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Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

UrsulaBarbara
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Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23081

Beitragvon UrsulaBarbara » 07.08.2020, 14:32

Hallo liebe Mitglieder

Ich habe seit 2015 nach der Einnahme von Ciprofloxacin aufgrund einer Angina Beschwerden (Muskelschmerzen, neuropathische Schmerzen), welche sich etwas gebessert haben nachdem ich hier verschiedene Tipps gelesen habe.

Nun habe ich akut ein Problem mit einer Wanderröte am Bein seit einer Woche mit starker Entzündung welche sich inzwischen über den ganzen Oberschenkel, Vor- und R’ckseite ausgebreitet hat und auf Druck auch schmerzhaft ist. Als Ursache habe ich einen Insektenstich vermutet aber habe nicht gesehen, welches Insekt genau. Heute morgen bin ich nun doch zum Arzt gegangen, da es mir langsam Angst machte, eine Blutvergiftung zu bekommen.

Der Arzt hat das Blut auf Entzündungswerte untersucht und hat die Diagnose Borreliose gestellt und mir natürlich ein Antibiotikum verschrieben. Es handelt sich um Doxycyclin (Supracyclin Tabs forte 200 mg), wovon ich morgens und abends je 1/2 Tablette schlucken soll für 10 Tage.

Ich bin nun nicht sicher, was das kleinere bzw. grössere Übel ist, wenn ich dieses AB schlucke im Wissen, dass ich bereits Schäden durch Flox habe oder zuwarte wie sich die Infektion weiterentwickelt? Gibt es ergänzend etwas was mögliche Nebenwirkungen oder einen Rückfall der Floxbeschwerden mildert oder verhindert? Muss ich sonst etwas beachten? Unbehandelte Borreliose scheint mir auch nicht gerade günstig, wenn man sonst bereits Probleme hat.

Hoffe, es kann mir jemand über Erfahrungen mit diesem AB berichten. Besten Dank zum Voraus.

Ursula



Levoflox26
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Re: Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23084

Beitragvon Levoflox26 » 07.08.2020, 15:25

Hallo Ursula,

ich hatte Borreliose 20 Jahre vor Flox, weshalb ich nicht sagen kann ob Doxy einen Floxschub auslöst. Bevor ich das Riskiko einginge an Borreliose zu erkranken, würde ich das Doxy einnehmen. Ob 10 Tage ausreichen, hm, mir kommt es wenig vor. Ich habe es deutlich länger genommen und die Borrelien GsD auch besiegt. Hier gilt, je früher desto besser. Damals habe ich Doxy sehr gut vertragen.
Hat dein Arzt denn einen speziellen Test auf Borrelien gemacht, also wenigstens einen ELISA Test? Gibt gerade auch Kriebelmücken die ein ähnliches Bild machen, gerade die Ausbreitung über den ganzen Oberschenkel macht mich stutzig. Siehst du mittig in dem Kreis evtl. ein kleines Loch und warst du in der Nähe eines Gewässers (Bach, See, Biotop etc) würde ich das beim Arzt erwähnen. Hab gerade erst einen Bericht über die Viecher gesehen, hatte auch selbst schon Bisse mit anschließenden, großflächigen Schwellungen.
Also frag den Arzt besser mal nach dem Borreliose Test.

Alles Gute und schnelle Besserung
lg uschi

Wenn du heute schon aufgibst, wirst du nie wissen ob du es morgen geschafft hättest.

gefloxt 10/2016 = 10 x 500mg Levo und 9/2017 = 5 x 250mg Levo
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UrsulaBarbara
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Re: Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23087

Beitragvon UrsulaBarbara » 07.08.2020, 16:19

Hallo Uschi

Danke für Deine Antwort. Da die Rötung erst vor einer Woche aufgetaucht ist, meinte der Arzt, dass noch keine Antikörper im Blut seien und ein Test nicht nötig sei. Er hat einzig die Entzündungswerte geprüft und diese seien normal. Daraus schliesst er offenbar, dass es sich um Borrelien handeln muss. Das Bild sei nicht ganz typisch, da das Zentrum auch rot ist aber das könne durchaus verschieden auftreten. Wenn das AB wirke sei ja das Ziel erreicht und unwichtig, was es genau war. (Es war derselbe Arzt, der mir 2015 nicht glaubte, dass meine Beschwerden vom Ciproflox herkommen). Ich habe ihm klargemacht, dass ich seit dem Floxschaden nicht mehr bereit bin, AB einfach so einzunehmen, ohne zu wissen ob überhaupt Bakterien die Ursache sind. Er meinte dann, das liege in meiner Verantwortung ob ich die Tabletten nehme oder nicht und er könne ja auch nicht voraussehen was weiter passiere.

