Unerträgliche Schmerzen - was tun?

Levoflox26
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 525
Registriert: 20.11.2017, 09:08

Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5290

Beitragvon Levoflox26 » 08.06.2018, 08:48

Hallo zusammen,

bei mir wurde vor 4 Wochen eine Gürtelrose diagnostiziert. Sie verläuft von der Wirbelsäule am Brustkorb (links) entlang bis auf Höhe des Solar plexus. Der Ausschlag ist mittlerweile verheilt, es gibt keine Bläschen mehr, auch kein Schorf mehr. Man sieht lediglich noch die roten Flecken, wo die Bläschen waren.
Aber die Nervenschmerzen verschwinden nicht. Es fühlt sich an, als wenn eine glühende Drahtschnur um den halben Brustkorb gelegt und zugezogen wird. Und leider werden sie schlimmer. In der aktiven Phase waren sie eher kurz und punktuell, jetzt ziehen sie sich über Stunden mit nur kurzen Unterbrechungen. Zwei Ärzte hatten mir geraten, die Schmerzen von Anfang an zu bekämpfen, damit sich kein Schmerzgedächtnis entwickelt. Dies sei auch sinnvoll, weil es einer Post-Zoster Neuralgie vorbeugen könne. Dafür habe ich ein opiathaltiges Medikament (Targin) bekommen und auch genommen. Nun wirkt das aber nicht mehr.
Ich reibe den schmerzenden Bereich noch mit Arconit Schmerzöl ein (Herpes Zoster ist als Anwendung aufgeführt). Bringt auch nichts. Ich habe gegoogelt und gesehen, dass viele andere dieses Problem auch haben, über Monate und teils über Jahre.
Die Empfehlungen der Mediziner reichen von Paracetamol, NSAR, über Gabapentin/Lyrika bis zu den Opiaten. Da mir der Psychiater im Januar Lyrika gegen die floxbedingten Missempfindungen in den Füßen verschrieben hatte, habe ich vorgestern probiert ob das hilft. Ich hatte die Medis ja nicht angerührt, weil Muskelschmerzen in den NW aufgeführt sind. Die habe ich ja eh schon und wollte sie nicht noch verstärken. Aber nun merke ich, dass sie tatsächlich die Nervenschmerzen unterdrücken. Ich bin über Stunden komplett schmerzfrei. Also nehme ich es momentan morgens und abends in niedriger Dosierung (je 50mg) ein. Das will ich aber keinesfalls zur Dauerlösung machen, erstens wegen Flox und dann auch weil das Medikament sehr umstritten ist und auch abhängig machen kann. Noch hoffe ich, dass diese Schmerzen (die ich als wirklich unerträglich empfinde) wieder verschwinden. Aber was, wenn nicht?
Was ist euch aus der Naturheilkunde gegen (sehr starke) Nervenschmerzen bekannt? Gibt es da etwas, das ich probieren könnte? Ich bin gerade wirklich verzweifelt...
Liebe Grüße an alle.



Kiaraluna
Junior
Junior
Beiträge: 5
Registriert: 02.12.2016, 16:13

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5291

Beitragvon Kiaraluna » 08.06.2018, 11:41

Hallo, du könntest Neodolor versuchen. Das nehme ich immer gegen Kopfschmerzen, weil ich keine Chemie mehr nehmen will und auf der Packung steht auch, dass es gegen Nervenschmerzen ist.
LG
Kirsten

Benutzeravatar
Maximus
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 987
Registriert: 10.06.2017, 22:55

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5295

Beitragvon Maximus » 08.06.2018, 12:11

Hallo Levoflox26,

um die unerträglichen Schmerzen der Post-Zoster-Neuralgie zu unterdrücken, ist Lyrika das Mittel der Wahl.

https://www.aerztezeitung.de/medizin/kr ... ng-an.html

...und um die Nervenregeneration zu fördern:

Keltican® forte

https://www.docmorris.de/keltican-forte ... n/01712263

Prognose:

Bei jedem zweiten Patienten mit Post-Zoster-Neuralgie wird innerhalb von einem Jahr eine Spontanremission beobachtet.

