Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

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Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#53

Beitragvon Schorsch » 01.11.2016, 20:12

Hier gibt es kurze Infos zur Vorgehensweise zwecks der Anerkennung von Behinderungen:

Vorab: Hilfe für den Antrag bzw. Prozess kann man beim Sozialamt oder VdK (Sozialverband) bekommen. Informieren vorab lohnt sich immer.

1. Ein Antrag ist über das jeweilige Versorgungsamt zu stellen

2. Der Hausarzt sollte informiert sein. Ihm sollten z.B. auch alle Facharztbefunde etc. vorliegen. Er sollte in seiner Patientenakte komplett im Bilde der Krankheiten und daraus resultierenden Einschränkungen sein. So kann er stets Auskunft geben sofern es durch das Versorgungsamt zu Rückfragen kommen sollte.

3. Man sollte dem Antrag alle Facharztbefunde beilegen und nicht nur rein die Entbindung der ärztlichen Schweigepflicht aussprechen. Das spart ggf. Bearbeitungszeit und hilft somit den Prozess zu beschleunigen. Allerdings sollte man immer die Schweigepflichtentbindung formulieren damit ggf. Rückfragen stattfinden können.

4. Es sollte nicht einfach alle minimalen Wehwehchen und Krankheiten aufgezählt werden, sondern eher klipp und klar die wichtigsten Einschränkungen im täglichen Leben zur Geltung gebracht werden.

5. Hilfreich kann es auch sein, wenn man den behandelnden (Haus-)Arzt bittet, eine entsprechende Stellungnahme zu schreiben, in der er schon den nach seiner Meinung angemessenen Grad der Behinderung benennt. So hat man dann später ggf. auch einen Anhaltspunkt, ob es sich lohnt Widerspruch einzulegen.

6. Nach dem Einreichen des Antrags wird dieser dann vom medizinischen Dienst nach genau festgelegten Richtlinien geprüft. Wichtig ist, dass Behinderungsgrade von verschiedenen Beschwerden nicht einfach zusammenaddiert werden, sondern letztendlich ein Gesamtwert bestimmt wird.

7. Wenn entschieden wurde, bekommt man schließlich den Bescheid der zuständigen Stelle. In diesem Bescheid wird einem dann der zuerkannte Grad der Behinderung mitgeteilt. Außerdem, ob dies befristet oder unbefristet ist und ob noch ggf. ein Merkzeichen zuerkannt wurde (z.B. aG - außergewöhnlich gehbehindert, G - erheblich gehbehindert, H - hilflos, RF - befreit von der Rundfunkgebührenpflicht etc.).

8. Ist man mit dem zuerkannten Grad der Behinderung (GdB) nicht zufrieden, dann kann man innerhalb von einem Monat Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Dies kann zunächst formlos geschehen. Das wird dann vom Landesversorgungsamt überprüft und man bekommt dann einen entsprechenden Bescheid. Ist man dann noch immer nicht zufrieden, kann man gegen den Bescheid Klage beim Sozialgericht einreichen, hierzu sollte man dann aber über einen Anwalt oder über den vdk Vorgehen sofern man dort Mitglied ist. Auch eine rückwirkende Mitgliedschaft ist möglich.




Zu Punkt 8. "Wiederspruchsverfahren" sind die Information dieses Links maßgebend einzuhalten:
http://www.mv-justiz.de/pages/sozialger ... oz_ger.htm



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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#111

Beitragvon Schorsch » 19.11.2016, 20:02

Hallo anbei ein sehr interessanter Repost aus einer anderen Gruppe:

Nur zur Info. Seit 10.2016 wurden die, bis dato recht umständlichen, Chronikerbescheinigungen vereinfacht. Beh. Ärzte müssen jetzt nur beigefügtes Formular ausfüllen und die dauerhaften Diagn. vermerken.
Wenn dies der KK vorliegt begrenzt es die Zuzahlungen nicht nur von den eigentl. 2% Jahresbrutto auf 1% sondern dies ist auch zweckdienlich für alle Betroffenen welche beabsichtigen Schwerbehinderung, EM-Rente o. ä. zu beantragen. Wenn das schon mal vorliegt ist festgehalten, dass Erkrankungen vorhanden sind die mind. seit 4 Quartalen behandelt werden müssen und somit chronisch sind.Es erleichtert das Begründungsverfahren bei evtl. anderen Antragstellungen, also lasst euch die Bescheinigung ausstellen wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen! ...und wie immer gilt die Regel: Nicht auf Floxschäden pochen, es ist egal wie das "Kind" heisst. Hauptsache irgendeine ICD Diagnose ist als dauerhaft festgehalten ;-)
EDIT:...Natürlich dann bei der KK einreichen, nur wenn sie davon erfahren können die Zuzahlungsbefreiungsausweise - bei erreichen der jährlichen Zuzahlungsgrenze - zugeschickt werden! (...sollte aber klar sein?).
Gilt eben auch für Reha, AHB, Krankenhauszuzahlungen!
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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#741

Beitragvon Schorsch » 04.04.2017, 20:09

Info: Vom Antrag über den Widerspruch bis zur Klage




Quelle: https://www.vdk.de/ov-weilheim-teck/ID99121

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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#2105

