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Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

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Schorsch
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Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#54

Beitragvon Schorsch » 02.11.2016, 20:24

Drei Methoden, die Mitochondrien-Funktion zu verbessern

Dr. David Jockers
Mitochondrien sind einzigartige Organellen in jeder Zelle des menschlichen Körpers, ausgenommen die roten Blutkörperchen. Sie enthalten ihre eigene, einzigartige DNS. Mitochondrien sind an fast allen Stoffwechselprozessen beteiligt, sie unterstützen die Bildung von 90 Prozent der Zellenergie in Form von ATP (Adenosintriphosphat). Es gibt drei Methoden, die Funktion der Mitochondrien zu stärken und die Qualität des Lebens zu erhöhen.


Es kann einfach darin bestehen, den Lebensstil zu ändern. Mithilfe bestimmter Techniken lassen sich Symptome im Zusammenhang mit einem Mitochondrien-Defekt behandeln. Diese Techniken können Sie ab sofort anwenden, um Ihre wichtigen Mitochondrien zu erhalten.

Die physiologischen Effekte der Mitochondrien-Funktion

Gesunde Mitochondrien sind lebenswichtig, um Stoffwechselprozesse aufrecht zu erhalten, z.B.(1,2):
• Sie regeln die Eisenkonzentration, beispielsweise als Kalziumpuffer, die für die innerzelluläre Kommunikation entscheidend wichtig ist.
• Sie synthetisieren Produkte für den Transport von Glucose und Insulin.
• Sie spielen eine Rolle bei der Stabilisierung schwankender Lipid-Werte.
• Sie regulieren den Abtransport von Zellmüll oder die Apoptose, wenn die Krankheit für die Mitochondrien-Funktion schädlich ist.
• Sie liefern Energie für den Blutfluss zum Herzen und im Herzen selbst.

Drei Methoden, die Funktion der Mitochondrien zu stärken:

Um die Funktion der Mitochondrien zu stärken, lässt sich vieles tun. Die drei wichtigsten Dinge, die zudem nichts kosten, sind regelmäßiger Sport, intermittierendes Fasten und eine ketogene Diät.

Jeden Tag Sport

Sport kann die Leistung der Mitochondrien in allen Körperregionen verbessern. Er mindert, sofern er richtig betrieben wird, nicht nur oxidativen Stress, sondern kann auch die Tätigkeit der Mitochondrien ankurbeln, indem er den Sauerstofffluss und den pH-Wert des Blutes verbessert.(1)

Wie sich im Vergleich des Brustmuskels von Tauben im Vergleich zu dem von Hühnern bestätigt hat, findet sich bei Individuen, die oft laufen, eine größere Anzahl funktionierender Mitochondrien als bei denen, die überwiegend sitzen.(3,4)

Intermittierendes Fasten

Wenn der Körper fastet, werden schlecht funktionierende Mitochondrien durch die sogenannte Autophagie, spezifisch Mitophagie, zerstört.(1,5) Autophagie ist eine äußerst wichtige Fähigkeit der Mitochondrien, denn dadurch sind sie in der Lage, unerwünschte Abfallstoffe und angesammelte reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies sowie entfaltete Proteine zu entfernen, die keinen Zweck mehr erfüllen und virusähnliche Probleme verursachen können.

Der Verlust der mitochondrialen Autophagie wird mit einem erhöhten Risiko von Krebs, Parkinson, Morbus Huntington, Alzheimer und Immunschwäche in Verbindung gebracht.(5)

Ketogene Diät zur Stärkung der Mitochondrien

Eine ketogene Diät mit viel Fett und wenig Kohlenhydraten wird eingesetzt, um Symptome von Muskelschwäche und abnormaler Organfunktion im Zusammenhang mit einer Dysfunktion der Mitochondrien zu unterdrücken. Ziel ist es, den Stoffwechsel, bei dem ein Körper eine bestimmte Nahrungsquelle als Energielieferant nutzt, zu verändern.

Ketogene sind alternative Energielieferanten, die Zellen versorgen, wenn nicht genug Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. Während Kohlenhydrate die Elektronen-Transportkette in gesunden Mitochondrien zur Energieproduktion nutzen, werden Fette durch einen vollkommen anderen Prozess, den so genannten Tricarbonsäure-Zyklus, aufgespalten.(1)

Der Tricarbonsäure-Zyklus ist ein effizienter Energiepfad, den der Körper nutzen kann, um nicht funktionierende Mitochondrien zu umgehen. Ketogene Diäten verbessern die Mitochondrien-Funktion so gut, dass sie klinisch zur Epilepsiebehandlung eingesetzt werden. Epilepsie ist ein Symptom abnormaler Mitochondrien in der Hippocampus-Region des Gehirns.

Eine ketogene Diät birgt möglicherweise auch ein therapeutisches Potenzial bei Symptomen im Zusammenhang mit einer mitochondrialen Myopathie; es handelt sich um verschiedene Symptome, allen Patienten ist jedoch eine Muskelschwäche gemein.(1)


Quellen für den Beitrag waren u.a.:

1. McInnes, J., »Mitochondrial-associated metabolic disorders: foundations, pathologies and recent progress«, Nutrition & Metabolism, Okt. 2013;10:63. NutritionandMetabolism.com

2. Gonzalez, MJ, et al., »The bio-energetic theory of carcinogenesis«, Med Hypotheses. Okt. 2012;79(4):433-9. NCBI.NLM.NIH.gov

3. Massachusetts CFIDS/ME & FM Association: »Mitochondrial Dysfunction«. MassCFIDS.org

4. Jornayvaz, FR, und Shulman, GI, »Regulation of mitochondrial biogenesis«, Essays Biochem. Jan. 2014; 47. NCBI.NLM.NIH.gov
5. Ding, WX, und Yin, XM, »Mitophagy: mechanisms, pathophysiological roles, and analysis«, Biol Chem. Juli 2012;393(7):547-564. NCBI.NLM.NIH.gov

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Quelle: http://www.gesundheitsfundament.de/blog ... -zusammen/


Auf zu neuen Therapieansätzen

Ziel der Mitochondrienmedizin ist es direkt an der Ursache anzudocken, um letztendlich die Symptome an der Oberfläche aufzulösen. Hierbei stehen natürlich das Auffinden und Abschalten auslösender Belastungen ganz oben auf der Liste.


Weitere Maßnahmen:

- der Einsatz orthomolekularer Medizin/Mikronährstofftherapie
- eine gezielte Ernährungsumstellung
- Darmbehandlungen, (Darmsanierung, Darmreinigung etc.)
- Entgiftungsmaßnahmen
- speziell entwickelte Diagnose und Therapietechniken

Was man außer der Reihe noch tun könnte, um die Mitochondrien zu schützen, oder gar zu vermehren:

- Bewegung im Allgemeinen
- besser: HIIT High Intensity Intervall Training
- gezielter Sauerstoffenzug aus der Atemluft (Intervall-Hypoxie-Therapie (IHT), Imitation von Höhenluft)
- Laserlicht-Infusionen
- für ein ausreichendes Schlaflevel sorgen
- ab 18 Uhr nichts mehr essen, oder gar gänzlich aufs Abendessen verzichten (Dinner Cancelling -> HGH Produktion)
- Heilfasten im Allgemeinen
- für ausgeglichene Ruhe- und Entspannungsphasen sorgen (tägliche Meditation)
- prinzipiell alle Bausteine des Gesundheitsfundamentes

Fast immer ist langfristig bei den Patienten eine Besserung des Krankheitszustands zu beobachten. Wer sich für das Thema interessiert, kann sich schon sehr viel Know-How über Mikronährstoffe und Co. erlesen. Der Gang zu einem erfahrenen Mitochondrialmediziner ist jedoch unerlässlich. Also unternehmt nicht auf eigene Faust ohne Euch hunderprozentig sicher zu sein, was Ihr da tut.

Hier einige Anlaufstellen:

Doz. Dr. sc. med. Bodo Kuklinski
Dr. med. Alexander Michalzik
Dr. med. Gregor Gahlen
Dr. med. Wolfram Kersten
BioMedical Center Speyer
Naturheilpraxis Dirk Rüdiger Noschinski
Dr. med. Jens Neidert
Dr. rer. nat. Dirk Kuhlmann
Dr. med. Lothar Hollerbach
Dr. med. Arnulf Fahl
Naturheilpraxis Lorenz Geßwein
Dr. med. Ralf Heinrich
Naturheilpraxis Doc Ritter
Dr. med. Harald Banzhaf und Dr. med. Thomas Nikolaus

Einige Buchtipps

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Dr. Kuklinskis ("Mitochondrien-Experte") Therapiekonzept bei nitrosativem Stress

#84

Beitragvon Schorsch » 15.11.2016, 20:53

Quelle: http://www.symptome.ch/wiki/Kuklinskis_ ... vem_Stress



Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Einleitung
2 Stärkung des Muskelapparates und Lösung von Blockaden
3 Optimierung der Ernährung
4 Mikronährstofftherapie in 5 Schritten 4.1 Vitamin B12
4.2 Mineralstoffe und Spurenelemente
4.3 Vitamine
4.4 Gesundes Fett
4.5 Coenzym Q10
4.6 Was sonst noch gut sein kann

5 Senkung der Sympathikus-Aktivität
6 Quellen
7 Siehe auch 7.1 Relevante Foren-Beiträge
7.2 Weblinks



Einleitung

Das Behandlungskonzept Kuklinskis besteht in einer integrativen und organübergreifenden Komplextherapie, die wegen der heterogenen Erkrankungsbilder vom Arzt und Physiotherapeuten individuell angepasst werden sollte. Da er eine Mitochondropathie als zwangsläufige Folge des chronischen nitrosativen Stresses sieht, ist eine Verbesserung der mitochondrialen Energiegewinnung neben der Reduzierung des nitrosativen Stresses Bestandteil seines Konzeptes. Sofern eine instabile Halswirbelsäule vorliegt, werden auch hier bestimmte Maßnahmen empfohlen.

Ursachenbeseitigung ist nicht nur oberstes Ziel der Therapie, sondern nach Kuklinski auch teilweise erreichbar (er bezeichnet sie als "kausal wirksam"). Weitere Ziele sind die Behandlung bereits entstandener und Vorbeugung weiterer Schäden. Zum Teil den Richtlinien der sogenannten evidenzbasierten Medizin (engl. evidence für Beweis, Nachweis, Hinweis; wörtliche Übersetzung "Beweisgestützte Heilkunde", basiert ausdrücklich auf durch statistische Verfahren erwiesener Wirksamkeit) widersprechend, hebt sich Kuklinskis Ansatz deutlich von der offiziellen Medizin ab. Eine Kostenerstattung oder Anerkennung von Diagnosen seitens der Krankenversicherungen und anderer Sozialleistungsträger ist daher i.a. nicht zu erwarten.

Kuklinski hat nach diesem Behandlungskonzept bisher ca. 2000 Patienten behandelt. Als entscheidende Faktoren für die Zeitdauer bis zu den ersten Behandlungserfolgen und die erreichbare Verbesserung des Gesamtzustandes erwiesen sich dabei ein möglichst früher Therapiebeginn und die konsequente Durchführung aller Therapiemaßnahmen. Insbesondere bei der Nährstofftherapie ist zudem das Einhalten der angegebenen Reihenfolge wichtig, um nutzlose Nährstoff-Einnahme und zusätzliche Schädigungen zu verhindern. Die Therapie sollte bei HWS-Schädigung lebenslang fortgeführt werden, die Mikronährstoff-Dosen können jedoch meist reduziert werden.

Die Säulen der Therapie nach Kulinski:

Stärkung des Muskelapparates und Lösung von Blockaden

Sofern eine instabile Halswirbelsäule vorliegt, sollten der Muskelapparat gestärkt und Blockaden gelöst werden. Ziele sind dabei die Vermeidung weiterer Schäden, die Vorbeugung des Versteifens instabiler Regionen, die Unterstützung der HWS und die Reduzierung von Nervenreizungen und -entzündungen und des dadurch ausgelösten nitrosativen Stresses. Dabei kommen verschiedene Manualtherapien, Methoden der Muskelstärkung und moderate Bewegung in Form geeigneter Sportarten zum Einsatz, während auf der anderen Seite HWS-Belastungen in Alltag und Freizeit gemieden und die HWS in der Nacht durch passende Kissen und Matrazen gestützt werden sollte. Eine einfache von Kuklinski empfohlene HWS-Übung ist die "Giraffe", die gleich nach dem Aufstehen ausgeführt werden sollte: Der Hals wird langsam und ausdauernd so weit wie möglich gestreckt - ohne mit den Händen nachzuhelfen.

Optimierung der Ernährung

Kuklinski empfiehlt bei nitrosativem Stress eine spezielle Ernährungsform, die er Pro-Mitomed-Ernährung nennt.

Die Grundregeln sind dabei:
Verzehr möglichst frischer, unverarbeiteter Lebensmittel, idealerweise aus kontrolliert biologischer Erzeugung - darunter Gemüse (als Eintopf, Wok-Gericht, Gemüsepfanne), Wildkräuter wie Brennessel und Löwenzahn (wegen des Chlorophyllgehaltes), Eier, Fisch
... - abgestimmt auf die individuelle Verträglichkeit
Meiden nitrathaltiger Lebensmittel wie Blattsalate aus konventionellem Anbau und Fleischwaren mit Nitritpökelsalz
Einschränkung der Kohlenhydratzufuhr auf 150 bis 200 g pro Tag in komplexer Form, keine süßen Speisen
Erhöhung der Zufuhr an Fetten mit einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, darunter Milchfett, Fisch, Nüsse, Mandeln und Brotaufstriche daraus, Oliven- und Rapsöl - bei schwereren Formen 50-60% der Kalorienzufuhr über Fett
Kürzere Abstände zwischen den Mahlzeiten, kurz vor der Nachtruhe und evtl. auch nachts bei Erwachen ein (fetthaltiges) "Spätstück"


Die Einschränkung der Kohlenhydratzufuhr bezeichnet Kuklinski als "Kernstück bei der Therapie NO-induzierter Stoffwechselstörungen", da Kohlenhydrate - insbesondere solche mit hoher glykämischer Last - energetisch nicht verwertet werden können und den nitrosativen Stress und die Störungen der mitochondrialen Energiegewinnung verstärken. Fette dagegen "entkoppeln die oxidative Phosphorylierung (...), Ketone können bei kohlenhydratarmer Kost vom Hirn energetisch verwertet werden" und "entfalten lang anhaltende Sättigungseffekte" (Kuklinski). Ketone sind Stoffe, die bei der Oxidation von Fettsäuren in unserem Körper entstehen, wenn nicht genügend Glukose für die Energiegewinnung zur Verfügung steht. Auch kurzfristige Diätfehler können nach Kuklinskis Beobachtung zum Wiederaufflammen etlicher Symptome führen und sind nicht durch nachfolgende straffe Diät wieder zu gut machen. Jeder übermäßige Zuckeranstieg nach dem Essen schädige im Zusammenhang mit einer reduzierten mitochondrialen Energiegewinnung (mt-ATP-Synthese) die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse irreversibel.

Die sogenannte LOGI-Kost mit Ihrer Empfehlung 50% Fett / 25% Eiweiß / 25% komplexe Kohlenhydrate - mit einem Schwerpunkt auf Obst – wird nach Kuklinski den Anforderungen nicht gerecht. Gerade der Konsum an glukose- und fructose-haltigem Obst sollte aus seiner Sicht drastisch reduziert werden, da Fructose die Lipogenese (biologische Fettsäuresynthese) und die postprandiale (nach dem Essen auftretende) Lipämie (weißliche Trübung des Blutserums oder -plasmas, die durch Fettstoffe und bestimmte sehr kleine Lipoproteinpartikel entsteht) aktiviert und den Fettansatz fördert. Zudem werde der notwendige erhöhte Fettkonsum bei der LOGI-Kost nicht ausdrücklich betont.

Auch die Gesundheit des Magen-Darm-Traktes soll durch die Optimierung der Ernährung gefördert werden und damit eine möglichst gute Aufnahme von Nährstoffen in den Körper. Diese ist Voraussetzung für die Effektivität der Mikronährstofftherapie, die ebenfalls wichtiger Bestandteil des Therapiekonzeptes ist.

Mikronährstofftherapie in 5 Schritten

Ziele der Mikronährstofftherapie sind die Reduzierung der NO-Belastung, die Sicherstellung einer Basisversorgung, der Ausgleich von Nährstoffmängeln, der Schutz bzw. die Sanierung der Mitochondrien durch Stimulation der enzymatischen Aktivitäten und die Verbesserung von Elektronentransport und Citratzyklus.

Vitamin B12

Vitamin B12 als potenter Stickoxid-Gegenspieler wird initial mit 1000-3000 µg/Tag subkutan (5 Tage lang) gegeben, danach in größeren Abständen je nach Symptomatik. Zur schnellen Senkung hoher NO-Konzentrationen können auch Kurzinfusionen zur Anwendung kommen. Nach der Besserung von Laborwerten und Symptomatik ist bei intakter Magen-Darm-Funktion die orale Einnahme zu bevorzugen, idealer Weise in Form von Adenosylcobalamin. Falls die Wirkung nachlässt, ist evtl. eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin B6, Folsäure und Biotin nötig oder die Einnahme von NO-Blockern. In der Langzeitbehandlung können die Einnahmeintervalle je nach Symptomatik ausgedehnt werden. Bei Schwerstkranken können Cyanoverbindungen (Cyanocobalamin) nachteilig sein und Nebenwirkungen auslösen, da sie über Gluthathionsystem bzw. Leber entgiftet werden müssen, so dass hier Hydroxo-, Methyl- oder Adenosylcobalamin zu bevorzugen sind.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Je nach Laborergebnissen und Symptomatik kommen häufig Kalium und Magnesium, teilweise auch Zink, Selen, Eisen und Jod zur Anwendung. Die besonders im Zusammenhang mit Kryptopyrrolurie - nach Kuklinski eine der möglichen Folgen des nitrosativen Stresses - empfohlene Zufuhr von Zink führt allerdings bei vielen Betroffenen zu einer Verschlechterung der Symptomatik. Kuklinski erklärt dies durch eine zusätzliche Hemmung des Citratzyklus und Aktivierung des Glutamatrezeptors, mit der Folge, dass Energiedefizite und Übererregungszustände zunehmen. Vorsicht ist auch geboten bei Aspartat-Verbindungen (z.B. Magnesium- oder Kalium-Aspartat), da neben Glutamat auch das eng verwandte Aspartat Glutamatrezeptoren (genauer: den Untertyp der NMDA-Rezeptoren) stimuliert.

Vitamine

Es kommen B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, Biotin, Folsäure, B12) als Komplex und teilweise als höher dosierte Monopräparate zur Anwendung, sowie die Antioxidantien Vitamin C und E und die Vitamine D und K. Vitamin E sollte dabei stets als Komplex mit allen 8 Vitameren eingenommen werden (die Gamma-Tocopherole und -Trienole sind effektive NO-Fänger). Die Einnahme von Vitamin B1, das eine blockierende Wirkung auf das histaminabbauende Enzym DAO (Diaminoxidase) hat, kann sich nach Jarisch bei Histaminintoleranz ungünstig auswirken. Dies wird durch die Erfahrungen einiger Forumsmitglieder bestätigt.

Gesundes Fett

Empfohlen werden mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl, Hochseefisch, Fischöl oder Algenprodukten.

Coenzym Q10

Coenzym Q10, auch als "Turbogenerator" unter den Mikronährstoffen bezeichnet, wird erst eingesetzt, wenn eine gewisse Stabilität des Stoffwechsels erreicht ist. Es ist einer der Elektronenüberträger innerhalb der mitochondrialen Atmungskette (Kette biochemischer Redoxreaktionen, wichtiger Teil des Energiestoffwechsels) und eines der wichtigsten Antioxidantien.

Was sonst noch gut sein kann

Je nach Symptomatik kann auch die Einnahme folgender Mikronährstoffe sinnvoll sein:
Alpha-Liponsäure bei Kohlenhydratunverträglichkeit, Muskelschwäche oder -schmerzen - ebenfalls eines der wichtigsten Antioxidantien
die Aminosäure L-Carnitin bei Muskelschwäche und chronischer Erschöpfung
die Aminosäure Taurin - auch ein starkes Antioxidans
Kreatininphosphat bei Muskelschwäche
Melatonin - ein NO-Fänger, der auch vor Peroxinitrit schützt
Ginkgo biloba

Senkung der Sympathikus-Aktivität

Dies kann z.B. durch Verhaltenstherapien, Entspannungsmethoden oder Yoga erreicht werden.

