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Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

NiewiederCipro
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Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31871

Beitragvon NiewiederCipro » 25.08.2022, 19:48

Liebe Leidensgenossen,

ich melde mich nach langer Zeit mal wieder bei Euch. Habe bemerkt, dass auch ein Update fällig wäre, das werde ich so bald wie möglich nachholen. Flox ist nun 4,5 Jahre her. Geblieben sind kleine Wehwehchen, Energielosigkeit und Polyneuropathien, diese Gott sei Dank nur schubweise. In diesem Jahr sind sie nur selten und wenn dann kurz aufgetreten.

Vor drei Wochen hatte ich Corona (ungeimpft!). Nach 36 Stunden war das sehr hohe Fieber vorbei, aber ich war noch sehr schlapp. Trotzdem habe ich an Tag 3 schon die ganze Wohnung putzen können, mir war so langweilig :)
Schmerzmittel o.ä. habe ich nicht gebraucht, habe rein gar nichts einnehmen müssen.

Am 5. Tag habe ich plötzlich Nervenschmerzen unbekannten Ausmaßes bekommen, teilweise bestimmt 3x so heftig wie zu Flox-Beginn :o

Meine Verzweiflung könnt Ihr Euch bestimmt vorstellen, es war Weltuntergangsstimmung.

Nach einigen Tagen gingen die Nervenschmerzen (extremes Brennen an Beinen, Armen und Rücken) wieder etwas zurück, seit dem ist es ein Kommen und Gehen mit den Schmerzen, aber gerade deshalb habe ich Hoffnung, dass es sich noch stark verbessern wird.

Nun mein eigentliches Problem: Habe seit ca. 9 Tagen eine Blasenentzündung, die nun leider zu den Nieren gewandert ist :|
Hatte vorgestern einige Stunden hohes Fieber, seit dem aber nicht mehr, nur Flankenschmerzen rechts und Schmerzen im Unterbauch. Alles in allem aber erträglich. Es fühlt sich einfach an wie Muskelkater. Brennen in der Harnröhre, aber das habe ich oft seit Flox. Urin war auch auffällig.
Der Urologe hat mir nun Cefpodoxim verschrieben und extra geschaut, was nicht so sehr auf die Neuropathien geht, die ja gerade sehr akut sind.

Antibiogramm-Ergebnis erst am Montag, er meinte aber, ich solle unbedingt schon mal mit CEFPODOXIM 200mg/2x täglich beginnen wegen der Flankenschmerzen.

Wer mich hier kennt, erinnert sich vielleicht an meine extreme Medikamentenphobie :angry-screaming: :angry-screaming:

Kann wegen Flox nur etwas einnehmen, wenn es um Leben und Tod geht. So Panik, dass ein Medikament, insbesondere ein Antibiotikum nochmal so auf die Psyche und Nerven schlägt wie Ciprofloxacin...

Fühle mich auch einigermaßen fit, nur die Neuropathien sind heute sehr stark.

Wer hat CEFPODOXIM nach Flox eingenommen und kann mir von seinen Erfahrungen berichten?
Mich bestenfalls ermutigen, es zu nehmen. Oder soll ich bis zum Antibiogramm warten, riskiere aber evtl. eine Schädigung?

Aber wie gesagt, besonders krank fühle ich mich eigentlich nicht, aber der Urin sagt da vielleicht ja mehr aus.

Mich interessiert insbesondere, wie Cefpodoxim sich zu den Nerven und der Psyche verhält.

So etwas wie unter Flox möchte ich nie, NIE MEHR erleben!!!


Vielen lieben Dank Euch für's Lesen und allen einen hoffentlich symptomarmen Abend.

Beste Grüße,

Pia

Ach ja, Nierentee, D-Mannose und entsprechende Globulis plus viel trinken mache ich schon.


