Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

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Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#54

Beitragvon Schorsch » 02.11.2016, 20:24

Drei Methoden, die Mitochondrien-Funktion zu verbessern

Dr. David Jockers
Mitochondrien sind einzigartige Organellen in jeder Zelle des menschlichen Körpers, ausgenommen die roten Blutkörperchen. Sie enthalten ihre eigene, einzigartige DNS. Mitochondrien sind an fast allen Stoffwechselprozessen beteiligt, sie unterstützen die Bildung von 90 Prozent der Zellenergie in Form von ATP (Adenosintriphosphat). Es gibt drei Methoden, die Funktion der Mitochondrien zu stärken und die Qualität des Lebens zu erhöhen.


Es kann einfach darin bestehen, den Lebensstil zu ändern. Mithilfe bestimmter Techniken lassen sich Symptome im Zusammenhang mit einem Mitochondrien-Defekt behandeln. Diese Techniken können Sie ab sofort anwenden, um Ihre wichtigen Mitochondrien zu erhalten.

Die physiologischen Effekte der Mitochondrien-Funktion

Gesunde Mitochondrien sind lebenswichtig, um Stoffwechselprozesse aufrecht zu erhalten, z.B.(1,2):
• Sie regeln die Eisenkonzentration, beispielsweise als Kalziumpuffer, die für die innerzelluläre Kommunikation entscheidend wichtig ist.
• Sie synthetisieren Produkte für den Transport von Glucose und Insulin.
• Sie spielen eine Rolle bei der Stabilisierung schwankender Lipid-Werte.
• Sie regulieren den Abtransport von Zellmüll oder die Apoptose, wenn die Krankheit für die Mitochondrien-Funktion schädlich ist.
• Sie liefern Energie für den Blutfluss zum Herzen und im Herzen selbst.

Drei Methoden, die Funktion der Mitochondrien zu stärken:

Um die Funktion der Mitochondrien zu stärken, lässt sich vieles tun. Die drei wichtigsten Dinge, die zudem nichts kosten, sind regelmäßiger Sport, intermittierendes Fasten und eine ketogene Diät.

Jeden Tag Sport

Sport kann die Leistung der Mitochondrien in allen Körperregionen verbessern. Er mindert, sofern er richtig betrieben wird, nicht nur oxidativen Stress, sondern kann auch die Tätigkeit der Mitochondrien ankurbeln, indem er den Sauerstofffluss und den pH-Wert des Blutes verbessert.(1)

Wie sich im Vergleich des Brustmuskels von Tauben im Vergleich zu dem von Hühnern bestätigt hat, findet sich bei Individuen, die oft laufen, eine größere Anzahl funktionierender Mitochondrien als bei denen, die überwiegend sitzen.(3,4)

Intermittierendes Fasten

Wenn der Körper fastet, werden schlecht funktionierende Mitochondrien durch die sogenannte Autophagie, spezifisch Mitophagie, zerstört.(1,5) Autophagie ist eine äußerst wichtige Fähigkeit der Mitochondrien, denn dadurch sind sie in der Lage, unerwünschte Abfallstoffe und angesammelte reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies sowie entfaltete Proteine zu entfernen, die keinen Zweck mehr erfüllen und virusähnliche Probleme verursachen können.

Der Verlust der mitochondrialen Autophagie wird mit einem erhöhten Risiko von Krebs, Parkinson, Morbus Huntington, Alzheimer und Immunschwäche in Verbindung gebracht.(5)

Ketogene Diät zur Stärkung der Mitochondrien

Eine ketogene Diät mit viel Fett und wenig Kohlenhydraten wird eingesetzt, um Symptome von Muskelschwäche und abnormaler Organfunktion im Zusammenhang mit einer Dysfunktion der Mitochondrien zu unterdrücken. Ziel ist es, den Stoffwechsel, bei dem ein Körper eine bestimmte Nahrungsquelle als Energielieferant nutzt, zu verändern.

Ketogene sind alternative Energielieferanten, die Zellen versorgen, wenn nicht genug Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. Während Kohlenhydrate die Elektronen-Transportkette in gesunden Mitochondrien zur Energieproduktion nutzen, werden Fette durch einen vollkommen anderen Prozess, den so genannten Tricarbonsäure-Zyklus, aufgespalten.(1)

Der Tricarbonsäure-Zyklus ist ein effizienter Energiepfad, den der Körper nutzen kann, um nicht funktionierende Mitochondrien zu umgehen. Ketogene Diäten verbessern die Mitochondrien-Funktion so gut, dass sie klinisch zur Epilepsiebehandlung eingesetzt werden. Epilepsie ist ein Symptom abnormaler Mitochondrien in der Hippocampus-Region des Gehirns.

Eine ketogene Diät birgt möglicherweise auch ein therapeutisches Potenzial bei Symptomen im Zusammenhang mit einer mitochondrialen Myopathie; es handelt sich um verschiedene Symptome, allen Patienten ist jedoch eine Muskelschwäche gemein.(1)


Quellen für den Beitrag waren u.a.:

1. McInnes, J., »Mitochondrial-associated metabolic disorders: foundations, pathologies and recent progress«, Nutrition & Metabolism, Okt. 2013;10:63. NutritionandMetabolism.com

2. Gonzalez, MJ, et al., »The bio-energetic theory of carcinogenesis«, Med Hypotheses. Okt. 2012;79(4):433-9. NCBI.NLM.NIH.gov

3. Massachusetts CFIDS/ME & FM Association: »Mitochondrial Dysfunction«. MassCFIDS.org

4. Jornayvaz, FR, und Shulman, GI, »Regulation of mitochondrial biogenesis«, Essays Biochem. Jan. 2014; 47. NCBI.NLM.NIH.gov
5. Ding, WX, und Yin, XM, »Mitophagy: mechanisms, pathophysiological roles, and analysis«, Biol Chem. Juli 2012;393(7):547-564. NCBI.NLM.NIH.gov

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Quelle: http://www.gesundheitsfundament.de/blog ... -zusammen/


Auf zu neuen Therapieansätzen

Ziel der Mitochondrienmedizin ist es direkt an der Ursache anzudocken, um letztendlich die Symptome an der Oberfläche aufzulösen. Hierbei stehen natürlich das Auffinden und Abschalten auslösender Belastungen ganz oben auf der Liste.


Weitere Maßnahmen:

- der Einsatz orthomolekularer Medizin/Mikronährstofftherapie
- eine gezielte Ernährungsumstellung
- Darmbehandlungen, (Darmsanierung, Darmreinigung etc.)
- Entgiftungsmaßnahmen
- speziell entwickelte Diagnose und Therapietechniken

Was man außer der Reihe noch tun könnte, um die Mitochondrien zu schützen, oder gar zu vermehren:

- Bewegung im Allgemeinen
- besser: HIIT High Intensity Intervall Training
- gezielter Sauerstoffenzug aus der Atemluft (Intervall-Hypoxie-Therapie (IHT), Imitation von Höhenluft)
- Laserlicht-Infusionen
- für ein ausreichendes Schlaflevel sorgen
- ab 18 Uhr nichts mehr essen, oder gar gänzlich aufs Abendessen verzichten (Dinner Cancelling -> HGH Produktion)
- Heilfasten im Allgemeinen
- für ausgeglichene Ruhe- und Entspannungsphasen sorgen (tägliche Meditation)
- prinzipiell alle Bausteine des Gesundheitsfundamentes

Fast immer ist langfristig bei den Patienten eine Besserung des Krankheitszustands zu beobachten. Wer sich für das Thema interessiert, kann sich schon sehr viel Know-How über Mikronährstoffe und Co. erlesen. Der Gang zu einem erfahrenen Mitochondrialmediziner ist jedoch unerlässlich. Also unternehmt nicht auf eigene Faust ohne Euch hunderprozentig sicher zu sein, was Ihr da tut.

