Öffentliche Patientenberichte

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Schorsch
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Öffentliche Patientenberichte

#2013

Beitragvon Schorsch » 11.10.2017, 20:47

Hallo liebe Betroffene,

wir haben beschlossen unter diesem Thema vereint unsere Leidensgeschichten und Erfahrungen mit Fluorchinolonen zu verfassen. Diese frei zugänglichen Patientenberichte (ohne persönliche Daten wie Namen, Email, Anschriften etc.) können dann mit diesem Link elegant an Institutionen wie BfArM und EMA etc. weitergegeben werden. Bislang im Forum verfasste Berichte unter "Meiner Geschichte" sind nur nach einloggen und nur rein für uns Forenmitglieder sichtbar.

Unter diesem Link möchten wir nun auch gemeinsam vereint mit anderen Flox-Netzwerken der ganzen Welt aufzeigen, was wir mit diesem "Medikament" erlebt haben. Ganz gleich, ob und in welchen Netzwerken / Selbsthilfegruppen ihr ggf. aktiv seid, würden wir euch bitten hier eure Erfahrungen / Stories einzukopieren und auch andere Betroffene diesbezüglich zu informieren. Sofern Ihr keinen User im Forum machen möchtet, um selbst euren Bericht einzustellen, könnt Ihr uns euren Patientenbericht gerne auch per Email zukommen lassen. Das gilt natürlich auch wenn Ihr in diesem Thema des Forums nicht unter eurem aktiven Anmeldenamen / Pseudonym erscheinen möchtet. Wir würden bei Maileingang dann eure Berichte ohne Angaben von privaten Inhalten wie Emailadresse etc. einstellen.

Bitte beachte folgende Punkte für den Bericht:

*Anonymität: keine Personalien (Name, Vornahme, Geburtsort, Wohnort, usw.), keine Arzt-und Therapeutennamen
* wenn möglich Alter und Geschlecht nennen
*Wirkstoffname des Fluorchinolone (z.B. Ciprofloxacin / Levofloxacin ...), Dosis (z.B. 500 mg), Einnahmeschema und -dauer (z.B. 2 x 500 mg/Tag, 3 Tage lang)
*Grund für die Einnahme (z.B. Blasenentzündung, Nebenhölenentzündung etc.)
*Datum der Einnahme (z.B. Feb 2015)
*Wann sind die Symptome aufgetreten (z.B. am 1. Tag der Einnahme, nach der 2.Tablette)
*Symptome beschreiben, wenn möglich chronologisch (z.B. starke Muskel-, Sehnenschmerzen, Füße, Bein, Arme)
*Arztbesuche, Diagnosen, angebotene und wahrgenommene Therapien beschreiben
*Symptomverlauf seit der Einnahme des FC bzw. seit dem Auftreten der Symptome beschreiben
*Einfluss auf Psyche, Arbeit, Familienleben, soziales Leben, finanzielle Lage (Arbeitsunfähigkeit? Krankegeld seit X Monaten, Kündigung, usw.) wenn möglich beschreiben

Wir danken euch für eure Hilfe und wünschen allen baldige und hoffentlich vollständige Genesung.

GEMEINSAM SIND WIR STÄRKER!

Hier kannst du deine Nebenwirkungen beim BfArM melden (es dauert nur ein paar Minuten):

https://verbraucher-uaw.pei.de/fmi/webd/verbraucher_uaw


Gruß Schorsch


Öffentliche Stories finden sich auch hier: (Liste kann noch erweitert werden)

Deutschland
https://ciprohilfe.wordpress.com/deine-geschichte/
https://www.sanego.de/ (Suche Ciprofloxacin / Levofloxacin)

US Seiten:
https://fqwallofpain.com/
http://myquinstory.com/
https://floxiehope.com/

Schweiz
https://www.infomed.ch/pk_template.php?pkid=450


Italien
https://www.freedompress.cc/wp-content/ ... igrana.pdf
https://www.facebook.com/groups/fqtox/



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Maximus
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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2023

Beitragvon Maximus » 18.10.2017, 11:48

Hallo liebe Leser,

ich bin 47 Jahre alt. Mir wurde 1992 Ciprofloxacin 1x500 mg für 10 Tage und anschließend Ofloxacin 2x200 mg für 10 Tage aufgrund
eines Harnwegsinfekts verschrieben. Ich war zuvor völlig gesund !!!

Nebenwirkungen :

1. blutiger Durchfall bis 15 mal am Tag und Bauchkrämpfe

Stationäre Aufnahme :

Diagnose : Antibiotika-assoziierte Kolitis, Dickdarmentzündung, C.diff.
Therapie : Metronidazol 3x500 mg für 10 Tage

Stationäre Wiederaufnahme :

Diagnose : Antibiotika-assoziierte Kolitis mit Besserung zum Vorbefund, Metronidazolunverträglichkeit.

Eine weitergehende Therapie z.B. mit Nitazoxanide u.a. wurden mir vom Hausarzt und 2 Unikliniken verwehrt.

Ich hab um Rechtschutz bei Gerichten ersucht, um doch noch eine weitergehende Therapie zu bekommen.
Das Sozialgericht und das Landessozialgericht fühlen sich nicht zuständig. Die Beschwerde zum Bundessozialgericht
wurde nicht zugelassen. Das Bundesverfassungsgericht hat meine Beschwerde nicht angenommen, sei unzulässig.
Also mit anderen Worten: Mein Leben ist für die unzulässig.

2. Taubheit beider Füße, Geschmack weg, Arme und Beine Kribbeln, Brennen

Diagnose : Neuropathie
Therapie : Eine ursächliche Therapie gibt es nicht, Versuchsweise : Vitamine B Komplex, Folsäure, Vitamin E u.a.
Ergebnis : keine wesentliche Verbesserung über all die Jahre

3. Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe Waden, Nacken, Arme, Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, Hauttrockenheit

So richtig hat sich darum kein Arzt gekümmert.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Maximus
Zuletzt geändert von Maximus am 23.10.2017, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2049

Beitragvon PeterPan » 18.10.2017, 22:44

Ersteinnahme Cipro 500mg 5 Tage 1-0-1 am 15.8.14 , eine weitere Ladung kam am 2.10.14 für 14 Tage 1-0-1.