Quellen
1.Jarisch, Reinhart: Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit, 2. Auflage, ISBN 3131053828, Seite 12 f
2.KFS – Privat-Institut für präventive & regenerative Medizin: Mitochondriale Medizin
3.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Das Hals-Wirbel-Säulen-Trauma - Ursachen, Diagnose und Therapie (Vortrags-Mitschnitt 12/2006, Audiodatei, leider wohl nicht mehr online verfügbar)
4.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Das HWS-Trauma - Ursachen, Diagnose und Therapie, ISBN 389901068X
5.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Internistische Auswirkungen der HWS-Instabilität - für alle Therapeuten, die mit Ihren Händen die Gesundheit des Menschen fördern, Vortrags-Skript (verwendete Version nicht mehr online, eine neue Version gibt es hier)
6.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Migräne – eine Mitochondropathie mit neuen Therapieansätzen
7.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Vortrag "Nitrosativer Stress: Auslöser für erworbene Mitochondropathien" (gehalten auf dem Kongress "Chronische Multi-System-Erkrankungen" am 29.-30. November 2008 in Würzburg)
8.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Praxisrelevanz des nitrosativen Stresses (pdf-Datei)
9.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Praxisrelevanz des nitrosativen Stresses - 2. Mitteilung: Therapie internistischer Erkrankungen
10.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo und Dr. Anja Schemionek: Schwachstelle Genick - Ursachen, Auswirkungen und erfolgreiche Therapie, ISBN 3899010752
11.Pall, Dr. (PhD) Martin L.: Explaining 'Unexplained Illnesses': Disease Paradigm for Chronic Fatigue Syndrome, Multiple Chemical Sensitivity, Fibromyalgia, Posttraumatic Stress Disorder, Gulf War Syndrome and Others, ISBN 078902389X (bisher nur in englischer Sprache).
12.Patientenfragen.net - Urologische Sprechstunde: Ketone im Urin!



Relevante Foren-Beiträge
Forum Oxidativer/Nitrosativer Stress unter http://www.symptome.ch
Diskussion im Forum: Diskussion zu den Wiki-Artikeln Oxidativer Stress und Nitrosativer Stress
Weitere Threads im Forum: Behandlung nach Kuklinski, Eure Erfolge bzw. Misserfolge der "Nitrostressbehandlung", Mikronährstofftherapie nach Kuklinski, Thiamin (Vitamin B1), Histamin und NO-Stress, Vitamin B12 und nitrosativer Stress, Zusammenfassung unserer Nitrostress-Therapie
Übersichten im Forum: Ernährung A-Z, Mikronährstofftherapie A-Z, Therapie allgemein A-Z


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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#863

Beitragvon Schorsch » 24.04.2017, 20:12

Hallo,

anbei ein sehr interessanter Artikel über ATP:


http://symptomat.de/Adenosintriphosphat

Gruß Schorsch

spacerat
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#1501

Beitragvon spacerat » 18.08.2017, 23:09

Hier ein Beispiel anhand eines Patienten

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2355

Beitragvon Schorsch » 29.10.2017, 21:45

Hallo,

anbei ein sehr interessanter Artikel über Mitochondrien. Für mich interessant:

1. Mitoschäden können klar belegt durch Arzneimittel verursacht werden. S 448 Fluorchinolone können das
2. N-Acetylcystein kann helfen, da es den Gluthationlevel erhöht und somit oxid. Streß verhindert S. 453

Für mich alles nichts neues nur endlich mal wissenschaftlich übersichtlich + klar formuliert zusammengefasst. Als Kassenpatient jedoch alles für die Katze, denn nirgendwo kann man wohl dahingehend auf Kassenleistung therapiert werden. Zumindest kenne ich nichts dergleichen. Also prüfe ich weiterhin eigenständig über Ganzimmun oder andere Labors gezielt meine Stoffwechsel-Lücken z.B. im Citratzyklus und therapiere eigenständig Defizite mit den empfohlenen Mikronährstoffen.

Gruß Schorsch
Dateianhänge
Artikel_Mitochondrien-Stoffwechsel_Mitotox_von Arzneimitteln_MMP_2012.pdf
(2.35 MiB) 133-mal heruntergeladen

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2356

Beitragvon FluorchiNO » 30.10.2017, 16:24

Hallo,

Rhodiola rosea ist offensichtlich auch in der Lage, die Biogenese von Mitochondrien zu fördern:

Salidroside Stimulates Mitochondrial Biogenesis and Protects against H2O2-Induced Endothelial Dysfunction
Shasha Xing,1,2 Xiaoyan Yang,1,2 Wenjing Li,1,2 Fang Bian,1,2 Dan Wu,1,2 Jiangyang Chi,1,2 Gao Xu,1,2 Yonghui Zhang,1,2 and Si Jin1,2
https://www.hindawi.com/journals/omcl/2014/904834/

Salidroside (SAL) is an active component of Rhodiola rosea with documented antioxidative properties. The purpose of this study is to explore the mechanism of the protective effect of SAL on hydrogen peroxide- (H2O2-) induced endothelial dysfunction. Pretreatment of the human umbilical vein endothelial cells (HUVECs) with SAL significantly reduced the cytotoxicity brought by H2O2. Functional studies on the rat aortas found that SAL rescued the endothelium-dependent relaxation and reduced superoxide anion production induced by H2O2. Meanwhile, SAL pretreatment inhibited H2O2-induced nitric oxide (NO) production. The underlying mechanisms involve the inhibition of H2O2-induced activation of endothelial nitric oxide synthase (eNOS), adenosine monophosphate-activated protein kinase (AMPK), and Akt, as well as the redox sensitive transcription factor, NF-kappa B (NF-κB). SAL also increased mitochondrial mass and upregulated the mitochondrial biogenesis factors, peroxisome proliferator-activated receptor gamma-coactivator-1alpha (PGC-1α), and mitochondrial transcription factor A (TFAM) in the endothelial cells. H2O2-induced mitochondrial dysfunction, as demonstrated by reduced mitochondrial membrane potential (Δψm) and ATP production, was rescued by SAL pretreatment. Taken together, these findings implicate that SAL could protect endothelium against H2O2-induced injury via promoting mitochondrial biogenesis and function, thus preventing the overactivation of oxidative stress-related downstream signaling pathways


Teilübersetzung ohne Gewähr:

Die Vorbehandlung der humanen Nabelschnurvenen-Endothelzellen (HUVECs) mit SAL reduzierte signifikant die Zytotoxizität, die durch H2O2 hervorgerufen wurde.

Inzwischen hemmte die SAL-Vorbehandlung die H2O2-induzierte Stickoxid (NO) -Produktion.

SAL erhöhte auch die mitochondriale Masse und erhöhte die mitochondrialen Biogenesefaktoren (...).

[b]H2O2-induzierte mitochondriale Dysfunktion
, wie durch reduziertes mitochondriales Membranpotential (Δψm) und ATP-Produktion gezeigt, wurde durch SAL-Vorbehandlung gerettet.

Zusammengenommen implizieren diese Ergebnisse, dass SAL das Endothel durch die Förderung der mitochondrialen Biogenese und Funktion gegen H2O2-induzierte Verletzungen schützen und so die Überaktivierung von oxidativ stressbedingten Downstream-Signalwegen verhindern könnte.


H2O2 = Wasserstoffperoxid
https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffperoxid

NO = nitrix oxid = Stickstoffmonoxid
https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffmonoxid

http://www.dr-kuklinski.info/publikatio ... ress_1.pdf

http://www.dr-kuklinski.info/publikatio ... ress_2.pdf

In dieser in vitro Studie konnte die Vorbehandlung von Endothelzellen mit Salidrosides (Wirkstoff von Rhodiola rosea)
* die durch Wasserstoffperoxid induzierte Zytotoxizität reduzieren
* die Induktion von nitrosativem Stress (Stickstoffmonoxid NO) hemmen
* die mitochondriale Masse und die mitochondriale Biogenese erhöhen.

Die Frage ist, ob die Nachbehandlung der geschädigten Zellen mit SAL die gleiche Wirkung gehabt hätte.

Siehe auch:

Bulletin of Experimental Biology and Medicine
December 2003, Volume 136, Issue 6, pp 585–587 | Cite as
Effect of Extracts from Rhodiola Rosea and Rhodiola Crenulata (Crassulaceae) Roots on ATP Content in Mitochondria of Skeletal Muscles

M. AbidovF. CrendalS. GrachevR. SeifullaT. Ziegenfuss
https://link.springer.com/article/10.10 ... 1.24779.15

We studied the effects of oral treatment with extracts from Rhodiola rosea (50 mg/kg) and Rhodiola crenulata (50 mg/kg) roots on the duration of exhaustive swimming and ATP content in mitochondria of skeletal muscles in rats. Treatment with R. rosea extract significantly (by 24.6%) prolonged the duration of exhaustive swimming in comparison with control rats and rats treated with R. crenulata. R. rosea extract activated the synthesis or resynthesis of ATP in mitochondria and stimulated reparative energy processes after intense exercise. Experiments proved different pharmacological characteristics of R. rosea and R. crenulata: R. rosea is most effective for improving physical working capacity.


Übersetzung ohne Gewähr:

Wir untersuchten die Wirkungen einer oralen Behandlung mit Extrakten aus Rhodiola rosea (50 mg / kg) und Rhodiola crenulata (50 mg / kg) Wurzeln auf die Dauer des erschöpfenden Schwimmens und ATP-Gehaltes in Mitochondrien von Skelettmuskeln bei Ratten. Die Behandlung mit R. rosea Extrakt signifikant (um 24,6%) verlängerte die Dauer des erschöpfenden Schwimmens im Vergleich zu Kontrollratten und Ratten, die mit R. crenulata behandelt wurden. R. rosea-Extrakt aktivierte die Synthese oder Resynthese von ATP in Mitochondrien und stimulierte reparative Energieprozesse nach intensivem Training. Experimente bewiesen unterschiedliche pharmakologische Eigenschaften von R. rosea und R. crenulata: R. rosea ist am effektivsten zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit


Hier auch konnte der Extrakt aus Rhodiola rosea Wurzeln die Bildung von ATP in Mitochondrien fördern und damit die körperliche Leistungsfähigkeit steigern.

2 weitere Studien konnte eine positive Wirkung auf die körperliche Leistungsfähigkeit und die stressinduzierte Müdigkeit belegen:

De Bock K, Eijnde BO, Ramaekers M, Hespel P. “Acute Rhodiola rosea intake can improve endurance exercise performance.” Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2004;14(3):298-307.

Spasov AA et al. “A double-blind, placebo-controlled pilot study of the stimulating and adaptogenic effect of Rhodiola rosea SHR-5 extract on the fatigue of students caused by stress during an examination period with a repeated low-dose regimen.” Phytomedicine. 2000;7(2):85-9.

Rhodiola rosea, also known as “golden root,” is a popular adaptogenic herb, which means it works in the cells to normalize their function and stimulate healing. Adaptogens such as Rhodiola rosea assist the body in adapting to stress, anxiety, and fatigue by helping to support the adrenal glands.

Research shows that Rhodiola rosea is a powerful herb for enhancing mitochondrial energy production.

It works by activating the synthesis of ATP in mitochondria and stimulating reparative energy processes (Abidov M, et al, Bull Exp Biol Med. 2003).

Rhodiola rosea is also a potent antioxidant and helps to defend against oxidative damage to the nervous system, as well as the mitochondria.

Similar to PQQ, Rhodiola rosea exhibits both neuroprotective and cardioprotective traits.

Its affect on the central nervous system mainly stems from its ability to influence and stabilize levels of the neurotransmitters dopamine, serotonin, and norepinephrine in the brain. It also helps to allow serotonin’s precursor tryptophan to cross the blood brain barrier.

Rhodiola rosea is cardioprotective in that it works to prevent stress-induced cardiac damage by decreasing myocardial catecholamine levels and reducing adrenal catecholamine release during times of stress (Maslova LV, et al, Eksp Klin Farmakol.1994). These catecholamines are part of the sympathetic nervous system and are the neurotransmitters released by the adrenal glands in response to stress.


aus : http://mkt.s.designsforhealth.com/Label ... hsheet.pdf

Ein interessanter Blog-Eintrag von Dr.Michalzik:

http://www.dr-michalzik.de/blog/rhodiola/
Zuletzt geändert von FluorchiNO am 30.10.2017, 17:32, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2358

Beitragvon FluorchiNO » 30.10.2017, 17:11

Dieser US Arzt empfiehlt:

*CoQ10 bzw Ubiquinol
*N-Acetylcysteine
*Acetyl-L-Carnitine
*Rhodiola rosea

http://alsearsmd.com/2016/03/mitochondr ... ing-story/

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2363

Beitragvon FluorchiNO » 30.10.2017, 21:08

Interessante Informationen aus dem Blog von Dr.Michalzik:

http://www.dr-michalzik.de/blog/rhodiola/

Rhodiola und der „Zentrale Energieregulator“ AMPK

AMPK oder „AMP-aktivierte Proteinkinase“ ist ein Enzym, welches als eine Art Sensor in der Zelle fungiert. AMPK ist förmlich in der Lage den Energiezustand im Körper zu „ermitteln“. Ist der Energiezustand in der Zelle niedrig, dann wird AMPK aktiviert. Ein geringer Energiezustand bedeutet niedrige ATP-Spiegel. Dieser bereits oben beschriebene universelle Energieträger Adenosine-Triphosphat (ATP) wird vor allem in den Mitochondrien „produziert“. Ist die Konzentration an ATP in der Zelle gering hat dies hohe AMP-Spiegel (Adenosin-Monophosphat) zur Folge. AMP aktiviert dann AMPK.

Verringerte AMPK-Werte werden andererseits mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Dazu zählen erhöhte LDL-Cholesterin-Werte, mitochondriale Dysfunktion, erhöhte Blutzuckerspiegel, chronische Entzündungen, Anhäufung seneszenter Zellen, Herzstörungen, erhöhte Blutfette, erhöhte Bauchfettansammlung.

Autophagie – Aufräumen in der Zelle zur Erhaltung der Gesundheit des ganzen Menschen

Salidroside aus Rhodiola können Autophagieprozesse in den Zellen aktivieren. [11]

Auch AMPK welches seinerseits wie oben beschrieben von Rhodiola aktiviert werden kann, hat einen Einfluss auf die Autophagie. Der so genannte “AMPK/mTor Signalweg” aktiviert die wichtigen Autophagieprozesse. Die Autophagie ist ein enorm wichtiger Vorgang in der menschlichen Zelle. Autophagie bedeutet die Fähigkeit der Zelle Stoffe abzubauen. Es ist somit der Prozess der in der Zelle unnütze und sogar gefährliche Stoffe eliminiert. Sozusagen die Müllabfuhr der Zelle. So werden beispielsweise Enzymeiweiße abgebaut, die der Zelle nicht nützlich sind, da sie nicht richtig “gefaltet” also funktionsuntüchtig für die Zelle sind. Gerade kürzlich wurde der Medizin-Nobelpreis zum Thema Autophagie vergeben.

Autophagie kann die Zelle auch vor den gefährlichen Auswirkungen toxischer Einflüsse schützen. Wird der Autophagieprozess andererseits gehemmt, hat dies fatale Auswirkungen. Das toxischen Eigenschaften des Schwermetalls Blei sind beispielsweise durch die Hemmung der Autophagieprozesse erklärbar. Die logische Konsequenz ist, dass Stoffe die den AMPK/mTor Signalweg fördern können auch die toxischen Eigenschaften von Blei auf die Autophagie neutralisieren, die wie beschrieben der “AMPK/mTor Signalweg” die Autophagieprozesse aktiviert. [12]


Antioxidative Eigenschaften
als einer der Wirkmechanismen von Rhodiola
Eine Studie konnte zeigen, dass Salidrosid die menschlichen Nervenzellen vor oxidativen Stress schützen kann. Dies wurde unter anderem durch die Induktion (Aktivierung) wichtiger körpereigener antioxidativer Enzyme erreicht.

Dieser Wirkmechanismus könnte Salidrosid bzw. Rhodiola als wichtiges Mittel zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen in Aussicht stellen.

Salidrosid und Nrf2, der Entgiftungsmeister

Eine ganz aktuelle Studie, die im September 2016 veröffentlich wurde, zeigt den schützenden Effekt von Salidrosid vor UVB-Strahlen. Als Wirkmechanismus wird eine so genannte Upregulation (Aktivierung) der Genexpression von Nrf2 angenommen.

Nrf2 ist ein äußerst wichtiger Transkriptionsfaktor der über 200 Gene, die zur Entgiftung des Körpers wichtig sind, anregt.
Nrf2 hat somit eine Art Schlüsselrolle in der Entgiftung des Körpers.

Salidrosid könnte somit über die Wirkung auf Nrf2, eine ganze Reihe weiterer Auswirkungen haben die mit der Entgiftung des Körpers zusammenhängen. [17]


Rodhiola kann offensichtlich, dem Körper helfen:
*Seneszente Zellen und Gifstoffe durch die Aktivierung von AMPK und Aktivierung der Genexpression von Nrf2 zu eliminieren!
*oxidativen Stress zu bekämpfen und somit Gehirn-und Nervenzellen zu schützen

Es könnte auch hilfreich gegen:
*psychischen und körperlichen Stress, da es den Cortisolpegel senken kann (Vorsicht bei Nebennierenschwäche= Cortisolmangel!)
*Müdigkeit, da es die Energie erhöhen kann (durch Erhöhung der ATP Produktion in den Mitochondrien)
*Schlafstörungen, Depression, Angstgefühle, da es einen positiven Einfluss auf Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin haben kann
*Muskelschädigungen, da es Creaktine Kinase (CK) senken kann (hohe CK Werte weisen auf Schädigung der Muskelzellen hin)
*Entzündungen (hohes CRP, TNF alpha, usw), da es entzündungsfördernde Zytokine senken kann

Zu Anwendung von Rhodiola:

Man sollte Dosierung von 200 bis 400 mg pro Tag wählen. Wichtig ist, dass es sich um einen Extrakt handelt, der circa 5 % Rosavine enthält und circa 2 % Salidroside. Bei einer Dosierung von 400 mg sind dies 20 mg Rosavine und 8 mg Salidroside.
Rosavine bestehen aus Rosavin, Rosin und Rosarin. Rosavine sind nur in Rhodiola rosea enthalten. Andere Rhodiola-Arten enthalten diese nicht, sondern nur Salidroside.

Rhodiola rosea ist darüber hinaus intensiv auf Nebenwirkungen untersucht worden und die Unbedenklichkeit konnte somit bestätigt werden. Andere Rhodiola-Arten wurden nicht so gut untersucht.

Man sollte Rhodiola rosea auf nüchternen Magen einnehmen. Am besten morgens vor dem Frühstück und bei einer Dosierung von 2 Kapseln zusätzlich vor dem Mittagessen. Am Abend sollte Rhodiola nicht eingenommen werden, da Rhodiola einen anregenden Effekt haben kann.

Schwangere und stillende Frauen sollten Rhodiola aus Sicherheitsgründen nicht einnehmen, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen.


Studien über die Wirkung von Rhodiola über AMPK wurde mit Rhodiola crenulata gemacht, die nur Salidroside enthält. Somit müsste der Wirkstoff Salidroside für die Aktivierung von AMPK verantwortlich sein:

[14] Kuen-Tze Lin, Shih-Wei Hsu, Feng-Yi Lai, Tsu-Chung Chang, Li-Shian Shi and Shih-Yu Lee
Rhodiola crenulata extract regulates hepatic glycogen and lipid metabolism via activation of the AMPK pathway.
BMC Complementary and Alternative Medicine, Mai 2016
https://bmccomplementalternmed.biomedce ... 016-1108-y

[15] Shih-Yu Leea, , Feng-Yi Laib, , Li-Shian Shic, , Yu-Ching Choud, , I-Chuan Yene, , Tsu-Chung Chang
Rhodiola crenulata extract suppresses hepatic gluconeogenesis via activation of the AMPK pathway.
Phytomedicine, April 2015
http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 1315000501

AMP-abhängige Kinase

Die AMP-abhängige Kinase, kurz AMPK, ist ein in allen eukaryoten Geweben vorkommendes Enzym aus der Famile der Kinasen, das durch Adenosinmonophosphat (AMP) aktiviert wird. Die AMP-abhängige Kinase spielt eine große Rolle bei der Regulation von Enzymen bei zellulärem Energiemangel.