Hier einige Anlaufstellen:

Doz. Dr. sc. med. Bodo Kuklinski
Dr. med. Alexander Michalzik
Dr. med. Gregor Gahlen
Dr. med. Wolfram Kersten
BioMedical Center Speyer
Naturheilpraxis Dirk Rüdiger Noschinski
Dr. med. Jens Neidert
Dr. rer. nat. Dirk Kuhlmann
Dr. med. Lothar Hollerbach
Dr. med. Arnulf Fahl
Naturheilpraxis Lorenz Geßwein
Dr. med. Ralf Heinrich
Naturheilpraxis Doc Ritter
Dr. med. Harald Banzhaf und Dr. med. Thomas Nikolaus

Einige Buchtipps

    Chronische Erkrankungen erfolgreich behandelt mit der Regenerativen Mitochondrien-Medizin
    Mitochondrientherapie - die Alternative: Schulmedizin? - Heilung ausgeschlossen!
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Dr. Kuklinskis ("Mitochondrien-Experte") Therapiekonzept bei nitrosativem Stress

#84

Beitragvon Schorsch » 15.11.2016, 20:53

Quelle: http://www.symptome.ch/wiki/Kuklinskis_ ... vem_Stress



Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Einleitung
2 Stärkung des Muskelapparates und Lösung von Blockaden
3 Optimierung der Ernährung
4 Mikronährstofftherapie in 5 Schritten 4.1 Vitamin B12
4.2 Mineralstoffe und Spurenelemente
4.3 Vitamine
4.4 Gesundes Fett
4.5 Coenzym Q10
4.6 Was sonst noch gut sein kann

5 Senkung der Sympathikus-Aktivität
6 Quellen
7 Siehe auch 7.1 Relevante Foren-Beiträge
7.2 Weblinks



Einleitung

Das Behandlungskonzept Kuklinskis besteht in einer integrativen und organübergreifenden Komplextherapie, die wegen der heterogenen Erkrankungsbilder vom Arzt und Physiotherapeuten individuell angepasst werden sollte. Da er eine Mitochondropathie als zwangsläufige Folge des chronischen nitrosativen Stresses sieht, ist eine Verbesserung der mitochondrialen Energiegewinnung neben der Reduzierung des nitrosativen Stresses Bestandteil seines Konzeptes. Sofern eine instabile Halswirbelsäule vorliegt, werden auch hier bestimmte Maßnahmen empfohlen.

Ursachenbeseitigung ist nicht nur oberstes Ziel der Therapie, sondern nach Kuklinski auch teilweise erreichbar (er bezeichnet sie als "kausal wirksam"). Weitere Ziele sind die Behandlung bereits entstandener und Vorbeugung weiterer Schäden. Zum Teil den Richtlinien der sogenannten evidenzbasierten Medizin (engl. evidence für Beweis, Nachweis, Hinweis; wörtliche Übersetzung "Beweisgestützte Heilkunde", basiert ausdrücklich auf durch statistische Verfahren erwiesener Wirksamkeit) widersprechend, hebt sich Kuklinskis Ansatz deutlich von der offiziellen Medizin ab. Eine Kostenerstattung oder Anerkennung von Diagnosen seitens der Krankenversicherungen und anderer Sozialleistungsträger ist daher i.a. nicht zu erwarten.

Kuklinski hat nach diesem Behandlungskonzept bisher ca. 2000 Patienten behandelt. Als entscheidende Faktoren für die Zeitdauer bis zu den ersten Behandlungserfolgen und die erreichbare Verbesserung des Gesamtzustandes erwiesen sich dabei ein möglichst früher Therapiebeginn und die konsequente Durchführung aller Therapiemaßnahmen. Insbesondere bei der Nährstofftherapie ist zudem das Einhalten der angegebenen Reihenfolge wichtig, um nutzlose Nährstoff-Einnahme und zusätzliche Schädigungen zu verhindern. Die Therapie sollte bei HWS-Schädigung lebenslang fortgeführt werden, die Mikronährstoff-Dosen können jedoch meist reduziert werden.

Die Säulen der Therapie nach Kulinski:

Stärkung des Muskelapparates und Lösung von Blockaden

Sofern eine instabile Halswirbelsäule vorliegt, sollten der Muskelapparat gestärkt und Blockaden gelöst werden. Ziele sind dabei die Vermeidung weiterer Schäden, die Vorbeugung des Versteifens instabiler Regionen, die Unterstützung der HWS und die Reduzierung von Nervenreizungen und -entzündungen und des dadurch ausgelösten nitrosativen Stresses. Dabei kommen verschiedene Manualtherapien, Methoden der Muskelstärkung und moderate Bewegung in Form geeigneter Sportarten zum Einsatz, während auf der anderen Seite HWS-Belastungen in Alltag und Freizeit gemieden und die HWS in der Nacht durch passende Kissen und Matrazen gestützt werden sollte. Eine einfache von Kuklinski empfohlene HWS-Übung ist die "Giraffe", die gleich nach dem Aufstehen ausgeführt werden sollte: Der Hals wird langsam und ausdauernd so weit wie möglich gestreckt - ohne mit den Händen nachzuhelfen.

Optimierung der Ernährung

Kuklinski empfiehlt bei nitrosativem Stress eine spezielle Ernährungsform, die er Pro-Mitomed-Ernährung nennt.

Die Grundregeln sind dabei:
Verzehr möglichst frischer, unverarbeiteter Lebensmittel, idealerweise aus kontrolliert biologischer Erzeugung - darunter Gemüse (als Eintopf, Wok-Gericht, Gemüsepfanne), Wildkräuter wie Brennessel und Löwenzahn (wegen des Chlorophyllgehaltes), Eier, Fisch
... - abgestimmt auf die individuelle Verträglichkeit
Meiden nitrathaltiger Lebensmittel wie Blattsalate aus konventionellem Anbau und Fleischwaren mit Nitritpökelsalz
Einschränkung der Kohlenhydratzufuhr auf 150 bis 200 g pro Tag in komplexer Form, keine süßen Speisen
Erhöhung der Zufuhr an Fetten mit einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, darunter Milchfett, Fisch, Nüsse, Mandeln und Brotaufstriche daraus, Oliven- und Rapsöl - bei schwereren Formen 50-60% der Kalorienzufuhr über Fett
Kürzere Abstände zwischen den Mahlzeiten, kurz vor der Nachtruhe und evtl. auch nachts bei Erwachen ein (fetthaltiges) "Spätstück"


Die Einschränkung der Kohlenhydratzufuhr bezeichnet Kuklinski als "Kernstück bei der Therapie NO-induzierter Stoffwechselstörungen", da Kohlenhydrate - insbesondere solche mit hoher glykämischer Last - energetisch nicht verwertet werden können und den nitrosativen Stress und die Störungen der mitochondrialen Energiegewinnung verstärken. Fette dagegen "entkoppeln die oxidative Phosphorylierung (...), Ketone können bei kohlenhydratarmer Kost vom Hirn energetisch verwertet werden" und "entfalten lang anhaltende Sättigungseffekte" (Kuklinski). Ketone sind Stoffe, die bei der Oxidation von Fettsäuren in unserem Körper entstehen, wenn nicht genügend Glukose für die Energiegewinnung zur Verfügung steht. Auch kurzfristige Diätfehler können nach Kuklinskis Beobachtung zum Wiederaufflammen etlicher Symptome führen und sind nicht durch nachfolgende straffe Diät wieder zu gut machen. Jeder übermäßige Zuckeranstieg nach dem Essen schädige im Zusammenhang mit einer reduzierten mitochondrialen Energiegewinnung (mt-ATP-Synthese) die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse irreversibel.

