Antibiotika- und Nitratbelastung von Lebensmitteln - Zahlen und Fakten

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Krabiwi
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Antibiotika- und Nitratbelastung von Lebensmitteln - Zahlen und Fakten

#7005

Beitragvon Krabiwi » 03.09.2018, 15:44

Hallo,

wie wir wissen ist das Thema Ernährung sehr wichtig, wenn nicht gar am wichtigsten. Es wird viel über Belastungen spekuliert, aber wie hoch ist die Belastung exakt nominal?

Man wird bzgl. Grenzwerte und Belastungen bzgl Antibiotika bei Tierprodukten beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit fündig.

Außerdem hab ich einen Schlachthof kontaktiert und mir wurde bestätigt, dass generell nach der AB-Behandlung von Tieren eine Frist von 2 Wochen bis zur Schlachtung eingehalten wird damit das Tier das AB ausscheiden kann und man das auch penibel einhält um Skandale zu vermeiden. Darüberhinaus ist die Präventivfütterung der Tiere mit AB verboten, AB werden erst eingesetzt sobald der Erreger bestimmt ist.


Die folgenden Daten sind folgender Studie entnommen:

http://www.bestellen.bayern.de/shoplink ... _00005.htm

Bzgl. Milch, Eier, Honig, Hühnerfleisch, Schweinefleisch und Rindfleisch wurden pro Kategorie jeweils rund 200 Proben auf Antibiotikabelastung analysiert. Für sämtliche Analysen wurde die Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie Kopplung (LC-MS/MS) eingesetzt.

1. Milch

In 4 von 200 Proben wurden Spuren gefunden, dabei handelte es sich um das β-Lactam-Antibiotikum Penicillin G bzw. die Aminoglykosid-Antibiotika Neomycin, Dihydrostreptomycin und Gentamicin. Die Rückstände lagen weit unter dem zulässigen Grenzwert.


2. Eier

Lediglich in einer Probe von 200 wurden Spuren eines Makrolid-AB nachgewiesen, 3 µg/kg. Der gesetliche Grenzwert beträgt 200µg/kg.

In 3 Proben wurde das Kokzidiostatikum Lasalocid mit bis zu 72 µg/kg nachgewiesen, der Grenzwert liegt bei 150 µg/kg. In 15 Eierproben (7,5 %) hat das LGL Spuren von Dinitrocarbanilid von max. 5 µg/kg nachgewiesen. Der Grenzwert liegt bei 100 µg/kg
Es handelt sich hier um Futtermittelzusätze.


3. Honig

Es wurden 150 Proben genommen und in 29 Proben wurden AB-Spuren von bis zu 8 µg/kg gefunden und lagen somit unterhalb der Grenzwerte, alle der Proben mit Rückständen stammten von Erzeugern außerhalb der EU.


4. Geflügelfleisch (Hähnchen und Pute)

8 % der Hähnchen-und 61 % der Putenfleischproben enthielten zwar Antibiotika, jedoch weniger als die Hälfte der zulässigen Rückstandhöchstwerte.

Im folgenden die Tabelle:

iseosiq.jpg


Hier wurden erstmals Rückstände von Fluorchinolonen gefunden, mit bis zu 60 µg/g, bei einem zulässigen Grenzwert von 100 µg/kg.


Bei einer Portion Hähnchen mit 200g und maximaler Belastung hätte man etwa 12 µg Fluorchinolone aufgenommen.

Zum Vergleich, die kleinste Tagesdosis Cipro beginnt bei 250mg, dies entspricht 250.000 µg, therapeutische Dosen beginnen bei etwa 5 mg/kg bzw. 5.000 µg Körpergewicht.

Die Werte des Makrolids Doxycyclin waren vom Median her höher.

Die Theorie, dass sich FC's im tierischen Gewebe anreichern ist somit sehr unwahrscheinlich wenn nicht gar widerlegt. Ansonsten müssten die Rückstände in tierischem Fleisch im mg-Bereich liegen, das tun sie offensichtlich nicht, obwohl man nicht ausschließen kann dass die FC-Moleküle welchen von den Entgiftungsenzymen nicht ausgeschieden werden können in den Extremitäten gelagert werden. Oder aber da Nutztiere quasi mit NEM und Mineralstoffen gefüttert werden es gar nicht erst zur FC-Toxizität und zum Zusammenbruch der Entgiftungsenzyme kommt.