Insgesamt führt die Aktivierung der AMPK also zu einer Erniedrigung des AMP-Spiegels und damit einhergehender Erhöhung des ATP-Spiegels.


aus:http://flexikon.doccheck.com/de/AMP-abh%C3%A4ngige_Kinase

Eine sehr gute Übersichtsarbeit über die bisherigen wissenschaftlichen Studien über Rhodiola:

https://examine.com/supplements/rhodiola-rosea/

ACHTUNG :!:

16.1. General
One study found issues involving possible inaccurate labeling of Rhodiola supplements[134]. On study examined 39 Rhodiola products obtained through various UK consumer outlets found that 23% of them contained no detectable levels of rosavin, which is a key marker that distinguishes Rhodiola rosea from other species of Rhodiola. Two of the products did not contain any salidroside, either, which is found in other species of Rhodiola, including Rhodiola rosea, indicating not Rhodiola product was present at all. Furthermore, 80% of the samples that did contain rosavin had levels lower than a traditional herbal registration sample that was used as a reference. Finally, one supplement had 5-HTP, which is normally not found in Rhodiola, and is used for antidepressive or weight loss purposes.[134]


23% der untersuchten Rhodiola Produkte aus England enthielten keinen Rosavin, 2 der 39 Rhodiola Produkte enthielten kein Salidroside, 80% hatten niedrigere Rosavinspiegel als in der traditionellen pflanzlichen Registrierungsprobe, die als Referenz verwendet wurde.

In der Schweiz wurde 2010 der Trockenextrakt WS® 1375 zugelassen.Das Arzneimittel ist in Apotheken und Drogerien ohne ärztliche Verordnung unter dem Namen Vitango® (Schwabe Pharma AG) erhältlich.

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Rosenwurz

Der Extrakt wurde in mehreren Studien untersucht:

https://www.karger.com/Article/FullText/457918
https://www.karger.com/Article/FullText/447332
http://www.isrctn.com/ISRCTN29449049
http://www.hra.nhs.uk/news/research-sum ... -symptoms/

In Deutschland seit 1. September 2016 das apothekenpflichtige Medikament rhodiolan® mit dem Wirkstoff Rhodiola rosea von Dr.Loges als pflanzliches Arzneimittel gegen akute Stress-Symptome erhältlich:

https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/ ... infuehrung

1 Kapsel Rhodiolan Dr.Loges enthält:

https://www.loges.de/de/praeparate/rhodiolan/

https://www.loges.de/uploads/tx_logmatr ... diolan.pdf

Wirkstoff: 200 mg Trockenextrakt aus Rosenwurz-Wurzeln und Wurzelstock ( 1,5 - 5 : 1).
Auszugsmittel: Ethanol 70 % (V/V).
Sonstige Bestandteile: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Maltodextrin, Maisstärke, Hypromellose, mikrodisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (pflanzlich) Ph.Eur., gereinigtes Wasser, Glycerol (85 %), Talkum, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172), Riboflavin (E101)


Ich kann allerdings weder aus der Webseite von Dr.Loges noch aus dem Beipackzettel erkennen, wieviel % Rosavin und Salidroside der Trockenextrakt enthält.

Dr.Loges vertreibt offensichtlich den in Schweden hergestellten Trockenextrakt Schweden SHR-5, der in Studien untersucht wurde:

https://www.europa-apotheek.com/rhodiol ... 10789.html

Patentierter Spezialextrakt aus Schweden
Rhodiolan™200 enthält den Originalextrakt SHR-5 aus Rhodiola rosea (Rosenwurz). Dieser wurde vom Swedish Herbal Institute, einem naturheilkundlichen Forschungsinstitut in Göteborg, entwickelt und gemeinsam mit der Firma Dr. Loges weiter erforscht, um den menschlichen Körper in Stresssituationen bestmöglich zu unterstützen.


[Achtung: Dr.Loges vertreibt keine Kapseln mehr, sondern Filmtabletten]

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... p?id=54660

Randomisierte Doppelblindstudien bestätigten positive Effekte bei Prüfungsstress (DOI: 10.1016/S0944-7113(00)80078-1), ermüdenden Nachtdiensten (DOI:10.1016/S0944-7113(00)80055-0) sowie bei Burnout (DOI: 10.1055/s-0028-1088346) und Depressionen (DOI:10.1080/08039480701643290). /


https://www.researchgate.net/profile/Er ... atigue.pdf

Dieser SHR-5 Extrakt kann man beim Amazon.de kaufen:

https://www.amazon.de/Swedish-Herbal-In ... WTAPHKGVF6

Inhalt von 2 Kapseln SHR-5 Extrakt:

https://stw-supplements.com/swedish%20h ... tic%20root

SHR-5 Proprietary Extract
Rhodiola rosea (root) 360 mg

 Ingredients
Rhodiola Rosea SHR-5 Extract, (Carrier Maltodextrin), Bulking Agents (Microcrystalline Cellulose and Veg derived Magnesium Stearate), Hydroxypropyl Methylcellulose (Vegetarian Capsule).


1 Kps SHR-Extrakt enthält 180 mg Rhodiola Rosea Extrakt

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2409

Beitragvon FluorchiNO » 31.10.2017, 21:01

Ein interessanter Artikel von Prof. Garth Nicolson:

Integr Med (Encinitas). 2014 Aug; 13(4): 35–43.
Mitochondrial Dysfunction and Chronic Disease: Treatment With Natural Supplements
Garth L. Nicolson, PhD
Founder, president, and research professor in the Department of Molecular Pathology at the Institute for Molecular Medicine in Huntington Beach, California.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4566449/

Clinical trials have shown the utility of using oral replacement supplements, such as l-carnitine, alpha-lipoic acid (α-lipoic acid [1,2-dithiolane-3-pentanoic acid]), coenzyme Q10 (CoQ10 [ubiquinone]), reduced nicotinamide adenine dinucleotide (NADH), membrane phospholipids, and other supplements. Combinations of these supplements can reduce significantly the fatigue and other symptoms associated with chronic disease and can naturally restore mitochondrial function, even in long-term patients with intractable fatigue.


Empfohlene NEMs:
*Alpha-Liponsäure
*CoQ10
*L-Carnitine
*NADH
*Phospholipide

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2417

Beitragvon Schorsch » 01.11.2017, 20:54

Hallo,

anbei auch ein interessanter Vortrag zum Thema der Mitochondrien.

Gruß Schorsch

Zitat-Passus von S.10

Die mitochondriale Therapie
Funktionsuntüchtige und -eingeschränkte Mitochondrien können scheinbar wieder „aufgepäppelt“ werden.
Wenn eine antibiotische Behandlung stattgefunden hat, oder noch stattfindet, sollten dringend Substanzen
verabreicht werden, die die ATP-Produktion optimieren, bzw. solche, die die Mitochondrien schützen. Dazu
zählen in allererster Linie Coenzym Q10, als wichtigste Substanz in der Atmungskette. Coenzym Q10 sollte
initial sehr hochdosiert und möglichst als reduziertes Q10 gegeben werden, und zwar in höchster Qualität
(Kaneka Q10 hat den höchsten Reinheitsgrad). Ansonsten NADH, Vitamine der B-Gruppe, Glutathionbildner
(z. B. Glutacell), natürliches, hoch dosiertes Vitamin C, Carnithin, Carnosin und Magnesium.
Es steht zu vermuten, dass eine derartige mitochondriale Therapie bei mitochondrialer Schädigung lebenslang
angewandt werden sollte. Mit dieser Therapie können geschädigte Mitochondrien ihre Reparaturmaßnahmen
vornehmen, und sich auch durchaus gesünder fortpflanzen (teilen). Doch brauchen sie die permanente
Unterstützung, um die Leistung der fehlenden Mitochondrien zu kompensieren.
Dateianhänge
Marlene Kunold_Vortrag.Mitochondriopathie_2011.pdf
(147.75 KiB) 93-mal heruntergeladen
Marlene Kunold_Vortrag.Mitochondriopathie_2011.pdf
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2457

Beitragvon FluorchiNO » 01.11.2017, 22:54

Eine andere Substanz kann die Biogenesis von Mitochondrien fördern: PQQ (pyrroloquinoline quinone)

In diesem Artikel (schwere Kost, aber lesenswert!)

Treatment of the Fluoroquinolone-Associated Disability: The Pathobiochemical Implications
Krzysztof Michalak,1,2 Aleksandra Sobolewska-Włodarczyk,3 Marcin Włodarczyk,3 Justyna Sobolewska,4 Piotr Woźniak,4 and Bogusław Sobolewski4
https://www.hindawi.com/journals/omcl/2017/8023935/

erwähnen die Autoren PQQ als potentielle Behandlungsmöglichkeit des FC induzierten Syndroms:

Supporting the mitochondrial replication in the cell—pulling more damage to apoptosis and proliferation of the more healthy ones: supporting the mitochondrial exchange (removing that destroyed ones and replication of that more healthy ones) is the necessary way in the case of irreversible mtDNA damage. The substance that is postulated to possess the ability to promote the mitochondrial biogenesis is pyrroloquinoline quinone (PQQ) [107, 108]. This substance is also postulated to be OS protective


Pyrroloquinoline Quinone Stimulates Mitochondrial Biogenesis through cAMP Response Element-binding Protein Phosphorylation and Increased PGC-1α Expression*
Winyoo Chowanadisai‡, Kathryn A. Bauerly‡, Eskouhie Tchaparian§, Alice Wong¶, Gino A. Cortopassi‖ and Robert B. Rucker‡,
http://www.jbc.org/content/285/1/142.short

Bioactive compounds reported to stimulate mitochondrial biogenesis are linked to many health benefits such increased longevity, improved energy utilization, and protection from reactive oxygen species.

Previously studies have shown that mice and rats fed diets lacking in pyrroloquinoline quinone (PQQ) have reduced mitochondrial content. Therefore, we hypothesized that PQQ can induce mitochondrial biogenesis in mouse hepatocytes.
(...)
The ability of PQQ to stimulate mitochondrial biogenesis accounts in part for action of this compound and suggests that PQQ may be beneficial in diseases associated with mitochondrial dysfunction


Pyrroloquinoline Quinone Modulates Mitochondrial Quantity and Function in Mice
1Tracy Stites*, David Storms*, Kathryn Bauerly*, James Mah**, Calliandra Harris*, Andrea Fascetti†, Quinton Rogers†, Eskouhie Tchaparian*, Michael Satre*, and Robert B. Rucker*,2
http://jn.nutrition.org/content/136/2/390.short

When pyrroloquinoline quinone (PQQ) is added to an amino acid-based, but otherwise nutritionally complete basal diet, it improves growth-related variables in young mice. We examined PQQ and mitochondrial function based on observations that PQQ deficiency results in elevated plasma glucose concentrations in young mice, and PQQ addition stimulates mitochondrial complex 1 activity in vitro. PQQ-deficient weanling mice had a 20–30% reduction in the relative amount of mitochondria in liver; lower respiratory control ratios, and lower respiratory quotients than PQQ-supplemented mice (2 mg PQQ/kg diet). In mice from dams fed a conventional laboratory diet, but switched at weaning to the basal diet, plasma glucose, Ala, Gly, and Ser concentrations were elevated at 4 wk (PQQ− vs. PQQ+), but not at 8 wk. The relative mitochondrial content (ratio of mtDNA to nuclear DNA) also tended (P < 0.18) to be lower (PQQ− vs. PQQ+) at 4 wk, but not at 8 wk. PQQ also counters the mitochondrial complex 1 inhibitor, diphenylene iodonium (DPI). Mice were gavaged with 0, 0.4, or 4 μg PQQ/g body weight (BW) daily for 14 d. At each PQQ level, DPI was injected (i.p.) at 0, 0.4, 0.8, or 1.6 μg DPI/g BW. The PQQ-deficient mice exposed to 0.4 or 4.0 μg DPI/g lost weight and had lower plasma glucose levels than PQQ-supplemented mice (P < 0.05). In addition, fibroblasts took up 3H-PQQ added to cell cultures, and cultured hepatocytes maintained mitochondrial PQQ concentrations similar to those observed in vivo. Collectively, these results indicate that dietary PQQ can influence mitochondrial amount and function, particularly in perinatal and weanling mice


Exp Ther Med. 2015 August; 10(2): 451–458.
Biological effects of pyrroloquinoline quinone on liver damage in Bmi-1 knockout mice
YUANQING HUANG,1,2 NING CHEN,1 and DENGSHUN MIAO1
http://europepmc.org/articles/PMC4509087

Pyrroloquinoline quinone (PQQ) has been demonstrated to function as an antioxidant by scavenging free radicals and subsequently protecting the mitochondria from oxidative stress-induced damage.

The aim of the present study was to investigate whether PQQ is able to rescue premature senescence in the liver, induced by the deletion of B cell-specific Moloney MLV insertion site-1 (Bmi-1), by inhibiting oxidative stress. In vivo, the mice were allocated into three groups that underwent the following treatment protocols. WT mice received a normal diet, while BKO mice also received a normal diet. An additional group of BKO mice were fed a PQQ-supplemented diet (BKO + PQQ; 4 mg PQQ/kg in the normal diet). The results indicated that PQQ partially rescued the liver damage induced by the deletion of Bmi-1. PQQ was demonstrated to exhibit these therapeutic effects on liver damage through multiple aspects, including the promotion of proliferation, antiapoptotic effects, the inhibition of senescence, the upregulation of antioxidant ability, the downregulation of cell cycle protein expression, the scavenging of reactive oxygen species and the reduction of DNA damage. The results of these experiments indicated that treatment of BKO mice with a moderate dose of PQQ significantly protected the liver from deleterious effects by inhibiting oxidative stress and participating in DNA damage repair. Therefore, PQQ has great potential as a therapeutic agent against oxidative stress during liver damage.


Artikel von Dr.Michalzik:

http://www.dr-michalzik.de/blog/pqq/

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2483

Beitragvon Schorsch » 02.11.2017, 19:37

Anbei noch ein Link mit Informationen in einem anderen Thema:

viewtopic.php?f=73&t=419

Kern ist das Handbuch der mitochondrialen Erkrankungen:

Bei dem Ihnen hier vorliegenden Patientenratgeber
zu mitochondrialen Erkrankungen handelt es sich
um eine neue Informationsbroschüre, die den aktuellen
Wissensstand diesem Gebiet wiederspiegelt.
Seit der Gründung unserer Selbsthilfegruppe
im Jahr 2006 hatten wir bereits zwei Broschüren
herausgegeben. Die Entwicklung vom ursprünglich
achtseitigen Faltblatt hin zu diesem umfangreichen
Handbuch zeugt eindrucksvoll vom
gestiegenen Interesse an der wissenschaftlichen
Forschung zu den mitochondrialen Erkrankungen,
das nicht zuletzt auf die Entstehung des Deutschen
Netzwerkes für mitochondriale Erkrankungen (mitoNET)
zurückzuführen ist. Die Gründung unserer
Selbsthilfegruppe und die Etablierung des
wissenschaftlichen Forschungsverbundes mitoNET
erfolgten ungefähr zur gleichen Zeit und wir standen
als Patientenvertreter von der ersten Stunde an
im Dialog mit den führenden Wissenschaftlern und
Klinikern auf diesem Gebiet. Von diesem Dialog
profitierten beide Seiten. Wir Patientenvertreter
lernten viel über unsere Krankheit und den neuesten
Stand der Forschung und konnten dieses Wissen
in unzähligen Beratungsgesprächen und auf
Fachtagen an Betroffene weitergeben, die mit dieser
Diagnose oder Verdachtsdiagnose konfrontiert
wurden. Umgekehrt konnten wir die Mediziner
über Symptome der Patienten informieren (z.B.
Schluckbeschwerden, unspezifische Schmerzen),
deren häufiges Auftreten den Ärzten vorher gar
nicht bewusst war und nun bei der Anamnese wesentlich
mehr Beachtung findet.
Dateianhänge
Handbuch_Mitochondriale_Erkrankungen_2014.pdf
(511.05 KiB) 100-mal heruntergeladen
Handbuch_Mitochondriale_Erkrankungen_2014.pdf
(511.05 KiB) 100-mal heruntergeladen

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2790

Beitragvon Rosanna Garten » 22.11.2017, 22:29

Zur Info.
Habe ich heute zufällig gefunden:
Nitrosativer Stress_Hilfen.jpg
Nitrosativer Stress_Hilfen.jpg (1.83 MiB) 5022 mal betrachtet
Nitrosativer Stress_Hilfen.jpg
Nitrosativer Stress_Hilfen.jpg (1.83 MiB) 5022 mal betrachtet


Grüße von Rosanna

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2794

Beitragvon Schorsch » 23.11.2017, 21:40

Hallo Rosanna,

dieser Artikel ist auch ganz interessant:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaeh ... 64012.html

Allzu leicht ist das Thema freie Radikale sicher auch nicht...und der Spiegel Artikel beleuchtet hier nur Pseudomäßig.


Gruß Schorsch

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#3124

Beitragvon Schorsch » 21.12.2017, 20:27

Hallo,

Ich bin 100 % überzeugt das Flox eine toxische Mitochondriopathie verursacht.
Wer über den Tellerrand hinausschaut und sich tiefgründiger informiert wird das genauso sehen.
Auch habe ich selbst und auch andere Gefloxte, die ich kenne per Labor nachgewiesen, dass gewisse Stoffwechselprozesse der Atmungskette Energiegewinnung, ATP-Gewinnung etc., Citratzyklus deutlich erniedrigt sind. Und man muss sich überlegen diese Tests werden ja im Leerlauf ohne Belastung durchgeführt. Was passiert also wenn man mal wie vor der "Floxvergiftung" intensiven Sport macht und dann die Werte erneut checkt...Sicher hätte man dann einen Tag später auch die Floxssymptome, da die Energiereserven zusammenbrechen und keine Zellregeneration möglich ist. Es kommt zum Rückschub aufgrund des zunehmenden oxid. Zellstreß der mit den Reserven nicht mehr kompensiert werden kann. Streß, Schlafentzug und Ernährungsfehler + Medikamente sind dem gleichzusetzen -> alles oxid- Zellstreß.

Anbei möchte ich den oben aufgeführten Link nochmal verdeutlichen. Hier werden die Diagnosemöglichkeiten, Symptome und auch Mikronährstofftherapien aufgeführt welche so auch immer wieder unter Flox empfohlen werden. Ach steht hier klipp und klar, welche Dinge, welche Medikamente etc. man unbedingt meiden sollte. Ich rate den folgenden Link mal zu lesen und querzudenken im Bezug auf die Floxsymptomatik, Nahrungsergänzungsmittel, Therapie, Rückschubverhalten, Zeitverlaufe unserer Erkrankungen etc.

Für mich bleibt da keine Frage mehr offen, zudem ist ja wissenschaftlich bewiesen das Fluorchinolone eine mitochodriale Toxizität besitzen. Daher sehe ich das als wesentlichen Aspekt unserer Problematik.


Gruß Schorsch


Quelle: https://www.dgn.org/leitlinien/2385-ll- ... krankungen

Was gibt es Neues?
Die Behandlungsschwerpunkte liegen auf der Prävention von Komplikationen und symptomatischen Maßnahmen. Regelmäßiges leichtes Ausdauertraining, möglichst kombiniert mit moderatem Krafttraining, ist bei mitochondrialen Erkrankungen mit Muskelbeteiligung sicher und verbessert die muskuläre Leistungsfähigkeit.
Bei der hereditären Leber-Optikus-Neuropathie (LHON) wurde eine größere randomisierte Therapiestudie mit Idebenone durchgeführt.
Humangenetische Beratung und Pränataldiagnostik können bei nukleären Mutationen routinemäßig durchgeführt werden, sind bei Mutationen der mitochondrialen DNA weiter limitiert.
Die Anzahl der bekannten, für mitochondriale Erkrankungen verantwortlichen Mutationen nukleärer Gene hat insbesondere aufgrund der technischen Fortschritte in den genetischen Analysemethoden zugenommen.
Seit 2009 wird vom BMBF im Rahmen des Förderschwerpunktes für seltene Erkrankungen ein Deutsches Netzwerk für mitochondriale Erkrankungen (mitoNET) gefördert. Ziel ist unter anderem die Verbesserung von Diagnostik und Therapie. An den beteiligten Zentren werden Patienten in standardisierter Weise untersucht und in einem Register dokumentiert. Nähere Informationen sind unter http://www.mitonet.org nachzulesen.