Die sogenannte LOGI-Kost mit Ihrer Empfehlung 50% Fett / 25% Eiweiß / 25% komplexe Kohlenhydrate - mit einem Schwerpunkt auf Obst – wird nach Kuklinski den Anforderungen nicht gerecht. Gerade der Konsum an glukose- und fructose-haltigem Obst sollte aus seiner Sicht drastisch reduziert werden, da Fructose die Lipogenese (biologische Fettsäuresynthese) und die postprandiale (nach dem Essen auftretende) Lipämie (weißliche Trübung des Blutserums oder -plasmas, die durch Fettstoffe und bestimmte sehr kleine Lipoproteinpartikel entsteht) aktiviert und den Fettansatz fördert. Zudem werde der notwendige erhöhte Fettkonsum bei der LOGI-Kost nicht ausdrücklich betont.

Auch die Gesundheit des Magen-Darm-Traktes soll durch die Optimierung der Ernährung gefördert werden und damit eine möglichst gute Aufnahme von Nährstoffen in den Körper. Diese ist Voraussetzung für die Effektivität der Mikronährstofftherapie, die ebenfalls wichtiger Bestandteil des Therapiekonzeptes ist.

Mikronährstofftherapie in 5 Schritten

Ziele der Mikronährstofftherapie sind die Reduzierung der NO-Belastung, die Sicherstellung einer Basisversorgung, der Ausgleich von Nährstoffmängeln, der Schutz bzw. die Sanierung der Mitochondrien durch Stimulation der enzymatischen Aktivitäten und die Verbesserung von Elektronentransport und Citratzyklus.

Vitamin B12

Vitamin B12 als potenter Stickoxid-Gegenspieler wird initial mit 1000-3000 µg/Tag subkutan (5 Tage lang) gegeben, danach in größeren Abständen je nach Symptomatik. Zur schnellen Senkung hoher NO-Konzentrationen können auch Kurzinfusionen zur Anwendung kommen. Nach der Besserung von Laborwerten und Symptomatik ist bei intakter Magen-Darm-Funktion die orale Einnahme zu bevorzugen, idealer Weise in Form von Adenosylcobalamin. Falls die Wirkung nachlässt, ist evtl. eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin B6, Folsäure und Biotin nötig oder die Einnahme von NO-Blockern. In der Langzeitbehandlung können die Einnahmeintervalle je nach Symptomatik ausgedehnt werden. Bei Schwerstkranken können Cyanoverbindungen (Cyanocobalamin) nachteilig sein und Nebenwirkungen auslösen, da sie über Gluthathionsystem bzw. Leber entgiftet werden müssen, so dass hier Hydroxo-, Methyl- oder Adenosylcobalamin zu bevorzugen sind.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Je nach Laborergebnissen und Symptomatik kommen häufig Kalium und Magnesium, teilweise auch Zink, Selen, Eisen und Jod zur Anwendung. Die besonders im Zusammenhang mit Kryptopyrrolurie - nach Kuklinski eine der möglichen Folgen des nitrosativen Stresses - empfohlene Zufuhr von Zink führt allerdings bei vielen Betroffenen zu einer Verschlechterung der Symptomatik. Kuklinski erklärt dies durch eine zusätzliche Hemmung des Citratzyklus und Aktivierung des Glutamatrezeptors, mit der Folge, dass Energiedefizite und Übererregungszustände zunehmen. Vorsicht ist auch geboten bei Aspartat-Verbindungen (z.B. Magnesium- oder Kalium-Aspartat), da neben Glutamat auch das eng verwandte Aspartat Glutamatrezeptoren (genauer: den Untertyp der NMDA-Rezeptoren) stimuliert.

Vitamine

Es kommen B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, Biotin, Folsäure, B12) als Komplex und teilweise als höher dosierte Monopräparate zur Anwendung, sowie die Antioxidantien Vitamin C und E und die Vitamine D und K. Vitamin E sollte dabei stets als Komplex mit allen 8 Vitameren eingenommen werden (die Gamma-Tocopherole und -Trienole sind effektive NO-Fänger). Die Einnahme von Vitamin B1, das eine blockierende Wirkung auf das histaminabbauende Enzym DAO (Diaminoxidase) hat, kann sich nach Jarisch bei Histaminintoleranz ungünstig auswirken. Dies wird durch die Erfahrungen einiger Forumsmitglieder bestätigt.

Gesundes Fett

Empfohlen werden mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl, Hochseefisch, Fischöl oder Algenprodukten.

Coenzym Q10

Coenzym Q10, auch als "Turbogenerator" unter den Mikronährstoffen bezeichnet, wird erst eingesetzt, wenn eine gewisse Stabilität des Stoffwechsels erreicht ist. Es ist einer der Elektronenüberträger innerhalb der mitochondrialen Atmungskette (Kette biochemischer Redoxreaktionen, wichtiger Teil des Energiestoffwechsels) und eines der wichtigsten Antioxidantien.

Was sonst noch gut sein kann

Je nach Symptomatik kann auch die Einnahme folgender Mikronährstoffe sinnvoll sein:
Alpha-Liponsäure bei Kohlenhydratunverträglichkeit, Muskelschwäche oder -schmerzen - ebenfalls eines der wichtigsten Antioxidantien
die Aminosäure L-Carnitin bei Muskelschwäche und chronischer Erschöpfung
die Aminosäure Taurin - auch ein starkes Antioxidans
Kreatininphosphat bei Muskelschwäche
Melatonin - ein NO-Fänger, der auch vor Peroxinitrit schützt
Ginkgo biloba

Senkung der Sympathikus-Aktivität

Dies kann z.B. durch Verhaltenstherapien, Entspannungsmethoden oder Yoga erreicht werden.

Quellen
1.Jarisch, Reinhart: Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit, 2. Auflage, ISBN 3131053828, Seite 12 f
2.KFS – Privat-Institut für präventive & regenerative Medizin: Mitochondriale Medizin
3.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Das Hals-Wirbel-Säulen-Trauma - Ursachen, Diagnose und Therapie (Vortrags-Mitschnitt 12/2006, Audiodatei, leider wohl nicht mehr online verfügbar)
4.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Das HWS-Trauma - Ursachen, Diagnose und Therapie, ISBN 389901068X
5.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Internistische Auswirkungen der HWS-Instabilität - für alle Therapeuten, die mit Ihren Händen die Gesundheit des Menschen fördern, Vortrags-Skript (verwendete Version nicht mehr online, eine neue Version gibt es hier)
6.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Migräne – eine Mitochondropathie mit neuen Therapieansätzen
7.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Vortrag "Nitrosativer Stress: Auslöser für erworbene Mitochondropathien" (gehalten auf dem Kongress "Chronische Multi-System-Erkrankungen" am 29.-30. November 2008 in Würzburg)
8.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Praxisrelevanz des nitrosativen Stresses (pdf-Datei)
9.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Praxisrelevanz des nitrosativen Stresses - 2. Mitteilung: Therapie internistischer Erkrankungen
10.Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo und Dr. Anja Schemionek: Schwachstelle Genick - Ursachen, Auswirkungen und erfolgreiche Therapie, ISBN 3899010752
11.Pall, Dr. (PhD) Martin L.: Explaining 'Unexplained Illnesses': Disease Paradigm for Chronic Fatigue Syndrome, Multiple Chemical Sensitivity, Fibromyalgia, Posttraumatic Stress Disorder, Gulf War Syndrome and Others, ISBN 078902389X (bisher nur in englischer Sprache).
12.Patientenfragen.net - Urologische Sprechstunde: Ketone im Urin!