• 16.8.14 Innere Unruhe, hatte das Gefühl mich ständig bewegen zu müssen. Das hat sich knapp 5 Monate so gehalten. Es war mir nicht möglich still zu sitzen, geschweige denn zu schlafen.
• Missempfindungen im Gesicht. Gefühl als hätte sich ein Spinnengewebe im Gesicht, speziell an er Nase.
• Es war mir nicht mehr möglich in Kundengesprächen meinem Gegenüber zu folgen. Ich konnte und kann nur noch eingeschränkt logisch denken. Sehr schnell erregbar ( reizbar ) , war eigentlich immer ein ruhiger Zuhörer, ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.
• 28.8.14 Taubheitsgefühl an Elle und rechter Fuß. Wenn ich über diese Stellen mit meiner Hand wischte konnte ich nichts spüren. Am Fuß habe ich das immer noch und ist sehr unangenehm.
• Druckausgleich der Ohren funktionierte nicht mehr richtig. Je nach Höhenlage Ohrenschmerzen, da sich die Ohren nicht mehr richtig entlüftet haben.
• Bildung von Glaskörpertrübung ( Floaters ) im Auge. Verschwommenes Sehen, extrem trockene Augen. Es war mir nicht mehr möglich für mehr als 10 Minuten auf den Bildschirm zu schauen. Es bildeten sich kleine Blitze
• Missempfindungen : Arme , Beine und Finger. Es fühlte sich so an, als würde jemand mit einer Stricknadel, an beschriebenen Stellen zu stechen. Sehr schmerzhaft.
• 3.9.14 Knacken im Kehlkopf, teilweise heute noch. Je nach Kopflage, aber auch in normaler Lage des Kopfes das Gefühl das der Kehlkopf anschwillt und der Kehlkopf beim Schlucken knackt. Sehr unangenehm.
• Sehr trocken Mundschleimhäute, die das Schlucken noch mehr erschweren. Trockene Nasenschleimhaut mit Bildung von Borken.
• Gelbfärbung von Fingernägeln und Zehennägeln mit Rillenbildung. Gelbfärbung meines Gesichts.
• Verdauung funktioniert nicht mehr. Viele Restbestände von Nahrung im Stuhl.
• Gewichtsverlust von 3Kg. Ich habe am 18.8.14 mit der Messung begonnen. Am 14.9.14 hatte ich nur noch 58,3 kg. Das ging runter bis 55Kg. Momentan wieder bei 58 Kg. Egal was ich esse, ich nehme nicht zu.
• Am 25.9.14 begann es mit S Herzen und er Bauchspeicheldrüse, zumindest die Region war betroffen. Unendlich schmerzvoll. Konnte kaum schlafen und mich auch nicht bewegen ohne zu verkrampfen.
• Ab dem 26.9.14 begann es mit unerträglichen Unterleibsschmerzen, die sich bis Februar 15 hielten. Teilweise habe ich diese immer wiederkehrend bis heute.
• 30.9.14 extreme Rücken- und Nackenschmerzen, immer wiederkehrend bis heute schubweise. Zumeist ist dann 3 Tage gar nichts möglich, ausser Bettruhe. Muskelschmerzen am ganzen Körper.
• Instabilität des Rückens. Schubweise heute noch so.
• Schmerzen am Schlüsselbein ( beidseitig ) Auch dieses Symptom triff seitdem intermittierend auf.
• Stechen in den Händen, besonders links. Fingerkuppen.
• Kraniomnandibuläre Dysfunktion, soll heißen extremes aufeinanderpressen der Zähne.
• Extreme Muskelschwächung. Ich war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage auch nur eine Pfanne zu heben. Auch die Sehnen oberhalb meiner Handgelenke schmerzten und wurden rot.
• Eine Art Karpaltunnelsyndrom, einschlafen teilweise von Fingern und Daumen.
• Taubes Zahnfleisch an den Schneidezähnen, welches sich über Monate hielt. Hier war der Verdacht auf eine Immunschwäche. Sehr beängstigend.
• Extreme Schleimbildung im Rachen, Beginn einer Bronchitis bzw. Asthma , schlechte Atmung.
• Vermehrtes Schwitzen, auch nachts, teilweise mußte Wäsche gewechselt werden.
• Veränderung der Rachenschleimhaut. Nach und nach hat sich die Schleimhaut speziell im hinteren Rachenbereich verringert, aber auch unter der Zunge löste sich die Schleimhaut, sowie an den inneren Wangen.
• Schmerzen am linken inneren Nasenflügel ( Knorpel ) Nase veränderte sich Zunehmens.
• Aufnahmefähigkeit der Augen beeinträchtigt, zb. beim Scrollen des Bildschirms oder beim Lesen von Büchern.
• Zucken unterhalb der Augen und der Muskulatur an Beinen und Armen sowie Rücken.
• Dann kam dazu, das sich mein Nasenrücken ohne Grund anfing zu bluten auch meine Ohren bluteten immer wieder.
• Meine Ohren und Kiefergelenke fingen beim Kauen oder Sprechen an zu knacken. Sowie Schnappen der Sehnen am Kiefer ( was auch immer wieder an den Schultern zu beobachten ist.Ich konnte keine 10 Sekunden im Fluß reden ohne das meine Sehnen und Kiefergelenke knackten, das ist teilweise heute noch so.
• Es ging dann weiter mit Knacken im Nacken, knacken aller kleinen Gelenke wie Schulter , Elle, Knie, Sprunggelenk. Auch diese Symptome kommen immer wieder bis heute. Dazu Schmerzen an beschriebenen Stellen. Besonders an den Knien.
• Kribbelsensationen an Rücken und Kopf, sowie Jucken der Kopfhaut. Auch an den Ellenbogen bekam ich einen Ausschlag, der immer wiederkehrt , und extrem juckt.
• Extreme Kopfschmerzen, die es einen nicht erlauben zu schlafen oder gar sich zu bewegen.
• Ausschläge am ganzen Körper, die jucken. Beine , Arme oberhalb des Nackens mit teilweise Pickeln versehen.
• Anschwellen der Tränendrüsen, zumeist links. Seit der Einnahme fällt es mir auch schwer das linke Auge zu bewegen. Es ist sehr anstrengend für mich.
• Immer wieder sind meine Ohren sehr trocken , mit Ausschlag versehen und die Haut platzt auf und blutet. Flüssigkeit entsteht unter der Haut ( ohne Blut )
• Koordinationsprobleme , konnte nicht über einen gewissen Zeitraum gehen, es war so als würde ich mich in Zeitlupe bewegen und kam bei Spaziergängen , wenn man es denn versuchte nicht mit den Begleitern hinterher. Ich war auch nicht mehr und der Lage Auto zu fahren bedingt durch diesen Zustand. Dazu kam extremer Drehschwindel ( auch hier erst nach der Einnahme von Cipro ). Die Autotür konnte nicht mehr geöffnet werden, weil meine Finger das nicht schafften.
• Immer häufiger Herzschmerzen sowie Herzstolpern.
• Rippen fingen an unstabil zu werden.
• 4 mal einen Hörsturz erlitten, auch bei einer für mich eigentlich entspannten Situation.
• Ohren fangen innerlich an zu klopfen.
• Wundheilungsstörung bis heute.
• Knirschen der Kniegelenk sowie extremes Knirschen der Halswirbelsäule bei Bewegung.
• Im November 2014 war auch die Zeit wo meine Blutwerte anfingen schlecht zu werden.
• Hyperventilation zusammen mit Schwindel, totaler Zusammenbruch der Körperfunktion ( damit meine ich totale Schwäche )
• Meine Haut wurde sehr empfindlich ( Dezember 2014 ) und sehr trocken. Dadurch entstand ein extremer Juckreiz an den Beinen.Schmerzen beim Rasieren über mehrere Wochen. Am Hals heute noch problematisch.
• Bei längerem Stehen Rot- und Blaufärbung der Füße. Kalte Extremitäten.
• Extreme Zahnschmerzen und lockere Zähne für über ein halbes Jahr.
• Meine Knie , Hände und Füße fingen immer wieder an einzuschlafen. Konnte keine Zeitung halten ohne das meine Hände nach kurzer Zeit einschliefen.
• Anschwellen meiner Zunge
• Bedingt durch die trockenen Schleimhäute im Rachen , in der Nase und Augen wurde ich sehr empfindlich gegen chemische Stoffe, wie Parfüm, Waschmittel und Putzmittel.
• Mein Körper fing an sich zu verkrampfen. Nacken schon kurz nach der Einnahme. Jetzt kamen die Beine hinzu.
• Mein Gesicht fing an extrem zu schmerzen, Der Schmerz zog sich von innen nach aussen. Zudem Schmerzen in der Nase und auf der Nase., Speziell der Knorpel, der sich ja auch immer mehr verformt. Auch im Ohr schmerzt der Knorpel bis heute noch immer wieder.
• Dazu kam extremer Haarausfall an Kopf, Schambereich und Augenbraue
• Schmerzen der Augen, Schleimhäute.
• Teilweise wurde ich Nachtblind, konnte kaum sehen.
• Es ging dann weiter mit einem Gefühl kaum Luft zu bekommen, das das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versehen wird.
• Suizidgedanken, wegen extremer Schmerzen, ohne Aussicht auf Hilfe
• Es folgten zahlreiche Notrufe wegen Hyperventilation , Nierenschmerzen 19.11.14 , 19.2 , 22.2 , 4.7.15 , 24.5.15
• Februar 2015 bekam ich Probleme mit dem Schließmuskel in der Blase als auch Darm. So traurig wie es ist , mußte ich mich mehrmals in der Öffentlichkeit entleeren, sowohl Stuhl als auch Urin.
• Schon seit November 2014 kamen dann extreme Schmerzen am Kehlkopf dazu sowie Schilddrüse.
• Auch ein hoher Blutdruck, wodurch ich auch des öfteren Hyperventilierte ( keine Stressresistenz mehr ) . Wurde mit Blutdrucksenkern dann auch irgendwann behandelt.
• Keine Leistung mehr, unfähig Treppen zu steigen, was sich erst besserte als man im August 2015 meine Nieren wieder hinbekam.
• Schüttelfrost ohne Fieber, nicht möglich zu schlafen
• Bis heute ist es so, das ich mir kaum noch etwas merken kann. Wenn ich einen Satz lese, den nächsten anfange, weiß ich nicht mehr was vorher gelesen wurde.
• Sehnenschmerzen, an Armen , Beinen und an der Achilles, die wiederum die Beweglichkeit und Ausdauer einschränken. Schubweise bis heute.
• Schubweise Entzündung aller kleinen Gelenke wie Knie, Schulter, Elle, Hand und Fingergelenke.
• Knorpelschäden an den Knien.

Bellaflox
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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2051

Beitragvon Bellaflox » 18.10.2017, 23:05

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

ich bin 30 Jahre und wurde im Juli 2017 durch Levofloxacin geschädigt.
Ich bin Anfang Juli an einer Bronchitis erkrankt. Bin natürlich, weil es schlimmer wurde zu meinem Hausarzt gegangen. Dieser hat mir nach fünf Minuten Behandlung das Levofloxacin Aubobrid 500 verschrieben, eine Tablette täglich 1-0-0 für 5-7 Tage verschrieben.

Diese habe ich dann auch genommen, ich habe nach paar Stunden gemerkt das mir schwindlig wurde. Am zweiten Tag wurde ich unruhig und hatte Magenschmerzen. Der dritte Tag ging wieder und der vierte Tag war unerträglich, sodas ich dieses Medikament eigenhändig abgesetzt hatte. Meine Bronchitis war bis zu diesem Tag immer noch nicht abgeklungen.

Der Tag nach dem Absetzen wurde extrem Schlimm, sodass ich in eine Klinik musste, da ich enorme Schmerzen in der Gebärmutter bekam. Daraufhin wurde mir gesagt ich soll provisorisch nochmal zwei Antibiotika nehmen über zwei Wochen. Dies tat ich aber nicht wirklich.
In dieser Zeit fingen die Nebenwirkungen richtig an. Ich bekam schmerzen im Rücken und in der Brust. Ich hatte Herzrasen, Traurigkeit, Panik- und Angstzuständen.

Diese Nebenwirkungen steigerten sich von Woche zu Woche:
Weiterhin Herzrasen mit Puls von 120 und Blutdruck von 110/140, Schmerzen in der Schulter und im Rücken, Atemnot und Angstzustände, 2 Mal Aufenthalt in einer Klinik wegen Verdacht auf Herzinfarkt. Dieser wurde nicht bestätigt.

Zunehmende kamen weitere Nebenwirkungen hinzu:
Unruhe, drang nach Schneller Bewegung, Bauchschmerzen, Blähungen, Unwohlfühlen, Depressionen, schnelles Essen, Sehstörungen mit anschließender Pigmentstörung der Iris (habe eine neue Augenfarbe erhalten) und Wahrnehmungsstörungen.
All dies war mir unerklärlich. Ich wusste nicht warum es mir so schlecht ging. Bis zu dem einen Tag im August (10.08.2017) und nach anschließender Recherche.

An diesem einen Tag im August, hatte ich eine Betäubung bekommen und einen Tag später aus unerklärlichen Gründen enorme HWS Schmerzen bekommen, daraufhin nahm ich eine Tablette IBU und das Fass begann zu explodieren.

Ein Tag später bekam ich Schlafstörungen, ich konnte 3 Nächte nicht schlafen, ich hatte solche Angstzustände, dass ich mir das Leben nehmen wollte!!! Ich konnte nicht alleine sein und habe gedacht ich sterbe vor Todesangst. Somit landete ich wieder in der Klinik. Mir wurde von dieser Klinik Unterstellt, dass ich mir einbilden würde diese Tabletten Levofloxacin genommen zu haben!!! Frechheit. Es ist ja Nachweisbar das ich die bekommen habe!
Da begann der Alptraum für mich. Ich wurde als Psycho abgestempelt und bekam zur Beruhigung Tavor. Zu diesem Zeitpunkt fingen die Missempfindungen im Gesicht, Armen, Beinen und Hals an. Es ging weiter mit Taubheit im Hals, Nase, Händen und Füssen. Ich bekam Atemnot, hatte für weitere Wochen Schlafstörungen. Es kam eine Muskelschwäche hinzu, ich konnte nicht mal mehr Treppensteigen, weder runter noch Hoch. Ich hatte im ganzen Körper Muskelkrämpfe und Muskelzucken. Motorische Ausfälle, als hätte ich einen Schlaganfall gehabt, sowie Nervenschmerzen/Nervenreißen, Jucken an bestimmten Stellen. Mein Erinnerungsvermögen lag an manchen Tagen bei null. Ich war nicht mehr Herr meiner Sinne.