LG
Maximus
Zuletzt geändert von Maximus am 08.06.2018, 14:10, insgesamt 2-mal geändert.

Levoflox26
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 525
Registriert: 20.11.2017, 09:08

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5296

Beitragvon Levoflox26 » 08.06.2018, 13:07

Danke euch. Das Keltican werde ich mir auf jeden Fall kaufen. Da berichtet eine Käuferin dass es ihr bei Post-Zoster Schmerzen geholfen hat. Ich hatte mir das bisher nicht geholt, weil ich Folsäure und B12 eh schon bekomme. In deinem Link, Maximus, steht auch das man Lidocain Gel oder Capsaicin versuchen kann, da werde ich mich auch mal erkundigen. Das wäre mir, wenn es hilft, deutlich lieber als Lyrica zu schlucken. Bei der Liste der NW wird mir ganz schlecht. :o

Kiaraluna, die Tabletten schau ich mir gleich auch noch an.

Merci vielmals.

Benutzeravatar
Maximus
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 987
Registriert: 10.06.2017, 22:55

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5297

Beitragvon Maximus » 08.06.2018, 13:41

Hallo Levoflox26,

von Lidocain-haltigen Salben und Cremes rate ich ab.

Zur Vermeidung einer Überdosierung ist ein hoher Grad an Präzision bei der Dosierung notwendig.

Wird die Maximaldosis überschritten, können folgende Symptome auftreten:
Erregung, Unruhe, Schwindel, Hör- und Sehstörungen, Kribbeln am Mund (perioral), verwaschene Sprache, Übelkeit, Erbrechen,
Zittern und Muskelzuckungen. Diese so genannten exzitatorischen Symptome sind Vorzeichen eines drohenden Krampfanfalls.
Symptome, die das Herz-Kreislauf-System (kardiovaskuläre Symptome) betreffen, können sein: Rhythmusstörungen, zu schneller
Herzschlag, zu hoher Blutdruck und Hautrötung. Bei fortschreitender Überdosierung kommt es zu einer Unterdrückung von Funkt-
ionen des Zentralnervensystems und des Herzens (Depression zentraler und kardialer Funktionen) mit Koma, Atem- und Kreislauf-
stillstand.

Capsaicin (abgekürzt CPS) ist der scharfe Stoff aus Cayenne Pfeffer. Ich denke das Capsaicin wird eher Brennen
aber nicht die Schmerzen lindern.

Lyrika und Keltican sind die Mittel der Wahl !

LG
Maximus

Levoflox26
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 525
Registriert: 20.11.2017, 09:08

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5299

Beitragvon Levoflox26 » 08.06.2018, 15:40

Oha, dann lass ich das wohl besser. Hätte nicht gedacht, dass Lidocain über die Haut so extrem wirken kann. Danke dir.

Fanie
Experte(in)
Experte(in)
Beiträge: 25
Registriert: 28.04.2018, 23:39

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5304

Beitragvon Fanie » 09.06.2018, 07:39

Wenn Du es ohne klassische Medikamente versuchen möchtest, kannst Du es mit Rotöl / Johanniskrautöl versuchen. Das kannst Du - statt Aconit-Öl - auf die schmerzenden Stellen auftragen und Du kannst es auch einnehmen. Ein halber Teelöffel am Morgen sollte gut tun.
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Öl gemacht und es immer im Haus.

Gute Besserung!

Idgie
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 252
Registriert: 18.05.2018, 09:16

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5305

Beitragvon Idgie » 09.06.2018, 08:04

Zu Johanniskrautöl ein kleiner Hinweis:
Die behandelten Stellen nicht der Sonne aussetzen. Johanniskraut erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut, das kann im harmlosen Fall zu häßlichen Pigmentflecken, im schlimmsten Fall zu heftigen Sonnenbränden führen.

