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kein MRT Kontrastmittel!!

Slomotion14
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kein MRT Kontrastmittel!!

#28763

Beitragvon Slomotion14 » 11.09.2021, 16:28

Liebes Forum,
ich möchte gerne informieren und zugleich warnen über ein Thema mit welchem ich mich leider seit einigen Monaten beschäftigen muss. Ich selbst hätte mir gewünscht so einen Beitrag zu lesen, leider geschieht das meistens nur wenn man es in die Suchfunktion eingibt. Es handelt sich wie dem Betreff entnommen um Gadoliniumhaltige Kontrastmittel in MRTs (Kontrastmittel mit Gadolinium wird ausschließlich in MRTs verabreicht NICHT in CTs oa.). Anders als viele vielleicht annehmen verursachen diese Kontrastmittel nicht nur Schübe bei gefloxten, sondern sie können zu einer weiteren eigenständigen Erkrankung führen die sogenannt „Gadolinium Deposition diseas“ kurz GDD. Zu dieser Erkrankung kommt es, weil sich das Gadolinium welches in einem Chelatkomplex gebunden ist aus diesem komplex lösen kann und sich dann in Gehirn, Lunge, Niere, Knochen, Bindegewebe ablagern kann und wichtige Stoffwechselvorgänge die mit Calcium einhergehen blockiert. Dies macht eine Symptomatik die beinah Flox identisch ist. Diese Erkrankung kann auch vorher völlig gesunde nach einer MRT Untersuchung treffen auch nach einmaliger Kontrastmittelgabe. Es heißt nur das Grundsätzlich das Vergiftungsrisiko mit jeder weiteren Gabe steigt. Die Betroffenen kämpfen genauso wie wir! Auch MRT Kontrastmittel sind mit einem roten Handbrief versehen. Anders als andere Menschen können gefloxte wenn sie dann einmal betroffen sind nicht die herkömmliche und bisher einzige zur Verfügungstehende Behandlung bekommen—> die Chelattherapie. Die chelatoren die verwendet werden sind ZN-DTPA und CA-DTPA. Es wird dadurch nicht erreicht das alles an Gadolinium ausgeschieden wird aber dennoch zu einem nachweislich großen Teil, sodass viele Betroffene eine Besserung erfahren. Für Gefloxte scheint die Chelattherapie ein Risiko zu sein. Damit es erst gar nicht dazu kommt rate ich jedem hier ein Kontrastmittel beim MRT abzulehnen. Es gibt Ausnahme Situationen aber auch da gibt es stimmen die sagen bei den allermeisten Diagnosestellungen wird kein Kontrastmittel benötigt, dennoch wird es aufgrund von Geldprofit ohne dringende Notwendigkeit verabreicht mit einem hohen Risiko.
Ich hoffe das genügend Leute den Beitrag lesen und gewarnt sind.

https://www.naturheilmagazin.de/umweltm ... el/#c10082

https://www.richardsemelka.com/

https://www.gadolinium-vergiftung.de/ga ... -symptome/



NiewiederCipro
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Re: kein MRT Kontrastmittel!!

#28847

Beitragvon NiewiederCipro » 20.09.2021, 18:05

Hallo Slomotion14,

ein SEHR wichtiger Hinweis von Dir, vielen Dank, dass Du daran gedacht hast.
Es soll sogar ähnliche Beschwerden wie Flox verursachen teilweise...

Da ist auch nicht mit zu Spaßen!!!

Liebe Grüße
Ciprofloxacin 7 Tage im März 2018,
danach noch 3 Tage intravenös erhalten :confusion-shrug:

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nino
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Re: kein MRT Kontrastmittel!!

#28854

Beitragvon nino » 20.09.2021, 23:14

Ich möchte hier aber ganz dringend ergänzen, dass sich das Risiko stark zwischen den unterschiedlichen Kontrastmitteln bzw den verwendeten Chelatbildnern unterscheidet. Am größten ist das Risiko bei Kontrastmitteln mit linear-nichtionischer Struktur (welche seit relativ kurzer Zeit genau deshalb auch garnicht mehr verwendet werden sollen), gefolgt von Kontrastmitteln mit linear-ionischer Struktur. Sehr gering ist das Risiko bei Kontrastmitteln mit zyklischer Struktur, da diese so stabil sind, dass sie kaum bis garnicht zerfallen, bis sie ausgeschieden werden; selbst bei Menschen mit Nierenfunktionsstörung scheint es hier nur selten Probleme zu geben.

Wer also ein MRT zur Abklärung potentiell lebensbedrohlicher Probleme benötigt, bei dem sollte das auch Priorität haben; bei anderen MRT-Untersuchungen, die nichts lebensbedrohliches betreffen, kann man es sich natürlich nochmal überlegen. Sollte man eine Untersuchung nun wirklich nötig haben, sollte man mit den Radiologen absprechen, dass man ein Kontrastmittel mit zyklischer Struktur erhält. Das dürfte das Risiko senken. Außerdem nach der Untersuchung viel trinken, damit das Kontrastmittel schnell wieder rausgespült wird, was das Risiko noch einmal senkt, da der Zerfall zeitabhängig ist. Ich hatte seit 2020 nun schon 2 cMRTs, beide ohne darauf zurückführbare Flox-Verschlimmerung im Anschluss.
Mitte 20
2x 500mg Ciprofloxacin, jeweils 1 Tablette am 29. und 30.10.2019

Pade67
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Re: kein MRT Kontrastmittel!!