Relevante Foren-Beiträge
Forum Oxidativer/Nitrosativer Stress unter http://www.symptome.ch
Diskussion im Forum: Diskussion zu den Wiki-Artikeln Oxidativer Stress und Nitrosativer Stress
Weitere Threads im Forum: Behandlung nach Kuklinski, Eure Erfolge bzw. Misserfolge der "Nitrostressbehandlung", Mikronährstofftherapie nach Kuklinski, Thiamin (Vitamin B1), Histamin und NO-Stress, Vitamin B12 und nitrosativer Stress, Zusammenfassung unserer Nitrostress-Therapie
Übersichten im Forum: Ernährung A-Z, Mikronährstofftherapie A-Z, Therapie allgemein A-Z


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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#863

Beitragvon Schorsch » 24.04.2017, 20:12

Hallo,

anbei ein sehr interessanter Artikel über ATP:


http://symptomat.de/Adenosintriphosphat

Gruß Schorsch

spacerat
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#1501

Beitragvon spacerat » 18.08.2017, 23:09

Hier ein Beispiel anhand eines Patienten

10nelYM.png
10nelYM.png (297.45 KiB) 3387 mal betrachtet
10nelYM.png
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2355

Beitragvon Schorsch » 29.10.2017, 21:45

Hallo,

anbei ein sehr interessanter Artikel über Mitochondrien. Für mich interessant:

1. Mitoschäden können klar belegt durch Arzneimittel verursacht werden. S 448 Fluorchinolone können das
2. N-Acetylcystein kann helfen, da es den Gluthationlevel erhöht und somit oxid. Streß verhindert S. 453

Für mich alles nichts neues nur endlich mal wissenschaftlich übersichtlich + klar formuliert zusammengefasst. Als Kassenpatient jedoch alles für die Katze, denn nirgendwo kann man wohl dahingehend auf Kassenleistung therapiert werden. Zumindest kenne ich nichts dergleichen. Also prüfe ich weiterhin eigenständig über Ganzimmun oder andere Labors gezielt meine Stoffwechsel-Lücken z.B. im Citratzyklus und therapiere eigenständig Defizite mit den empfohlenen Mikronährstoffen.

Gruß Schorsch
Dateianhänge
Artikel_Mitochondrien-Stoffwechsel_Mitotox_von Arzneimitteln_MMP_2012.pdf
(2.35 MiB) 86-mal heruntergeladen

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2356

Beitragvon FluorchiNO » 30.10.2017, 16:24

Hallo,

Rhodiola rosea ist offensichtlich auch in der Lage, die Biogenese von Mitochondrien zu fördern:

Salidroside Stimulates Mitochondrial Biogenesis and Protects against H2O2-Induced Endothelial Dysfunction
Shasha Xing,1,2 Xiaoyan Yang,1,2 Wenjing Li,1,2 Fang Bian,1,2 Dan Wu,1,2 Jiangyang Chi,1,2 Gao Xu,1,2 Yonghui Zhang,1,2 and Si Jin1,2
https://www.hindawi.com/journals/omcl/2014/904834/

Salidroside (SAL) is an active component of Rhodiola rosea with documented antioxidative properties. The purpose of this study is to explore the mechanism of the protective effect of SAL on hydrogen peroxide- (H2O2-) induced endothelial dysfunction. Pretreatment of the human umbilical vein endothelial cells (HUVECs) with SAL significantly reduced the cytotoxicity brought by H2O2. Functional studies on the rat aortas found that SAL rescued the endothelium-dependent relaxation and reduced superoxide anion production induced by H2O2. Meanwhile, SAL pretreatment inhibited H2O2-induced nitric oxide (NO) production. The underlying mechanisms involve the inhibition of H2O2-induced activation of endothelial nitric oxide synthase (eNOS), adenosine monophosphate-activated protein kinase (AMPK), and Akt, as well as the redox sensitive transcription factor, NF-kappa B (NF-κB). SAL also increased mitochondrial mass and upregulated the mitochondrial biogenesis factors, peroxisome proliferator-activated receptor gamma-coactivator-1alpha (PGC-1α), and mitochondrial transcription factor A (TFAM) in the endothelial cells. H2O2-induced mitochondrial dysfunction, as demonstrated by reduced mitochondrial membrane potential (Δψm) and ATP production, was rescued by SAL pretreatment. Taken together, these findings implicate that SAL could protect endothelium against H2O2-induced injury via promoting mitochondrial biogenesis and function, thus preventing the overactivation of oxidative stress-related downstream signaling pathways


Teilübersetzung ohne Gewähr:

Die Vorbehandlung der humanen Nabelschnurvenen-Endothelzellen (HUVECs) mit SAL reduzierte signifikant die Zytotoxizität, die durch H2O2 hervorgerufen wurde.

Inzwischen hemmte die SAL-Vorbehandlung die H2O2-induzierte Stickoxid (NO) -Produktion.

SAL erhöhte auch die mitochondriale Masse und erhöhte die mitochondrialen Biogenesefaktoren (...).

[b]H2O2-induzierte mitochondriale Dysfunktion
, wie durch reduziertes mitochondriales Membranpotential (Δψm) und ATP-Produktion gezeigt, wurde durch SAL-Vorbehandlung gerettet.

Zusammengenommen implizieren diese Ergebnisse, dass SAL das Endothel durch die Förderung der mitochondrialen Biogenese und Funktion gegen H2O2-induzierte Verletzungen schützen und so die Überaktivierung von oxidativ stressbedingten Downstream-Signalwegen verhindern könnte.


H2O2 = Wasserstoffperoxid
https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffperoxid

NO = nitrix oxid = Stickstoffmonoxid
https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffmonoxid

http://www.dr-kuklinski.info/publikatio ... ress_1.pdf

http://www.dr-kuklinski.info/publikatio ... ress_2.pdf

In dieser in vitro Studie konnte die Vorbehandlung von Endothelzellen mit Salidrosides (Wirkstoff von Rhodiola rosea)
* die durch Wasserstoffperoxid induzierte Zytotoxizität reduzieren
* die Induktion von nitrosativem Stress (Stickstoffmonoxid NO) hemmen
* die mitochondriale Masse und die mitochondriale Biogenese erhöhen.

Die Frage ist, ob die Nachbehandlung der geschädigten Zellen mit SAL die gleiche Wirkung gehabt hätte.