LG Idgie

Dr.Pieper
Experte(in)
Experte(in)
Beiträge: 38
Registriert: 20.03.2018, 16:10

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5306

Beitragvon Dr.Pieper » 09.06.2018, 09:32

hallo levoflox26, bei der postzosterneuralgie ist lyrica schulmedizinisch tatsächlich ein wirksames mittel. 2 x 50mg ist dabei eine sehr moderate dosis, damit machst du zunächst nichts falsch. bei allen neuropathischen schmerzen setzen wir zur neuroprotektion hydroxycobalamin 1000 mcg subcutan 1 x wchtl (das ist vitamin b12 von pascoe) und benfotiamin (vit b1) z.b. als milgamma mono 150 oder 300mg tgl ein. dazu alpha-liponsäure, anfangs evtl als infusion, dann bis zu 600mg 2 x tgl.p.o. da die liponsäure auch ein potenter chelatbildner ist und bei FQAD eingesetzt wird, solltest du es zunächst vorsichtig dosieren, zb 1 x 75mg tgl. bei guter verträglichkeit steigern, der effekt ist ähnlich wie lyrica, es ist aber ein naturstoff. diese dreierkombi über mind. 1 monat geben. gruß, drpieper

Levoflox26
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 525
Registriert: 20.11.2017, 09:08

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5313

Beitragvon Levoflox26 » 09.06.2018, 12:12

Hey, vielen Dank für die Tipps. :)
Keltican habe ich gerade gekauft. Johanniskraut habe ich glaub eine Allergie oder Unverträglichkeit. Ich bin ja Gärtnerin und als ich das mal ohne Handschuhe geschnitten hab, habe ich Ausschlag bekommen. War allerdings auch im Sommer, also vielleicht auch eine Reaktion der Sonneneinwirkung. Aber das lass ich lieber unversucht.

@Dr. Pieper
Auch ihnen vielen Dank für die Hilfe.
Ich bekomme Vit. B12 und Folsäureinjektionen (nachg. Mangel) von Hevert, im 3 Wochen Rhythmus. Wäre das ausreichend für den B12 Bedarf? Bei der letzten Blutabnahme war B12 nur noch knapp unter dem Normwert. Das B1 werde ich mir besorgen. Alpha Liponsäure Infusionen, verweigert mir mein Hausarzt. Können sie mir ein Präparat empfehlen? Ich finde nur Kapseln mit mind. 300mg.

Ein schönes Wochenende wünsche ich.
Herzliche Grüße.

Dr.Pieper
Experte(in)
Experte(in)
Beiträge: 38
Registriert: 20.03.2018, 16:10

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5405

Beitragvon Dr.Pieper » 12.06.2018, 22:39

hallo levoflox26, b12 von hervert alle 3 wochen klingt gut, dazu milgamma oral und anfangs die liponsäure auch erstmal in kleiner dosis oral zur verträglichkeitsprüfung. dann wäre zwar die liponsäure-infusion effektiver (es gibt z.b. ampullen von alpha-lipogamma), 2 x 600mg liponsäure oral ist aber auch schon sehr gut. grüße, drpieper

Levoflox26
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 525
Registriert: 20.11.2017, 09:08

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5407

Beitragvon Levoflox26 » 13.06.2018, 06:38

Hallo Dr. Pieper,
vielen Dank.
Habe gestern den ersten Tag keine Lyrika gebraucht. Die Schmerzen waren die letzten 3 Tage rückläufig. Vorgestern dann nur noch ab und zu punktuell ein einschießender, kurzer brennender Schmerz und gestern dann kein Schmerz mehr. Ich hoffe, es bleibt dabei. In 3 Wochen habe ich ja den neuen Knie OP Termin, würde ihn ungern noch mal verschieben müssen. Wobei ich mich tatsächlich auch schon gefragt habe, ob mir mein Körper nicht Zeichen gesetzt hat mich nicht operieren zu lassen? Im März ging es mir Flox bedingt zu schlecht, jetzt die Gürtelrose...und zur Zeit gibt das Knie auch Ruhe. Aber ich hab die letzten 4 Wochen auch hauptsächlich auf der Couch verbracht. Ich bin sehr unsicher...
Viele Grüße