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
Bei vielen Erkrankungen ist eine Muskelbiopsie für die Aufarbeitung zur Diagnosesicherung notwendig, in einigen klinischen Konstellationen jedoch nicht mehr erforderlich.
Bei Verdacht auf eine mitochondriale Erkrankung sind molekulargenetische Zusatzuntersuchungen notwendig.
Die Diagnostik sollte möglichst in spezialisierten Muskelzentren durchgeführt werden.

Einführung

Mitochondriale Erkrankungen sind klinisch, biochemisch und genetisch heterogen und in der Mehrzahl der Fälle durch einen multisystemischen Charakter gekennzeichnet. Selbst zunächst als unspezifisch imponierende Beschwerden insbesondere der Skelettmuskulatur oder isolierte Symptome des zentralen Nervensystems wie Epilepsie können im Rahmen mitochondrialer Erkrankungen des Erwachsenenalters auftreten. Wegen der Komplexität und Heterogenität der Krankheiten stellt die diagnostische Aufarbeitung bei vermuteter Erkrankung bis auf wenige charakteristische Syndrome oftmals eine Herausforderung dar. Ebenso schwierig ist es, eine mitochondriale Erkrankung als Ursache klinischer Beschwerden beweisend auszuschließen.

Aufgrund der Vielfalt an Symptomen und Syndromen sowie uneinheitlicher, nicht standardisierter oder schwer zu standardisierender Diagnosepfade besteht oftmals Unsicherheit hinsichtlich des diagnostischen Vorgehens und bei der diagnostischen Zuordnung von erwachsenen Patienten. Hierdurch können erfahrungsgemäß nicht nur zeitliche Verzögerungen in der Diagnosestellung entstehen, auch Mehrfachuntersuchungen und nicht erforderliche Untersuchungen sind häufige Folgen. Auch nach einer Diagnosestellung sind die weitere Beratung und Führung der Patienten oft schwierig, dies betrifft sowohl die genetische Beratung und prognostische Einschätzung als auch die symptomatische Behandlung der Beschwerden. Limitierte Therapiemöglichkeiten und fehlende kurative Behandlungsoptionen führen erfahrungsgemäß zu vermehrten individuellen Therapieversuchen, zu deren Anwendung keine evidenzbasierten Empfehlungen vorliegen. Diagnostische Unsicherheiten und nicht fundierte Therapieversuche können im Bereich der „Mitochondrialen Medizin“ zu erheblichen Mehrkosten im Gesundheitswesen und zu einer unnötigen Belastung der Patienten führen. Es ergibt sich daher die Notwendigkeit, ein möglichst standardisiertes diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei vermuteter oder gesicherter mitochondrialer Erkrankung des Erwachsenenalters festzulegen.

Definition und Klassifikation

Begriffsdefinition


Mitochondriale Erkrankungen sind klinisch, biochemisch und genetisch heterogen und präsentieren sich häufig mit einer neurologischen Symptomatik. Gemeinsames Kennzeichen mitochondrialer Erkrankungen sind Störungen im Bereich mitochondrial lokalisierter Stoffwechselwege. Traditionell wurden mitochondriale Erkrankungen als metabolische Myopathien definiert und schlossen die Störungen des mitochondrialen Fettsäurestoffwechsels mit ein. Heute bezieht sich der Begriff auf Störungen der oxidativen Phosphorylierung (OXPHOS). Es handelt sichin den meisten Fällen um Multisystemerkrankungen, bei denen die Skelettmuskulatur häufig, jedoch nicht immer beteiligt ist. ("für mich eindeutig => Flox ?")Das klinische Spektrum reicht von schweren Multiorganaffektionen im frühen Kindesalter bis zu milden monosymptomatischen Verläufen im Erwachse­n­enalter. Selbst zunächst als unspezifisch imponierende Beschwerden insbesondere der Muskulatur oder isolierte Symptome des zentralen Nervensystems wie Epilepsien können Ausdruck mitochondrialer Erkrankungen des Erwachsenenalters sein. Viele Mitochondriopathien zeigen einen überlappenden Beginn im Kindes-/Jugend- und/oder Erwachsenenalter. Zahlreiche Syndrome des Kindesalters können auch erst im zweiten Lebensjahrzehnt oder deutlich später beginnen (z. B. das Leigh-Syndrom, das häufigste – neuropathologisch-anatomisch definierte, genetisch heterogene – Syndrom des Kindesalters).

Aufgrund der Komplexität und Heterogenität der verschiedenen Krankheitsbilder und jeweils zugrunde liegenden metabolischen Störungen beschränkt sich der Terminus „mitochondriale Erkrankung“ im Folgenden nur auf die klinischen Syndrome, die mit einer primären Störung der OXPHOS verbunden sind. Epidemiologische Daten zeigen, dass diese Gruppe der mitochondrialen Erkrankungen eine höhere Inzidenz und Prävalenz hat als früher angenommen. Pathogene Mutationen der mitochondrialen (mt) DNA findet man mit einer Populationsprävalenz von mindestens 1/400 (Erwachsene und Kinder; Manwaring et al. 2007), wobei diese Zahl den klinischen Phänotyp nicht berücksichtigt. Man rechnet mit einer minimalen Prävalenz von 9,2/100.000 manifester mitochondrialer Erkrankungen des Erwachsenenalters auf dem Boden von mtDNA-Mutationen (Nordengland; Schaefer et al. 2008).

Biochemische, histologische und genetische Grundlagen

Die mtDNA besteht aus einem zirkulären DNA-Molekül aus 16.569 Basenpaaren und kodiert für 13 Proteine der Atmungskette, 2 rRNAs und 22 tRNAs. Alle übrigen mitochondrialen Proteine sind nukleär kodiert und müssen in die Mitochondrien importiert werden. Die Atmungskette umfasst die Enzymkomplexe I–V, deren strukturelle und funktionelle Integrität der Kontrolle des nukleären und mitochondrialen Genoms unterliegt. Das mitochondriale Genom wird nahezu ausschließlich maternal vererbt, obwohl in seltenen Einzelfällen auch paternale mtDNA nachweisbar sein kann.

Ursache mitochondrialer Funktionsstörungen können Defekte in nukleären Genen oder mtDNA-Mutationen sein. Der zugrunde liegende genetische Defekt lässt sich jedoch trotz aller Fortschritte nicht in jedem Fall einer mitochondrialen Erkrankung nachweisen. Als morphologisches Korrelat der mitochondrialen Funktionsstörung lassen sich häufig charakteristische Befunde in der Skelettmuskelbiopsie darstellen wie der Nachweis von sog. ragged red Fasern (RRF) und Cytochrom-c-Oxidase-(COX-)negativen Fasern. Diese histologischen Zeichen können allerdings bei bestimmten mitochondrialen Erkrankungen (z. B. der hereditären Leber-Optikus-Neuropathie), bei Kindern oder im frühen Verlauf fehlen. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass mitochondriale Veränderungen auch bei anderen Myopathien (z. B. Einschlusskörpermyositis) und in geringem Ausmaß auch im Alter vorkommen.

Klassifikation

Man kann vereinfacht primär mitochondriale Erkrankungen definieren, die durch eine primäre Störung mitochondrialer Stoffwechselwege verursacht werden. Diese kann sowohl durch eine primäre Mutation der mtDNA oder nukleärer Gene bedingt sein. Von auf diese Weise definierten „primär“ mitochondrialen Erkrankungen kann man „sekundäre“ mitochondriale Erkrankungen unterscheiden, die durch eine sekundäre Folgestörung mitochondrialer Stoffwechselwege und/oder der mtDNA entstehen. Die Grenze zwischen „primärer“ und „sekundärer“ mitochondrialer Dysfunktion bzw. Erkrankung ist vor allem abseits klar definierter Krankheitsbilder fließend und gelegentlich nur willkürlich zu ziehen. Dies wird unter anderem dadurch verdeutlicht, dass sowohl Mutationen verschiedener nukleärer mitochondrialer Gene als auch vielfältige exogene Faktoren, z. B. oxidativer Stress, zu ähnlichen sekundären Schädigungen der mtDNA und mitochondrialen Enzymsysteme führen können.

Mitochondriale Erkrankungen können nach dem klinischen Syndrom, dem zugrunde liegenden biochemischen oder dem genetischen Defekt klassifiziert werden. In der Leitlinie wird aus praktischen Erwägungen die Einteilung nach klinischen Syndromen angewendet. Die Leitlinie beschränkt sich auf primär mitochondriale Erkrankungen, die mit einer Störung der OXPHOS verbunden sind. Für die Leitlinie wurde eine gezielte Auswahl der wichtigsten Krankheitsbilder und Syndrome des Erwachsenenalters getroffen. Im Falle der mtDNA-Depletionssyndrome und der Coenzym-Q10-Defizienz muss die Klassifikation nach klinischen Syndromen zugunsten einer pathogenetisch orientierten Klassifikation verlassen werden. Dies verdeutlicht die Schwierigkeiten einer einheitlichen Klassifikation mitochondrialer Erkrankungen.

Diagnostik

Besonderheiten der mtDNA-Mutationen


Eukaryontische Zellen enthalten je nach Gewebetyp eine variable Anzahl von Mitochondrien, die jeweils Träger von mehreren Kopien des mitochondrialen Genoms sind. Ein Individuum bzw. eine Zelle gelten als homoplasmisch, wenn alle mtDNA-Kopien identisch sind. Liegen in einer Zelle Wildtyp und mutierte mtDNA in Koexistenz vor, wird dies als Heteroplasmie bezeichnet, wobei der Heteroplasmiegrad den prozentualen Anteil mutierter mtDNA beschreibt. Während der Mitose werden Wildtyp-mtDNA und mutierte mtDNA zufällig auf die Tochterzellen verteilt (replikative Segregation), sodass es gewebsabhängig zu einer unterschiedlichen quantitativen Verteilung der mtDNA-Mutationen kommen kann. Im Lauf der Zeit können Veränderungen des Heteroplasmiegrades auftreten. Überschreitet der Anteil von mutierter mtDNA einen gewissen Prozentsatz (den sog. Schwellenwert), kommt es zu einem kritischen Abfall der Energieproduktion der Zelle und zum Auftreten von Symptomen.

Die mtDNA-Mutationen werden unterteilt in
strukturelle Rearrangements (z. B. Deletionen),
quantitative Störungen der mtDNA wie mtDNA-Depletion (Reduktion der mtDNA-Kopienzahl) und
Punktmutationen.

Während mtDNA-Punktmutationen meist maternal vererbt werden und heteroplasmisch oder seltener homoplasmisch vorliegen, sind strukturelle Rearrangements nahezu immer heteroplasmisch. Singuläre mtDNA-Deletionen treten meist sporadisch auf. Klinisch betroffene Mütter haben jedoch ein 4%iges Risiko, diese Mutation ihren Nachkommen zu vererben (Chinnery et al. 2004). Multiple Deletionen der mtDNA sind meist durch Defekte in nukleären Genen bedingt, die an Replikation und Stabilität der mtDNA beteiligt sind, der Erbgang ist in diesen Fällen autosomal (dominant oder rezessiv).

Für den sicheren Nachweis von mtDNA-Deletionen (Southern Blot, Long-Range-PCR), einer mtDNA-Depletion (Southern Blot, Real-Time-PCR) und mit isolierter Muskelsymptomatik assoziierter Punktmutationen ist in der Regel Skelettmuskel-DNA am besten geeignet. Die Identifikation von seltenen oder neuen mtDNA-Mutationen gelingt über eine gezielte Sequenzierung bestimmter mtDNA-Gene in Abhängigkeit vom klinischen Phänotyp und/oder biochemischen Defekt oder über die Untersuchung des gesamten mitochondrialen Genoms.

Bei pathogenen mtDNA-Mutationen der Mutter bzw. betroffenen Kindern oder weiteren Familienmitgliedern ist eine Pränataldiagnostik grundsätzlich schwierig und weiter limitiert, in Einzelfällen jedoch möglich (z. B. mtDNA-Mutation an Position 8993; Dahl et al. 2000). In einzelnen Familien mit der 3243A>G-Mutation kann eine Pränataldiagnostik ebenfalls hilfreich sein (Bouchet et al. 2006). Auch bei anderen mtDNA-Mutationen (z. B. MT-ND1-6, MT-ATPase) kann eine Pränataldiagnostik in Einzelfällen diskutiert werden, z. B. wenn der Heteroplasmiegrad der Mutation bei der Mutter niedrig und der Schwellenwert für die klinische Manifestation geklärt ist (Chiaratti et al. 2011). Diese Untersuchungen können jedoch nicht routinemäßig und nur bei ausgewählten Patienten in hochspezialisierten Zentren durchgeführt werden. Genetische Präimplantationsdiagnostik (PID) als Prävention der Vererbung einiger mtDNA-Mutationen wurde im Ausland in Einzelfällen erfolgreich durchgeführt (Poulton u. Bredenoord 2010). Weitere experimentelle Methoden wie z. B. der „nuclear transfer" könnten in Zukunft Alternativen bieten, werfen aber ethische Fragen und technische Schwierigkeiten auf, die zuvor noch gelöst werden müssen (Craven et al. 2010, Poulton et al. 2010).

Besonderheiten nukleärer Mutationen

Das nukleäre Genom kodiert für die nicht mitochondrial kodierten Untereinheiten der Atmungskettenkomplexe, zahlreiche Struktur- und Assemblierungs-Proteine sowie Stabilitäts- und Funktionsregulatoren der Atmungskette. Darüber hinaus sind für die intergenomische Kommunikation, mitochondriale Transkription, Replikation und Translation notwendige Faktoren nukleär kodiert und werden in die Mitochondrien importiert. Eine Gruppe neu identifizierter, nukleär kodierter Proteine kann die Translation einzelner mitochondrialer Proteine beeinflussen (TACO1; Weraarpachai et al. 2009). Es gibt nukleäre Mutationen, die mit multiplen mtDNA-Deletionen oder einer mtDNA-Depletion assoziiert sind. Für mitochondriale Erkrankungen verantwortliche Mutationen in weiteren nukleären Genen wurden jüngst beschrieben, ihr Pathomechanismus ist aktuell noch nicht abschließend geklärt (Di Fonzo et al. 2009, Ghezzi et al. 2010). Die Anzahl der bekannten, für mitochondriale Erkrankungen verantwortlichen nukleären Mutationen hat in den letzten Jahren aufgrund der technischen Fortschritte der genetischen Analyse stark zugenommen (Exom-, „next generation“-Sequenzierung).

Nukleäre Mutationen sind einer genetischen Routinediagnostik in vielen Fällen zugänglich, wobei bei seltenen Gendefekten die Diagnostik derzeit noch auf wenige Zentren beschränkt bleibt. Bei pathogenen Mutationen in nukleären Genen ist nach Kontaminationskontrolle der Chorionzotten eine Pränataldiagnostik – oder eine PID abhängig von der Rechtsgrundlage – möglich. Neue molekulargenetische Methoden wie Exom- und „next generation“-Sequenzierung werden zurzeit zu Forschungszwecken getestet, die mögliche Rolle für eine klinische Routinediagnostik wird in den nächsten Jahren deutlich werden (Calvo et al. 2010).

Allgemeine Diagnostik bei klinischem Verdacht auf eine mitochondriale Erkrankung

Die Diagnostik erfordert eine enge Zusammenarbeit von Klinikern, Biochemikern und Molekularbiologen und muss im Einzelfall modifiziert werden. Spezielle diagnostische Maßnahmen werden bei den einzelnen Krankheitsbildern (▶ siehe dort) besprochen.

Basisuntersuchungen
Familienanamnese(für Flox wohl unwichtig da hier keine erbliche sondern die toxische Mitochondriopathie vorliegt)neurologischer Status, allgemeiner und internistischer Status
Routinelabor, zusätzlich CK, CK-MB, Ruhe-Laktat im Serum
Laktat unter Belastung (Fahrradbelastungstest)

▶ Cave

Laktatbestimmungen in Ruhe und unter Belastung sollten immer ungestaut aus einer dicklumigen Venenkanüle erfolgen.
Elektromyografie und Neurografie
EEG mit Fotostimulation
EKG
Liquordiagnostik (erhöhtes Gesamteiweiß/Laktat)
MRT/CT des Schädels (fokale Läsionen als Hinweis auf schlaganfallähnliche Episoden? Marklagerläsionen? ­Basalgangliensignalveränderungen oder -verkalkun­gen? Hirnatrophie?)

Muskelbiopsie
histologische und enzymhistochemische Analytik (einschließlich modifizierter Gomori-Trichrom-Färbung: RRF? Succinatdehydrogenase-[SDH-] und COX-Färbung: COX-negative/SDH-positive Fasern?)
biochemische Analytik (Bestimmung der isolierten Aktivitäten von Komplex I–V, Pyruvatdehydrogenase-Komplex, Citratsynthase, evtl. Coenzym-Q10-Konzentration)

Molekulargenetische Diagnostik
DNA-Analyse bevorzugt aus Muskelgewebe zum Nachweis der häufigsten mtDNA-Mutationen (in Einzelfällen primäre DNA-Analyse aus Blut, Urothelzellen [Urinsediment] oder Mundschleimhautabstrichen sinnvoll), insbesondere mtDNA-Deletionsscreening, Punktmutationen 3243A>G, 8344A>G
bei negativem Befund im Einzelfall erweitertes Mutationsscreening (z. B. durch Sequenzierung der mtDNA-tRNA-Gene, Protein-kodierenden Gene oder des gesamten mitochondrialen Genoms)
bei Verdacht auf eine nukleäre Mutation (z. B. bei Nachweis multipler Deletionen der mtDNA im Muskel) Untersuchung der nukleären DNA (aus Blut möglich)

Allgemeine Zusatzuntersuchungen nach Diagnosestellung einer mitochondrialen Erkrankung
kardiologische Untersuchungen mit 24-Stunden-EKG, Herzultraschall (Kardiomyopathie? Reizleitungsstörungen?), häufige Herzschrittmacher-Indikation!
ophthalmologischer Status mit Fundoskopie (Pigmentdegeneration der Retina? Optikusatrophie? Bulbusmotilitätsstörungen?)
Hals-Nasen-Ohren-ärztliche Untersuchung (Innenohrschwerhörigkeit?) mit Videofluoroskopie bei Dysphagie (krikopharyngeale Achalasie? Ösophageale Motilitätsstörung?)
endokrinologische Untersuchungen (Diabetes mellitus? Hypothyreose? Hypoparathyreoidismus?)

Therapie

Bislang steht keine kurative Behandlung zur Verfügung (bei Flox genauso). Zahlreiche experimentelle Ansätze einer Gentherapie sind derzeit noch nicht klinisch relevant. In erster Linie zielt eine Therapie daher auf die Prävention und symptomatische Behandlung typischer Komplikationen. Jedem Patienten sollte ein Notfallpass für Muskelkranke (Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke, Freiburg; Schweizerische Gesellschaft für Muskelkranke, Zürich, http://www.muskelkrank.ch) ausgestellt werden. Spezielle therapeutische Maßnahmen werden bei den einzelnen Krankheitsbildern ( ▶ siehe dort) besprochen.

Allgemeine Maßnahmen und symptomatische Therapie

Die Patienten bedürfen einer allgemeinen Beratung im Hinblick auf Ernährung, Reisen, Sport- und Freizeitverhalten sowie Vermeidung von Komplikationen (Medikamente, Narkosen, Infekte). In Bezug auf die Ernährung wird eine kalorisch ausgewogene Kost empfohlen, bestehend aus mehreren kleinen Mahlzeiten pro Tag. Starke Hitze- bzw. Kälteeinwirkungen sollten ebenso wie Aufenthalte in großen Höhen (Sinken des Sauerstoffpartialdrucks) vermieden werden. Medikamente, die zu einer Beeinträchtigung des mitochondrialen Stoffwechsels führen können (z. B. Valproinsäure, Statine, bestimmte Antibiotika wie Aminoglykoside) sollten soweit möglich vermieden werden.

