Mein Vorabgespräch in einer Psychosomatischen Klinik

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Mein Vorabgespräch in einer Psychosomatischen Klinik

#3874

Beitragvon PeterPan » 17.02.2018, 22:42

Moin Zusammen,

Sicher können viele all das nachvollziehen, was ich Euch nun mitteilen werde.

Mein Schmerztherapeut sah eine Indikation für einen stationären Aufenthalt in einer Schmerzklinik.
Verdacht auf Fibromyalgie stand auch auf der Einweisung.

Aufgrund des Verdachtes, der auch ganz gut passt in unserer Situation ( Man denke an diffuse Muskelschmerzen und Sehnenansatzschmerzen etc. pp. ) habe ich im Internet geschaut, welche Klinik sich auf solche Krankheiten spezialisiert hat.

Ich habe nicht viele gefunden und kam sehr schnell auf eine Klinik 250 km von mir entfernt. Ich betone hier noch mal, das ich mir diese Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie selber ausgesucht habe.

Nun gut. Bin dann selber hingefahren. Einen Tag vorher angereist, da ich wußte, das es mich sehr viel Kraft kosten wird und ich halbwegs ausgeruht ankommen wollte. So erklärte ich es auch der Ärztin, die mit mir das Gespräch führte. Ich muß dazu sagen, sie ist Ärztin in Ausbildung zur Psychotherapeutin ( Uni Klinik halt ). Für mich war das eigentlich auch kein Problem.

Im Wartezimmer mußte ich einen Fragebogen ausfüllen. Ich denke viele von Euch kennen diese Tests. Mit Hilfe derer kann man feststellen, inwieweit eine Depression etc. pp. vorliegt.

Das Gespräch an sich verlief ordentlich und ich hatte das Gefühl fair behandelt zu werden.

Doch dann der Schock. 9 Tage später kam der Arztbrief.

Eine Falschaussage ( um es harmlos zu beschreiben ) nach der anderen.

Beispiel : Ich hätte deutlich gemacht, das ich kein Interesse daran hätte, mich psychosomatisch behandeln zu lassen!
Ich habe im Gespräch 3 mal erwähnt, das ich keine andere Chance sehe als diesen Weg jetzt zu gehen, da ich ja auch irgendwann wieder arbeiten möchte. Warum sonst gehe ich freiwillig mit einer Einweisung in eine entsprechende Einrichtung ?

Ich soll gesagt haben, das ich eine somatische Diagnose erhalten möchte. Mit Nichten. Ich habe sogar gesagt, das es mir mittlerweile egal ist, welche Diagnose ich erhalte. Ich betonte, das Sie gerne schreiben darf, das ich völlig Irre bin ( sinngemäß ;-) ).

Dazu kommt, das der Bericht so geschrieben ist, als würde alles von mir beschriebene möglich sein, aber nicht mit Fakten hinterlegt worden wäre.
LOL. Ich habe 24 Arzt- und Klinikberichte abgegeben, die auch der Ärztin vorlagen.

Diverse Aussagen, die so nicht getroffen worden sind, finden sich im Bericht wieder.

Natürlich wissen wir, das das ganze mittlerweile ein Politikum geworden ist.

Sie wollte das alles noch mal mit Ihrem Prof. besprechen ( da es mir lieber sei, eine stationäre Behandlung, statt einer ambulanten Therapie zu vollziehen ) und daher kommt dann sicherlich auch der entsprechende Bericht.

Im Gespräch sagte Sie, das anhand des Fragebogens eine leichte Depression zu erkennen sei und das ein ICD F54 vorliegt ( Psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten ). Bringt die Sache ja mit sich ;-) , wenn man schon solange an chronischen Schmerzen leidet.


Fazit des Arztbriefes :

1. Diagnosen : V.a. Somatisierungsstörung F45.0 und F32.1 Mittelgradige depressive Episode
2. sehr knapp gehalten und auch keine Begründung, warum ein F32.1 vorliegt , das kenne ich anders.
3. Diverse krasse Falschaussagen



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Maximus
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Re: Mein Vorabgespräch in einer Psychosomatischen Klinik

#3875

Beitragvon Maximus » 18.02.2018, 00:21

Hallo Peter,

das problematische an diesen Arztbrief ist folgendes:

Der Arztbrief liegt jetzt noch beim Schmerztherapeut. Der Schmerztherapeut ist verpflichtet den Arztbrief 10 Jahre aufzu-
bewahren.