Siehe auch:

Bulletin of Experimental Biology and Medicine
December 2003, Volume 136, Issue 6, pp 585–587 | Cite as
Effect of Extracts from Rhodiola Rosea and Rhodiola Crenulata (Crassulaceae) Roots on ATP Content in Mitochondria of Skeletal Muscles

M. AbidovF. CrendalS. GrachevR. SeifullaT. Ziegenfuss
https://link.springer.com/article/10.10 ... 1.24779.15

We studied the effects of oral treatment with extracts from Rhodiola rosea (50 mg/kg) and Rhodiola crenulata (50 mg/kg) roots on the duration of exhaustive swimming and ATP content in mitochondria of skeletal muscles in rats. Treatment with R. rosea extract significantly (by 24.6%) prolonged the duration of exhaustive swimming in comparison with control rats and rats treated with R. crenulata. R. rosea extract activated the synthesis or resynthesis of ATP in mitochondria and stimulated reparative energy processes after intense exercise. Experiments proved different pharmacological characteristics of R. rosea and R. crenulata: R. rosea is most effective for improving physical working capacity.


Übersetzung ohne Gewähr:

Wir untersuchten die Wirkungen einer oralen Behandlung mit Extrakten aus Rhodiola rosea (50 mg / kg) und Rhodiola crenulata (50 mg / kg) Wurzeln auf die Dauer des erschöpfenden Schwimmens und ATP-Gehaltes in Mitochondrien von Skelettmuskeln bei Ratten. Die Behandlung mit R. rosea Extrakt signifikant (um 24,6%) verlängerte die Dauer des erschöpfenden Schwimmens im Vergleich zu Kontrollratten und Ratten, die mit R. crenulata behandelt wurden. R. rosea-Extrakt aktivierte die Synthese oder Resynthese von ATP in Mitochondrien und stimulierte reparative Energieprozesse nach intensivem Training. Experimente bewiesen unterschiedliche pharmakologische Eigenschaften von R. rosea und R. crenulata: R. rosea ist am effektivsten zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit


Hier auch konnte der Extrakt aus Rhodiola rosea Wurzeln die Bildung von ATP in Mitochondrien fördern und damit die körperliche Leistungsfähigkeit steigern.

2 weitere Studien konnte eine positive Wirkung auf die körperliche Leistungsfähigkeit und die stressinduzierte Müdigkeit belegen:

De Bock K, Eijnde BO, Ramaekers M, Hespel P. “Acute Rhodiola rosea intake can improve endurance exercise performance.” Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2004;14(3):298-307.

Spasov AA et al. “A double-blind, placebo-controlled pilot study of the stimulating and adaptogenic effect of Rhodiola rosea SHR-5 extract on the fatigue of students caused by stress during an examination period with a repeated low-dose regimen.” Phytomedicine. 2000;7(2):85-9.

Rhodiola rosea, also known as “golden root,” is a popular adaptogenic herb, which means it works in the cells to normalize their function and stimulate healing. Adaptogens such as Rhodiola rosea assist the body in adapting to stress, anxiety, and fatigue by helping to support the adrenal glands.

Research shows that Rhodiola rosea is a powerful herb for enhancing mitochondrial energy production.

It works by activating the synthesis of ATP in mitochondria and stimulating reparative energy processes (Abidov M, et al, Bull Exp Biol Med. 2003).

Rhodiola rosea is also a potent antioxidant and helps to defend against oxidative damage to the nervous system, as well as the mitochondria.

Similar to PQQ, Rhodiola rosea exhibits both neuroprotective and cardioprotective traits.

Its affect on the central nervous system mainly stems from its ability to influence and stabilize levels of the neurotransmitters dopamine, serotonin, and norepinephrine in the brain. It also helps to allow serotonin’s precursor tryptophan to cross the blood brain barrier.

Rhodiola rosea is cardioprotective in that it works to prevent stress-induced cardiac damage by decreasing myocardial catecholamine levels and reducing adrenal catecholamine release during times of stress (Maslova LV, et al, Eksp Klin Farmakol.1994). These catecholamines are part of the sympathetic nervous system and are the neurotransmitters released by the adrenal glands in response to stress.


aus : http://mkt.s.designsforhealth.com/Label ... hsheet.pdf

Ein interessanter Blog-Eintrag von Dr.Michalzik:

http://www.dr-michalzik.de/blog/rhodiola/
Zuletzt geändert von FluorchiNO am 30.10.2017, 17:32, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2358

Beitragvon FluorchiNO » 30.10.2017, 17:11

Dieser US Arzt empfiehlt:

*CoQ10 bzw Ubiquinol
*N-Acetylcysteine
*Acetyl-L-Carnitine
*Rhodiola rosea

http://alsearsmd.com/2016/03/mitochondr ... ing-story/

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2363

Beitragvon FluorchiNO » 30.10.2017, 21:08

Interessante Informationen aus dem Blog von Dr.Michalzik:

http://www.dr-michalzik.de/blog/rhodiola/

Rhodiola und der „Zentrale Energieregulator“ AMPK

AMPK oder „AMP-aktivierte Proteinkinase“ ist ein Enzym, welches als eine Art Sensor in der Zelle fungiert. AMPK ist förmlich in der Lage den Energiezustand im Körper zu „ermitteln“. Ist der Energiezustand in der Zelle niedrig, dann wird AMPK aktiviert. Ein geringer Energiezustand bedeutet niedrige ATP-Spiegel. Dieser bereits oben beschriebene universelle Energieträger Adenosine-Triphosphat (ATP) wird vor allem in den Mitochondrien „produziert“. Ist die Konzentration an ATP in der Zelle gering hat dies hohe AMP-Spiegel (Adenosin-Monophosphat) zur Folge. AMP aktiviert dann AMPK.

Verringerte AMPK-Werte werden andererseits mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Dazu zählen erhöhte LDL-Cholesterin-Werte, mitochondriale Dysfunktion, erhöhte Blutzuckerspiegel, chronische Entzündungen, Anhäufung seneszenter Zellen, Herzstörungen, erhöhte Blutfette, erhöhte Bauchfettansammlung.

Autophagie – Aufräumen in der Zelle zur Erhaltung der Gesundheit des ganzen Menschen

Salidroside aus Rhodiola können Autophagieprozesse in den Zellen aktivieren. [11]

Auch AMPK welches seinerseits wie oben beschrieben von Rhodiola aktiviert werden kann, hat einen Einfluss auf die Autophagie. Der so genannte “AMPK/mTor Signalweg” aktiviert die wichtigen Autophagieprozesse. Die Autophagie ist ein enorm wichtiger Vorgang in der menschlichen Zelle. Autophagie bedeutet die Fähigkeit der Zelle Stoffe abzubauen. Es ist somit der Prozess der in der Zelle unnütze und sogar gefährliche Stoffe eliminiert. Sozusagen die Müllabfuhr der Zelle. So werden beispielsweise Enzymeiweiße abgebaut, die der Zelle nicht nützlich sind, da sie nicht richtig “gefaltet” also funktionsuntüchtig für die Zelle sind. Gerade kürzlich wurde der Medizin-Nobelpreis zum Thema Autophagie vergeben.