Körperliches Training: Regelmäßiges, aerobes Ausdauertraining (kardiales Monitoring!)ohne Ausreizen der Belastungsgrenze, z. B. 2–3 × pro Woche Fahrradergometrie, möglichst kombiniert mit moderatem Krafttraining (Taivassalo et al. 2006, Murphy et al. 2008, Jeppesen et al. 2009, Voet et al. 2010); regelmäßige angeleitete Physiotherapie.

Fieberhafte Infekte: Es besteht die Gefahr der krisenhaften Verschlechterung, daher rasche Fiebersenkung und ggf. antibiotische Behandlung, adäquate Flüssigkeitszufuhr, bevorzugte Antipyretika: Ibuprofen.

Narkosen: Vorlage des Muskelpasses, Vorsicht mit Anästhetika, besondere Überwachung (Shipton u. Prosser 2004).

Korrektur einer episodischen schweren Laktatazidose: Ggf. Bicarbonat, Dialyse, Dichloroacetat.

▶ Cave

Dichloroacetat führt bei längerer Anwendung zu einer toxischen Neuropathie (Kaufmann et al. 2006).

Kardiale Komplikationen: Frühzeitige Herzschrittmacher-Implantation, konventionelle Therapie, selten Herztransplantation bei monosymptomatischen Erkrankungen vor allem im Kindesalter.

Gastroenterologische Komplikationen: Bei Malnutrition und Dysphagie durch ösophageale Motilitätsstörung PEG-Anlage, bei krikopharyngealer Achalasie ggf. krikopharyngeale Myotomie (Kornblum et al. 2001), parenterale Ernährung.

Endokrinologische Komplikationen: Konventionelle Behandlung eines Diabetes mellitus, ggf. Hormonersatztherapien (Thyroxin, GH etc.).

Ophthalmologische Komplikationen: Prismenbrillen, Oberlidfadensuspensions-OP durch spezialisierte Ophthalmologen, Kataraktchirurgie.

Innenohrschwerhörigkeit: Verordnung von Hörgeräten, ggf. Cochlea-Implantat (Sinnathuray et al. 2003).

Epileptische Anfälle: Konventionelle Therapie möglichst unter Vermeidung von Valproat, wegen sekundärer L-Carnitin-Defizienz ggf. orale Substitution bei Valproat-Gabe (DiMauro et al. 2004). Am häufigsten kommen Carbamazepin, Lamotrigin und Levetiracetam zur Anwendung (Chinnery u. Bindoff 2003). Evtl. ketogene Diät bei therapierefraktärer Epilepsie in juvenilem Alter (Kang et al. 2007).

Medikamente, die möglichst vermieden werden sollten:
Vorsicht mit Barbituraten bei LHON (Komplex-I-Inhibition)
Antibiotika, die zu einer Hemmung der mitochondrialen Proteinbiosynthese führen wie Linezolid (Gruppe der Oxazolidinone), Aminoglykoside (cave Ototoxizität), Chloramphenicol, Tetrazykline
Ringer-Laktat-Infusionen, Biguanide (Laktatazidose)
Valproat (Inhibition der β-Oxidation, Lebertoxizität, sekundäre L-Carnitin-Defizienz; Krahenbühl et al. 2000).

Pharmakotherapie

Eine Vielzahl verschiedener Präparate, hierunter antioxidative Substanzen, Vitamine und Kofaktoren der Atmungskettenenzyme, wurden in der pharmakologischen Therapie mitochondrialer Erkrankungen des Erwachsenenalters angewendet. Abgesehen von der Substitution von Coenzym Q10 bei den primären Coenzym-Q10-Defizienzen konnte bis auf positive Effekte in Einzelfallbeobachtungen und kleinen Fallserien bei keiner Substanz eine signifikante Wirkung nachgewiesen werden, nicht zuletzt weil die Datenlage bezüglich großer kontrollierter Doppelblindstudien äußerst begrenzt ist (Chinnery et al. 2006). Letztlich bleibt die Therapieentscheidung immer eine Einzelfallentscheidung, die von der individuellen Befundkonstellation abhängt. Bei den Präparaten sollte zunächst ein Behandlungsversuch über 6 Monate erfolgen, bei Ineffektivität kann die Medikation danach abgesetzt werden.

Im Folgenden sind die am häufigsten verwendeten Substanzen aufgelistet. Darüber hinaus kommen Thiamin (Vitamin B1, 100–500 mg/d), Vitamin E (200–400 IE/d), Succinat bei Komplex-I-Defizienz (6 g/d), Folsäure (vor allem bei KSS), Nicotinamid (50–75 mg/kg/d) und Alpha-Liponsäure (200–600 mg/d) zur Anwendung. Dichloroacetat (25 mg/kg/d oral) kann kurzfristig zur Besserung einer schweren Laktatazidose eingesetzt werden (De Stefano et al. 1995, Stacpoole et al. 1997) und zeigte in einer offenen Studie auch bei längerfristiger Anwendung positive Effekte in Einzelfällen (Barshop et al. 2004). In randomisierten Studien hatte eine längere Gabe von Dichloroacetat allerdings keinen Effekt auf klinische Parameter bei kongenitaler Laktatazidose (Stacpoole et al. 2006) und zeigte sogar zum Studienabbruch führende Nebenwirkungen in Form einer toxischen Neuropathie bei MELAS (Kaufmann et al. 2006).

Coenzym Q10 (Ubiquinon)

Wirkmechanismus: Mobiler Elektronencarrier (Komplex I/II zu Komplex III), antioxidative Eigenschaften.

Indikation: Coenzym-Q10-Defizienz, alle mitochondrialen Erkrankungen. (unter Flox mal den Q10 Spiegel testen lassen war bei mir deutlich erniedrigt)
Dosis: Bei Coenzym-Q10-Defizienz 500–1000 mg/d, sonst 50–300 mg/d oral (aufgeteilt auf Einzeldosen, mit fetthaltiger Nahrung einzunehmen).
Nebenwirkungen: Keine.

Wissenschaftliche Evidenz: Coenzym-Q10-Defizienz (Rotig et al. 2000, Sobreira et al. 1997, Gempel et al. 2007), sonstige mitochondriale Erkrankungen (Barbiroli et al. 1999, Bresolin et al. 1990, Chan et al. 1998, Chen et al. 1997, Hanisch u. Zierz 2003).


Idebenone

Wirkmechanismus: Analog zu Coenzym Q10 (Quinonderivat).

Indikation: Verschiedene mitochondriale Erkrankungen (z. B. LHON, mitochondriale Kardiomyopathie, Friedreich-Ataxie).

Dosis: In den Studien 900 mg/d (LHON) bzw. bis zu 2250 mg/d (Friedreich-Ataxie). Idebenone kann derzeit über internationale Apotheken bezogen werden.

Nebenwirkungen: Keine.

Wissenschaftliche Evidenz: LHON (Eng et al. 2009, Klopstock et al. 2011), Friedreich-Ataxie (Di Prospero et al. 2007, Lynch et al. 2010), sonstige mitochondriale Erkrankungen (Lerman-Sagie et al. 2001, Mashima et al. 1992).

Riboflavin (Vitamin B2)

Wirkmechanismus: Vorläufer von Flavinmononukleotid und Flavinadenindinukleotid (Kofaktoren von Komplex I/II), Stabilisation von Komplex I.

Indikation: Coenzym-Q10-Defizienz mit ETFDH-Mutationen; Komplex-I- (und -II-) Defizienz.

Dosis: 10–100 mg/d oral.

Nebenwirkungen: Keine.

Wissenschaftliche Evidenz: Arts et al. 1983, Ichiki et al. 1988, Gempel et al. 2007.


Kreatin-Monohydrat

Wirkmechanismus: Energiepufferung, Stimulation der OXPHOS, muskuläre Proteinsynthesesteigerung, Schutz vor Apoptose/Zellnekrose/oxidativem Stress.

Indikation: Skelettmuskelbeteiligung, Belastungsintoleranz, Kinder, kein Effekt bei CPEO.

Dosis: 80–150 mg/kg/d oral.

Nebenwirkungen: Leichte Gewichtszunahme, leichte gastrointestinale Beschwerden.

Wissenschaftliche Evidenz: Tarnopolsky et al. 1997, Klopstock et al. 2000, Komura et al. 2003, Kornblum et al. 2005, Kley et al. 2011.

L-Carnitin

Wirkmechanismus: Transport langkettiger Fettsäuren durch die innere mitochondriale Membran, Regulation der intrazellulären Acyl-CoA-Homöostase, Stabilisation der mitochondrialen Membran.

Indikation: Primärer und sekundärer Carnitinmangel, Kardiomyopathie.

Dosis: 2–4g/d in 3 Einzeldosen oral; 2–4 g/d i. v.

Nebenwirkungen: Übelkeit, Diarrhöen.

Wissenschaftliche Evidenz: Primärer Carnitinmangel; Defekte der β-Oxidation (Stanley et al. 1991); mitochondriale Erkrankungen mit sekundärem Carnitinmangel (Campos et al. 1993, Hsu et al. 1995, DiMauro et al. 2004).

20.1 Häufige mitochondriale Erkrankungen des Erwachsenenalters

Chronisch-progressive externe Ophthalmoplegie (CPEO)

Patienten mit CPEO oder „Ophthalmoplegia plus“ (CPEOplus) zeigen als Leitsymptom eine im Verlauf meist bilaterale, oft asymmetrische Ptosis und progrediente Lähmung der äußeren Augenmuskeln. Bei der CPEOplus finden sich weitere Symptome wie muskuläre Belastungsintoleranz, Fatigue, proximal betonte Extremitätenparesen, Beteiligung der fazialen und pharyngealen Muskulatur mit Dysphagie, kardiale Reizleitungsstörungen und Kardiomyopathien, endokrine Störungen mit diabetischer Stoffwechsellage, Hypogonadismus, verzögerter Pubertät, Kleinwuchs, Innenohrschwerhörigkeit, Polyneuropathie (meist axonal), neuropsychologische Auffälligkeiten und kognitive Störungen, Pigmentretinopathie, Optikusatrophie, Ataxie und respiratorische Dysfunktion. Es besteht ein klinisches Kontinuum zum meist schwerer verlaufenden Kearns-Sayre-Syndrom (KSS).

Die Mehrzahl der CPEO- und CPEOplus-Patienten (ca. 50 %) sind sporadische Erkrankungsfälle auf der Basis von singulären mtDNA-Deletionen (Holt et al. 1988, Moraes et al. 1989) oder sehr selten Duplikationen. Seltener finden sich verschiedene maternal vererbte (oder sporadische) Punktmutationen der mtDNA, wobei sich die Mutation 3243A>G am häufigsten nachweisen lässt. Darüber hinaus treten zunehmend autosomale Erbgänge (dominante CPEO/adPEO, seltener rezessive Fälle) auf dem Boden nukleärer Mutationen in den Vordergrund, die zu sekundären multiplen mtDNA-Deletionen und/oder Depletion in verschiedenen vor allem postmitotischen Geweben führen (Zeviani et al. 1989, Hirano u. DiMauro 2001, Deschauer u. Zierz 2002). Mutationen im POLG1- (mitochondriale DNA-Polymerase-Gamma 1) oder selten POLG2- (Polymerase-Gamma 2) Gen, PEO1- (Twinkle), RRM2B-, seltener im SLC25A4- (Adenin-Nukleotid-Translokator 1/ANT1) oder OPA1- (Optic Atrophy 1) Gen bilden einen Teil der meist dominant vererbten Fälle (van Goethem et al. 2001, Longley et al. 2006, Kaukonen et al. 2000, Spelbrink et al. 2001, Hudson et al. 2008, Amati-Bonneau et al. 2008, Tyynismaa et al. 2009, Fratter et al. 2010, Fratter et al. 2011). OPA1-Mutationen können zu einem sog. „Optic Atrophy plus“-Phänotyp führen, der unter anderem durch eine Optikusatrophie mit hochgradiger Visusminderung gekennzeichnet sein kann (Hudson et al. 2008, Amati-Bonneau et al. 2008). POLG1-, PEO1- und RRM2B-Mutationen können auch einen rezessiven Erbgang aufweisen, der meist einen schweren multisystemischen, frühkindlichen Phänotyp mit mtDNA-Depletionssyndrom bedingt, aber auch bei CPEOplus mit multiplen mtDNA-Deletionen beschrieben wurde (Nikali et al. 2005, Bourdon et al. 2007, Hakonen et al. 2007, Sarzi et al. 2007, Lönnqvist et al. 2009, Fratter et al. 2011).

Bei CPEO- und CPEOplus-Patienten sind nach dem Ausschluss singulärer mtDNA-Deletionen am häufigsten autosomal-dominante oder rezessive Mutationen im POLG1-, PEO1- (Twinkle) und RRM2B-Gen zu finden (Fratter et al. 2010, Fratter et al. 2011). Mutationen im SLC25A4- (ANT1), OPA1- und POLG2-Gen sind wahrscheinlich selten.

Spezielle Zusatzdiagnostik
endokrinologische Untersuchung der Schilddrüse und Hypothalamus-Hypophysen-Achse
neuropsychologische Testung
Molekulargenetik:
bei sporadischem Erbgang aus Muskel-DNA: mtDNA-Deletionsscreening mit Southern Blot/Long-Range-PCR. Falls Ergebnis negativ: mtDNA-tRNA-Gene. Bei Nachweis multipler Deletionen: nukleäre Gene POLG1, PEO1 (Twinkle), RRM2B, SLC25A4 (ANT1), OPA1, POLG2
bei maternalem Erbgang aus Blut-, Urothel-, besser Muskel-DNA: mtDNA-tRNA-Gene
bei autosomalem Erbgang aus Blut-DNA: nukleäre Gene POLG1, PEO1 (Twinkle), RRM2B, SLC25A4 (ANT1), OPA1, POLG2


Kearns-Sayre-Syndrom (KSS)

Für die Diagnosestellung eines KSS wird das Vorliegen einer externen Ophthalmoplegie mit Ptosis, Pigmentdegeneration der Retinaund ein Beginn der Symptomatik vor dem 20. Lebensjahr gefordert. Zusätzlich liegt mindestens eines der folgenden Symptome vor: kardiale Reizleitungsstörungen, zerebelläre Ataxie und/oder Liquoreiweißerhöhung von mindestens 100 mg/dl (Lestienne u. Ponsot 1988). Typische weitere Begleitsymptome sind Kleinwuchs, Kachexie, endokrinologische Störungen (Diabetes mellitus, Hypogonadismus, Hypothyreose, Hypoparathyreoidismus), Nephro- und Tubulopathien (renales Debré-deToni-Fanconi-Syndrom), Dysphagie, Hypophonie, Innenohrschwerhörigkeit, respiratorische Dysfunktion, (axonale) Polyneuropathie, neuropsychologische Auffälligkeiten und kognitive Störungen. KSS und CPEOplus stellen sich oft als klinisches Kontinuum dar. Ein KSS kann sich aus einem Pearson-Syndrom des Kindesalters (reversible [Pan-]Zytopenie, exokrine Pankreasinsuffizienz, Laktatazidose) entwickeln (Larsson et al. 1990).

In der Liquordiagnostik kann ein zerebraler Folsäuremangel nachweisbar sein (Pineda et al. 2006, Serrano et al. 2010, Pérez-Dueñas et al. 2011). Das MRT des Schädels zeigt häufig Signalveränderungen im subkortikalen Marklager, Thalamus, Stammganglien und Hirnstamm.

Das KSS tritt fast ausschließlich sporadisch auf und ist genetisch überwiegend auf singuläre mtDNA-Deletionen, seltener Duplikationen zurückzuführen, wobei relativ häufig eine 4977 bp große Deletion typischer Lokalisation nachzuweisen ist, die sog. „common deletion“ (Zeviani et al. 1988, Moraes et al. 1989). Kürzlich wurden erstmals compound heterozygote nukleäre RRM2B-Mutationen mit sekundären multiplen mtDNA-Deletionen ohne Depletion im Skelettmuskel als ursächlich für den Phänotyp eines KSS beschrieben, einem autosomal-rezessiven Erbgang entsprechend (Pitceathly et al. 2011).

Spezielle Zusatzdiagnostik
endokrinologische Untersuchung der Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Hypothalamus-Hypophysen-Achse
Folsäure im Serum, evtl. 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF) im Liquor
neuropsychologische Testung
Molekulargenetik aus Muskel-, evtl. Blut-DNA: mtDNA-Deletionsscreening (Southern Blot/Long-Range-PCR), bei multiplen mtDNA-Deletionen (Kontinuum zur CPEOplus): nukleäre Gene POLG1, RRM2B, evtl. PEO1 (Twinkle), OPA1, SLC25A4 (ANT1), POLG2

Spezielle therapeutische Maßnahmen

Bei Folsäuremangel/5-MTHF-Defizienz im Liquor Folsäure-Supplementation.

Mitochondriale Enzephalo­myopathie, Laktatazidose und schlaganfallähnliche Episoden (MELAS)

Die charakteristische Befundkonstellation beim MELAS-Syndrom ist das wiederholte Auftreten von schlaganfallähnlichen Episoden vor dem 40. Lebensjahr, der muskelbioptische Nachweis einer mitochondrialen Myopathie mit RRF sowie der Nachweis einer Laktatazidose im Blut. Sehstörungen im Sinne einer Hemianopsie oder kortikalen Blindheit sind häufig die ersten fokal-neurologischen Ausfälle im Rahmen der schlaganfallähnlichen Episoden. Die Episoden sind oft von migräneartigen Kopfschmerzen mit Erbrechen und von epileptischen Anfällen begleitet. Weitere typische akzessorische Symptome der Erkrankung sind Innenohrschwerhörigkeit, Pigmentdegeneration der Retina, Diabetes mellitus, Epilepsie, Kleinwuchs, gastrointestinale Beschwerden, Untergewicht, muskuläre Belastungsintoleranz und oft eine Kardiomyopathie. Im Verlauf der Erkrankung entwickeln sich sehr häufig kognitive Störungen bis zur Demenz. Das MELAS-Syndrom manifestiert sich typischerweise in der ersten bis zweiten Lebensdekade, Spätmanifestationen werden jedoch beschrieben.

Das MRT des Schädels zeigt im Intervall oft fokale Substanzdefekte, vor allem parietookzipital. In der akuten Phase einer schlaganfallähnlichen Episode zeigt sich im Unterschied zur typischen zerebralen Ischämie meist kein erniedrigter, sondern häufiger ein erhöhter ADC-Wert. Im Verlauf der Episode kommt es oft zur Ausbreitung, gefolgt von (partieller) Rückbildung der Läsionen.

MELAS wird meist durch mtDNA-Mutationen verursacht, wobei die Mehrzahl der Erkrankungsfälle einen maternalen Erbgang aufweist. Bei mehr als 80 % der Patienten lässt sich eine heteroplasmische 3243A>G-Punktmutation der mtDNA im tRNALeu(UUR)-Gen (MT-TL1) nachweisen (Goto et al. 1990). Es gilt zu beachten, dass Patienten mit der 3243A>G-Punktmutation nicht selten eine dem MELAS-Syndrom ähnliche mitochondriale Enzephalomyopathie, jedoch ohne typische schlaganfallähnliche Episoden aufweisen. In MT-TL1 liegen weitere seltene MELAS-Mutationen, insbesondere die Mutation 3271T>C, die sich bei 7–15 % der MELAS-Fälle findet (Tarnopolsky et al. 1998). Darüber hinaus sind aber auch seltene Mutationen in anderen tRNA-Genen und Strukturgenen der mtDNA, vor allem in Komplex-I-Untereinheiten, aber auch in POLG1 beschrieben (Deschauer et al. 2007).