Zu den ganzen Muskelproblemen kamen noch die Gelenkschmerzen in den Händen, Fingern und Zehen, sowie in den Armbeugen. Dann bekam ich wieder die Gebärmutterschmerzen, als würde jemand an meiner Gebärmutter ziehen. Rausgestellt hat sich, dass ich eine Gebärmuttersenkung bekommen habe, die es definitiv vorher nie gegeben hat, da ich im Mai eine OP hatte!!! Kontrolle war im Juni und Juli!! Mein FA war selber erstaunt und konnte sich das nicht erklären. Kinder habe ich keine. Ich bekam Haarausfälle und diese wachsen bis heute schwer nach.

Jedoch blieb es nicht nur bei diesen Nebenwirkungen, längere Strecken waren mir nicht möglich zu laufen, ohne Schmerzen in den Fußsohlen zu bekommen. Dies hielt ganze 3 Wochen an, in dieser Zeit fing auch (zum Glück) mein Urlaub an (Gott stand mir bei). Ich war mit diesen ganzen Nebenwirkungen bereits im September!! In dieser Woche wurden einige Symptome besser, jedoch gab es auch da einen Rückfall. Es fing wieder die Muskelschwäche an, mit Sehnenschmerzen in der Achillessehne rechts. Wir waren in einer schönen Kleinstadt auf einer Insel. Als es wieder losging, konnte ich keinen Schritt mehr gehen und wir mussten uns ein Taxi rufen, damit der Taxifahrer uns zum Auto bringt. Das war nur ein weg von max.10 min!!! Ich konnte einfach nicht mehr laufen vor Schwäche und Schmerzen. Ich konnte keine Postkarten mehr schreiben, da ich Schmerze in den Handgelenken bekam, aber mit dem Willen meines Dickschädels habe ich es irgendwie hinbekommen.

In Deutschland angekommen ging es weiter, Gewichtsabnahme, aktuell damals 43-44, jetziger Stand 45 Kg. Die Sehnenschmerzen nahmen zu in den Oberarmen, meine Knochen fingen an zu knacken, Sehstörungen traten wieder verschlimmert auf und ich hatte kein empfinden von Heiß und Kalt. Ich musste Fragen ob es Kalt oder Warm draußen ist, weil ich es nicht empfinden konnte. Jedoch verschwanden manche Nebenwirkungen sehr leicht (auch die mit dem Kalt/Warm Missempfindungen, jedoch nicht komplett). Die Schlafprobleme besserten sich nach einem Monat, so dass ich mittlerweile 6-8 Stunden schlafen konnte, jedoch kann ich nicht durchschlafen, was jetzt nicht das größte Problem ist.

Nun bin ich im Oktober und ich habe immer noch folgende Probleme:
Sehnenschmerzen überall, die Sehnen springen sogar, ich habe gedacht meine Sehne ist gerissen in der Kniekehle außen Links. Manchmal kommen die Schmerzen und mal gehen Sie. Ich habe Schmerzen in den LWS und HWS so das ich nicht liegen oder Sitzen kann, sowie enorme Halsschmerzen seit 2 Tagen (abartig) und ein knacken im Kehlkopf, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen und immer noch aktuell Verdauungsstörungen. Nahrung wird nicht verdaut, dann gibt es jedoch die Tage wo das passiert und dann die Tage wo ich nicht mal mehr auf Toilette kann. Aktuell leide ich auch wieder unter Brustkrämpfen und Muskelzucken am Herzen, als würde ein Gürtel um mich liegen und mir alles zu schnüren. Brennen in den Knien kamen hinzu, sowie brennen an den Füssen und Händen. Mir schlafen sogar beim Schlafen die Arme ein, wodurch ich nachts immer mal Munter werde. Und die Muskelschwäche!! Sie ist wieder da!! Früh brauch ich mindestens 2 Stunden bevor ich in die Gänge komme und ich bin null Stressresistent. Sobald mich irgendwelche Sachen Stressen, bekomm ich Atemnot und Panik!! Krämpfe (Druck) im Oberkörper. Das habe ich auch bei einigen Speisen, wie Zucker, Brot, Fleisch und Fisch!
Ich bin seit Wochen nicht mehr in der Lage zu arbeiten, da ich keine Ordentliche Gespräche mit Kunden führen kann, ich habe keine Konzentration mehr und eine Antriebslosigkeit. Ohne meine kleinen Spaziergänge, würde ich nicht laufen können. Ich hoffe diese ganzen Nebenwirkungen verschwinden in Zukunft wieder!!!

Ja und ich war bei Ärzten, ich war sogar bei meinem damaligen Arzt, der mir Levofloxacin verschrieben hat. Von diesem wurde ich belächelt und er meinte es gibt keine Nebenwirkungen, als ich aber sagte, dass ich seit dieser Einnahme Probleme mit dem Herz bekommen habe. Gab es auf einmal doch eine Nebenwirkung. Mit einem rotzfrechen grinsen meinte er: „Ja, durchaus verursacht dieses Medikament Herzkrankheiten!!!!“ Gab mir eine Überweisung zum Kardiologen.
Habe ich erwähnt, dass ich seit dieser Einnahme an Extrazyatolen leide?? Ja, tue ich, und Regelmäßig habe ich diese Aussetzer und denke: „LEBEN ADIEU“!!!
Bis heute habe ich keinerlei Unterstützungen von anderen Ärzten erhalten!!! Ich habe eine Odyssee an Ärzten hinter mir, wie so viele andere auch.

Nun fühle ich mich mit 30 Jahren, als hätte ich schon 80 Jahre auf den Buckel. Diese Stimmungsschwankungen und die täglichen Schmerzen sind ein Kampf. Vorher war ich fit, hatte Spaß am Leben, Ziele und wollte meine Mexico-Cuba Reise planen!! Aktuell kann ich nicht mal mehr sagen, ob ich das jemals tun kann. Da jeder Tag eine neue Überraschung ist!!

Ich wünsche jedem die Genesung die er benötigt, und allen anderen betroffenen alles Gute und erdenkliche!
Zuletzt geändert von Bellaflox am 28.10.2017, 16:38, insgesamt 2-mal geändert.

Schaf
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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2071

Beitragvon Schaf » 19.10.2017, 20:06

Nachhaltige Kognitive Einschränkungen und Verdauungsprobleme

Weiblich, 29 Jahre, 10 Tage Ciprofloxacin (2 x 250 mg), Indikation: Harnwegsinfekt im Sommer 2016

Nebenwirkungen und Verlauf:
- Während der Therapie: Starker „Nebel im Kopf“, sprechen und denken im Allgemeinen kaum möglich, Müdigkeit
- Nach Absetzen: Starker Nebel im Kopf (etwas abgeschwächt); weiterhin starke kognitive Einschränkungen: Probleme beim Denken, Sprechen, Lesen, Rechnen; Konzentrations- und Merkfähigkeit stark beeinträchtigt; hoher Schlafbedarf (bis zu 12 h); geringe Stresstoleranz; leichte Blähungen, die nicht abgehen (später: zusätzlich Bauchschmerzen den ganzen Tag); Stuhlverhalten ändert sich allmählich; Probleme beim Sehen bei schnellem Bildwechsel; trockene Haut und Augen (mehr als zuvor)
- Heute: Brainfog abgeklungen; Arbeitsfähigkeit bei nur 60%; kognitive Leistung verbessert: Sprechen normal, lesen nahezu normal, rechnen weiterhin problematisch, logisches Denkvermögen und Auffassungsgabe verbessert; Stresstoleranz stark verbessert; nach erfolgreicher Candida-Therapie weiterhin leichte Blähungen/Bauchschmerzen (Ausschlussdiagnose: Reizdarmsyndrom); Schlafbedürfnis leicht erhöht; weiterhin sehr trockene Augen.

Diagnostik:
CT und MRT Schädel, EEG, Test auf Depression, Blut- und Stuhluntersuchungen, Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Magen- und Darmspiegelung.
Ergebnisse:
Candida-Infektion und trockene Augen, ansonsten unauffällig. Der Heilpraktiker hat ein Leaky Gut und eine Verschiebung des Bioms festgestellt.

Therapie:
Ergotherapie, Entspannungstechniken, Keltican forte, Magnesiumsalz-Fußbäder, Vitamine (Orthomol, Centrum), mycelliertes Curcumin, Rotulmenrinde, Lacto-Bakterien, verschiedene Diäten.

Erfahrung mit Ärzten und Apothekern:
Da die Nebenwirkungen wie kognitive Einschränkungen nicht im Beipackzettel stehen, hat der behandelnde Arzt, der bis dahin gewissenhaft gehandelt hat, die Therapie nicht abgebrochen. Nachfolgende Ärzte nahmen das Problem nicht ernst, da sie die Nebenwirkungen nicht im Beipackzettel nachlesen konnten. Sie weigerten sich deshalb auch, eine Meldung an die zuständige Behörde zu machen. Apotheker verwiesen mich an die Ärzte.
Zuletzt geändert von Schaf am 26.10.2017, 20:22, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2069

Beitragvon Schorsch » 19.10.2017, 20:21

Meine Geschichte startete im Juli 2015 nachdem ich aufgrund einer Verdachtsdiagnose eines Harnwegsinfektes 5 x 500 mg Levofloxacin verordnet bekam (ohne Risikoaufklärung / ohne körperliche Untersuchung). Zuvor war ich top gesund, total sportlich und mental sowie körperlich sehr hoch belastbar. Anstelle meiner Sportlichkeit habe ich heute 2 Jahre später nun eine Schwerbehinderung mit GdB 50. Ein MDK Gutachten der KK bestätigt mir die Kausalität meiner Schäden durch Levofloxacin zumindest die des Bewegungsapparates. Trotz vollumfänglicher Therapieformen über die ganze Zeit, bestehen weiterhin schubweise + belastungsabhängige Muskel- und Sehnenprobleme. Mein Alltag und meine Rolle als Familienvater ist nach wie vor total eingeschränkt möglich.