#28857

Beitragvon Pade67 » 21.09.2021, 07:39

Hallo und vielen Dank für diese Information,

ich hatte bereits dieses Mittel letztes Jahr bekommen für ein MRT Kopf, da ich ein Meningeom habe. Da wusste ich aber noch nicht, dass ich gefloxt bin. Habe jetzt einen Kontrolltermin bei einem Radiologen, der in meinem Fall nun drauf verzichtet.

Es ist sehr schwierig, auf alles acht zu geben was uns Gefloxten schadet und Schübe auslösen kann.

Allen einen schönen Tag.

Pade67

Momo
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Re: kein MRT Kontrastmittel!!

#28859

Beitragvon Momo » 21.09.2021, 09:35

Hallo nino, kannst du für uns nicht so Informierte ein paar Beidpiele für lineare ind nicht lineare Kontrastmittel nennen? Und eventuell auch wofür sie meist verwendet werden.
Danke!
Liebe Grüße Momo
7 Tage Metrodinazol und Ciprofloxacin
Februar 2020

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nino
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Re: kein MRT Kontrastmittel!!

#28862

Beitragvon nino » 21.09.2021, 11:22

Einige lineare Kontrastmittel wurden 2017 von der EMA eingeschränkt, vor anderen wird mindestens gewarnt... muss für die Praxis natürlich zunächst nicht viel heißen, kennt man ja von Flox. Positiv anzumerken ist, dass die Entwicklung von MRT-Kontrastmitteln ohne Gadolinium momentan läuft.

Ich gebe jeweils den wissenschaftlichen Namen an, keine Markennamen. Teilweise existieren für denselben Stoff mehrere wissenschaftliche Bezeichnungen, aber das würde hier die Liste sprengen (-> Google).

Lineare Kontrastmittel sind:


nichtionisch (Verwendung dieser Gruppe ist laut EMA komplett zu vermeiden):
*Gadoversetamid (nicht mehr zugelassen, wurde früher für Untersuchungen an Hirn, Rückenmark und Leber verwendet)
*Gadodiamid (nicht mehr zugelassen, wurde früher zur Untersuchung von Blutgefäßen verwendet)

ionisch:
*Gadoxetsäure (weiterhin zugelassen; wurde schon immer nur für Leberuntersuchungen verwendet)
*Gadobensäure (von EMA nur noch speziell für Leberuntersuchungen empfohlen, ansonsten nicht mehr zugelassen; wurde früher auch für andere Gebiete wie Hirn und Rückenmark eingesetzt)
*Gadopentetsäure/Gd-DTPA (soll laut EMA intravenös gar nicht mehr verwendet werden; intraartikulär d.h. in Gelenke gespritzt jedoch weiterhin zugelassen). Verwendet als Chelator DTPA, welches laut Startpost ja auch nachträglich zur Entfernung von freiem Gadolinium im Körper verwendet wird.

Gadoxetsäure und Gadobensäure sind nur deshalb weiterhin zugelassen, weil es bei bestimmten Untersuchungen an der Leber derzeit leider keine ungefährlicheren Alternativen gibt, und NICHT, weil sie unproblematisch sind. Für andere Zwecke werden sie nicht mehr eingesetzt.

Makrozyklische Kontrastmittel sind:

nichtionisch:
*Gadoteridol (weiterhin zugelassen, Anwendung für sehr viele Gebiete)
*Gadobutrol (weiterhin zugelassen, verwendet für Untersuchungen an Hirn, Rückenmark, Leber, Nieren und Gefäßen)

ionisch:
*Gadotersäure (weiterhin zugelassen, Anwendung für sehr viele Gebiete, vermutlich das stabilste und sicherste gadoliniumhaltige Kontrastmittel, sehr stabiler Chelatkomplex, die berüchtigte nephrogene systemische Fibrose, ausgelöst durch Gadolinium-Ablagerungen, wurde bei Gadotersäure anders als bei anderen Kontrastmitteln überhaupt nicht beobachtet)

Jeden, der aus Sorge um das Kontrasmittel von einer MRT-Untersuchung absehen will, möchte ich dazu anhalten, sich das nochmal genau zu überlegen. Wenn es etwa um Gelenkbeschwerden geht... klar, da gibts ja auch keine wirkliche Lebensgefahr bei Nichtuntersuchung, also kann man das vielleicht auch sein lassen. Aber bei Verdacht auf gefährliche Dinge wie Tumore, Aneurysmen etc. wäre es mir definitiv eine Untersuchung wert; ggf. mit der Bitte, als Kontrastmittel vorzugsweise Gadotersäure (Gd-DOTA) zu erhalten, welches das sicherste der Kontrastmittel zu sein scheint. Die problematischsten und instabilsten Kontrastmittel werden inzwischen (seit ca. 2017-18) gar nicht mehr verwendet.

Gerade bei Fragestellungen wie Hirntumoren bieten Kontrastmittel eben tatsächlich doch einen Vorteil, da sie sich an defekten Stellen der Blut-Hirn-Schranke sichtbar machen, also genau dort, wo ein Tumor wächst. Gefäßaufnahmen gehen auch ohne Kontrastmittel (mittels Time-Of-Flight-MRA), sind dann jedoch deutlich artefaktanfälliger und dauern länger, sodass z.B. störungsfreie Untersuchungen bei angehaltenem Atem nicht möglich sind. Und bestimmte Untersuchungen am Herzen, wie ich sie letztes Jahr hatte, gehen ohne Kontrastmittel garnicht, da hier ein Vergleich der Aufnahmen mit und ohne Kontrastmittel unabdingbar ist.
Mitte 20
2x 500mg Ciprofloxacin, jeweils 1 Tablette am 29. und 30.10.2019


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