Autophagie kann die Zelle auch vor den gefährlichen Auswirkungen toxischer Einflüsse schützen. Wird der Autophagieprozess andererseits gehemmt, hat dies fatale Auswirkungen. Das toxischen Eigenschaften des Schwermetalls Blei sind beispielsweise durch die Hemmung der Autophagieprozesse erklärbar. Die logische Konsequenz ist, dass Stoffe die den AMPK/mTor Signalweg fördern können auch die toxischen Eigenschaften von Blei auf die Autophagie neutralisieren, die wie beschrieben der “AMPK/mTor Signalweg” die Autophagieprozesse aktiviert. [12]


Antioxidative Eigenschaften
als einer der Wirkmechanismen von Rhodiola
Eine Studie konnte zeigen, dass Salidrosid die menschlichen Nervenzellen vor oxidativen Stress schützen kann. Dies wurde unter anderem durch die Induktion (Aktivierung) wichtiger körpereigener antioxidativer Enzyme erreicht.

Dieser Wirkmechanismus könnte Salidrosid bzw. Rhodiola als wichtiges Mittel zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen in Aussicht stellen.

Salidrosid und Nrf2, der Entgiftungsmeister

Eine ganz aktuelle Studie, die im September 2016 veröffentlich wurde, zeigt den schützenden Effekt von Salidrosid vor UVB-Strahlen. Als Wirkmechanismus wird eine so genannte Upregulation (Aktivierung) der Genexpression von Nrf2 angenommen.

Nrf2 ist ein äußerst wichtiger Transkriptionsfaktor der über 200 Gene, die zur Entgiftung des Körpers wichtig sind, anregt.
Nrf2 hat somit eine Art Schlüsselrolle in der Entgiftung des Körpers.

Salidrosid könnte somit über die Wirkung auf Nrf2, eine ganze Reihe weiterer Auswirkungen haben die mit der Entgiftung des Körpers zusammenhängen. [17]


Rodhiola kann offensichtlich, dem Körper helfen:
*Seneszente Zellen und Gifstoffe durch die Aktivierung von AMPK und Aktivierung der Genexpression von Nrf2 zu eliminieren!
*oxidativen Stress zu bekämpfen und somit Gehirn-und Nervenzellen zu schützen

Es könnte auch hilfreich gegen:
*psychischen und körperlichen Stress, da es den Cortisolpegel senken kann (Vorsicht bei Nebennierenschwäche= Cortisolmangel!)
*Müdigkeit, da es die Energie erhöhen kann (durch Erhöhung der ATP Produktion in den Mitochondrien)
*Schlafstörungen, Depression, Angstgefühle, da es einen positiven Einfluss auf Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin haben kann
*Muskelschädigungen, da es Creaktine Kinase (CK) senken kann (hohe CK Werte weisen auf Schädigung der Muskelzellen hin)
*Entzündungen (hohes CRP, TNF alpha, usw), da es entzündungsfördernde Zytokine senken kann

Zu Anwendung von Rhodiola:

Man sollte Dosierung von 200 bis 400 mg pro Tag wählen. Wichtig ist, dass es sich um einen Extrakt handelt, der circa 5 % Rosavine enthält und circa 2 % Salidroside. Bei einer Dosierung von 400 mg sind dies 20 mg Rosavine und 8 mg Salidroside.
Rosavine bestehen aus Rosavin, Rosin und Rosarin. Rosavine sind nur in Rhodiola rosea enthalten. Andere Rhodiola-Arten enthalten diese nicht, sondern nur Salidroside.

Rhodiola rosea ist darüber hinaus intensiv auf Nebenwirkungen untersucht worden und die Unbedenklichkeit konnte somit bestätigt werden. Andere Rhodiola-Arten wurden nicht so gut untersucht.

Man sollte Rhodiola rosea auf nüchternen Magen einnehmen. Am besten morgens vor dem Frühstück und bei einer Dosierung von 2 Kapseln zusätzlich vor dem Mittagessen. Am Abend sollte Rhodiola nicht eingenommen werden, da Rhodiola einen anregenden Effekt haben kann.

Schwangere und stillende Frauen sollten Rhodiola aus Sicherheitsgründen nicht einnehmen, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen.


Studien über die Wirkung von Rhodiola über AMPK wurde mit Rhodiola crenulata gemacht, die nur Salidroside enthält. Somit müsste der Wirkstoff Salidroside für die Aktivierung von AMPK verantwortlich sein:

[14] Kuen-Tze Lin, Shih-Wei Hsu, Feng-Yi Lai, Tsu-Chung Chang, Li-Shian Shi and Shih-Yu Lee
Rhodiola crenulata extract regulates hepatic glycogen and lipid metabolism via activation of the AMPK pathway.
BMC Complementary and Alternative Medicine, Mai 2016
https://bmccomplementalternmed.biomedce ... 016-1108-y

[15] Shih-Yu Leea, , Feng-Yi Laib, , Li-Shian Shic, , Yu-Ching Choud, , I-Chuan Yene, , Tsu-Chung Chang
Rhodiola crenulata extract suppresses hepatic gluconeogenesis via activation of the AMPK pathway.
Phytomedicine, April 2015
http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 1315000501

AMP-abhängige Kinase

Die AMP-abhängige Kinase, kurz AMPK, ist ein in allen eukaryoten Geweben vorkommendes Enzym aus der Famile der Kinasen, das durch Adenosinmonophosphat (AMP) aktiviert wird. Die AMP-abhängige Kinase spielt eine große Rolle bei der Regulation von Enzymen bei zellulärem Energiemangel.

Insgesamt führt die Aktivierung der AMPK also zu einer Erniedrigung des AMP-Spiegels und damit einhergehender Erhöhung des ATP-Spiegels.


aus:http://flexikon.doccheck.com/de/AMP-abh%C3%A4ngige_Kinase

Eine sehr gute Übersichtsarbeit über die bisherigen wissenschaftlichen Studien über Rhodiola:

https://examine.com/supplements/rhodiola-rosea/

ACHTUNG :!:

16.1. General
One study found issues involving possible inaccurate labeling of Rhodiola supplements[134]. On study examined 39 Rhodiola products obtained through various UK consumer outlets found that 23% of them contained no detectable levels of rosavin, which is a key marker that distinguishes Rhodiola rosea from other species of Rhodiola. Two of the products did not contain any salidroside, either, which is found in other species of Rhodiola, including Rhodiola rosea, indicating not Rhodiola product was present at all. Furthermore, 80% of the samples that did contain rosavin had levels lower than a traditional herbal registration sample that was used as a reference. Finally, one supplement had 5-HTP, which is normally not found in Rhodiola, and is used for antidepressive or weight loss purposes.[134]


23% der untersuchten Rhodiola Produkte aus England enthielten keinen Rosavin, 2 der 39 Rhodiola Produkte enthielten kein Salidroside, 80% hatten niedrigere Rosavinspiegel als in der traditionellen pflanzlichen Registrierungsprobe, die als Referenz verwendet wurde.

In der Schweiz wurde 2010 der Trockenextrakt WS® 1375 zugelassen.Das Arzneimittel ist in Apotheken und Drogerien ohne ärztliche Verordnung unter dem Namen Vitango® (Schwabe Pharma AG) erhältlich.