Die NW fingen direkt einen Tag nach Einnahme der 2. Kapsel an. Es waren anfangs Herzprobleme, Panikattacken, bds. Achillessehnenschwellungen und Muskelschmerzen, welche einige Tage später von meinem HA auch offiziell an das BfArM gemeldet wurden. Ich war in der folgenden Zeit mehrfach in der Notaufnahme einer Uni Klinik, später bei unzähligen Ärzten / Fachärzten sogar in einer Spezialklinik in Behandlung. Teils kannte man das Thema zumindest die Muskel- /Sehnen- und insbesondere die Achillessehnen Probleme aber man konnte mir nie wirklich therapeutisch helfen. Außer den üblichen Standards wie Physiotherapie etc. Ich war insgesamt ca. 6 Monate Berufsunfähig und konnte anfangs wegen den schmerzhaft geschwollenen Achillessehnen nur im sitzen Duschen und mit Krücken oder krabbelnd durch die Wohnung. Ich dachte ich verliere alles an Existenz und startete zu dieser Zeit auch eine Psychotherapie, obwohl ich als bislang mental starker Typ von sowas nie wirklich im Leben überzeugt war.

Übersicht NW Symptome und Zeitverlauf:

- Tachykardien bzw. Herzprobleme / Panikattacken (ca. 2 Wochen)
- schubweise verschwommene Sicht (ca. 2 Wochen)
- extremer Durchfall wie nie zuvor (ca. 8 Wochen oder länger)
- Trockener Mund und trockene Schleimhäute. z.B. schälte sich die Haut auf der Eichel auch die Schleimhaut der Harnröhrenöffnung war mindestens 12 Monate gereizt.
- Geschmacksverlust ( ca. 1-2Woche)
- Fiebergefühl und Ohrenpochen morgens beim erwachen (Schubweise bis heute)
- Achillodynie bds. (bis heute)
- generalisierte Tendomyopathien / Muskel und Sehnenschmerzen (bis heute sind alle Hobbys wie Kraftsport, Schlagzeugspielen etc. nicht möglich)
- Schlafstörungen (Anfangs sehr extrem, heute Schubweise) - Verstärkte Schmerzen der LWS (sitzschmerzen, liegeschmerzen bis heute)
- Weichteilriss rechte Hand mit tastbarer Schwellung zwischen Daumen und Zeigefinger welche beim zupacken schmerzt
- Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Infektanfälligkeit ( bis heute)

Mein hauptsächliches Leiden auch über 2 Jahre später ist meine chronische bds. Achillodynie und die generalisierten Tendomypathien, welche mich beim Gehen, Stehen und körperlicher Belastung weiterhin massivst einschränken. Das zieht sich bis in mein Sozialleben rein und isoliert mich als zuvor umtriebigen kommunikativen Menschen. Aufgrund der Muskel- / Sehnenschmerzen in Armenbeugern, Beinen und Handgelenken bin ich auch im Haushalt kaum noch eine Hilfe / Unterstützung für meine Frau. Im Gegenteil Sie hat nicht nur unseren 6 jährigen Sohn, sondern auch mich als stetigen Patient an der Backe. Zum Vergleich zuvor habe ich über 5 Jahre eine Kernsanierung und ein Haus mit ca. 80 % Eigenleistung gebaut… Zum Glück kann ich meinen mittlerweile reinen Bürojob im öffentlichen Dienst gerade so aufrecht halten, sonst wäre für mich absolut Game Over. Bei einigen mir persönlich bekannten noch wesentlich härter betroffenen Fluorchinolon Geschädigten ist das leider der Fall, weshalb ich manchmal sogar noch dankbar bin, dass es mich nicht schlimmer erwischt hat.

Wer auch immer dies hier liest, sollte sich ernsthaft Fragen, wieso in Deutschland ein derartig schädigendes Medikament so unkontrolliert leicht einsetzbar ist ? Welche Rolle spielt dabei unsere Aufsichtsbehörde BfArM, die Pharmalobby und der hippokratische Eid der Ärzte überhaupt noch ?

In den USA gibt es eine offiziell anerkannte Behinderungsform durch Fluorchinolone (FQAD) und der Einsatz wurde aufgrund von öffentlichem Druck stark eingeschränkt. Vor Risiken schützt den Patienten dort ein extra Black-Box-Label direkt auf der Verpackung, welches dick und fett auf das dauerhafte Schadenspotential hinweist. Hier bei uns wird von möglich längerfristigen - dauerhaften Schäden nicht mal im Ansatz im Beipackzettel hingewiesen. Kritische Stimmen, wie z.B. das Arzneimitteltelegramm etc. warnen seit Jahrzehnten schon, zudem ist es wohl auch offensichtlich der Arzneimittelkommission deutscher Ärzte selbst schon bekannt was diese Mittel dosisunabhängig und mit latenter diffuser schwer nachvollziehbarerer Wirkung anrichten können.

radix
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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2145

Beitragvon radix » 24.10.2017, 15:21

Ich bin 71 Jahre alt und männlich. Am 14. 02.2017 verschrieb mir mein Hausarzt wegen Verdacht auf Blasenentzündung das Medikament Ciprofloxacin 500 mg, von dem ich 5 Tage lang je eine Tablette einnehmen sollte. Am 5. Tag bekam ich urplötzlich und aus der Ruhe heraus starke Schmerzen in der linken Achillessehne. Die Schmerzen wurden so stark, dass ich den linken Fuß nicht mehr abrollen und nur noch kurze Wege in der Wohnung humpeln konnte. Im Waschzettel hatte ich von der angeblich "sehr seltenen" Nebenwirkung "Sehnenschäden" gelesen. Ich teilte das meinem Hausarzt mit, der zwar nichts von diesen Nebenwirkungen wusste, auf meine Bitte hin aber das BfArM informierte; ich selbst schrieb ebenfalls dort hin. Medizinischen Rat erhielt ich von meinem Arzt nicht. Ein konsultierter Orthopäde war ebenfalls keine Hilfe.
3 Monate konnte ich nur kurze Strecken unter Schmerzen humpeln, ab dem 4. Monat trat eine leichte Besserung ein und nach weiteren 3 Monaten, etwa um den 20 August herum, war ich endlich schmerzfrei.
Ich habe die ganzen Monate täglich 500 bis 1000mg Magnesium eingenommen sowie tägliche Gymnastik zur Erhaltung und Stärkung der Beinmuskulatur durchgeführt.
Zurück geblieben ist eine leichte Druckempfindlichkeit sowie das Gefühl, als sei die Sehne kürzer geworden; besonders nach längerem Gehen stellt sich ein Gefühl wie nach einer Zerrung des Wadenmuskels ein. Für längere Strecken benutze ich deswegen nach Möglichkeit das Fahrrad.

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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2160

Beitragvon spacerat » 25.10.2017, 14:16

Anonymer Bericht, zugegangen per Email

40 Jahre jung, weiblich,

eine abgekürzte Version meiner ganz persönlichen Geschichte, da das ganze Ausmaß hier den Rahmen sprengen würde

Nachvollziehbar, auf grund meiner ärtzlichen history Ausdrucke "gefloxt" wurde ich einmal am 30.1.2007 mit Ciprofloxacin. Ich kann nicht mehr alles genau sagen, da mein Gedächtnis seither sehr gelitten hat. Aber das Wesentliche ist geblieben. Manches ist unvergessslich, für immer!

Nach einer Woche Ciprofloxacin, das ich gegen einen Harnwegsinfekt verschrieben bekam, sass ich auch schon am 5.2. 2007 wieder beim Doktor mit Beschwerden wie, Muskelbrennen, Sehnen- und Gliederschmerzen, Schulter-, Finger-und Handgelenke Schmerzen, beids. Hüftgelenke in untersch. Ausprägung. Im Juli kam ein HWS Syndrom hinzu. Im August gesellte sich eine Reizblase mit ein. Im Monat drauf bekam ich dann eine Lumboischialgie, die mich teilweise so einschränkte, dass ich kaum laufen konnte. Diese wurde mit diclo behandelt.

Im April 2008 ging es nach einer guten Pause weiter. Ich wurde mal wieder vorsprachig beim Hausarzt auf grund von Hüftproblemen, diagnostiziert wurde eine Coxarthrose nachdem ich zur Chirurgie überwiesen wurde. Desweiteren hatte ich zu diesem Zeitpunkt neurologische Beschwerden wie, Nervenstörungen, Taubheitsgefühle Arme, Beine, Hände und Füsse, Ameisenlaufen in den Gliedern, Missempfindungen, brennen, lws, mit Überweisung zum Neurologen. Ein gutes Jahr nach Cipro all diese Beschwerden.

Im Juni 2008 wurde ich vorsprachig wegen einem Erschöpfungssydrom, war körperlich völlig fertig, Gelenkschmerzen wurden ebenfalls nicht besser, bestanden weiterhin, kamen und gingen. Ich hatte aber eigentlich keine Erklärung für meinen Zustand.

Ziemlich ein halbes Jahr später, Januar 2009 bekam ich wg. erhöhtem Blut und Leukozythen im Urin das AB Tavanic, also Levofloxacin. Nach bereits einer Tablette entwickelte sich sowas wie eine Art Alien Stirn und meine Augen schwollen innerhalb kürzester Zeit so zu, dass ich kaum noch sehen konnte, was eine hochallergische Reaktion bedeutete. Ich setzte sofort ab. Versuchte die Blasenentzündung ohne AB in Griff zu bekommen.

Nach guten zwei Wochen wurde ich schon wieder vorsprachig, da sich im Dekollte Bereich sogenannte Leberröschen befanden. Sowas muss abgeklärt werden. Was darauf hindeutete, dass die Leber stark be- oder überlastet war. Bereits im März 2009 kamen teilweise starke Rückenschmerzen und Muskelschmerzen zu den Gelenkbeschwerden dazu. Magenbeschwerden wie Gastritis entwickelten sich, sämtliche Nahrungsunverträglichkeiten, infolge dessen Gewichtsverlust. Ich habe das nie im Leben mit diesen AB Einnahmen in Verbindung gebracht.

