_DNA-Schäden
(647 KiB) 22-mal heruntergeladen
Studien_zu_Mitoschäden_DNA-Schäden.pdf
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(647 KiB) 22-mal heruntergeladen
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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23130

Beitragvon Schorsch » 09.08.2020, 10:24

Hab es selbst nochmal rausgekramt bzw. finden können und möchte das direkt zur Diskussion einstellen:

viewtopic.php?f=67&t=405#p1629

Gruß Schorsch


PS die Umwandlung der Dateien ins PDF-format habe ich direkt eingefügt und den unnötigen Verlauf zwecks Übersicht angepasst.
Danke Maximus und Karlken !
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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23405

Beitragvon Krabiwi » 19.08.2020, 22:39

Hallo mohogik,

Danke für die Ausführungen. In der Tat ist es bemerkenswert, dass Gemifloxacin in der Analyse die stärksten Strangbrucheffekte aufweist. Auch das beweist, dass solch hohe intrazellulären Konzentration realistisch sind, denn sonst wäre niemand an Gemi gestorben und das Zeug wäre noch auf dem Markt.

" bevor ich aber ins Detail gehe, möchte ich darauf hinweisen, dass diese Studie nichts mit DNA-Addukten zu tun hat. Im Gegenteil: Es gibt bisher keine einzige Studie, welche den Zusammenhang zwischen DNA Addukten und den unterschiedlichen Flox-Symptomen untersucht hat. Die Untersuchungsergebnisse, die ich bisher gesehen habe, sind willkürlich und ohne eindeutig erkennbares Muster, aus dem man allgemeine Schlüsse ziehen könnte. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens und aufgrund der Umwelteinflüsse DNA-Addukte und trotzdem leiden die wenigsten unter derart einzigartigen Symptome wie wir. Jetzt aber zurück zu den beiden Topoisomorase Studien."


Da kann ich mich nur anschließen, selbst Alkohol und Glukose bilden DNA-Addukte. Addukte sind somit nichts ungewöhnliches und werden in vivo i.d.R. zuverlässig mittels den entsprechenden Enzymen entfernt.


" Die Topoisomerase II bewirkt zum einen ein Entwirren der DNA Stränge und zum anderen einen temporären DNA-Doppelstrangbruch. Die Strangbrüche sind deshalb nichts Negatives, sondern sind essentieller Bestandteil der Zellreproduktion."


Exakt, ich würde noch ergänzen aber nur solange dieses Auftrennen der Stränge kontrolliert abläuft und diese im Anschluss an den Prozess wieder zusammengefügt werden, was durch die FC unterbunden wird.

Noch dazu kommen Effekte auf die anderen Topoisomerase-Typen welche unerforscht sind, man kann davon ausgehen dass alle Enzyme an denen Mg2+ Kationen beteiligt sind chelatiert und gehemmt werden. Dazu gehört u.a. auch die Top III, aber auch Hemmung der gesamten Enzymatik wodurch sich toxische Effekte wiederum verstärken können.

https://en.wikipedia.org/wiki/Topoisomerase


Hallo Schorsch,
Schorsch hat geschrieben: Also diese Studie ist erstmal gut, denn Sie zeigt das eben Mitochondriale Schäden durch die Topoisomerase Hemmung eindeutig belegt sind. Es wird meines erachtens aber gleich über die angeblich kaum kritisch erreichbare Serumkonzentration im Therapiefall relativiert, da man hier sonst direkt den Herstellern an den Kragen könnte. Stellt euch dochmal vor hier sagen Forscher also Leute euer Produkt, was seit den 80er auf dem Markt ist ist sowas von grenzwertig schädlich und erreicht nach unserem heutigen Wissen sogar toxische Serum-Konzentrationen. Das hätte niemals jemand veröffentlicht, demnach ist die Studie meines erachtens mit einem Maulkorb versehen bzw. man möchte und würde das hier nicht aussprechen um ggf. zwischen Fronten zu geraten.

Exakt, wenn man mal die subjektiven Relativierungen in der Studie ignoriert besagt diese, dass FCs ab bestimmten Konzentration auf die Mitochondrien einwirken wie auf die Bakterien: sie zerstören/beschädigen die menschliche DNA durch einen direkten Angriff.

Fazit:

FCs wirken Bakteriozid und Mitochondriozid.

Mitochondriozidale Konzentrationen sind in vivo nachweislich erreichbar. Beispiel Gemifloxacin sowie Literatur.

Anschließend können weitere Schäden an allen möglichen Zellbestandteilen indirekt durch den ROS und die gehemmte Enzymatik enstehen sowie sich gegenseitig potenzieren.