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Rosenwurz

Der Extrakt wurde in mehreren Studien untersucht:

https://www.karger.com/Article/FullText/457918
https://www.karger.com/Article/FullText/447332
http://www.isrctn.com/ISRCTN29449049
http://www.hra.nhs.uk/news/research-sum ... -symptoms/

In Deutschland seit 1. September 2016 das apothekenpflichtige Medikament rhodiolan® mit dem Wirkstoff Rhodiola rosea von Dr.Loges als pflanzliches Arzneimittel gegen akute Stress-Symptome erhältlich:

https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/ ... infuehrung

1 Kapsel Rhodiolan Dr.Loges enthält:

https://www.loges.de/de/praeparate/rhodiolan/

https://www.loges.de/uploads/tx_logmatr ... diolan.pdf

Wirkstoff: 200 mg Trockenextrakt aus Rosenwurz-Wurzeln und Wurzelstock ( 1,5 - 5 : 1).
Auszugsmittel: Ethanol 70 % (V/V).
Sonstige Bestandteile: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Maltodextrin, Maisstärke, Hypromellose, mikrodisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (pflanzlich) Ph.Eur., gereinigtes Wasser, Glycerol (85 %), Talkum, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172), Riboflavin (E101)


Ich kann allerdings weder aus der Webseite von Dr.Loges noch aus dem Beipackzettel erkennen, wieviel % Rosavin und Salidroside der Trockenextrakt enthält.

Dr.Loges vertreibt offensichtlich den in Schweden hergestellten Trockenextrakt Schweden SHR-5, der in Studien untersucht wurde:

https://www.europa-apotheek.com/rhodiol ... 10789.html

Patentierter Spezialextrakt aus Schweden
Rhodiolan™200 enthält den Originalextrakt SHR-5 aus Rhodiola rosea (Rosenwurz). Dieser wurde vom Swedish Herbal Institute, einem naturheilkundlichen Forschungsinstitut in Göteborg, entwickelt und gemeinsam mit der Firma Dr. Loges weiter erforscht, um den menschlichen Körper in Stresssituationen bestmöglich zu unterstützen.


[Achtung: Dr.Loges vertreibt keine Kapseln mehr, sondern Filmtabletten]

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... p?id=54660

Randomisierte Doppelblindstudien bestätigten positive Effekte bei Prüfungsstress (DOI: 10.1016/S0944-7113(00)80078-1), ermüdenden Nachtdiensten (DOI:10.1016/S0944-7113(00)80055-0) sowie bei Burnout (DOI: 10.1055/s-0028-1088346) und Depressionen (DOI:10.1080/08039480701643290). /


https://www.researchgate.net/profile/Er ... atigue.pdf

Dieser SHR-5 Extrakt kann man beim Amazon.de kaufen:

https://www.amazon.de/Swedish-Herbal-In ... WTAPHKGVF6

Inhalt von 2 Kapseln SHR-5 Extrakt:

https://stw-supplements.com/swedish%20h ... tic%20root

SHR-5 Proprietary Extract
Rhodiola rosea (root) 360 mg

 Ingredients
Rhodiola Rosea SHR-5 Extract, (Carrier Maltodextrin), Bulking Agents (Microcrystalline Cellulose and Veg derived Magnesium Stearate), Hydroxypropyl Methylcellulose (Vegetarian Capsule).


1 Kps SHR-Extrakt enthält 180 mg Rhodiola Rosea Extrakt

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2409

Beitragvon FluorchiNO » 31.10.2017, 21:01

Ein interessanter Artikel von Prof. Garth Nicolson:

Integr Med (Encinitas). 2014 Aug; 13(4): 35–43.
Mitochondrial Dysfunction and Chronic Disease: Treatment With Natural Supplements
Garth L. Nicolson, PhD
Founder, president, and research professor in the Department of Molecular Pathology at the Institute for Molecular Medicine in Huntington Beach, California.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4566449/

Clinical trials have shown the utility of using oral replacement supplements, such as l-carnitine, alpha-lipoic acid (α-lipoic acid [1,2-dithiolane-3-pentanoic acid]), coenzyme Q10 (CoQ10 [ubiquinone]), reduced nicotinamide adenine dinucleotide (NADH), membrane phospholipids, and other supplements. Combinations of these supplements can reduce significantly the fatigue and other symptoms associated with chronic disease and can naturally restore mitochondrial function, even in long-term patients with intractable fatigue.


Empfohlene NEMs:
*Alpha-Liponsäure
*CoQ10
*L-Carnitine
*NADH
*Phospholipide

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2417

Beitragvon Schorsch » 01.11.2017, 20:54

Hallo,

anbei auch ein interessanter Vortrag zum Thema der Mitochondrien.

Gruß Schorsch

Zitat-Passus von S.10

Die mitochondriale Therapie
Funktionsuntüchtige und -eingeschränkte Mitochondrien können scheinbar wieder „aufgepäppelt“ werden.
Wenn eine antibiotische Behandlung stattgefunden hat, oder noch stattfindet, sollten dringend Substanzen
verabreicht werden, die die ATP-Produktion optimieren, bzw. solche, die die Mitochondrien schützen. Dazu
zählen in allererster Linie Coenzym Q10, als wichtigste Substanz in der Atmungskette. Coenzym Q10 sollte
initial sehr hochdosiert und möglichst als reduziertes Q10 gegeben werden, und zwar in höchster Qualität
(Kaneka Q10 hat den höchsten Reinheitsgrad). Ansonsten NADH, Vitamine der B-Gruppe, Glutathionbildner
(z. B. Glutacell), natürliches, hoch dosiertes Vitamin C, Carnithin, Carnosin und Magnesium.
Es steht zu vermuten, dass eine derartige mitochondriale Therapie bei mitochondrialer Schädigung lebenslang
angewandt werden sollte. Mit dieser Therapie können geschädigte Mitochondrien ihre Reparaturmaßnahmen
vornehmen, und sich auch durchaus gesünder fortpflanzen (teilen). Doch brauchen sie die permanente
Unterstützung, um die Leistung der fehlenden Mitochondrien zu kompensieren.
Dateianhänge
Marlene Kunold_Vortrag.Mitochondriopathie_2011.pdf
(147.75 KiB) 65-mal heruntergeladen
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2457

Beitragvon FluorchiNO » 01.11.2017, 22:54

Eine andere Substanz kann die Biogenesis von Mitochondrien fördern: PQQ (pyrroloquinoline quinone)

In diesem Artikel (schwere Kost, aber lesenswert!)

Treatment of the Fluoroquinolone-Associated Disability: The Pathobiochemical Implications
Krzysztof Michalak,1,2 Aleksandra Sobolewska-Włodarczyk,3 Marcin Włodarczyk,3 Justyna Sobolewska,4 Piotr Woźniak,4 and Bogusław Sobolewski4
https://www.hindawi.com/journals/omcl/2017/8023935/

erwähnen die Autoren PQQ als potentielle Behandlungsmöglichkeit des FC induzierten Syndroms:

Supporting the mitochondrial replication in the cell—pulling more damage to apoptosis and proliferation of the more healthy ones: supporting the mitochondrial exchange (removing that destroyed ones and replication of that more healthy ones) is the necessary way in the case of irreversible mtDNA damage. The substance that is postulated to possess the ability to promote the mitochondrial biogenesis is pyrroloquinoline quinone (PQQ) [107, 108]. This substance is also postulated to be OS protective


Pyrroloquinoline Quinone Stimulates Mitochondrial Biogenesis through cAMP Response Element-binding Protein Phosphorylation and Increased PGC-1α Expression*
Winyoo Chowanadisai‡, Kathryn A. Bauerly‡, Eskouhie Tchaparian§, Alice Wong¶, Gino A. Cortopassi‖ and Robert B. Rucker‡,
http://www.jbc.org/content/285/1/142.short

Bioactive compounds reported to stimulate mitochondrial biogenesis are linked to many health benefits such increased longevity, improved energy utilization, and protection from reactive oxygen species.