Ich stand zu dieser Zeit mit beiden Beinen voll im Leben, war alleinerziehende Mutter, hatte einen Fulltimejob in dem ich schichtete, war sportlich unterwegs und lebensfroh, aber Lebensqualität hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon keine gute mehr. Alles war nur noch schwierig, weil es mir immer wieder nicht gut ging, ich aber funktionieren musste. Dieser Spagat zwischen Kind und Arbeit, aber nicht regenerieren zu können, das war schon eine große Aufgabe.

In der Zwischenzeit bis zum nächsten flox bekam ich mehrmals weitere ABs, diese stammten jedoch nicht aus der FC Gruppe. Im Oktober 2010 suchte ich meine Ärztin auf, weil mir die Arthrose in der Hüfte zu schaffen machte. Im Job hatte ich viel zu laufen, was vermehrt schwieriger wurde auf grund der Coxarthrose. Der history nach wurde ich weiterhin immer wieder vorsprachig bei meiner Frau Doktor, bis 2011 ein weiterer und meines Wissens nach letzter flox zustande kam. Da ging die Misere los.

Im September 2011, bekam ich dann Panotile cipro, weil mich eine Mittelohrentzündung ereilte. Nahm es brav und unwissend. Irgendwann aber verspürte ich ein ganz seltsames Gefühl an meinen Lippen, meiner linken Gesichtshälfte. Taubheitsgefühle, die Lippe stand schief, hing herab. Dachte mir nichts dabei, weil es gleich wieder verschwand. Bekam in den folgenden Monaten zunehmend Hüft- und Schulterschmerzen, Einschränkungen.

Was das Fass letztendlich zum überlaufen brachte, war die Kortison Therapie für ein knappes Jahr, nachdem man mir im Dezember 2014 durch einen Rheumatologen eine Arthritis diagnostizierte. Im Sommer 2014 bekam ich eine derartig heftige Schleimbeutelentzündung der Schulter, dass ich nicht mehr in der Lage mich selbst zu versorgen und stellte mich deshalb der Notaufnahme vor. Drei Kortison Spritzen in das betroffene Gelenk und fertig war man mit mir. Aber ich war einfach erstmal froh, dass diese höllischen Schmerzen nachliessen. Über den Begriff "Flox" hatte ich bis dahin noch nicht gehört, also brachte ich auch hier nichts damit in Verbindung und kam schon gar nicht auf die Idee, Kortison schade mir jetzt mehr, als dass es half.

Ein fataler Fehler, der für meine Sehnenschädigung mit großer Bestimmtheit verantwortlich ist. Ein Jahr lang lief ich wie ein Zombie auf Kortison rum, es vertrug sich überhaupt nicht mit meiner "flox" Vorgeschichte, was mir nicht klar war. Quoll auf, hatte Wassereinlagerungen am ganzen Körper, blaue Flecken und Hautirritationen, Entzündungen unter der Haut die Monate anhielten. Ich war in einer schlimmen Phase, die ich Suizidphase nenne, da ich mich in dieser Zeit permanent "am Abgrund" bewegte, das als Folge der Kortison Einnahmen über Monate, die alles nur schlimmer machten. Meine Haut brannte, juckte, einfach aus heiterem Himmel, ohne erkennbare Gründe, Haare gingen aus, mein Immunsystem war im Keller. Sehnen, Gelenke krachten, knackten, alles schien zu kurz in meinem Körper. Ich hatte zeitweise immer wieder schlimme Nervenschmerzen, Nervenschmerzen sind was ganz fürchterliches. Diese machten sich in den Händen bemerkbar, so dass ich vor Schmerzen nicht wusste, wohin mit den Händen. Jede kleinste Berührung war die Hölle für mich.

Im Sommer 2015 kam das Medikament MTX dazu, ein chemo Medikament das u.a. auch bei Rheuma eingesetzt wird. Auch dies vertrug ich nicht mehr, nachdem die Dosis erhöht wurde, was mich in ein schlimmen Zustand brachte. Herzrasen, Atemnot waren die sofortigen Nebenwirkungen, nach Dosiserhöhung.
Arthritis Symptome ähneln manchmal den flox Symptomen. Fatal für den Patienten, wie in meinem Fall.

Folglich wurde ich falsch und völlig umsonst diesem Desaster ausgesetzt. Ich sah Sterne zeitweise, und manchmal heute noch, wird seltener, habe Stoffwechselentgleisungen, mehrere Notaufnahmebesuche hinter mir, zum Teil, weil ich keine Schmerzmittel mehr vertrage, Bindegewebsschwächen, Zahnschmelzrückgang, brüchige Zähne als Folge, Arthrosen sind geblieben, damit muss ich wohl leben. Ein gesunder Mensch, der aktiv und sportlich durchs Leben geht, der bekommt nicht einfach Arthrosen.

Manches kann ich tun, vieles kann ich nicht mehr tun. Ich habe meinen Job an den Nagel gehangen, da ich im sportlichen Bereich nicht mehr 100% alles mitmachen konnte, musste mein Fernstudium im Sportbereich abbrechen, weil ich es nicht schaffte, es immer weiter bergab ging. Bin seit Jahren zu hause, man fühlt sich unbrauchbar. Auch für die Familie war es schwer zu begreifen, was da vor sich ging. Das einzige das mich in meiner schlimmsten Zeit über Wasser hielt und hinter mir stand, war mein Mann.
Er musste sich einiges anhören und vieles ertragen, dass er das alles unbeschadet durchstand, hat schon sehr viel Respekt verdient. Finanziell bin ich durch meinen Mann unterstützt, warum für mich die Möglichkeit besteht, mich weiter zu regenerieren, soweit dies möglich ist. Mein Ziel ist, wenigstens halbtags wieder arbeiten zu können.

Erst im letzten Jahr Sommer brachte mich eine Bekannte zufällig auf das Thema flox. So fing ich an mich damit zu befassen, zu recherchieren und so kam ich dann in die Gruppe der FC Betroffenen. Ich habe mein Kind alleine groß gezogen, powersport und powerjobs gehabt...ich muss sagen, dieser livestyle wäre heute undenkbar. Das hat flox mir hinterlassen.

Mittlerweile ist eine ganze Menge Zeit vergangen, einiges verblichen, manches vergessen, vieles geblieben. Ich mach das mir mögliche Beste draus. 10 Jahre sind es nun schon, als es Stück für Stück abwärts ging, das war mir kaum bewusst. Habe auch heute vieles aus dieser Zeit gelernt, indem ich das hier niederschrieb. Jedoch die beste Zeit meines Lebens hat mir flox genommen. Die kann mir niemand ersetzen oder zurückgeben oder hinten dran hängen....

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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2163

Beitragvon spacerat » 25.10.2017, 15:19

Anonymer Bericht, zugegangen per Email

Erfahrungsbericht über Anwendung von Fluorchinolone – hier Levofloxacin

Am 29. April 2014 wurde mir als 80-jährige, bisher total gesunde weibliche Person von einer QMzertifizierten Urologischen Facharztpraxis das Fluorchinolon „Levofloxacin“ in der Menge von 20 Tabletten zur Behebung einer Harnweg- und Blasenentzündung verordnet, mit dem nachhaltigen Vermerk, „diese sofort in den nächsten 20 Tagen einzunehmen“! Nach Einnahme der 5. Tablette (4. Mai 2014) hatte ich derartige Schmerzen in dem AchillesSehnenbereich der beiden unteren Extremitäten, dass ein Gehen nur unter extremen Schmerzen in den Beinen auftrat, Treppen steigen war total ausgeschlossen, zudem war Tinnitus und Sehstörungen sowie eine ständige Kurzatmigkeit in meinem Körper zu verzeichnen. Ein von meinem Lebenspartner sofort (nach Einnahme der 5. Tablette) organisierter Besuch einer NotfallKlinik und einem Aufsuchen meines Hausarztes ergab die unwiderrufliche medizinische Entscheidung, dass Medikament „ Levofloxacin“ mit Stunde abzusetzen!

Leider schon zu spät!!!

Aktuell bis zum heutigen Tag quäle ich mich mit extremen Schmerzen in den unteren Extremitäten, treten immer wieder Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen und Sehstörungen auf, die mein Leben total verändert, ja schon fast ruiniert haben und ich ein Pflegefall für meinen Lebenspartner geworden bin! Bereits seit Mai 2014 engagieren sich nun schon über 3 Jahre mehrere Fachmediziner und Fachtherapeuten in Deutschland und Österreich mir wenigstens durch unterschiedlichste Behandlungen (Lymphdrainagen, Einsatz von Gegenmedikamenten, u.w.) das Leben in meinem Alter noch etwas erträglich zu gestalten. Hinzu kommt, dass ich über diesen Zeitraum von über 3 Jahren bereits zusätzliche Kosten von über 40.000,00 Euro für Hilfsleistungen im Haushalt, Transportkosten, von den Kassen nicht übernommene medizinische Leistungen und sonstige Hilfsleistungen aufbringen musste, um überhaupt noch als Individuum auf diesem Erdball zu sein!!!

Für mich ist total unverständlich, ja schon diffamierend, dass die Politik, die Wissenschaft und die Pharmazie über fast zwei Jahrzehnte weggeschaut haben, zumal die Professoren Dr. Rolf Stahlmann und Dr. Hartmut Lode, Berlin bereits im Jahre 1998 vor diesen Medikamenten erheblich gewarnt haben und dies durch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft 2001, der Informationsdienst für Ärzte und Apotheker 2002 und weitere Informationsdienste der Ärzte bis in die heutige Zeit immer wieder vor diesen Medikamenten gewarnt haben. Das CHMP hat u.a. Levofloxacin bereits im Mai 2012 als Reservemedikament eingestuft und für Patienten über 60 Jahre verboten! Hier haben doch die oben angeführten Intutionen total versagt, bzw. sind Profitgier der Pharmaindustrie absolut verfallen! Mir liegen mit Stand März 2017 über 30 Warnungen in den Medien zu diesen Fluorchinolen vor, somit betrachte ich das Verhalten aus Politik, Medizin und Pharmazie als absolutes Verbrechen am Patienten
bzw. Bürger!!!