Das würde auch therapeutisch bedeuten, dass das Kind nach der Einnahme längst im Brunnen liegt. Sprich die mtDNA ist längst beschädigt, da würden auch schnell eingeworfene Antioxidantien nicht mehr viel helfen, sondern könnten bestenfalls noch den ROS abmindern.

Umso wichtiger wären Ansätze um die geschädigten mtDNA möglichst zügig und verträglich zu mitophagieren. Wenn die intrazelluläre FC-Konzentration zu hoch wird ist definitiv auch denkbar, dass gar keine mtDNA-Kopie in dem betroffenen Gewebe übersteht, in dem Fall wäre nur noch die Zuführung von externer mtDNA mittels Gentherapie ein Ansatz, was aber Zukunftsmusik ist.

Man kann sich über die Biochemie vieles herleiten, Michalak wies bereits 2017 auf diesen möglichen Effekt eines direkten Angriffs der FC auf die mtDNA hin.

" Some authors point also to the similarity of bacterial and mitochondrial DNA, both existing in circular super-twisted helices and gyrase-like enzymes being postulated to be responsible for the organization of mitochondrial DNA, suggesting the possible direct effect of FQs to mitochondrial DNA leading to the disturbed mitochondrion regeneration and division [43, 44]. The changes in the cytoskeleton were observed also after FQ treatment [45], and cytoskeleton has been demonstrated to be strictly connected with energy dissipation and organization in mitochondria [46–49]."

MfG
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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23413

Beitragvon Levoflox26 » 20.08.2020, 11:19

Hallo zusammen,

da es hier gerade um Studien geht, poste ich das mal hier. Ich weiß nicht, ob ihr diese bereits kennt:Antibiotika-induzierte Freisetzung kleiner extrazellulärer Vesikel (Exosomen) mit oberflächenassoziierter DNA

Bin da heute zufällig auf Grund einer Corona Sache drüber gestolpert. Hab sie mir zwar übersetzen lassen aber ich bin viel zu sehr Laie, als dass ich erfassen könnte, worum es da wirklich geht und welche Auswirkungen das hat (außer dass wohl die Zellen von Labormäusen damit "gereinigt" werden, bevor diverse Teste mit ihnen gemacht werden - wenn's denn stimmt?). Würde mich aber freuen, wenn mir das jemand mit verständlichen Worten kurz erklären könnte. Merci.

lg uschi

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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#23567

Beitragvon mohogik » 23.08.2020, 19:45



Danke Uschi fürs Teilen dieser Studie: Eine sehr interessante Studie und ein weiterer kleiner Stein im Flox-Mosaik-Bild, wobei ich gestehen muss, dass ich auch nach dreimal lesen nicht alles 100% verstanden habe. Zentrale Aussage ist wohl folgende "Ciprofloxacin induced binding of DNA-covered EXOs to extracellular matrix proteins (such as fibronectin) may eneable antibiotic-induced stressed cells to leave a trail for innate immune cells)". Schorsch sieht darin zurecht den Grund für die wandernden und sich im Körper verteilenden Schmerzen, wie wir sie als Floxies alle kennen. Weiter steht: "Our data suggest a novel EV-related pathway of the removal of damaged mitochondrial and genomial DNA from cells." Hier verstehe ich nicht, ob sie darin mögliche Therapieformen sehen und insbesondere wie man "genomial DNA" aus den Zellen entfernen kann. Vielleicht kann uns Krabiwi ein paar Insights dazu geben.

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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#24005

Beitragvon Krabiwi » 09.09.2020, 00:23

Hallo,

diese Studie bereits hier kurz erörtert und ist ein starkes Indiz dafür, dass auch die nDNA beschädigt wird, was u.a. wegen dem OS auch schlüssig ist:
viewtopic.php?p=11394#p11394

Der interzelluläre DNA-Austausch mittels Exosomen zwischen den Zellen ist wahrscheinlich eine Reaktion auf die DNA Schäden, sprich gesündere Zellen mit intakter DNA geben ihre mtDNA und u.U. nDNA an beschädigte Zellen ab um diese zu stabilisieren.

MfG
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Re: Studie 2019: FCs können über Hemmung der Topoisomerase 2 Strangbrüche der DNA verursachen

#24052

Beitragvon cf12 » 09.09.2020, 22:14

Hallo Krabiwi,

es gibt keine Zweifel, dass evtl. auch nDNA geschädigt wird, aber bei der mtDNA ist die Mutationsrate ca. 10 mal größer und bei der nDNA wirken viel effektivere Reparaturmechanismen. Deshalb würde ich vermuten, dass viele Symptome vorrangig von der geschädigten mtDNA verursacht werden. Die Epigenetik wird durch den gestörten Stoffwechsel auch verändert. :think:

Viele Grüße

cf12


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