Ciprofloxacin 7 Tage im März 2018,
danach noch 3 Tage intravenös erhalten :confusion-shrug:

cf12
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Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31872

Beitragvon cf12 » 25.08.2022, 21:53

Hallo Pia,

bei einer Nierenbeckenentzündung solltest Du das AB einnehmen (nur bei Verträglichkeit, siehe auch Link) und begleitend wären evtl. Probiotika, Präbiotika sowie hochdosiertes Vitamin C zu empfehlen. Am Montag kann der Arzt das Antibiogramm auswerten. Bei starken Nebenwirkungen solltest Du den Arzt gleich morgen aufsuchen. In Zukunft würde ich Dir eine konsequentere Therapie mit pflanzlichen Wirkstoffen emfehlen (z.B. Uvalysat etc. aus der Apotheke), bevor die Erreger die Nieren erreicht haben. Gute Besserung! :think:

Viele Grüße

cf12

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Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31873

Beitragvon NiewiederCipro » 25.08.2022, 22:00

Lieber cf12,

vielen lieben Dank für Deine schnelle Antwort. Ich finde, die Beschwerden gehen gerade etwas zurück (Flankenschmerzen). Soll ich TROTZDEM morgen mit dem Antibiotikum anfangen oder vielleicht doch noch bis Montag warten? Ich meine, vielleicht würde es mir ja gar nicht helfen und ich nehme es dann völlig umsonst. Außerdem fühle ich mich noch recht fit.

Bei meiner ersten Nierenbeckenentzündung vor knapp 5 Jahren, weshalb ich dann auch Cipro bekommen habe, konnte ich mir nicht mal mehr die Zähne putzen, so krank war ich. Jetzt gehe ich sogar noch spazieren.

Bin so ratlos und habe Angst vor Langzeitschäden wegen Cefpodoxim bzgl. Neuropathien und Psyche...

Außerdem ist Verträglichkeit ja relativ. Heute sind die Neuropathien zum Beispiel so stark, sie werden ja morgen nicht besser, wenn ich mit dem Antibiotikum anfangen würde.
Ich würde und werde meinen Körper (unbewusst) so stark beobachten, dass ich das gar nicht richtig bewerten kann, glaube ich (Nocebo-Effekt).
Ciprofloxacin 7 Tage im März 2018,
danach noch 3 Tage intravenös erhalten :confusion-shrug:

Momo
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Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31874

Beitragvon Momo » 25.08.2022, 23:30

Hallo Pia,
wie wärs denn den Arzt zu fragen, was es für ein Risiko ist, bis Montag zu warten? Ich hab k. A. wie man eine Nierenbeckenentzübdung diagnostiziert, aber er wird doch wissen, wann man Schäden an der Niere riskiert. Vielleicht erst bei Fieber oder so etwas?? ?
Ich hab nach der SchilddrüsenBehandlung gefragt, ob das vorsorgliche AB nötig sei und der Arzt hat mir die Wahrscheinlichkeit der Infektion mit und ohne AB beziffert. Vielleicht gibt es eine ähnliche Einschätzung für dich?

Für die Zukunft kann ich An*g*cin empfehlen.

Gute Entscheidungsfindung .
Und gute Besserung.
Liebe Grüße Momo
7 Tage Ciprofloxacin

Silberschweif

Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31876

Beitragvon Silberschweif » 26.08.2022, 11:36

Ich habe eine durch Corona bedingte Polyneuropathie und eine andere seltene Nervenerkrankung. Cephalosporine und Penicilline haben kaum Interaktionswert mit dem ZNS.

Bei einer (beginnenden) Nierenbeckenentzündung besteht unbehandelt immer die Gefahr, dass es sich zu einer Urosepsis entwickelt. Deshalb muss diese, wenn sie diagnostiziert wurde, unbedingt antibiotisch behandelt werden. Sie gilt als medizinischer Notfall.

Im Falle eine Urosepsis wird häufig auf eine Kombinationstherapie, im "ungünstigsten" Fall bei problematischer Resistenzlage auch auf ein Fluorchinolon.

Der Text soll Dir keine Angst machen, aber: Der Arzt hat sich im Idealfall etwas bei dem Ansatz gedacht und zieht die Sicherheit, die er in dem Moment durch die Gabe des ABs schafft, dem Risiko der Eskalation des Infekts vor.

Eine persönliche Perspektive anbei: Beim nächsten Blaseninfekt vom Arzt Pivmecillinam erfragen. Das ist ein neues (uraltes) Antibiotikum, das kaum Nebenwirkungen besitzt. Nimmt man das frühzeitig, dann kommt es nicht zu einer Nierenbeckenentzündung.

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Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31879

Beitragvon NiewiederCipro » 26.08.2022, 12:20

Vielen lieben Dank für Eure Antworten. Ich weiß die Ratschläge sehr zu schätzen. War eben nochmal bei meinem Neurologen und habe mich rückversichert. Er hat mir auch geraten, es zu nehmen und meinte, das Schäden nicht zu erwarten sind. Außerdem meinte er, die Brennschmerzen durch Corona müssten in einigen Monaten auch wieder weg gehen (seine Erfahrungen aus seiner Praxis). Das hat mich ermutigt, mich zu trauen,auch wenn die Phobie immens ist.