Gez. Geschädigte

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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2164

Beitragvon spacerat » 25.10.2017, 15:21

Anonymer Bericht, zugegangen per Email

geboren 1933 zum Zeitpunkt der Ciprofloxacin-Einnahme 78 Jahre alt.

17.11. 2011 Notfall Harnverhalt mit Katheterlegung durch Harnröhre12 Tabl. Ciprofloxacin 500 mg aus 20er Packung erhalten im Krankenhaus

6. 12.2011 zweite Katheterlegung (Tabletten nicht notiert)

15. 12. 2011 dritte Katheterlegung missglückt, knapp 2 Tage Krankenhausaufenthalt (Tabletten nicht notiert)

20.12. 2011 vierte Katheterlegung durch Bauchdecke Tabletten nicht notiert

14 .2.2012 Prostata-OP (Aushobelung) mit anschließendem Krankenhausaufenthalt (Tabletten nicht notiert)

01.03. 2012 starkes Brennen beim Wasserlassen (Blasenentzündung) 10 Tabletten Ciprofloxacin bis 11.03. 2012 morgens die letzte halbe Tablette eingenommen

Am 3. 4. 2012, gut 3 Wochen nach der letzten Einnahme, bekam ich ganz plötzlich massive Selbstmordgedanken, so dass ich für 2 Wochen in die Psychiatrie zu Behandlung musste. Ich wurde 1 Jahr mit starken Medikamenten behandelt.

Gleichzeitig fiel mir auf, dass sich mein Hörvermögen rapide verschlechtert hatte und Gangunsicherheiten auftraten.

Erst vier Jahre später, als ich zufällig einen Beipackzettel von Ciprofloxacin las, ist mir klar geworden, woher meine heutigen Probleme kommen. Ich habe extreme Probleme mit meinem Hörvermögen (ein paar Monate vor der Einnahme von Ciprofloxacin hatte mir mein HNO noch ungefragt gesagt, dass ich für mein Alter sehr gut höre). Ich heute kann trotz eines teuren Hörgerätes an Unterhaltungen im Bekanntenkreis und der Familie nicht mehr teilnehmen. Meine Ehe wird problematisch, weil meine Frau nicht akzeptiert, dass ich nichts mehr verstehe.

Radfahren, das ich früher intensiv betrieben habe, ist wegen Unsicherheit nicht mehr möglich. Wegen Unsicherheiten im Gang gehe ich zweimal in der Woche zusammen mit Senioren mit Stützhilfen und Rollatoren zur Gymnastik.

Alle diese Nebenwirkungen sind im Beipackzettel mit 1 bis 10 von 10.000 beschrieben. Ich nehme seit ca. 35 Jahren wegen Bronchial-Asthmas Cortisonspray.

juanitolo
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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2173

Beitragvon juanitolo » 25.10.2017, 20:15

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Ich habe mal einen Screenshot meiner Meldung an das Paul Ehrlicher Institut hier eingesetzt.
So sieht also diese Meldung aus, im nächsten Schritt kann man noch persönliche Daten eingeben, was ich auch getan habe.

FCK Cipro
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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2177

Beitragvon FCK Cipro » 25.10.2017, 21:46

Meine Erfahrung mit Cipro in Kürze:
-Einnahme Juli 2015 bei Nierenbeckenentzündung. 9 Tage 2x500mg bei 53kg.
-keine Info zu Nebenwirkungen erhalten
-habe sofort Probiotika für 2Monate seit Tag 2 der Einnahme genommen (Omnibiotic AAD)
-nach Krankheit/Einnahme schlapp labil
-Okt.15-März16 starke Hüftschmerzen. Durchgängig. Joggverbot.
-Okt/Nov/dez: dauermüde, labil, brain fog, Alkoholabneigung und Unverträglichkeit (nach Konsum sofort krank), Haarausfall, Fingernägel alle brüchig. Ich bin als Hülle arbeiten gegangen u habe 12 Std geschlafen um den nä Tag zu überstehen.
-Januar-März Dauererkältung mit bereits (durch Arzt falsch) vermuteter Lungenentzündung
-März-April: Ayurved. Behandlung bringt zwischenzeitliche Erholung
-Mitte Juni-Ende Aug. 2016: Sehnenschmerzen Fußgelenk, dann ausbreitend auf zahlreiche Sehnen and Füßen, Knien, Ellenbogen, Händen.
Abbruch jeder sportlichen Bewegung (ehemals ca. 8 Std. die Woche) . Erst hier wurde mir der 100% Zusammenhang zu Cipro klar und ich fand den Hinweis zu Magnesiummangel.
-penible Ernährung von gesundheitsbewusst zu fanatisch seit April 2016, zahlreiche Mg-Fußbäder (seit Juli 16)und viele viele Probiotika brachten langsame Besserung ab Sept. 2016-
-irgendwann: Candida vaginal
-Darmfloraanalyse (eigeninitiativ): zeigte sehr starke Candida Erhöhung (über 80.000 statt unter 1.000), sowie erniedrigte Enterococcen und E.Coli
-auf Cuba leider erneute Vaginal/Blasenentzündung und nach 5 Tagen wieder AB-Einnahme.
-erneute Darmfloraanalyse: Enterokokkoen nicht nachweisbar, E.coli nicht nachweisbar, viele weitere Stämme aus der Norm, Candida ca. 40.000
-Winter 16/17: 9-wöchige Ayurveda Kur
-Frühjahr 17: 2 Monate Darmsanierung zum Abbau Candida - Zero Zucker - Probiotika der o.g. fehlenden Stämme, Flohsamem, Grapefruitkernextrakt, Bentonit...
-Intensivierung von Yoga und Mediation
-Beschwerdefrei Juni-August
-Ende August bis heute (Ende Okt.) Dauererkältung.
-Besuch einer neuen ganzheitlichen Ärztin empfahl mir heute 1 Jahr lang Mutaflor und Symbioflor1 zu nehmen sowie Grapefruitkern /Anti-Candida weiter zu verfolgen.

Ich habe enorm viele Anstrengungen unternommen und wollte im Sommer einfach mal etwas weniger streng zu mir sein.
Ich bin zuversichtlich dass man gesund werden kann...aber man braucht GEduld und Wissen und Geld. Ich denke ich bin trotz extrem vieler Rückschläge in den über 2 Jahren auf einem guten Weg. Ich hoffe es...

Das Zeug ist Körperverletzung.

Vor Cipro war ich jahrzehntelang extrem fit und gesund. Ich war durchschnittlich weniger als 1 Tag krank im Jahr über Jahrzehnte.
Nach Cipro waren es viele Wochen Krankschreibung zzgl krank fühlen im Jahr bei 30-50% der Energie.
Das Sozialleben nimmt in solchen Phasen drastisch ab. Weil dafür keine Kraft bleibt.

ABER: ich habe daraufhin meinen kompletten Bekanntenkreis (Arbeit, Verwandte, Freunde, FB) gewarnt mit dem Erfolg dass mind. 3 Personen Cipro-Verschreibungen umgetauscht haben. Und darunter sind auch Ärzte. Das gute daran ist, dass das Umfeld einen kennt und somit diese einem auch glauben. Die vielen Linksammlungen sind da natürlich enorm hilfreich, um das Muster erkennbar zu machen. Ich denke wir alle können zu einem veränderten Bewusstsein beitragen um andere davor zu schützen und damit das Thema Anerkennung findet.
Zuletzt geändert von FCK Cipro am 28.10.2017, 02:06, insgesamt 2-mal geändert.

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Sehr starke Fußschmerzen nach nur 2 x 500 mg Ciprofloxacin

#2183

Beitragvon FluorchiNO » 26.10.2017, 12:09

Weibliche Patientin, zum Zeitpunkt der Einnahme von Ciprofloxacin 46 Jahre alt.

Im Februar 2016 verschreibt mir ein Urologe Ciprofloxacin 500-0-500 mg für 3 Tage wegen einer Blasenentzündung, obwohl andere Antibiotika laut Antibiogramm gegen die Bakterien wirksam waren.

Der Arzt informiert mich während des Gesprächs vor der Rezeptabgabe nicht über die potentiellen Risiken, sondern fragt mich lediglich, ob ich dieses AB bereits eingenommen habe, was ich mit „Ja“ beantworte, da mir ein anderer Urologe Ciprofloxacin 6 Monate früher verschrieben hatte (und 2 Wochen früher sogar Levofloxacin), welches ich sehr gut vertragen hatte.

Der Apotheker klärt mich ebenfalls nicht auf, sondern sagt mir sogar, ich könne ruhig dieses Antibiotikum 5 Tage lang einnehmen (er gab mir eine 10er -Tabletten-Packung), falls ich nach 3 Tagen noch Blasenschmerzen habe.

Ich ahne zum Zeitpunkt nicht, welcher Horrortrip vor mir steht!

Gleich am 1. Tag (also spätestens nach der 2. Tablette) habe ich abends sehr starke Fußschmerzen: Fußsohlen, Sprunggelenke und vor Allem Achillesehnen schmerzen extrem stark, so stark, dass weder Gehen noch Stehen möglich ist. Ich krieche im Haus auf allen Vieren.

Die Nebenwirkung „Sehnenentzündung“ wird im Beipackzettel von Ciprofloxacin (Aliud Pharma, 2015 gedruckt) als sehr seltene Nebenwirkung zwar erwähnt, aber enthält kein Wort darüber, dass die Sehnenschäden bei 10% der Patienten dauerhaft sein können und bei 40% der Patienten zum Sehnenriss führen, wie ich es später in der wissenschaftlichen Literatur gelesen habe. Ich nehme das Antibiotikum deswegen weiter, in dem Glauben, diese Schmerzen seien nur vorübergehende Nebenwirkungen.

Als die Schmerzen weiterhin nach dem Absetzen des Antibiotikum so stark bleiben, dass ich zu Hause weiterhin nur noch auf allen Vieren kriechen kann, fahre ich zu meinem Hausarzt, der mir beruhigend sagt, diese Schmerzen werden spätestens nach 2 Wochen wieder verschwinden.

Ich fahre vorsichtshalber einige Tage später zu einem Orthopäden, in der Hoffnung, dass ich zumindest Bandagen, Krücken und ein Schmerzgel bekommen würde. Inzwischen hatte ich bei PuBMed nach Studien gesucht, die den Zusammenhang zwischen FC und Nebenwirkungen auf das Bewegungsapparat wie Tendopathien und Arthropathien belegt haben.