Spezielle Zusatzdiagnostik
endokrinologische Untersuchung der Schilddrüse, Hypothalamus-Hypophysen-Achse
EEG mit Fotostimulation, 24-Stunden-EEG (Fotosensitivität? Epilepsietypische Potenziale?)
neuropsychologische Testung
Muskelbiopsie oft mit Nachweis COX-positiver RRF
Molekulargenetik aus Blut-, besser Muskel-DNA: 3243A>G. Bei negativem Befund: MT-TL1. Bei negativem Befund Sequenzierung weiterer mtDNA-tRNA-Gene, MT-ND1-6. Bei negativem Befund POLG1

Spezielle therapeutische Maßnahmen

L-Arginin intravenös kann evtl. die Schwere der schlaganfallähnlichen Episoden verringern und oral eingenommen die Häufigkeit der Episoden reduzieren (Koga et al. 2005). In Einzelfällen wurde Kortison erfolgreich gegen das (vasogene) Ödem eingesetzt (Rossi et al. 2002). Sumatriptan zeigte sich bei einzelnen Patienten gegen die Kopfschmerzen bei schlaganfallähnlichen Episoden wirksam (Iizuka et al. 2003). Zur antikonvulsiven Behandlung sollte kein Valproat eingesetzt werden, da es möglicherweise schlaganfallähnliche Episoden triggern kann (Lam et al. 1997).

Myoklonusepilepsie mit RRF (MERRF)

Die charakteristische Befundkonstellation bei MERRF ist eine Myoklonusepilepsie (Myoklonien, fokale und generalisierte Anfälle), überwiegend mit Nachweis von RRF in der Muskelbiopsie. Weitere typische Befunde sind zerebelläre Ataxie, Innenohrschwerhörigkeit, Polyneuropathie, Kleinwuchs, Optikusatrophie, muskuläre Belastungsintoleranz, psychiatrische Auffälligkeiten, Demenz­entwicklung und kutane Lipome besonders im Nacken. MERRF manifestiert sich typischerweise in der zweiten bis dritten Lebensdekade und zeigt interindividuell eine hohe Variabilität in Bezug auf die Schwere der Erkrankung.

Im Schädel-MRT sieht man typischerweise eine zerebelläre Atrophie, aber auch Läsionen in den Stammganglien werden beobachtet.

Ursächlich liegen der Erkrankung meist mtDNA-Mutationen in tRNA-Genen zu Grunde. Bei ca. 80 % der Patienten liegt eine heteroplasmische 8344A>G mtDNA-Punktmutation im tRNALys-Gen (MT-TK) vor (Wallace et al. 1988b). Neben weiteren MERRF-assoziierten Punktmutationen in MT-TK (8356T>C, 8363G>A, 8361G>A) wurden seltener Punktmutationen im tRNAPhe- (MT-TF), tRNAPro- (MT-TP) und tRNASer(UCN)-Gen (MT-TS1) beschrieben, die zu MERRF oder einem MERRF/MELAS-Overlap-Syndrom führen können (Mancuso et al. 2004, Blakely et al. 2009). Ein MERRF-Phänotyp kann selten auch durch rezessive POLG1-Mutationen bedingt sein (Van Goethem et al. 2003a). Zahlreiche atypische MERRF- und MELAS/MERRF-Overlap-Syndrome wurden mittlerweile beschrieben (Hirano et al. 2008, Zsurka et al. 2010).

Spezielle Zusatzdiagnostik
endokrinologische Untersuchung der Hypothalamus-Hypophysen-Achse
EEG mit Fotostimulation, 24-Stunden-EEG (Fotosensitivität? Epilepsietypische Potenziale?)
neuropsychologische Testung
Molekulargenetik aus Blut-, besser Muskel-DNA: 8344A>G. Bei negativem Befund Sequenzierung von MT-TK, bzw. weiterer mtDNA-tRNA-Gene. Bei negativem Befund POLG1.

Spezielle therapeutische Maßnahmen

Levetiracetam und Clonazepam haben sich bei der Behandlung von Myoklonien und epileptischen Anfällen bei MERRF klinisch bewährt (Mancuso et al. 2006).

Hereditäre Leber-Optikus-Neuropathie (LHON)

Die charakteristische Symptomatik bei LHON besteht aus einer oft zunächst unilateralen, im Verlauf von Wochen bis Monaten bilateralen, vornehmlich das zentrale Gesichtsfeld betreffenden Visusminderung. LHON manifestiert sich häufiger bei Männern als bei Frauen (m:w = 80:20%). Der Erkrankungsbeginn liegt meist zwischen dem 10. und 50. Lebensjahr (Kirkman et al. 2009). In der Mehrzahl der Fälle resultiert die Erkrankung in einer permanenten ausgeprägten Visusminderung, in einigen Fällen (4–40 %) kommt es, abhängig von der vorliegenden Mutation, im späteren Krankheitsverlauf zu einer Remission. So zeigt die Punktmutation 14484T>C einen vergleichsweise günstigen klinischen Verlauf. Selten finden sich bei LHON-Patienten weitere neurologische Auffälligkeiten, insbesondere Bewegungsstörungen wie Tremor, Ataxie und Dystonie, auch zerebrale „white matter lesions“ und oligoklonale Banden im Liquor können in Einzelfällen nachweisbar sein.

Drei mtDNA-Punktmutationen, die alle in Komplex-I-Strukturgenen liegen, verursachen 96 % aller LHON-Erkrankungen, die häufigste befindet sich an Position 11778G>A der mtDNA (Wallace et al. 1988a), seltener sind die Mutationen 14484T>C und 3460G>A. Die Mutationen treten meist homoplasmisch auf. LHON zeichnet sich durch eine variable Expression und inkomplette Penetranz aus (bei Männern ca. 50 %, bei Frauen ca. 10 %). Starkes Rauchen konnte als Manifestationsfaktor identifiziert werden (Kirkman et al. 2009), weitere Umwelteinflüsse und ein X-chromosomales Modifier-Gen werden vermutet. Durch die relativ niedrige Penetranz ergibt sich zum Teil ein (pseudo-) sporadisches Auftreten von LHON, häufig finden sich aber weitere Erkrankte in der mütterlichen Linie (maternale Vererbung).

Spezielle Zusatzdiagnostik
ophthalmologische Untersuchung mit Fundoskopie (initiale Papillenschwellung? Optikusatrophie? Peripapilläre Teleangiektasien?), Perimetrie, Farbkontrastsehen, optische Cohärenztomografie, eventuell Fluoreszenzangiografie
Lumbalpunktion mit Liquordruckmessung (Ausschluss einer Neuritis N. optici, benignen intrakraniellen Hypertension, Meningeosis neoplastica)
Schädel-MRT mit besonderer Darstellung der Orbita (Ausschluss einer entzündlichen ZNS-Erkrankung, zerebralen Raumforderung, eines orbitalen Prozesses)
Visuell evozierte Potenziale
Labor mit Schilddrüsen- und Vaskulitisparametern, BSG/C-reaktives Protein
Farbduplexsonografie der Karotiden und der A. temporalis superficialis
Molekulargenetik primär aus Blut-DNA: 11778G>A (MT-ND4), 14484T>C (MT-ND6), 3460G>A (MT-ND1). Differenzialdiagnostisch ist immer eine autosomal-dominant vererbte Optikusatrophie (z. B. Mutationen im OPA1-Gen) zu erwägen.

Spezielle therapeutische Maßnahmen

Bekannte Manifestationsfaktoren sollten insbesondere bei noch symptomfreien Mutationsträgern minimiert werden, vor allem das Vermeiden von Rauchen (Kirkman et al. 2009), Drogen- und exzessivem Alkoholkonsum, wenn möglich Vermeidung bestimmter Medikamente, die in Einzelfällen als Manifestationsfaktoren verantwortlich gemacht wurden (z. B. bestimmte Antibiotika, hochdosierte Barbiturate und antiretrovirale Medikamente, die die mitochondriale Funktion beeinträchtigen (Niehusmann et al. 2011, Sadun et al. 2011). Inwieweit diese Maßnahmen den Verlauf bei bereits erkrankten LHON-Patienten verbessern, ist nicht untersucht, aber pathophysiologisch naheliegend. Aufgrund der Bedeutung von oxidativem Stress in der Pathogenese wird eine gesunde, vitaminreiche Kost empfohlen. Es gibt Hinweise auf einen positiven Einfluss von Idebenone (Mashima et al. 2000, Eng et al. 2009); eine randomisierte Studie mit 85 Patienten hat den primären Endpunkt nicht erreicht, in sekundären Endpunkten und Post-hoc-Analysen aber einen konsistenten Trend in Richtung einer Wirksamkeit ergeben (Klopstock et al. 2011). Ein Antrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) auf Zulassung von Idebenone für die Indikation LHON wurde 2011 gestellt, das Ergebnis war zum Zeitpunkt der Drucklegung noch offen.

Neuropathie, Ataxie und Retinitis pigmentosa (NARP)

Namengebend für dieses seltene mitochondriale Krankheitsbild ist die Befundkonstellation aus axonaler Neuropathie, Ataxie und Pigmentretinopathie. Als Begleitsymptome können Entwicklungsverzögerungen, Kardiomyopathie, sensorineurale Schwerhörigkeit, Dysarthrie, Dysphagie, epileptische Anfälle, kognitive Einbußen bis zur Demenz, pyramidale und extrapyramidale Symptome sowie eine proximale Muskelschwäche und Laktatazidose auftreten. Die durch einen maternalen Erbgang gekennzeichnete Erkrankung manifestiert sich in der Regel im Kindes- und frühen Erwachsenenalter, oft im Rahmen interkurrenter Infekte.

Als Ursache findet sich bei den meisten Patienten eine heteroplasmatische mtDNA-Punktmutation (8993 T>G/C) im mitochondrialen Gen MT-ATP6, welches für die ATPase 6 kodiert, einer Untereinheit der ATP-Synthase bzw. des Komplex V der mitochondrialen Atmungskette (Holt et al. 1990, Santorelli et al. 1996). Abgesehen von der 8993T>G/C-Mutation wurden bisher nur zwei andere Mutationen, beide auch im MT-ATP6-Gen gelegen, mit NARP assoziiert (Childs et al. 2007, López-Gallardo et al. 2009). Selbst innerhalb einer Familie kann der Heteroplasmiegrad variabel sein; eine Mutationslast < 70 % der 8993T>G-Mutation bleibt klinisch meist asymptomatisch, 70–90 % Mutationslast sind mit dem NARP-Phänotyp assoziiert, > 90 % Mutationslast rufen ein Leigh-Syndrom („maternally inherited Leigh syndrome“ [MILS]) hervor. Patienten mit MILS werden meist bereits im frühen Kindesalter symptomatisch und zeigen schwere Krankheitsverläufe mit Entwicklungsverzögerung, respiratorischer Dysfunktion (perinatale Asphyxie), Ataxie, generalisierter Muskelschwäche („floppy infant“) und Laktatazidose. Viele Patienten mit MT-ATP6-Mutationen zeigen Phänotypen, die einem Overlap zwischen MILS und NARP entsprechen (Sciacco et al. 2003).

Das Schädel-MRT kann bei NARP eine Kleinhirnatrophie zeigen, beim MILS sieht man häufig bilateral-symmetrische Läsionen von Hirnstamm, Stammganglien und Kleinhirn. Eine Muskelbiopsie zeigt im Allgemeinen keine typischen mitochondrialen Veränderungen und ist daher diagnostisch meist nicht hilfreich.

Spezielle Zusatzdiagnostik
EEG, 24-Stunden-EEG (epilepsietypische Potenziale?)
neuropsychologische Testung
Molekulargenetik aus Blut-DNA: 8993T>G, 8993T>C (MT-ATP6) mit Bestimmung des Heteroplasmiegrades; bei fehlendem Mutationsnachweis Sequenzieren von MT-ATP6

Spezielle therapeutische Maßnahmen
bei neuropathischen Schmerzen/epileptischen Anfällen: Gabapentin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Pregabalin
bei Dystonie: Tetrabenazin, Gabapentin, Botulinumtoxin

Mitochondriale neurogastro­intestinale Enzephalomyopathie (MNGIE)

Diagnostisches Kriterium einer MNGIE ist die Kombination aus
1.gastrointestinaler Motilitätsstörung bei viszeraler Neuropathie,
2.externer Ophthalmoplegie und Ptosis,
3.sensomotorischer Polyneuropathie (meist axonal-demyelinisierend),
4.asymptomatischer Leukenzephalopathie (Hirano et al. 2004).

Die viszerale Symptomatik ist durch wechselnde Phasen mit Diarrhöen, Obstipation, intestinaler Pseudoobstruktion und Gastroparese charakterisiert, die zu chronischer Malnutrition und Kachexie führen. MNGIE manifestiert sich bei mehr als 3 Viertel aller Patienten in der ersten und zweiten Lebensdekade. Mögliche zusätzliche Symptome umfassen Myopathie, Optikusatrophie, Retinitis pigmentosa, Hörminderung, Laktatazidose, Dysphagie, Ataxie und Tremor. Patienten mit milder oder atypischer Symptomatik, selbst mit Fehlen einiger diagnostischer Kernmerkmale, sind beschrieben (Bedlack et al. 2004, Martin et al. 2004, Martí et al. 2005, Massa et al. 2009, Filosto et al. 2011). MNGIE kann vor allem bei jüngeren Frauen als Anorexia nervosa verkannt werden (Feddersen et al. 2009). In der Muskelbiopsie finden sich mitochondriale Auffälligkeiten (RRF, COX-negative Fasern) sowie eine Depletion bzw. multiple Deletionen der mtDNA. Diese Befunde können in Biopsien junger Patienten auch fehlen (Cardaioli et al. 2010). Die Erkrankung verläuft chronisch-progredient; infolge der meist schweren gastrointestinalen Symptome ist die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich reduziert.

MNGIE wird autosomal-rezessiv vererbt und durch Mutationen im nukleär kodierten TYMP-Gen (auch ECGF1 genannt) hervorgerufen. TYMP kodiert für die Thymidin-Phosphorylase (Nishino et al. 1999), welche die reversible Phosphorylierung von Thymidin und Desoxyuridin-Nukleosiden zu den Basen Thymin und Uracil katalysiert. Ein Verlust der Enzymaktivität führt zu pathologisch erhöhten Konzentrationen von Thymidin und Desoxyuridin in Plasma und anderen Geweben. Dies verursacht wahrscheinlich durch den unausgewogenen Pool an Nukleotiden eine Störung der mtDNA-Replikation (Lopez et al. 2009, González-Vioque et al. 2011).

Auch Mutationen in anderen nukleären Genen (POLG1, RRMB2) können eine MNGIE-ähnliche Erkrankung hervorrufen (Van Goethem et al. 2003b, Giordano et al. 2009, Shaibani et al. 2009). Mutationen in zahlreichen mtDNA-tRNA-Genen wie MT-TK, MT-TW, MT-TV, MT-TL1 (3243G>A „MELAS"-Mutation) können zu komplexen neurologischen Krankheitsbildern mit prominenter gastrointestinaler Symptomatik, teilweise ohne Leukenzephalopathie, führen (Dougherty et al. 1994, Verma et al. 1997, Chang et al. 2004, Maniura-Weber et al. 2004, Verny et al. 2008, Horvath et al. 2009a). Bei diesen Patienten sind jedoch die Thymidin- und Desoxyuridin-Konzentrationen nicht erhöht.

Spezielle Zusatzdiagnostik
MRT des Schädels (Leukenzephalopathie?)
gastroenterologischer Status (Magen-Darm-Passage, eventuell Gastro-, Duodeno-, Koloskopie)
Serum- und Urinkonzentrationen von Thymidin (Serum > 3 μmol/l) und Desoxyuridin (Serum > 5 μmol/l) (Martí et al. 2004)
Bestimmung der Thymidin-Phosphorylase-Aktivität in Leukozyten (Aktivität < 5 % der Norm)
Molekulargenetik aus Muskel-DNA: multiple mtDNA-Deletionen, mtDNA-Depletion (Southern Blot/Long-Range-/Real-Time-PCR)
Molekulargenetik aus Blut-DNA: TYMP, POLG1, RRM2B

Spezielle therapeutische Maßnahmen

Symptomatisch:
ausreichende Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr sichern (evtl. PEG) – keine Thymidin enthaltende parenterale Ernährung
medikamentöse Intervention bei schweren Diarrhöen oder ausgeprägter Obstipation
Behandlung neuropathischer Schmerzen (z. B. mit Gabapentin, Plexus-coeliacus-Blockaden etc.)

Kausal (bisher nur Einzelfälle): Reduzierung der Konzentrationen von Thymidin und Desoxyuridin in Blut und Geweben:
Hämodialyse (Yavuz et al. 2007) – nur temporärer Effekt
Transfusion von Thrombozyten (Lara et al. 2006) – nur temporärer Effekt
Transplantation allogener hämatopoietischer Stammzellen (Hirano et al. 2006, Halter et al. 2011). Die gebildeten Leukozyten enthalten ausreichende Mengen an Thymidinphosphorylase, um die Thymidin- und Desoxyuridin-Spiegel zu senken. Eine klinische Studie ist zum Zeitpunkt der Drucklegung vorgesehen.

Potenzielle zukünftige Therapieoptionen:
Enzymersatztherapie mit Thymidinphosphorylase (De Vocht et al. 2010)
Transplantation autologer gentherapeutisch modifizierter hämatopoietischer Stammzellen (Torres-Torronteras et al. 2011)

Mitochondriale Myopathie (MM)

Adulte Patienten mit isolierter mitochondrialer Myopathie können eine belastungsabhängige muskuläre Symptomatik häufig mit Rhabdomyolysen, aber auch ein Gliedergürtelsyndrom aufweisen. Eine externe Ophthalmoplegie, Ptosis oder Multisystembeteiligung findet sich per definitionem nicht. Ursache können primäre mtDNA-Mutationen sein, einerseits in Genen, die für Untereinheiten der Atmungskettenkomplexe kodieren (Andreu et al. 1999), andererseits aber auch in tRNA-Genen (Swalwell et al. 2006). Die infantile reversible COX-Defizienz Myopathie kann sich in erwachsenem Alter mit isolierten myopathischen Symptomen manifestieren (Horvath et al. 2009b). Eine MM kann ebenfalls bei Coenzym-Q10-Defizienz mit autosomalem Erbgang auftreten (ETFDH-Mutationen; Horvath et al. 2006b, Gempel et al. 2007). Mutationen im nukleären TK2-Gen führen häufig zu einem rein myopathischen Phänotyp, manifestieren sich jedoch überwiegend im Kindesalter und zeigen meist, aber nicht immer, eine muskuläre mtDNA-Depletion (Saada et al. 2001, Leshinsky-Silver et al. 2008). Kürzlich wurden rezessive Mutationen im nukleären POLG1-Gen beschrieben, die mit einer isolierten mitochondrialen Myopathie des Erwachsenenalters und mtDNA-Depletion im Muskel einhergingen (Giordano et al. 2010).

Spezielle Zusatzdiagnostik
Molekulargenetik bei MM aus Muskel-DNA: mtDNA-Deletionsscreening. Falls negativ, abhängig von den Atmungskettenaktivitäten im Muskel aus Muskel-DNA, nur bei systemischen Krankheitsbildern oder Verdacht auf nukleäre Mutationen aus Blut-DNA: mtDNA-tRNA-Gene, MT-CYTB, MT-COI-III, MT-ND1-6, POLG1, TK2, ETFDH

Spezielle therapeutische Maßnahmen
bei belastungsabhängiger Symptomatik kein Überschreiten der individuellen Belastungsgrenze, dennoch ist regelmäßiges Training empfehlenswert
bei Myoglobinurie ärztliche Überwachung der Nierenfunktion, reichlich Flüssigkeitszufuhr, ggf. forcierte Diurese

Mitochondriale DNA-Depletionssyndrome (MDS)

Eine quantitative Reduktion der mtDNA-Kopienzahl (Depletion) findet sich bei den mitochondrialen Depletionssyndromen, die durch rezessive Mutationen in verschiedenen nukleären Genen verursacht sein können und mit Störungen des mitochondrialen Nukleotidpools oder Alterationen der mtDNA-Replikation einhergehen (Alberio et al. 2007). Die Erkrankungen manifestieren sich häufig im frühkindlichen Alter, die Symptome können aber auch erst im Jugend- oder Erwachsenenalter auftreten. Man unterscheidet (hepato)zerebrale (DGUOK-, MPV17-, POLG1-, PEO1-Mutationen) und (enzephalo)myopathische Verlaufsformen (TK2-, RRM2B-,SUCLA2-, SUCLG1-Mutationen).