@ Silberschweif: Was Du bzgl. der Wirkung auf das ZNS geschrieben hast: Bedeutet das, es sind auch keine psychischen Folgen zu erwarten (Panikattacken etc?)
Davor habe ich fast noch mehr Angst als vor den Nervenschmerzen. Flox war die Hölle für mich, was die Psyche betrifft. Für viele andere natürlich auch.

Hat das vielleicht etwas damit zu tun, ob ein Medikament die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann? Oder liege ich da falsch?

Grüße an alle
Ciprofloxacin 7 Tage im März 2018,
danach noch 3 Tage intravenös erhalten :confusion-shrug:

Silberschweif

Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31881

Beitragvon Silberschweif » 26.08.2022, 13:13

Bei Cefpodoxim sind grundsätzlich, anders als bei FQ, keine psychiatrischen Nebenwirkungen zu erwarten und ist ebenfalls grundsätzlich eines der verträglichsten AB.

Du hast Recht, es hängt auch (aber nicht ausschließlich) davon ab, ob ein Medikament die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann.

Allerdings sei gesagt, dass eine Panikattacke unterschiedliche Auslöser haben kann. Wenn Du Angst vor der Medikamenteneinnahme hast, kann dies ein Faktor sein. Anders als psychiatrische Nebenwirkungen, die wirklich medikamenteninduziert sind, klingen solche Attacken aber auch recht schnell wieder ab, da unser Körper nur über einen begrenzten Zeitraum die auslösenden Hormone ausschütten kann.

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Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31882

Beitragvon NiewiederCipro » 26.08.2022, 13:48

Silberschweif,

Du hast mir SEHR geholfen mit Deiner Antwort. Am liebsten hätte ich einfach 100 Belege, dass es nicht - wie Flox- auf die Psyche gehen kann. Hatte so schlimme Suizidgedanken uvm. damals bei Cipro, obwohl ich psychisch gesund war. Aber Du hast tatsächlich das Unmögliche geschafft, nämlich mich zu beruhigen, was die gefürchteten psychischen Nebenwirkungen betrifft. Danke dafür.

Habe nun todesmutig die erste Tablette 48 Stunden nach der Diagnose eingenommen und... naja... bis jetzt ist nichts Negatives passiert.
Ich bete, dass das so bleibt. Und hoffentlich habe ich nicht zu lange gewartet, dass die Nieren schon Schaden genommen haben. Und hoffentlich ist es laut Antibiogramm auch das richtige Antibiotikum. Sonst habt Ihr mich hier wieder auf der Matte am Montag.
Seit Jahren habe ich den wiederkehrenden Albtraum, dass ich ein Antibiogramm vor mir habe und nur die Fluorchinolone würden helfen.

Vielen Dank für Eure Antworten ❤️
Ciprofloxacin 7 Tage im März 2018,
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Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31886

Beitragvon Levoflox26 » 26.08.2022, 16:09

Gute Besserung, liebe Pia. :angelic-sunshine:

Wenn du heute schon aufgibst, wirst du nie wissen ob du es morgen geschafft hättest.

gefloxt 10/2016 = 10 x 500mg Levo und 9/2017 = 5 x 250mg Levo
davor einige Male ohne Symptome Levo und mind. 1x Cipro

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Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31889

Beitragvon NiewiederCipro » 26.08.2022, 17:14

Dir auch, liebe Uschi :)

Dich hat es momentan auch erwischt? Das tut mir sehr leid. Uns allen eine schnelle Verbesserung und ein nebenwirkungsarmes Antibiotikum :romance-grouphug:

Liebe Grüße, Pia
Ciprofloxacin 7 Tage im März 2018,
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Silberschweif

Re: Cefpodoxim bei Nierenbeckenentzündung BITTE UM RAT

#31892

Beitragvon Silberschweif » 26.08.2022, 18:48

Wenn ein Patient eine nachweisbare Unverträglichkeit auf FQ hat, dann gibt es in der Regel trotzdem immer Alternativen. Allerdings muss die Therapie dann über die gesamte Dauer im Krankenhaus bzw. bei einem Arzt ambulant durchgeführt werden, da diese Antibiotika nur per Infusion verabreicht werden können, wenn die oral verfügbaren AB den Keim nicht abdecken.


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