Der Orthopäde bestreitet aber gleich den Zusammenhang meiner Schmerzen mit der Einnahme von Ciprofloxacin, sagt, er sehe am Ultraschall nichts und könne mir daher nichts verschreiben, weil ich "kein orthopädisches Problem habe". FC können solchen Sehnen-und Gelenkschmerzen definitiv nicht auslösen, davon habe er nie etwas gehört. Auf den mitgebrachten Stapel von Studien, die den Zusammenhang zwischen FC und Sehnenentzündung/-ruptur belegen, wirft er keinen Blick. "Studien interessieren mich nicht!" sagt er mit einem ziemlich herablassenden Ton. Sein netter Kollege im Flur sagt mir dagegen, dies sei bekanntlich eine häufige NB von FC, man könne aber nichts machen, nur abwarten, dass der Körper die Schäden selbst repariere.

Ich fahre trotzdem 1 Woche später zu einem 3.Orthopäden, der mir das Gleiche wie der 2.Orthopäde erzählt und mir sogar erklärt, was diese Antibiotika im Körper anrichten können (Zerstörung des Gewebes durch oxidativen Stress). Er verschreibt mir teure Bandagen (2 x 70 €) und rät mir zu der Einnahme von Antioxidantien wie VitC, VitE, CoQ10, ohne mir allerdings genaue Mengenangaben und ein genaues Einnahmeschema mitzuteilen.

Irgendwie habe ich das Gefühl, ziemlich allein mit meinem Problem zu sein. Zum Glück bin ich bei Facebook angemeldet und stoße schnell auf 2 geschlossenen Selbsthilfegruppen, die mir eindeutig zeigen, dass meine Erfahrung leider keine Ausnahme ist (einer dieser Gruppe hat mittlerweile über 1400 Mitglieder, alle Patienten, die sich offensichtlich wie ich von der Schulmedizin in Stich gelassen fühlen). Manche Berichte sind schlicht und einfach haarsträubend, ja herzzerreißend. Viele dieser Patienten stoßen bei ihren Ärzten auf Ignoranz, Unverständnis und/oder Gleichgültigkeit. Viele sind seit Monaten krankgeschrieben, oder sogar seit Jahren arbeitsunfähig. Die meisten Patienten klagen über chronische Schmerzen wie ich.

Die Fußschmerzen bleiben 2-3 Monate lang so stark, dass ein Spaziergang weiterhin nicht möglich ist. Ich verharre zu Hause so lang wie möglich auf dem Sofa, die Füße auf einem Kissen auf dem Sofatisch, denn schon nach einer Viertelstunde Stehen könnte ich vor Schmerzen schreien. Einkaufen ist eine Tortur, Haushalt und Gartenarbeit ebenfalls. Ich überlege sogar, mir einen Rollstuhl zu kaufen, um wieder an der frischen Luft spazieren fahren zu können. Ich traue mich leider nicht, mir einen Rollstuhl und eine Haushaltshilfe vom Arzt verschreiben zu lassen, dabei hätte ich das mit 2 Kindern, 1 großes Haus und einen großen Garten bitter nötig.

Inzwischen bedauere ich das, denn ein Hilfsmittel wie ein Rollstuhl hätte mein Leid eindeutig erleichtert und mir erlaubt, in den ersten Monaten mal an bisschen an die frische Luft zu gehen.

Ich versuche, die Tipps, die im Internet kursieren, anzuwenden: ich reibe meine Füße mindestens 2 Mal am Tag mit verdünntem DMSO (70%), nehme 1-2 Mal am Tag Fußbäder mit Magnesiumchlorid , nehme weiterhin NEMs wie Magnesiumtricitrat (Magnesium PurS, 2 x 300 mg/Tag, zwischen den Mahlzeiten) , Ubiquinol (200 mg), VitE, Curcumin (Mizellen), VitC usw.

In der Literatur lese ich, dass Schonung bei Sehnenentzündungen empfohlen wird. Daher kaufe ich mir Krücken (10 €!!!) bei Amazon und gehe nur noch mit Krücken. Zu Hause benutze ich den Bürostuhl meines Mannes , um beim Kochen/Bügeln meine Füße weiterhin zu schonen. Denn umso länger ich stehe/gehe, umso schlimmer werden die Schmerzen.

Dann im 3.-4. Monat spüre ich eine leichte Besserung, die mir den Urlaub erträglicher macht. Ich kann allerdings weiterhin nur mit Krücken gehen und nach ein paar Meter tun mir die Arme weh. Am Flughafen werde ich von netten Flughafen Angestellten mit einem Rollstuhl und einem Mini-Bus zum Flugzeug gebracht, nachdem ich mich vorher mit Krücken und Koffer bis zum Gate gequält habe. Aber trotz Krücken muss ich nach einem Spaziergang immer wieder meine schmerzhaften Füße in einem eiskalten Bad tauchen, um Linderung zu erfahren. Meine Mutter ist fassungslos.

Zurück nach Hause spüre ich leider bald eine eindeutige Verschlechterung, die mir große Zweifel an einer baldigen Genesung beschert. Die Stimmung sinkt in den Keller.

Ca 5 Monate nach Beginn der Schmerzen melde ich die Nebenwirkungen von Ciprofloxacin beim BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel) über die Internetseite des Paul Ehrlich Institut. Das halte ich für äußerst wichtig, denn nur so können Behörden die Zahl der erlebten Nebenwirkungen wahrnehmen und handeln. Auf diese Zahlen wird sich ja die EMA beim Risikobewertungsverfahren im Dezember 2017 sicher stützten.

Im August 2016, also 5,5 Monate nach der Einnahme von Ciprofloxacin, habe ich morgens nach dem Aufstehen nur noch leichte Schmerzen. Diese werden aber im Laufe des Tages durch Belastung immer stärker, sie sind nach ein paar Stunden Stehen/Gehen, z.B. durch Gartenarbeit unerträglich. Sport ist mittlerweile mit leichtem, vorsichtigen Schwimmen, max. 500 m möglich (erst mal nur 25-50 m), danach habe ich allerdings starke Schmerzen. Radfahren ist zum Glück noch möglich, fast ohne Schmerzen. Ausdauersport tut mir mental sehr gut. Vor der Einnahme von Ciprofloxacin walkte ich 3 Mal pro Woche 10 km lang!

Dazu hatte ich ein paar Male seit der Einnahme von Ciprofloxacin starke Angstgefühle, die nach der Einnahme von Magnesiumcitrat wieder verschwunden sind. Und eine depressive Episode mit Selbstmordgedanken, das zum Glück nur einen Tag angehalten hat.

Dann geht es ab September 2016 sehr langsam aber stetig besser, bis ich im August 2017 glaube, zu 90% wieder gesund zu sein. Ich habe nur noch leichte Restschmerzen in den Achillesehnen. Ich fange deswegen im September 2017 an, wieder intensiv zu trainieren, also 3 x 45 Min Radfahren/Woche + 3 x 20 Min Krafttraining.

Einige Wochen später tauchen aber die Fußschmerzen (Fußsohlen, Fußgelenke, Achillessehnen) wieder mit voller Wut auf. Ich hole die Krücken wieder aus dem Keller, weil ich ohne nur unter starken Schmerzen gehen kann. Das Einzige was hilft: Ruhe. Also so wenig Stehen und Gehen wie möglich, nach ein paar Minuten Stehen wieder hinsetzen, Füße hochlegen, nur noch mit Krücken gehen, um die Füße nicht zu belasten. Wie im Jahr 2016 6 Monate nach der Einnahme von Ciprofloxacin schmerzen die Füße morgens nach dem Aufstehen nur leicht, die Schmerzen werden aber mit zunehmender Belastung, also nach längerem Stehen und noch mehr nach längerem Gehen, deutlich stärker. Ich schone meine Füße deswegen so viel möglich, verwende wieder den Bürostuhl meines Mannes, um im Sitzen zu kochen, zu bügeln, tue mir mit 2 Treppen, Haushalt allerdings ziemlich schwer. Zum Glück übernimmt mein Mann am Abend oder am WE einige Arbeiten wie Rasenmähen, Blätter vom Pflasterstein wegfegen, Wäsche in die Waschküche im Keller bringen oder saubere Wäsche holen. Den Rest (Staub saugen, WC und Bad putzen) erledige ich in kleinen Etappen, ertrage dabei stoisch die mittelstarken Schmerzen.

Seit Jahren wegen anderen vorherigen chronischen Erkrankungen arbeitsunfähig, aber vor der Einnahme von Cipro voll arbeitsunfähig, da seit 2-3 Jahren nahezu beschwerdefrei, kann ich mich im Moment nicht bewerben, weil ich meinem zukünftigen Arbeitgeber beim Vorstellungsgespräch offenlegen müsste, dass ich wegen der Dauerschmerzen nicht voll einsatzfähig bin, also nicht länger als 15-30 Min am Stück stehen kann und auf keinen Fall längere Gehstrecken unternehmen könnte. Unter solchen Umständen habe ich sehr geringe Chancen auf eine baldige Einstellung, da man in meinem Beruf eben stundenlang stehen muss und ab und zu längere Gehstrecken erforderlich sind. Zum Glück sorgt mein Mann finanziell für mich, so dass ich momentan unter den Nebenwirkungen von Ciprofloxacin finanziell nicht leide. Aber was ist, wenn mein Mann nicht mehr für mich und unseren beiden Kinder sorgen kann?

Auch das Unverständnis oder Gleichgültigkeit oder Ignoranz oder Ablehnung vonseiten der Ärzten, von Angehörigen, Freunden, Bekannten macht mir zusätzlich zu den Dauerschmerzen und der Angst, nie wieder schmerzfrei zu werden, psychisch sehr zu schaffen. Ich kann so gut wie niemandem wirklich offen darüber sprechen, weil ich das Gefühl habe, nie wirklich ernst genommen, verstanden zu werden. Und oft habe ich das Gefühl, den Leuten auf den Nerven mit meinem „Gejammer“ oder den Informationen über diese Gefahr zu gehen. So fühle ich mich seit dem Beginn dieser Symptome sehr einsam. Nicht mal mein Mann zeigt Verständnis, Mitgefühl und Interesse für dieses Thema.