Sobald man einen Antrag auf Anerkennung der Erwerbsunfähigkeit stellt und dieser abgelehnt wird, was der Regelfall ist und
man nach erfolglosen Widerspruch vor das Sozialgericht zieht, fordert das Sozialgericht als 1. die Behandlungsunterlagen von
den behandelnden Ärzten an.

Dann wandert der Arztbrief an das Gericht.

Das Gericht beauftragt dann einen dementsprechenden Gutachter (nein keinen Schmerztherapeuten, sondern einen Psychiater),
der die F45.0 bestätigt.....und das wars für den Rentenantrag.

Was denkst du was bei mir in den Med. Gutachten stand ... Ja.... F45.0 und F60.9 und diverse krasse Falschaussagen.

Bei mir ging dieser Mist los, als ich einer Rehabilitation (Reha) zustimmte, die der Rentenversicherungsträger mir vorgeschlagen hat.
Es handelte sich dabei um eine Rehabilitationsklinik für Orthopädie, Psychosomatik und Psychotherapie.

Entlassungsdiagnose : F45.0 und diverse krasse Falschaussagen.

Gruß
Maximus

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Re: Mein Vorabgespräch in einer Psychosomatischen Klinik

#3876

Beitragvon PeterPan » 18.02.2018, 00:59

In meinem Fall habe ich bereits EMR beantragt und es war ein Good Will, das ich jetzt diesen Schritt gegangen bin. Hängt momentan vor dem Sozialgericht. Unterlagen wurden schon angefordert und liegen dem Sozialgericht vor. Die Diagnose Mittelgradige Depression hilft lustiger weise bei einem Antrag, denn laut Definition ist diese zu behandeln. Siehe weiter unten. Meine KK schickt mich jedoch jetzt auch auf Reha und ich erwarte einen ähnlichen Ausgang wie bei dir.

Ich hoffe darauf, das ein Leistungstest während der Reha gemacht wird, sowie eine Simulation eines Arbeitstages. Dieses habe ich schon sehr oft für mich privat durchgeführt mit dem Ergebnis, das nach 1 Stunde nur noch wenig bis nichts mehr geht.

Probleme mit den Augen, Versteifung, Schmerzen etc. pp.

Was solls, tun kann man nichts dagegen.


Mittelgradige Depression:

Eine mittelgradige depressive Episode ist eine Depression mittlerer Intensität. Sie wird manchmal auch mittlere Depression genannt. Man teilt die Depression generell in drei Intensitätskategorien ein. Zuerst kommt die leichte Depression, dann die mittelgradige und schließlich die schwere. Die genaue fachliche Bezeichnung für die mittelgradige Depression lautet mittelgradige depressive Episode. Die mittelgradige depressive Episode ist eine Diagnose und wird nach dem ICD-10 durch den Schlüssel F 32.1. bezeichnet. Bei einer mittelgradigen depressiven Episode sind die Symptome der Depression bereits derart stark, daß Betroffene berufliche und häusliche Tätigkeiten nicht mehr oder nur noch in Schwankungen tätigen können.

Die mittelgradige depressive Episode ist definitiv behandlungsbedürftig. Die Depression und die Therapie der Depression ist ein sehr umfassendes und komplexes Thema. Von daher bitten wir Sie, bei weiterem Interesse, unseren Hauptartikel zur

…hier lesen….Hauptartikel Depression…

zu lesen.

Die Praxis Dr. Dr. Golling und Kollegen in München gilt bei der Behandlung der Depression (auch in der Form der mittelgradigen depressiven Episode) als einer der führenden Ansprechpartner in Deutschland. Wir bieten sehr umfangreiche, integrative Behandlungskonzepte mit diversen Alleinstellungsmerkmalen. Ziel bei der Behandlung der mittelgradigen depressiven Episode ist vor allem die Arbeits- und Alltagsfähigkeit wieder herzustellen und einer Krankschreibung oder gar einem stationären Aufenthalt vorzubeugen. Im Kontext mit der Therapie der Depression bieten wir im extremen Bedarfsfall auch kompetente Psychopharmako-Beratungen an, wo wir aufgrund unsere psychiatrischen Facharztstellung und unsere internationalen Vernetzung über modernste Informationen verfügen. Grundsätzlich ist allerdings unser Motto Psychopharmaka nur im absoluten Notfall einzusetzen.


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