Beitragvon Rosanna Garten » 21.10.2017, 17:42

Liebe Mitleser*innen,

wer seine Behinderung anerkennen lassen will, dem sei wärmstens eine Mitgliedschaft beim VdK empfohlen.
Es ist ja inzwischen gang und gäbe, dass zunächst einmal (wenn überhaupt) nur ein Minimalanspruch gewährt wird.
Außer bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Krebs, Amputation u.ä.), die automatisch einen GdB in festgelegter Höhe zur Folge haben.
Um einen Widerspruch oder gar eine Klage wird von uns Floxis kaum jemand drumrum kommen.
Ihr spart euch eine Menge Nerven, wenn euch der VdK den Schreibkram abnimmt…

Gruß

Rosanna

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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#2996

Beitragvon Rosanna Garten » 13.12.2017, 21:54

Hallo,

sorry, ja stimmt, dass war mein Gefühl vor ein paar Wchen.
Inzwischen habe ich den Eindruck, meine Beraterin beim VdK zweifelt an meiner Geschichte.
So hebt sie auffallend häufig Formulierungen in Arztbriefen hervor, in denen die Besserung einiger Beschwerden beschrieben wird.
Ist das üblich?
Meine Befürchtung ist, dass sie meinen Fall, jetzt im Widerspruchsverfahren, nicht mit der notwendigen Sachkenntnis bzw. mit dem gebotenen Nachdruck beim Versorgungsamt vertritt.
Ich fühle mich da einfach nicht gut aufgehoben und es hat den Anschein, als wäre sie nur von mir genervt.
Zudem ist sie noch recht jung (sorry, dass soll jetzt wirklich nicht diskriminierend sein oder so) und ich glaube einfach, dass sie von der Komplexität der Floxung keine Ahnung hat und da bei "Verhandlungen" mit dem Versorungsamt leicht zu beeinflussen ist.
Sie kann sich aber auch nicht die Zeit nehmen, sich das genau erklären zu lassen, weil im 30 Minuten-Takt die Leute bei ihr Termine haben. Es ist alles so zäh und total umständlich mit ihr in Kontakt treten zu können.
Weiß jemand von euch, ob es möglich ist, den Berater zu wechseln?

LG
Rosanna
Zuletzt geändert von Rosanna Garten am 15.12.2017, 22:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#2998

Beitragvon Schorsch » 14.12.2017, 10:04

Hallo Rosanna,

das würde ich ihr genauso offen und ehrlich wie hier formuliert ins Gesicht sagen und Sie fragen, ob du da jemand anderen ansprechen kannst oder wie Sie das grundsätzlich sieht. Entweder kommt da dann was bei rum und die bekommt die Kurve oder du weißt dieser Weg bringt nix.

Unabhängig vom VdK kannst du auch über einen Anwalt vorgehen. Das macht auch mehr Eindruck. Hast du eine Rechtsschutz?
Die decken i.d.R. Widerspruchsverfahren ab. Dann würde ich da gleich hin. Ansonsten frag einen Anwalt der hier Tätig ist und Kompetenz aufweist was das in etwa kosten kann. Du kannst dann entscheiden, ob es dir das wert ist. Ich würde da investieren denn das betrifft den Rest deines Lebens und auch spätere zukommende Probleme / Erwerbsminderungen etc. können da alle drauf zurückgreifen.

Grundsätzlich wäre der optimale Weg ein Medizinrechtanwalt der dich auch später bei einer etwaigen behandlungsfehlerklage vertreten kann der Königsweg. Aber ein Widerspruchsverfahren ist ein völlig anderer Sachverhalt was den Rechtsfall an sich angeht.

Gruß Schorsch

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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#3000

Beitragvon Axel59 » 14.12.2017, 11:21

Hallo,

habe mit VDK leider auch keine guten Erfahrungen gemacht. Man braucht tatsächlich einen guten Anwalt, sonst geht da gar nichts. Gerade in unserem Fall.

Gruß

Axel

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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#3001

Beitragvon Axel59 » 14.12.2017, 11:52

Hallo @Rosanna,
ich würde mich über eine Antwort auf meine PN vom 4.12 sehr freuen. Verspreche, dass ich mit den Informationen kein Schindluder treiben werde.

Gruß

Axel

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Re: Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Behinderungen

#5615

Beitragvon Rosanna Garten » 21.06.2018, 17:02

Hallo,

nochmal zum VdK :oops:
Mein "Nachtrag" sozusagen...
Inzwischen hat sich (leider erst NACH der Zurückweisung des Widerspruchs durch das Versorgungsamt) herausgestellt, dass meine "Sozialrechtsberaterin" beim VdK nicht alle Arztbriefe eingereicht hat.
Momentan bemühe ich mich darum herauszufinden, welche Briefe nicht eingereicht wurden.
Leider klappt das nicht so, wie ich mir das wünsche.
Sogar die Vorgesetzte bzw. die für das Beschwerdemanagement zuständige VdK-Mitarbeiterin lässt mich "am ausgestreckten Arm verhungern".
D. h. es wird einfach nicht auf meine Briefe, Telefonate, Fristen reagiert.
Da bleibt wohl bald nur noch der Gang zum Rechtsanwalt um Klarheit zu erhalten.

Mittlerweile denke ich, es kommt im Einzelfall darauf an, wer den Antrag bearbeitet.
Da kann man Pech haben oder eben jemanden erwischen, der/die wirklich die Rechte des Betroffenen vertritt…

Grüße

Rosanna


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