Eine besondere Stellung nehmen neurologische Krankheitsbilder ein, die mit Mutationen im POLG1-Gen assoziiert sind (Horvath et al. 2006a). Die klinische Variabilität dieser Erkrankungen ist sehr hoch und reicht von schwerer kindlicher Enzephalomyopathie und Leberinsuffizienz bis zu zerebellärer Ataxie, Neuropathie, Myopathie, Epilepsie oder spätadult beginnender CPEO. Besonders hervorzuheben ist das Alpers-Syndrom bei Kleinkindern (therapieresistente Epilepsie, Leberinsuffizienz, Entwicklungsretardierung). Bei Patienten mit POLG1-Mutationen findet man häufig multiple mtDNA-Deletionen im Muskel und/oder eine mtDNA-Depletion. Die Atmungskettenenzyme im Muskel können nur eine leichte Aktivitätsminderung oder normale Aktivität zeigen. RRM2B-Mutationen können ähnlich wie POLG1-Mutationen ein schweres, autosomal-rezessiv vererbtes mtDNA-Depletionssyndrom (Bourdon et al. 2007), ein KSS (Pitceathly et al. 2011) und/oder eine autosomal-dominante CPEO verursachen (Tyynismaa et al. 2009).

Spezielle Zusatzdiagnostik
Schädel-MRT: Signalveränderungen des Marklagers und der Basalganglien
gastroenterologischer Status, ggf. Leberbiopsie (cave: Gerinnungsstörungen)
organische Säuren im Urin: Methylmalonsäure ist im Urin bei SUCLA2- und SUCLG1-Defekten erhöht
Molekulargenetik aus Leber- oder Muskel-DNA: multiple mtDNA-Deletionen, mtDNA-Depletion (Southern Blot/Long-Range-/Real-Time-PCR). Untersuchung der Gene POLG1, PEO1, RRM2B, DGUOK, MPV17, TK2, SUCLA2, SUCLG1. Bei klinischem Verdacht auf POLG1-Mutationen (z. B. Alpers-Syndrom) direkte Sequenzierung von POLG1 aus Blut-DNA sinnvoll

Spezielle therapeutische Maßnahmen

Valproat ist wegen der Gefahr des akuten Leberversagens streng kontraindiziert.

Coenzym-Q10-Defizienz

Der Coenzym-Q10-Mangel ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die mit verschiedenen klinischen Phänotypen assoziiert ist:
Enzephalomyopathie mit Belastungsintoleranz, mitochondrialer Myopathie, Myoglobinurie, Epilepsie, Ataxie (Ogasahara et al. 1989, Sobreira et al. 1997)
infantile Enzephalomyopathie, Kardiomyopathie, Ataxie, optische Neuropathie, Taubheit, Nephrose (Rotig et al. 2000)
zerebelläre Ataxie (Lamperti et al. 2003, Le Ber et al. 2007)
Leigh-Syndrom mit Kleinwuchs, Ataxie, Taubheit (Maldergem et al. 2002)
isolierte Myopathie(Horvath et al. 2006b)

Die genetische Ursache ist sehr heterogen. Pathogene Mutationen in verschiedenen Coenzym-Q10-Biosynthese-Genen wurden beschrieben (Gene COQ2, PDSS1, PDSS2, COQ9, CABC1/ADCK3; López et al. 2006, Quinzii et al. 2006, Mollet et al. 2007, Lagier-Tourenne et al. 2008, Mollet et al. 2008, Duncan et al. 2009, Quinzii u. Hirano 2010). Ein sekundärer Coenzym-Q10-Mangel kommt bei Gendefekten mit Einfluss auf die Coenzym-Q10-Biosynthese vor (Gene APTX, ETFDH; Quinzii et al. 2005, Gempel et al. 2007).

Spezielle Zusatzdiagnostik
biochemische Untersuchung der Atmungskettenkomplexe und Coenzym Q10 im Muskel
molekulargenetische Untersuchung von PDSS1, PDSS2, COQ2, COQ9, CABC1/ADCK3, ETFDH, APTX

Spezielle therapeutische Maßnahmen
Hochdosierte Coenzym-Q10 Supplementation, 500–1000 mg/d. Die Kosten für Coenzym Q10 werden von den gesetzlichen Krankenkassen im Regelfall nicht übernommen. Bei nachgewiesener muskulärer Coenzym-Q10-Defizienz sollte ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden.
bei ETFDH-Defekt Kombinationstherapie aus Riboflavin 50–100 mg/d und Coenzym Q10 (Gempel et al. 2007)

Redaktionskomitee

Prof. Dr. med. M. Deschauer, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Halle
Dr. med. R. Horvath, PhD, Medizinisch Genetisches ­Zentrum München
Prof. Dr. med. Th. Klopstock, Friedrich-Baur-Institut an der Neurologischen Klinik und Poliklinik, Klinikum ­Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universität München
PD Dr. med. C. Kornblum, Klinik und Poliklinik für ­Neurologie, Universitätsklinikum Bonn
Prof. Dr. W. S. Kunz, PhD, Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn
Dr. med. J. Schäfer, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Technische Universität Dresden
Dr. med. M. Schüpbach, Neurologische Universitätsklinik Inselspital Bern und Centre d’Investigation Clinique, CHU Pitié-Salpêtrière, Paris
Prim. Univ. Prof. Dr. med. W. Sperl, PhD, Universitäts­klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Salzburger ­Landeskliniken, Salzburg
Prof. Dr. med. E. Wilichowski; Abteilung Pädiatrie II mit Schwerpunkt Neuropädiatrie, Universitätskinderklinik Göttingen
Univ. Prof. Dr. med. F. Zimprich; Universitätsklinik für Neurologie, Wien

Federführend: PD Dr. med. Cornelia Kornblum, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Bonn, Sigmund-Freud Straße 25, 53105 Bonn, Tel.: 0228/287–15712, E-Mail: cornelia.kornblum@ukb.uni-bonn.de

Entwicklungsstufe der Leitlinie: S1

Weiterführende Internetseiten
http://www.mitonet.org
http://www.mitomap.org
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/027-016.html
http://neuromuscular.wustl.edu
http://www.dgm.org
http://www.muskelkrank.ch: Schweizerische Gesellschaft für Muskelkranke SGMK, Kanzleistrasse 80, CH-8004 Zürich, Telefon +41(0)44 245 80 30, Fax +41 (0)44 245 80 31, E-Mail: info@muskelkrank.ch
http://www.asrim.ch: Association de la Suisse Romande et Italienne contre les Myopathies, ASRIM – Y – Parc, Rue Galilée 15, 1400 Yverdon, Telefon +41(0)244207800, E-Mail: info@asrim.ch

Methodik der Leitlinienentwicklung

Zusammensetzung der Leitliniengruppe, Beteiligung von Interessengruppen

Einsetzung eines Autorengremiums durch die Kommission Leitlinien der DGN; Link zu AWMF-Register-Nr.: 027-016-S2: „Diagnostik und Therapieansätze bei Mitochondriopathien im Kindes- und Jugendalter";

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (offiziell vertreten durch Prof. Dr. med. E. Wilichowski)

Recherche und Auswahl der wissenschaftlichen Belege

Systematische Literaturrecherche über elektronische Datenbanksysteme (PubMED), Bezug auf systematische Reviews, auf die bestehende Leitlinie und die AWMF-Leitlinie mit Register-Nr.: 027-016-S2: „Diagnostik und Therapieansätze bei Mitochondriopathien im Kindes- und Jugendalter".

Verfahren zur Konsensfindung

Formale Konsensuskonferenz der Autoren in Berlin im Rahmen des 5. Treffens des mitoNET, 15.07.2011
Regelmäßige Korrespondenz der Autoren (E-Mail, Telefon)

Literatur
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Aus: Hans-Christoph Diener, Christian Weimar (Hrsg.): Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Thieme Verlag, Stuttgart, September 2012

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#3126

Beitragvon Schorsch » 21.12.2017, 21:41

Hallo,

anbei noch ein Link der mir gerade zugekommen ist:

https://floxiehope.com/2015/02/24/study ... drial-dna/

Es ist also so gut wie ganz klar, was Flox wirklich ist und wie man mitochondrial therapieren sollte. Daher sollten einige anfangen sich genau in diesem Thema ein zu lesen. Das ist die Schlüsseltherapie für Floxschäden. Und nicht einfach schnell was einwerfen, egal ob Medikament oder NEM. Man sollte seinen eigenen Stoffwechsel und diesen komplexen Zusammenhang auch versuchen zu verstehen. Nur so kann man sich dann seine eigene Therapiestrategie entwickeln, bei der man allerdings auch enorm auf den Faktor Zeit, Hoffnung und Gelassenheit setzen muss.

Gruß Schorsch


PS Auch ein interessantes Infoblatt zum Thema oxid. Zellstreß durch Medikamente und dem Schutzmechanismus durch Gluthation.
Daher auch Acetylcystein und Magnesium als Glycinate Verbindung nutzen.
Dateianhänge
GanzImmun-Info_Oxid.Zellstreß_durch_Medikamente.pdf
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Schorsch
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#3210

Beitragvon Schorsch » 02.01.2018, 20:06

Hallo,

auch Tinntitus nach Flox scheint ein rein mitochondriales Problem zu sein.

Quelle: http://www.nutrition-world.ch/fileadmin ... nnitus.pdf

Informationsreihe Thema: Tinnitus
Seiten: 1
Stand: Februar 05
International Mitochondrial Medicine Association

TINNITUS - kann Q10, Selen und Vit.C den ”kleinen Mann im Ohr” bezwingen?

Tinnitus - was ist das?

Über störende Ohrgeräusche - medizinisch: Tinnitus auricum -
wird in vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen berichtet.
Es wird angenommen, daß etwa 1,5 Millionen in Deutschland
und der Schweiz an Tinnitus leiden.
Im Volksmund wird halblächelnd auch vom ”kleinen Mann im
Ohr” gesprochen.
Nicht umsonst diese fast liebevolle Umschreibung: Denn das,
was man unter dem medizinischen Begriff Tinnitus versteht,
hat - so scheint es zumindest - seinen eigenen Kopf, ist schwer
kontrollierbar und von Eigenwilligkeit geprägt.
Will man mit diesem ”kleinen Mann im Ohr” noch weitgehend
unbeschwert das Leben genießen, erfordert es vom Betroffenen
ein großes Maß an KomPromißfähigkeit, Geduld und
Stärke. Denn die Ohrgeräusche sind beharrlich und für den
Leidtragenden überaus nervig und zermürbend. Das nicht
abschaltbare Ohrgetöse führt zwangsläufig zu einer enormen
Streßbelastung. Diese Situation ist für Gesunde vielfach nicht
nachvollziehbar, so daß dem Betroffenen oft nur wenig Verständnis
entgegengebracht wird. Vereinsamung und Depressionen
sind häufig die Folge.
Tinnitus kann als Begleitsymptom vieler Krankheiten auftreten,
so u. a. bei nahezu allen Erkrankungen des Mittel- und Innenohres.
Darüber hinaus können auch Funktionseinschränkungen
der Halswirbelsäule und verschiedene Hirnerkrankungen
(zerebrale Erkrankungen) von Tinnitus begleitet sein. Treten
die Ohrgeräusche als Begleiterscheinungen psychischer Erkrankungen
auf, spricht man vom ”psychogenen Tinnitus”.
In einigen Fällen handelt es sich auch um einen sogenannten
”separaten Tinnitus”. Hierbei liegen beim Betroffenen keinerlei
Erkrankungen vor, die mit den Ohrgeräuschen in Verbindung
stehen könnten.
Ob Tinnitus auch durch Streß ausgelöst wird oder ob Streß nur
die Folge des Tinnitus ist, darüber streiten sich nach wie vor
die Fachleute.
Warum gehören Tinnitus und Streß zusammen?
Jedenfalls ist Tatsache, daß das störende Heulen, Rauschen
und Pfeifen im Ohr für die Betroffenen eine erhebliche Belästigung
darstellt, die Lebensqualität stark beeinträchtigt und nicht
selten in Frustration endet. Betroffene dieser äußerst lästigen
und nervenden Erscheinung stehen zwangsläufig unter Dauerstreß!
Nun ist bekannt, daß langdauernder starker Streß gesundheitliche
Schäden vielfältiger Art wie Magengeschwüre, Bluthochdruck
oder Herzinfarkt verursachen kann.
Bei bereits erkrankten Patienten kann zusätzlicher Streß zu
einem schnelleren Fortschreiten der jeweiligen Erkrankungen
führen.
Im konkreten Fall verstärkt die mit Tinnitus einhergehende
hohe Streßbelastung den gesamten Symptomenkomplex der
Betroffenen: Ohrgeräusche und die mit ihnen einhergehenden
nervlichen und psychischen Belastungen werden immer unerträglicher.
Somit schließt sich ein fataler Kreislauf: Denn mit Verschlechterung
des Tinnitus erhöht sich auch wiederum der Streß.
Letztlich führt dies dazu, daß der Betroffene einer immer stärkeren
Doppelbelastung durch Tinnitus und Streß ausgesetzt
ist.
Dauerstreß ist für Körper und Geist immer eine Qual. Medizinisch
ist Streß gleichbedeutend mit Erschöpfung; aus dem
Blickwinkel des Chemikers sind sogenannte Oxidationen die
Ursache.
Was ist nun oxidativer Stress?
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt,
daß der Begriff oxidativer Streß nicht nur ein abstraktes
Schlagwort ist; vielmehr verbergen sich dahinter chemische
Reaktionen, sogenannte Oxidationen, die zur Zerstörung lebenswichtiger
Bausteine in unserem Körper und damit letztlich
zu einer Vielzahl von Erkrankungen führen.
Moleküle, die solche Oxidationen in Gang setzen, sind sogenannte
Pro-OxidAntien. Sie entstehen insbesondere im Zuge
der Energiegewinnung der Zellen - sozusagen als lästiges
NebenProdukt in Form von aggressiven Sauerstoffverbindungen,
den freien Radikalen.
Oxidativer Streß entsteht nun, wenn sich im Körper solche
aggressiven Sauerstoffverbindungen anhäufen. Und dies ist
meist dann der Fall, wenn wir unter dem besagten Dauerstreß
stehen: Dann nämlich werden solche freien Radikale in den
Zellen vermehrt gebildet.
Zwar besitzen wir ein spezielles Abwehrsystem aus sogenannten
Anti-Oxidantien, um gegen solche Verbindungen vorzugehen;
dieses System ist jedoch bei vermehrter Radikalbelastung
Informationsreihe Thema: Tinnitus
Seiten: 2
Stand: Februar 05
International Mitochondrial Medicine Association
zu schwach und kann daher nur einen Bruchteil der gebildeten
Radikale abfangen.
Folge ist, daß die schädigenden Radikale explosionsartig
zunehmen und durch Oxidationen überall in unserem Körper
verheerende Schäden anrichten. In der Medizin bezeichnet
man diesen Zustand als oxidativen Streß.
Bei Tinnitus-Patienten hat dies in vielen Fällen eine Verschlechterung
der Ohrgeräusche in Verbindung mit einer
Schwächung vieler anderer Körperfunktionen zur Folge.
Wie läßt sich oxidativer Streß verhindern?
Wie kann nun der oxidative Streß speziell bei Tinnituspatienten
unterbunden werden, um weitere Schäden im Bereich des
Ohres zu verhindern?
Die Zufuhr von Anti-OxidAntien ist in diesem Zusammenhang
das Mittel der Wahl.
Ubichinon Q10 ist hierfür prädestiniert, denn es ist das einzige
fettlösliche Anti-Oxidans, das der Körper auch selber bildet.
Ubichinon Q10 ist Teil des körpereigenen Abwehrsystems und
fängt freie Radikale effizient ab, wird allerdings bei Streß im
erhöhten Maße verbraucht, ohne daß der Körper mit der Neusynthese
von Ubichinon Q10 adäquat reagiert. Eine Nahrungsergänzung
mit Ubichinon Q10 schafft hier den Ausgleich!
Durch die zusätzliche Zufuhr von Ubichinon Q10 wird der
rasanten Radikalvermehrung entgegengewirkt und somit der
Körper vor Folgeschäden geschützt. Auf diesem Weg verhindert
Ubichinon Q10, daß Streß und Tinnitus die Oberhand im
Leben des Betroffenen gewinnen...!
Was bewirkt Ubichinon Q10 sonst noch?
Neben seiner Funktion als Radikalfänger hat Ubichinon Q10
noch weitere Schutzfunktionen im Zellgeschehen:
Ubichinon Q10 verbessert den Energiestoffwechsel von Zellen.
In jeder einzelnen Zelle sitzen Kraftwerke, die als Mitochondrien
bezeichnet werden. In diesen Mitochondrien wird unsere
Nahrung unter Verbrauch des Luftsauerstoffs in Energie umgewandelt.
Ubichinon Q10 hat in diesem chemischen Prozeß
eine Schlüsselrolle inne, da Energiegewinnung ohne Q 10
nicht möglich ist. Ubichinon Q10 bestimmt wesentlich das
Energieniveau von Zellen.
Faszinierend ist in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, daß
Defekte in diesen Kraftwerken sogar durch eine energetische
Überbrückung mit Ubichinon Q10 ausgeglichen werden können.
Ubichinon Q10 beeinflußt die Fluidität, d. h. die Beweglichkeit
aller Zellmembranen.
Dies bedeutet, daß Ubichinon Q10 sowohl bei der Übermittlung
von Signalen von einer Zelle zur anderen beteiligt ist als auch
beim Austausch von geladenen Teilchen, den Ionen.
Um aufzuzeigen wie wesentlich diese Funktionen für das
Hören sind, soll kurz auf den HörProzeß eingegangen werden.
Wie funktioniert das Hören?
Bevor der Schall die eigentlichen Sinneszellen (Hörzellen)
erreicht, muß er über das äußere Ohr und das Mittelohr ins
Innenohr geleitet werden.
Die Ohrmuschel fängt hierbei den Schall auf, der dann über
den äußeren Gehörgang auf das Trommelfell trifft und von hier
über die Gehörknöchelchen Hammer, Amboß und Steigbügel
weitertransportiert wird.
Die Schwingung der Gehörknöchelchenkette wird dann auf die
Flüssigkeit im Innenohr übertragen und löst hier eine Wanderwelle
aus.
Dadurch werden die Sinneszellen im Innenohr, die sogenannten
Haarzellen, gereizt. Diese wandeln den Schallreiz dann in
neuronale Erregungen um, die über den Hörnerv weitergeleitet
werden.
Von hier geht der Weg ins Zentralnervensystem, also an Hörbahn
und Hörrinde weiter, wo die Informationen verarbeitet
werden.
Nur wenn all diese einzelnen Funktionen ”zusammenspielen”,
kann man von Ausgewogenheit und Dynamik sprechen. Gerät
nur eine Komponente aus dem Gleichgewicht, sind Störungen
im Hörorgan die Folge. Tinnitus ist ein Beispiel hierfür.
Bei Tinnitus: Ubichinon Q10 hilft!
Eine ausreichende Versorgung mit Ubichinon Q10 trägt dazu
bei, solche Störungen wie Tinnitus wieder ”in den Griff” zu
bekommen. Einzelne Schritte des Hörvorgangs können sich
mittels Ubichinon Q10 wieder besser aufeinander ”einspielen”.
Ubichinon Q10 schafft die Basis für eine Regeneration.
Ubichinon Q10 schützt die Zellen, indem es schädigende
Radikale abfängt. Ist nicht genügend Schutz vorhanden, sind
insbesondere die feinen Sinneszellen (Hörzellen) den freien
Radikalen ausgeliefert; sie werden zusehens geschädigt, bis
ihre Energien völlig erschöpft sind und die Zellen absterben.
Ubichinon Q10 vermittelt Energie. Insbesondere die Sinneszellen
benötigen nicht nur Schutz, sondern auch Energie, um ihre
Funktionen zu erfüllen. Ohne Energie können die Hörzellen die
Hörreize nicht in Nervenreize umwandeln, so daß die Informationen
unwiederbringlich verloren gehen.
Informationsreihe Thema: Tinnitus
Seiten: 3
Stand: Februar 05
International Mitochondrial Medicine Association
Zudem hat das Energiemolekül ATP eine deutlich gefäßerweiternde
Wirkung und unterstützt somit eine bessere Durchblutung
des Innenohres. [glow] (" ggf. ATP-Mangel Wadenmuskel Energieintensiv / Dauerbelastung auch für schlecht Versorgung der Achillessehne ? Selbstabschnürungseffekt ")Ubichinon Q10 unterstützt den Austausch der Ionen durch die
Zellmembranen.
Der spezifische Gehalt geladener Teilchen (Ionen) in der Innenohrflüssigkeit
ist für das Hören von großer Bedeutung.
Damit der Anteil der geladenen Teilchen aufrecht erhalten
werden kann, sind ständig Transportvorgänge durch die Membranen
erforderlich. Ubichinon Q10 trägt hierzu bei.
Der Ubichinon Q10 - Plasmaspiegel ist messbar.
So konnte festgestellt werden, daß Menschen um das 20.
Lebensjahr den höchsten Plasmaspiegel von etwa 0,85 ± 0,15
μg/ml (Mikrogramm/Milliliter) aufweisen.
[glow=red]Die niedrigsten Werte von 0,15 ± 0,10 μg/ml wurden bei
übermäßigem physischen sowie psychischen Streß, schweren
Krankheiten, künstlicher Ernährung und kurz vor dem Tod
festgestellt.
So wurde in einer Studie gezeigt, daß Patienten
mit den verschiedensten Erkrankungen fast ausnahmslos
unzureichende Ubichinon Q10 - Plasmaspiegel hatten (Kallson
et al. 1993).
In einer anderen Untersuchung an gesunden Personen war
nur bei 25 % von ihnen der Plasmaspiegel gesättigt, d. h. nur
hier lagen ausreichende Ubichinon Q10 - Mengen vor.
Eine schwedische Forschergruppe erbrachte den Beweis, daß
die körpereigene Bildung von Ubichinon Q10 mit zunehmenden
Alter zurückgeht.
Werte unter 0,5 μg/ml und niedriger sind alarmierend und
erfordern dringend eine Ubichinon Q10 - Ergänzung.
In der Anwendung basieren alle bislang veröffentlichten wissenschaftlichen
Ergebnisse auf der Monosubstanz Ubichinon
Q10.
Wirksamkeit und Sicherheit von Ubichinon Q10 sind in toxikologischen
Untersuchungen dokumentiert worden und gelten
ausschließlich für das Monopräparat Ubichinon Q10.
Therapievorschlag mittels Ernährung und Nahrungsergänzung
Empfehlung: morgens mittags abends
Q10plus Ultrasome 150 mg 150 mg
Selen-Methionin 130 mcg 130 mcg 130 mcg
Vitamin C coated 1000 mg 1000 mg 1000 mg
Täglich 2 bis 3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen
PH-Wert im Morgenurin kontrollieren. Idealwert PH 7.5. Wenn unter 7.0 mit einem geeigneten Basenpulver korrigieren.
2,5
Q 10 Blutspiegel
[μg/ml]
2,0
1,5
1,0
0,5
0,85
Gesund
Tinnitus
Enzmann FH, Surrey F, 5/96
Bei
TINNITUS
Ubichinon Q 10 - Mangel
Ziel-Konzentration
0,26
0,1