Deshalb bin ich nun komplett verunsichert ob ich das AB wirklich schlucken soll aber möchte nichts verpassen, wenn es wirklich Borreliose sein sollte. Über die Kriebelmücken habe ich kürzlich auch gelesen. Es könnte durchaus sein aber ich habe nie einen Stich bemerkt und kann deshalb nicht sagen wann genau und wo das passiert wäre. An Gewässern habe ich mich öfters aufgehalten jedoch nicht badend und immer mit mindestens 3/4-Hosen oder länger aber es kann natürlich auch so passieren.

hier je ein Bild von der Ober- und Unterseite:
(Die roten Punkte hatte ich schon immer, gehören nicht zum Problem)

628EA2ED-8C9B-4C6F-B34F-5559E98606AE.jpeg
Unterseite Oberschenkel

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Oberseite

Levoflox26
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Re: Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23088

Beitragvon Levoflox26 » 07.08.2020, 16:53

Das sieht nicht gut aus, auf den Fotos. Sicher, dass die "roten Punkte" schon immer da waren? Auf dem zweiten Bild ganz unten rechts der Kniekehle (außerhalb der Rötung) das sieht in der Vergrößerung schon ein wenig nach einer Bissstelle aus. Die Bisse der Kriebelmücke merkt man gar nicht. Ich hatte den ganzen Unterschenkel voll und hatte nicht einen gespürt. Da hatte ich nur in einem Kindergarten den Rasen gemäht und es gab einen mini kleinen angelegten "Tümpel", dort haben die Kids Froschlaich beobachtet und es gab ein paar Libellen. Ich stand in meiner Pause daneben und hatte mir das angeschaut. Im Speichel haben sie, wie auch die Zecken, eine betäubende Flüssigkeit. Sie beißen übrigens richtig, das sind keine Stiche. Sie beißen ein Loch in die Haut, warten bis sich darin Blut sammelt und saugen es dann auf.

Ja, da mag dein Arzt Recht haben, dass noch keine Antikörper gebildet wurden. Daran habe ich nicht gedacht. Den Test kannst du aber nächste Woche nachholen.

Wenn ich die Fotos sehe, bin ich mir sicher, dass ich das AB nehmen würde. Aber das musst du entscheiden, das kann dir hier niemand raten.

lg

Wenn du heute schon aufgibst, wirst du nie wissen ob du es morgen geschafft hättest.

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Re: Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23090

Beitragvon nino » 07.08.2020, 17:14

Ich an deiner Stelle würde in dem Fall das Doxycyclin einnehmen. Das ist kein Fluorchinolon-Antibiotikum, und die potentiellen Nebenwirkungen davon sind absolut gar nicht vergleichbar mit jenen von Fluorchinolonen. Vergleichbar ist jedoch die Photosensibilisierung - da musst du während der Einnahme aufpassen, dich keiner UV-Strahlung auszusetzen.

Falls du dir Doxycyclin nicht zutraust, kannst du den Arzt auch nach Amoxicillin fragen, aber das musst du entscheiden. Das hat andere Nebenwirkungen (z.B. höheres Risiko für allergische Reaktionen, dafür z.B. keine Photosensibilisierung). Ich wüsste nicht, welches von beiden ich lieber einnehmen würde.

Borreliose ist jedoch eine ernstzunehmende, chronische Erkrankung, falls sie sich festsetzt, und befällt vieles, was durch Flox ohnehin schon vorgeschädigt ist (z.B. Arthritis, Polyneuropathien etc). Daher würde ich definitiv kein Risiko eingehen. Meine Großmutter litt 40 jahre lang - fast ihr halbes Leben - unter Borreliose. Das ist definitiv nicht schön und im Alltag nochmal ähnlich einschränkend wie mittelschweres Flox.