Previously studies have shown that mice and rats fed diets lacking in pyrroloquinoline quinone (PQQ) have reduced mitochondrial content. Therefore, we hypothesized that PQQ can induce mitochondrial biogenesis in mouse hepatocytes.
(...)
The ability of PQQ to stimulate mitochondrial biogenesis accounts in part for action of this compound and suggests that PQQ may be beneficial in diseases associated with mitochondrial dysfunction


Pyrroloquinoline Quinone Modulates Mitochondrial Quantity and Function in Mice
1Tracy Stites*, David Storms*, Kathryn Bauerly*, James Mah**, Calliandra Harris*, Andrea Fascetti†, Quinton Rogers†, Eskouhie Tchaparian*, Michael Satre*, and Robert B. Rucker*,2
http://jn.nutrition.org/content/136/2/390.short

When pyrroloquinoline quinone (PQQ) is added to an amino acid-based, but otherwise nutritionally complete basal diet, it improves growth-related variables in young mice. We examined PQQ and mitochondrial function based on observations that PQQ deficiency results in elevated plasma glucose concentrations in young mice, and PQQ addition stimulates mitochondrial complex 1 activity in vitro. PQQ-deficient weanling mice had a 20–30% reduction in the relative amount of mitochondria in liver; lower respiratory control ratios, and lower respiratory quotients than PQQ-supplemented mice (2 mg PQQ/kg diet). In mice from dams fed a conventional laboratory diet, but switched at weaning to the basal diet, plasma glucose, Ala, Gly, and Ser concentrations were elevated at 4 wk (PQQ− vs. PQQ+), but not at 8 wk. The relative mitochondrial content (ratio of mtDNA to nuclear DNA) also tended (P < 0.18) to be lower (PQQ− vs. PQQ+) at 4 wk, but not at 8 wk. PQQ also counters the mitochondrial complex 1 inhibitor, diphenylene iodonium (DPI). Mice were gavaged with 0, 0.4, or 4 μg PQQ/g body weight (BW) daily for 14 d. At each PQQ level, DPI was injected (i.p.) at 0, 0.4, 0.8, or 1.6 μg DPI/g BW. The PQQ-deficient mice exposed to 0.4 or 4.0 μg DPI/g lost weight and had lower plasma glucose levels than PQQ-supplemented mice (P < 0.05). In addition, fibroblasts took up 3H-PQQ added to cell cultures, and cultured hepatocytes maintained mitochondrial PQQ concentrations similar to those observed in vivo. Collectively, these results indicate that dietary PQQ can influence mitochondrial amount and function, particularly in perinatal and weanling mice


Exp Ther Med. 2015 August; 10(2): 451–458.
Biological effects of pyrroloquinoline quinone on liver damage in Bmi-1 knockout mice
YUANQING HUANG,1,2 NING CHEN,1 and DENGSHUN MIAO1
http://europepmc.org/articles/PMC4509087

Pyrroloquinoline quinone (PQQ) has been demonstrated to function as an antioxidant by scavenging free radicals and subsequently protecting the mitochondria from oxidative stress-induced damage.

The aim of the present study was to investigate whether PQQ is able to rescue premature senescence in the liver, induced by the deletion of B cell-specific Moloney MLV insertion site-1 (Bmi-1), by inhibiting oxidative stress. In vivo, the mice were allocated into three groups that underwent the following treatment protocols. WT mice received a normal diet, while BKO mice also received a normal diet. An additional group of BKO mice were fed a PQQ-supplemented diet (BKO + PQQ; 4 mg PQQ/kg in the normal diet). The results indicated that PQQ partially rescued the liver damage induced by the deletion of Bmi-1. PQQ was demonstrated to exhibit these therapeutic effects on liver damage through multiple aspects, including the promotion of proliferation, antiapoptotic effects, the inhibition of senescence, the upregulation of antioxidant ability, the downregulation of cell cycle protein expression, the scavenging of reactive oxygen species and the reduction of DNA damage. The results of these experiments indicated that treatment of BKO mice with a moderate dose of PQQ significantly protected the liver from deleterious effects by inhibiting oxidative stress and participating in DNA damage repair. Therefore, PQQ has great potential as a therapeutic agent against oxidative stress during liver damage.


Artikel von Dr.Michalzik:

http://www.dr-michalzik.de/blog/pqq/

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2483

Beitragvon Schorsch » 02.11.2017, 19:37

Anbei noch ein Link mit Informationen in einem anderen Thema:

viewtopic.php?f=73&t=419

Kern ist das Handbuch der mitochondrialen Erkrankungen:

Bei dem Ihnen hier vorliegenden Patientenratgeber
zu mitochondrialen Erkrankungen handelt es sich
um eine neue Informationsbroschüre, die den aktuellen
Wissensstand diesem Gebiet wiederspiegelt.
Seit der Gründung unserer Selbsthilfegruppe
im Jahr 2006 hatten wir bereits zwei Broschüren
herausgegeben. Die Entwicklung vom ursprünglich
achtseitigen Faltblatt hin zu diesem umfangreichen
Handbuch zeugt eindrucksvoll vom
gestiegenen Interesse an der wissenschaftlichen
Forschung zu den mitochondrialen Erkrankungen,
das nicht zuletzt auf die Entstehung des Deutschen
Netzwerkes für mitochondriale Erkrankungen (mitoNET)
zurückzuführen ist. Die Gründung unserer
Selbsthilfegruppe und die Etablierung des
wissenschaftlichen Forschungsverbundes mitoNET
erfolgten ungefähr zur gleichen Zeit und wir standen
als Patientenvertreter von der ersten Stunde an
im Dialog mit den führenden Wissenschaftlern und
Klinikern auf diesem Gebiet. Von diesem Dialog
profitierten beide Seiten. Wir Patientenvertreter
lernten viel über unsere Krankheit und den neuesten
Stand der Forschung und konnten dieses Wissen
in unzähligen Beratungsgesprächen und auf
Fachtagen an Betroffene weitergeben, die mit dieser
Diagnose oder Verdachtsdiagnose konfrontiert
wurden. Umgekehrt konnten wir die Mediziner
über Symptome der Patienten informieren (z.B.
Schluckbeschwerden, unspezifische Schmerzen),
deren häufiges Auftreten den Ärzten vorher gar
nicht bewusst war und nun bei der Anamnese wesentlich
mehr Beachtung findet.
Dateianhänge
Handbuch_Mitochondriale_Erkrankungen_2014.pdf
(511.05 KiB) 61-mal heruntergeladen
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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2790

Beitragvon Rosanna Garten » 22.11.2017, 22:29

Zur Info.
Habe ich heute zufällig gefunden:
Nitrosativer Stress_Hilfen.jpg
Nitrosativer Stress_Hilfen.jpg (1.83 MiB) 3088 mal betrachtet
Nitrosativer Stress_Hilfen.jpg
Nitrosativer Stress_Hilfen.jpg (1.83 MiB) 3088 mal betrachtet


Grüße von Rosanna

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Re: Mitochondrien-Funktion therapieren und stärken

#2794

Beitragvon Schorsch » 23.11.2017, 21:40

Hallo Rosanna,

dieser Artikel ist auch ganz interessant:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaeh ... 64012.html

Allzu leicht ist das Thema freie Radikale sicher auch nicht...


Gruß Schorsch


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