Dr.Pieper
Experte(in)
Experte(in)
Beiträge: 38
Registriert: 20.03.2018, 16:10

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5542

Beitragvon Dr.Pieper » 18.06.2018, 20:46

Tja, da wäre ich auch nachdenklich. Was ist denn mit dem Knie?

Levoflox26
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 525
Registriert: 20.11.2017, 09:08

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5550

Beitragvon Levoflox26 » 19.06.2018, 07:31

@Dr. Pieper

Ich bekomme eine Schlittenprothese medial. Habe im anderen Knie bereits seit 3 Jahren eine. Aber ich bekomme gerade wirklich Zweifel. Zum dritten Mal geht es mir 2 Wochen vor OP Termin schlechter. Diesmal mit Bluthochdruck, Schwindel, Ohrenrauschen, Sehstörungen. Und mein Knie gibt gerade auch Ruhe. Was natürlich morgen schon wieder anders sein kann.

Würde ich neben mir stehen, würde ich sagen:
Tu es nicht. Eine Vollnarkose belastet deinen Körper. Die Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Antibiotika tun dir wahrscheinlich auch nicht gut. Und du kommst mit dem warmen Wetter eh nicht gut klar, willst du da noch 3 Wochen anstrengende Reha machen? Schaffst du das?

Nein, ich schaff das nicht. Ich bin nach 1 Stunde Einkauf bereits erledigt. Und meiner Psyche (meinem Blutdruck vielleicht auch?) würde es besser gehen, wenn ich den Druck aus dem Kopf hätte. Mein Arzt rät zur OP, dann hätte ich eine Baustelle weniger. Aber der sagte auch, ich soll Levo gegen meine Bronchitis nehmen. Die Ärzte in der OP Klinik nehmen mich in der Hinsicht auch nicht ernst. Eigentlich sagt mein Verstand ganz klar "bist du irre?? Das ist dein Körper, du musst mit dem Ergebnis leben". Und während ich das gerade schreibe, wird mir das erst wirklich bewusst... :o

Benutzeravatar
Krabiwi
TOP-Poster
TOP-Poster
Beiträge: 661
Registriert: 16.03.2018, 14:53

Re: Unerträgliche Schmerzen - was tun?

#5554

Beitragvon Krabiwi » 19.06.2018, 09:15

Hallo Levoflox,

ganz ehrlich also ich würde in deiner Situation die Knie-Op erstmal bis auf unbestimmte Zeit verschieben. Erstmal abwarten bis sich die FC-Nebenwirkungen dauerhaft gelegt haben, denn diese hemmen auch wegen dem oxidativen Stress die Heilung und den schwachen Zellen. Eventuell legen sich sogar die Knie-Probleme auf ein erträgliches Maß und sind teilweise nur eine FC-Nebenwirkung, da es aktuell scheinbar Ruhe gibt also auch dieser typische wellenförmige Symptomverlauf vorhanden ist.

Von ignoranten und unqualifizierten Ärzten die FC-Nebenwirkungen nicht ernst nehmen (weil sie unfähig sind die Grundlagen der Biochemie zu verstehen) würde ich mich ohnehin nicht "behandeln" lassen.

Viele Grüße
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

Ansätze basieren auf Dr. Michalak et al, Selbsttherapie erfolgt in Eigenverantwortung, Verträglichkeiten variieren individuell, eine völlige Genesung ist nicht garantiert.


Zurück zu „Erfahrungsaustausch“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 0 Gäste