Sehr wohl kann ich deine Bedenken verstehen - ich habe vorhin Gentamicin als Salbe verschrieben bekommen und mich zunächst einmal gegen die Verwendung entschieden - hier geht es aber um ein Atherom, wo das Risiko viel geringer ist. Daher fiel mir die Entscheidung leichter. Und Gentamicin ist ein sehr viel problematischerer Wirkstoff als Doxycyclin, zumindest wenn eingenommen oder infundiert. Zu Salben findet man da wenig, aber ich bin lieber vorsichtig.
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仕方がない

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Re: Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23093

Beitragvon Hanni » 07.08.2020, 17:54

Hallo Ursula,
ich habe 2018 Doxycyclin für 14 Tage wegen Borrelien eingenommen. Nach Beendigung der Einnahme bekam ich ein Helmgefühl auf dem Kopf, Schmerzen auf dem Kopf und spannen der Haut auf dem ganzen Gesicht. Nach 2 Jahren war das Spannen noch vorhanden, aber weniger geworden. Durch eine Akkpunktur im März ist alles stärker wieder ausgebrochen.
Im Juni dieses Jahres hatte ich erneut eine Zecke, nach 6 Wochen wurde auf Borrelien getestet. Im Vorfeld sagte meine Therapeutin, das ich kein Doxy nehmen soll, eher Amoxicillin oder Antibiotika für Kinder. Ich weiß allerdings nicht was man Kindern gibt.
Zum Glück ist der Labortest auf Borrelien negativ ausgefallen.
Ich weiß auch nicht was ich dir raten soll. Das Bein sieht nicht gut aus. Wollte dir aber meine Erfahrungen mit diesem Antibiotika mitteilen.

Liebe Grüße

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Re: Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23095

Beitragvon Lestat1982 » 07.08.2020, 19:08

wenn du sichergehen willst wirst an dem Doxy nicht vorbeikommen. jedoch gibt man das eigentlich ca 3 wochen.
ich habe das schonmal 3 wochen genommen. hatte lediglich temperaturempfindliche haut. sonne habe ich vertragen wie immer.
aber tetracycline können auch ne menge mist verursachen.
ich musste nach wenigen Tagen Minocyclin absetzen weil ich dachte es geht zu ende mit mir.
das ist jetzt 2 monate her und ich bin immernoch am kämpfen mit einigen nachwirkungen.

striker_06
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Re: Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23096

Beitragvon striker_06 » 07.08.2020, 19:12

Lestat1982 hat geschrieben:wenn du sichergehen willst wirst an dem Doxy nicht vorbeikommen. jedoch gibt man das eigentlich ca 3 wochen.
ich habe das schonmal 3 wochen genommen. hatte lediglich temperaturempfindliche haut. sonne habe ich vertragen wie immer.
aber tetracycline können auch ne menge mist verursachen.
ich musste nach wenigen Tagen Minocyclin absetzen weil ich dachte es geht zu ende mit mir.
das ist jetzt 2 monate her und ich bin immernoch am kämpfen mit einigen nachwirkungen.


sry lestat, aber du gibst selbst an, noch keine FQ genommen zu haben, sodass ich nicht weiß, inwiefern du dies einschätzen kannst, ob doxy bei fq ratsam ist oder nicht...

nur mein senf dazu, aber ich finde dies echt schwierig, hier vermischt sich dann doch einiges...

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Maximus
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Re: Antibiotika gegen Borreliose einnehmen oder nicht?

#23097

Beitragvon Maximus » 07.08.2020, 20:13

Hallo UrsulaBarbara,

das sieht mir sehr nach einer Wundrose ( Erysipel ) aus.

Differential-diagnostisch käme ein Well Syndrom in Betracht oder eine tiefe Venenthrombose.

Gegen Borrelien spricht zunächst das untypische Erscheinungsbild.

Dass die Entzündungswerte ( CRP, Leukozyten ) im Normbereich liegen, verwundert mich auch.

Hmm....

Ich würde zu folgenden raten :

1) das Doxycyclin nehmen.

und zusätzlich :

2) in einer Notaufnahme eines Universitätsklinikums vorstellig werden, das muss sich ein Dermatologe ansehen.

VG
Maximus


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