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#4996

Beitragvon Krabiwi » 13.05.2018, 13:29

Hallo,

hat zufällig jemand das Buch "Mitochondrien" von Kuklinski als pdf?

Hab mir das Buch "Schulmedizin? Heilung ausgeschlossen! Mitochondrientherapie –die Alternative" zugelegt, ist praxisorientiert und kurz gehalten.

Ich vermute sein Hauptwerk geht mehr in die Tiefe.

Einfach per PN melden wer Interesse daran hat.
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

Individuelle Ratschläge bzgl. Therapieansätzen nur noch auf Nachfrage per PN.

spacerat
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#9687

Beitragvon spacerat » 01.02.2019, 15:40

Hier noch ein PDF zum Thema

Ketogenic diets, mitochondria, and neurological diseases

http://www.jlr.org/content/55/11/2211.full.pdf+html

freddy8304
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10134

Beitragvon freddy8304 » 23.02.2019, 14:36

kleine frage:

was führt eigentlich dazu, das man immer wieder rückfälle erleidet?und ich meine nicht die wiederkehrenden phasen.

bei mir hat ja das ganze im frühjahr 2018 begonnen, ich wusste aber bis im dezember 19 nicht wieso. und immer und immer wieder habe ich 2 3 gute tage in der woche, da bin ich fast wie normal, danach kommt wie aus dem nichts ein tiefschlag. mir erschliesst sich dies aus all den wissenschaftlichen und sonstigen beiträgen hier nicht ganz. ich esse seit ende dezember kaum mehr kohlenhydrate, eigentlich esse ich so oder so fast überhaupt nichts mehr weil ich dermassen angst habe, irgendetwas verbotenes zu essen, obschon es mir letztes jahr, als ich noch nichts von flox wusste und gegessen habe wie ich gerade lust hatte, weder besser noch schlechter ging. ich mache intervallfasten, ich nehme antioxidantien, ich versuche geduld zu haben, was überhaupt nicht meine stärke ist, aber wieso geht es 3 tage gut und dann wieder schlecht?sind an den 3 tagen die mitos denn in ordnung oder was ist denn da genau der hintergrund? ich verstehe das einfach nicht und es macht mich wahnsinnig.

Idgie
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10136

Beitragvon Idgie » 23.02.2019, 14:59

Hallo Freddy,

hier gibt es einen Thread dazu: viewtopic.php?f=35&t=828&hilit=rückfälle

LG Idgie

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10137

Beitragvon freddy8304 » 23.02.2019, 15:13

ok sorry, falscher thread genommen poste meine frage dort erneut, danke idgie

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10154

Beitragvon Krabiwi » 23.02.2019, 20:46

Es gibt offensichtlich erste gentherapeutische Ansätze (Oktober 2018) um die oxidierte mtDNA loszuwerden, geforscht wird u.a. am Max-Planck-Institut in Köln.
https://www.age.mpg.de/de/
https://www.age.mpg.de/de/forschung/for ... en/langer/
https://www.age.mpg.de/de/forschung/for ... pen/graef/
https://www.age.mpg.de/de/forschung/for ... n/stewart/

"
Gentherapie bei mitochondrialen Erkrankungen

Forscher lindern bei Mäusen Symptome einer Erkrankung, die beim Menschen zu Muskel- und Herzproblemen führt


Mitochondriale Erkrankungen zählen heute zu den zweithäufigsten diagnostizierten genetischen Erkrankungen weltweit, und leider gibt es immer noch keine bewährten Behandlungsstrategien. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns in Köln haben nun in einer Kooperationsarbeit einen Gentherapieansatz an Mäusen angewandt, der zu einer erfolgreichen Behandlung der Mitochondrienerkrankung in diesen Tieren führte. Damit haben sie den Weg für zukünftige therapeutische Strategien am Menschen geebnet.


Jeder Schritt, jedes Lachen, jedes Wort, das wir sagen, erfordert Energie. Mitochondrien spielen dabei eine zentrale Rolle in unserem Stoffwechsel und unserer Energieproduktion. Folglich verursacht eine mitochondriale Fehlfunktion eine bemerkenswert vielfältige Gruppe von Stoffwechselerkrankungen mit einem breiten Spektrum von Symptomen, die zu einer schweren Behinderung führen. "Seit den 1980er Jahren ist bekannt, dass Mutationen in der mitochondrialen DNA zu Krankheiten führen können", erklärt James Stewart, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns und fährt fort: "Wir kennen diese Patienten seit über 30 Jahren und beginnen erst jetzt mit der Entwicklung von Behandlungen.“

Ein bemerkenswertes Merkmal der Mitochondrien ist, dass sie ihre eigene DNA enthalten. Mutationen in dieser mitochondrialen DNA (mtDNA) können zu mitochondrialen Erkrankungen führen, aber ob eine Person mit einer Mutation eine Krankheit entwickelt oder nicht, ist komplexer. In jeder unserer Zellen sind viele Kopien der mtDNA vorhanden, und normalerweise sind die krankheitsverursachenden Mutationen nur in einem Bruchteil der mtDNA Moleküle zu finden. Steigt jedoch der Anteil der mutierten Moleküle über einen bestimmten Schwellenwert, funktionieren die Mitochondrien nicht mehr richtig, und eine Erkrankung ist die Folge. Daher ist die Reduzierung des Gehalts an mutierten mtDNA-Molekülen eine mögliche Behandlungsstrategie.

Dieser Ansatz ist jedoch nicht so einfach umzusetzen, da eine herkömmliche Gentherapie mit der mtDNA nicht funktioniert.Wissenschaftler der Universität Cambridge, UK und der Universität in Miami, USA, schafften es, einen Ansatz zum spezifischen Abbau mutierter mtDNA-Moleküle in Zellkulturen zu entwickeln. Mit einem modifizierten Virus lieferten sie ein Gen für ein Protein in den Zellkern, das als molekulare Schere funktioniert. Diese molekularen Scheren werden dann von der Zelle produziert und in die Mitochondrien transportiert, wo sie die mutierte mtDNA spezifisch schneiden.

Behandlung erkrankter Mäuse

Aber würde die Methode auch in komplexen Organismen wie Mäusen und Menschen, die aus vielen Gewebetypen bestehen, funktionieren und dort tatsächlich Mitochondrien behandeln? James Stewart und seine Kollegen in Köln Arbeitsgruppe konzipierten ein Mausmodell der Mitochondrienerkrankung, das eine spezifische krankheitsverursachende Mutation in der mtDNA enthält, die im Menschen zu Störungen im Herz- und Muskelgewebe führt. Sie behandelten die Tiere in Tierversuchen mit einem abgewandelten Virus, das nur das Herz oder die Muskeln infiziert. Das Virus liefert die molekulare Schere, um die mutierte mtDNA im Zielgewebe zu schneiden. Und tatsächlich, der Ansatz funktionierte: Der Gehalt an mutierter mtDNA wurde reduziert und die Krankheitssymptome gelindert.

"Dies ist die erste Gentherapie, die die Ursache einer Mitochondrienerkrankung bei einem lebenden Tier tatsächlich beseitigt", sagt Stewart. Natürlich müssen vor der Anwendung der Therapie bei menschlichen Patienten detailliertere Arbeits- und Sicherheitsbewertungen durchgeführt werden. Dennoch konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass sie einen Weg gefunden haben, die Ursache dieser mitochondrialen Erkrankungen zu beseitigen. Und da es einen Zusammenhang zwischen mitochondrialer Fehlfunktion und anderen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Diabetes und vielleicht einigen Krebsarten gibt, könnte der Ansatz in Zukunft sogar einen größeren Beitrag zur Bekämpfung dieser Erkrankungen leisten.

https://www.mpg.de/12299210/mitochondri ... entherapie

"Genome editing in mitochondria corrects a pathogenic mtDNA mutation in vivo"
https://www.nature.com/articles/s41591-018-0165-9
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10161

Beitragvon Krabiwi » 24.02.2019, 02:16

Mt-Therapie mittels Diathermie, ob das auch mit Sauna und Heißbädern möglich ist?

"Langzeit-Wärmetherapie erhöht die Mitochondrienfunktion in den Muskeln

Eine neue Studie zeigt, dass eine langfristige Wärmetherapie die Mitochondrienfunktion in den Muskeln erhöhen kann. Die Entdeckung könnte zu neuen Behandlungen für Menschen mit chronischen Krankheiten oder Krankheiten führen. Die Studie - die erste ihrer Art beim Menschen - wird vor dem Druck im Journal of Applied Physiology veröffentlicht.

Mitochondrien, die „Energiezentren“ der Zellen, sind für die Aufrechterhaltung der Gesundheit unerlässlich. Eine Abnahme der Anzahl oder Funktion der Mitochondrien kann zu chronischen und möglicherweise schwerwiegenden Zuständen wie Herzerkrankungen, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Typ-2-Diabetes beitragen. Es wurde gezeigt, dass Übungen neue Mitochondrien schaffen und die Funktion der bestehenden Mitochondrien verbessern. Manche Menschen mit chronischen Krankheiten können jedoch nicht lange genug trainieren - frühere Forschungsergebnisse legen nahe, dass sie täglich fast zwei Stunden dauern -, um die Vorteile zu nutzen. Nagetierstudien deuten darauf hin, dass durch Hitzeeinwirkung auch mehr Mitochondrien gebildet werden können.

Forscher der Brigham-Young-Universität in Utah untersuchten 20 erwachsene Freiwillige, die in den drei Monaten vor der Studie nicht regelmäßig trainiert hatten. Das Forschungsteam wendete jeden Tag zwei Stunden Kurzwellendiathermie - eine durch elektrische Impulse erzeugte Wärmetherapie - auf die Oberschenkelmuskeln eines Beines jeder Person an. Die Forscher haben die sechstägige Erprobung der Wärme anhand des Mindestmaßes an Bewegung ermittelt, das zur Messung der Muskelveränderungen erforderlich ist, oder etwa zwei Stunden pro Tag. Sie entwickelten die Behandlung so, dass sie die Auswirkungen der Muskelerwärmung, die während des Trainings auftritt, nachahmen. Die Therapiesitzungen erhöhten die Temperatur des beheizten Beins um etwa 7 Grad Fahrenheit (4°C). Das andere Bein jedes Teilnehmers diente als Kontrolle und erhielt keine Wärmetherapie oder Temperaturänderung. Die Forscher untersuchten den Mitochondriengehalt der Muskeln am ersten Tag der Therapie und 24 Stunden nach der letzten Behandlung.

Die mitochondriale Funktion stieg nach der Wärmebehandlung in den beheizten Beinen durchschnittlich um 28 Prozent. Die Konzentration mehrerer mitochondrialer Proteine ​​erhöhte sich auch in den erhitzten Beinen, was darauf hindeutet, dass "neben der Verbesserung der Funktion [wiederholter Wärmeeinwirkung] der mitochondriale Gehalt im menschlichen Skelettmuskel erhöht wurde", schrieb das Forschungsteam.

"Unsere Daten liefern Nachweise für die weitere Erforschung der Mechanismen hitzeinduzierter mitochondrialer Anpassungen", erläuterten die Forscher. Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen längere Zeit nicht trainieren können, können von [Wärmebehandlungen] profitieren.

"
https://scitechdaily.com/long-term-heat ... n-muscles/
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Levoflox26
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10164

Beitragvon Levoflox26 » 24.02.2019, 10:24

Es wurde gezeigt, dass Übungen neue Mitochondrien schaffen und die Funktion der bestehenden Mitochondrien verbessern.


Woher kommen die neuen Mitos? Bisher war ich der Annahme, dass es ein Vorgang der Zellteilung ist, also Kopien der vorhandenen Mitos entstehen. Das würde im Fall von geschädigten Mitos ja nichts bringen. Habe ich da einen Denkfehler?

Jedenfalls hört sich das interessant an. Danke für den Beitrag, Krabiwi.
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10305

Beitragvon Krabiwi » 02.03.2019, 15:16

Neue Mt entstehen wie folgt:

1. Zellteilung
2. Mt-Proliferation in der Zelle

Bei der Hyperthermie ist wie beim Fasten und der Ketose Punkt 2. der Fall. Punkt 1. ist zu vermeiden da man schwache Zellen riskiert die oxidativ stressen dann direkt in die Apoptose gehen und sich dabei die Telomere der Chromosomen verkürzen.

Es gibt ja nicht nur geschädigte mtDNA sondern auch (hoffentlich) intakte. Wenn sich z.B. bei 50% beschädigter mtDNA die Mt einer Zelle um 30% vermehren sind mittels Zufallsvererbung im Schnitt 15% der neuen Mt gesund und 15% beschädigt. Der ATP-Level der Zelle ist temporär höher und gibt der Zelle mehr Spielraum für Mitophagie.

Die beschädigten müssen dann in die Mitophagie. So regeneriert sich die mtDNA dann über die Jahre bei Vermeidung von weiteren oxidativen Schäden und wie gesagt halte ich das auf und ab von Mitophagie und Mt-Proliferation für die Ursache der Symptomwellen.
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10306

Beitragvon Krabiwi » 02.03.2019, 15:20

Das Mittel mit dem man in der obigen Studie die Mitophagie der oxidierten mtDNA fördert nennt sich MitoTALEN und sollte man mal im Fokus behalten. Wenn es eine pharmazeutische Mt-Therapie geben wird dann wahrscheinlich in dieser Richtung:

"MitoTALEN: A General Approach to Reduce Mutant mtDNA Loads and Restore Oxidative Phosphorylation Function in Mitochondrial Diseases."
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4817924/
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10334

Beitragvon Krabiwi » 03.03.2019, 00:14

Eine weitere Koryphäe auf dem Gebiet der Forschung bzgl. Mt-Therapie scheint Prof. Dr. Reichert von der Uniklinik Düsseldorf zu sein. Da es sich um eine Uniklinik handelt ist das eventuell eine mögliche Anlaufstelle für Gefloxte:

Fachartikel von 2007:
https://www.biospektrum.de/blatt/d_bs_pdf&_id=932229

https://www.researchgate.net/profile/Andreas_Reichert

https://www.uniklinik-duesseldorf.de/pa ... biologie-i

Schwerpunkte
Das Institut hat seit dem 1.8.2014 mit Prof. Dr. rer. nat. Andreas Reichert einen Nachfolger von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Helmut Sies und beschäftigt sich mit folgenden Schwerpunkten in Forschung und Lehre:

Mitochondriale Qualitätskontrolle
Mitochondriale Dynamik und Mitophagie
Ultrasstruktur von Mitochondrien
Mitochondriale Erkrankungen
Biochemie des oxidativen Stresses
Zelluläre (redox-vermittelte) Signalkaskaden
Nanopartikel und Karzinogenese
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#10771

Beitragvon Schorsch » 26.03.2019, 21:12

Hallo,

anbei einige weiterführende interessante Links bezüglich der bewiesen Mito-Schädlichkeit von Fluorchinolonen.

https://steemit.com/deutsch/@stayoutoft ... riale-dann

und dieser aufgeführte Link erklärt solide und übersichtlich viele Fragen rund um die Mitochondriale-Atmungskette:

https://www.amboss.com/de/wissen/Atmungskette


Noch ein Hinweis in der finnischen Studie von 2018 ging es hauptsächlich um die mtDNA Schäden und die dadurch verminderte Mitochondriale Energieleistung. DNA Doppelstrangbrüche wurde hier weniger relevant detektiert. Diese DNA Doppelstrangbrüche sind jedoch bei der Bakteriellen Wirkung der FC in allen vorherigen Analysen bewiesen. Wieso sollte sich das bei den Mitochondrien anders verhalten, wenn bei diesen auch die gleiche Enzyme blockiert werden ?

https://edoc.ub.uni-muenchen.de/17454/1 ... _Anika.pdf

Auf S. 14 "Durch das Hemmen dieser Enzyme, deren Funktion in der Koordination der räumlichen Anordnung der DNA durch die Änderung des Verdrehungsgrades der Doppelstränge während der DNA-Synthese besteht, kann das Bakterium die DNA-Synthese nicht durchführen, worauf der Zelltod durch Doppelstrangbruch folgt (31).

31. Aldred KJ, McPherson SA, Wang P, Kerns RJ, Graves DE, Turnbough Jr CL, et al. Drug interactions with Bacillus anthracis topoisomerase IV: biochemical basis for quinolone action and resistance. Biochemistry. 2011;51(1):370-81.

http://memiserf.medmikro.ruhr-uni-bochu ... olone.html

"Die Enzymfunktion beinhaltet, dass kurzzeitig beide DNA-Stränge gespalten werden. In dieser Phase wird das Enzym durch Chinolone blockiert, so dass Doppelstrangbrüche entstehen, die nicht repariert werden können. Chinolone sind deshalb bakterizid."



Unter dem Link ist der Doppelstrangbruch als kritischste Beschädigung der DNA deklariert:
https://flexikon.doccheck.com/de/DNA-Reparatur

2.2 Doppelstrangbruch

Ein DNA-Doppelstrangbruch ist die kritischste Beschädigung der DNA, da die Gefahr weitreichender Chromosomenumlagerungen besteht und die Reparatur oft fehlerbehaftet ist. Es existieren mehrere Reparaturmechanismen, die der Zelle zur Verfügung stehen und vom Zellzyklus und der Art, wie die freien DNA-Enden beschnitten werden, abhängig sind.

Meiner Meinung nach erklärt genau letzteres eine möglich Dauerhaftigkeit der Probleme.

Gruß Schorsch


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