Ich klammere mich deswegen an der Hoffnung, irgendwann wieder ganz beschwerdefrei zu werden, so wie manche Patienten es in Internet berichtet haben. Ich stelle mich aber mittlerweile auf einen jahrelangen Genesungsprozess ein bzw. rechne mittlerweile damit, dass die Schäden zum Teil irreparabel sein könnten und ich mein Leben lang unter Schmerzen/Einschränkungen beim Gehen/Sport treiben leiden werde und vielleicht nie wieder schmerzfrei sein werde.

Meine geliebten Sports (Joggen, Walken, Ski fahren, Tennis spielen) habe ich seit der Einnahme von Cipro im Feb 2016 nicht mehr üben können. Ich bin mittlerweile froh, dass ich in beschwerdearmen Zeiten etwas schwimmen und Rad fahren kann (Heimtrainer) und sogar in Zeiten mit starken Schmerzen Krafttraining auf der Matte zu Hause machen kann, um die Muskulatur aufrechtzuerhalten. So kann ich mich trotz Gehbehinderung einigermaßen fit halten.

Was ich aus dieser Erfahrung gelernt habe, vor Allem seit ich das Buch von Prof. Götzsche "Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert" gelesen habe: Es gibt es keine glaubwürdigen, zuverlässigen Zulassungsstudien und daher keinem Beipackzettel, dem man Glauben schenken kann. Ich werde daher NIE WIEDER ein Medikament einnehmen, ohne mich vorher gründlich im Internet darüber zu informieren. Hätte ich das damals gemacht, nachdem mein Urologe mir Ciprofloxacin verschrieben hatte, wäre ich sicher auf die haarsträubenden Erfahrungsberichten von Betroffenen, die bisherigen Rote Hand Briefe, die Warnhinweise der FDA gestoßen und hätte diesen oder einen anderen Arzt um ein anderes Antibiotikum noch am gleichen Tag gebeten.

Ich möchte hier noch darauf hinweisen, dass ich im September und Oktober 2015 2 Fluorchinolone von einem anderen Urologen wegen einer Blasenentzündung bekommen hatte und diese Fluorchinolone jedes Mal sehr gut vertragen hatte. Seit der Einnahme von Ciprofloxacin im Februar 2016 habe ich allerdings dauerhafte Schmerzen in den Füßen. Man kann also langanhaltende Nebenwirkungen durch die Einnahme eines Fluorchinolone bekommen, auch wenn man diese Antibiotika früher gut vertragen hat! Da ich seit der Kindheit (also seit mehr als 40 Jahren) an wiederkehrenden Blasenentzündungen leide (trotz vorbeugender Maßnahmen wie D-Mannose, Vaccine, usw.) habe ich sicher in meinem Leben Fluorchinolone öfter bekommen. Weder Ärzte noch Patienten sollen daher glauben, dass dies ein Zeichen sei, dass Fluorchinolone bei manchen Patienten keine schweren, langanhaltenden Symtome hervorrufen können.

Was mich besonders ärgert, ist dass laut Antibiogramm im Februar 2017 mehrere andere Antibiotika gegen meine Keime wirksam waren, u.a. das meist sehr gut verträgliche Amoxicillin, das mir später bereits 2 Mal sehr gut geholfen hat. Trotzdem verschrieb mir der Urologe in Februar 2016 ein Fluorchinolone! Das zeigt eindeutig, dass manche Ärzte sich über das hohe Schädigungspotential dieser Antibiotika nicht bewusst sind. Ich habe seitdem mit einigen Ärzten darüber gesprochen (3 Orthopäden, 1 Hausarzt, 1 Augenarzt, 1 Frauenarzt), nur 2 Orthopäden (also 2 Ärzte von 6!!!) wussten Bescheid! Und das obwohl mehrere Hersteller bereits mehrere Rot-Hand-Briefe veröffentlicht haben und die medizinische Fachpresse (Deutsches Ärzteblatte, Ärztezeitung, usw.) bereits über die FDA Warnungen mehrmals berichtet hatte.

Daher plädiere ich mittlerweile für ein Verbot solcher Antibiotika in niedergelassenen Praxen und eine starke Einschränkung der Verordnung in Krankenhäusern, sprich Ärzte dürften diese Antibiotika nur noch bei lebensbedrohlichen Infektionen einsetzen und auch nur, wenn vorherige Maßnahmen versagt haben (oder bekannten Allergien und/oder Resistenzen den Einsatz anderer Antibiotika nicht erlauben). Nur so kann man wahrscheinlich in Zukunft die Zahl der künftigen Fluorchinolone-Geschädigten reduzieren

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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2229

Beitragvon PeterPan » 27.10.2017, 08:35

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Nachdem ich Ciprofloxacin wegen einer Blasenentzündung verschrieben bekommen hatte, traten bei mir massive Nebenwirkungen, wie Herzrasen, Taubheitsgefühle, Wahnvorstellungen und Suizidgedanken auf. Ich habe das Antibiotikum nach zwei Tabletten in Absprache mit meinem Arzt abgesetzt. Die Nebenwirkungen ließen einen halben Tag nach der Einnahme der letzten Tablette Ciprofloxacin nach. Etwa eineinhalb Wochen später begannen mit einem Schlag heftige Rückenschmerzen. Ich hatte mehrere Wochen lang wahnsinnige Schmerzen, konnte kaum schreiben und meinen Kopf nur schwer drehen. Nach einigen Wochen schienen sich die Beschwerden zu legen. Als die Schmerzen fast verschwunden waren, bin ich an einem Morgen mit einem völlig streifen Nacken aufgewacht, es dauerte ein paar Tage, bis ich meinen Kopf wieder ein Stück drehen konnte, die Schmerzen waren auch wieder da, stärker als vorher. Ich bekam starke Schmerzmittel, doch auch die konnten die Schmerzen nicht mildern. Zusätzlich machte ich eine Physiotherapie. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass die komplette Muskulatur des Rückens, der Schultern, der Oberarme und des Nackens stark geschwollen und vermutlich hochgradig entzündet seien. Durch diese Entzündungen bauen sich seit dem Sommer 2016 Arm- und Rückenmuskeln systematisch ab, sodass ich mittlerweile nicht mehr als 2 Kilogramm heben kann und im Alltag bei vielen Tätigkeiten Hilfe benötige. Darüber hinaus führt die fehlende Muskulatur zu Gelenkschmerzen und Blockaden entlang der Wirbelsäule. Um dem entgegen zu wirken, versuchte ich, meine Muskulatur im Rahmen der Physiotherapie durch leichte krankengymnastische Übungen aufzubauen, wodurch sich die Entzündungen jedoch verschlimmerten, einige Muskelfasern waren angerissen. Nach einem dreiviertel Jahr beendete ich selbst die Physiotherapie, da meine Beschwerden dadurch kein Stück gelindert wurden. Im Moment habe ich nach wie vor starke Schmerzen bei allem was ich tue und bin auch durch die körperliche Schwäche sehr eingeschränkt.
Untersucht wurde ich von Allgemeinmedizinern, Orthopäden, Neurologen und Rheumatologen, alle konnten keine konkrete Krankheit ausmachen, die mein Leiden auslöst. Deswegen und aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs wird vermutet, dass die Einnahme von Ciprofloxacin den Beschwerden zu Grunde liegt. Mittlerweile bin ich 18 Jahre alt. Vor der Medikamenteneinnahme im Alter von 16 Jahren war ich völlig gesund.

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Re: Öffentliche Patientenberichte

#2230

Beitragvon PeterPan » 27.10.2017, 08:36

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Hallo zusammen , mein Name ist xxx. ich bin auf der Suche nach Menschen die sich nicht scheuen die Wahrheit zu sagen und mich Unterstützen in einer einer Sache die mich selbst betrifft und 1000 de Menschen schlagartig aus dem Leben reißt ..so dramatisch kann es nicht sein denken sie jetzt .. nun ich werde ihnen erzählen warum es so wichtig ist an die Öffentlichkeit zu gehen... ich wurde vor 5 Jahren von einem zum andern Tag schlagartig aus dem Leben gerissen ... ich erwachte am Morgen mit ganz starken Muskel/ Sehnen Schmerzen konnte kaum mehr laufen.. meine Achillessehne zum zerreißen gespannt ...mir war schlecht und meine Augen flackerten ... was tun , na ab zum Arzt .. er konnte nichts finden und so wurde ich mit Schmerzmittel nach Hause geschickt..weitere Symptome kamen hinzu Herz rasen, Panik, Tinnitus, Reflux,ganz extrem waren die Schmerzen in der Brust , richtige Krämpfe.. Magen Darm Beschwerden , eine Gewichtszuname von 50 Kilo.. nun folgte ein Marathon an Ärzten... Neurologe, Augenarzt , Schmerzärzte und und ... abgestempelt wurde ich als Simulant und natürlich war alles Psychisch alle wollten sie mir Psychopharmaka verabreichen,damit ich ruhe gebe..... es folgten qualvolle Zeiten , auch in eine Kur wurde ich geschickt nach Davos.. nichts änderte , außer das ich immer wieder Infekte hatte wie Blasenentzündung, Lungenentzündung , Angina und immer nahm ich Antibiotika... ich habe gelernt mit all den Schmerzen zu überleben, mal waren sie besser , mal ganz schlimm .. nun vor einem Monat dann erneut eine Blasenentzündung und mir wurde wieder das Antibiotika Ciprofloxacin verabreicht.. nach der ersten Tablette verstärkten sich die Symptome so schlagartig und ich las zum ersten mal den Beipackzettel.. ich musste mich setzen, da standen all die Dinge aufgelistet an denen ich seit Jahren leide.. ich ging ins Internet und fand ganz schnell Eine Gruppe in der Tausende Geschädigte sind .. meine 5 Jahre Qualen , haben jetzt einen Namen .. Ciprofloxacin... mein Arzt kannte mein leiden und alle Symptome und hat mir den Dreck wieder gegeben , natürlich hab ich ihn darauf angesprochen .. seine Antwort,das kann nicht sein ... die Öffentlichkeit muss Informiert werden und ich wünsche mir das auch die Ärzte endlich hinsehn..
Danke fürs zuhören, liebe Grüsse xxx


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