Bedenklicher ist hier nach wie vor, dass die Ausscheidungen an Medikamenten ins Trinkwasser gelangen.


4.1 Weihnachtsgeflügel (Gänse, Enten)

In etwa 22 % der 58 Proben waren Antibiotikarückstände nachweisbar. Die Gehalte lagen jedoch durchweg in sehr niedrigen Bereichen von unter 10 µg/kg und damit deutlich unter 10 % der gesetzlich gültigen Höchstmenge, die bei allen nachgewiesenen Substanzen bei 100 µg/kg liegt. Jedoch in über 25% der positiven Fälle 2016 wurden Fluorchinolone in Spuren nachgewiesen, 2014 sogar in über 50% der Proben.

https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/ ... luegel.htm


5. Schweinefleisch

45 % der 175 Schweinefleischproben enthielten zwar Antibiotikaspuren, jedoch weniger als die Hälfte der zulässigen Rückstandshöchstwerte. Diese Proben waren damit nur sehr gering belastet mit einem Median von 3 µg/kg.



6. Rindfleisch

In nur einer der 169 untersuchten Rindfleischproben (0,6 %) war ein Antibiotikarück¬stand nachweisbar. Die Probe enthielt 53 μg/kg Dihydrostreptomycin. Dieser Wert lag deutlich unterhalb der zulässigen Höchstmenge von 500 μg/kg.


6.1. Kuhfleisch

Nur in einer der 105 untersuchten Proben wurden Antibiotikarückstände nachgewiesen. Die Probe enthielt Rückstände des Chinolon-Antibiotikums Enrofloxacin und seines Metaboliten Ciprofloxacin von 9 bzw. 6 μg/kg. Die zulässige Höchstmenge für die Summe von Enrofloxacin und Ciprofloxacin von 100 μg/kg wurde zu weniger als 10 Prozent ausgeschöpft.

Wenn man hier eine 200g Portion von diesem Fleisch erwischt nimmt man 2 µg Flurochinolone zu sich.


Diese Daten beziehen sich auf Bayern, das ohnehin sehr hohe Standards hat. Man sollte also bei diesen Produkten auf das Herkunftsland achten, auch in der EU gibt es Unterschiede. Insbesondere in der BRD, Ungarn, Italien, Zypern und Spanien werden mengenmäßig mehr AB verwendet als in anderen EU-Ländern:

otwxpmh.jpg


Verhältnis der verwendeten AB's zueinander, Quinolone sind grau:

antibiotikaeinsatz-1.gif



Der blaue Balken gibt die Menge an eingesetzten AB in mg pro kg Biomasse an.

Weitere Infos:

https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/ ... leisch.htm

https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/ ... /index.htm




7. Schrimps aus Vietnam

2017 fanden sich in 54% der 35 Proben AB-Rückstände, in 2016 waren es nur 25%. 2 Proben überschritten die zulässigen Grenzwerte. 85% der Proben mit Rückständen enthielten mehr als ein AB.


ue_2017_antibiotika_in_shrimps_herkunftslaender_gr.jpg



https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/ ... ietnam.htm


8. Nitrat

Nitratbelastung von Lebensmitteln ist eine Folge der Düngung, es gelangt auch ins Grundwasser und somit ins Leitungswasser.

Summa summarum fördert Nitrat den nitrosativen Stress im Körper. Wichtig ist somit dass insbesondere der Vitamin B12 und C Spiegel in Ordnung ist.

Insbesondere Blattgemüse ist regelrecht mit Nitrat verseucht. Einen Überblick liefert die folgende Grafik:

nitrat_index_01.jpg
nitrat_index_01.jpg (28.21 KiB) 269 mal betrachtet
nitrat_index_01.jpg
nitrat_index_01.jpg (28.21 KiB) 269 mal betrachtet


Somit enthält z.B. der vermeintlich gesunde Spinat min. 1.500 mg Nitrat pro 1 kg, eine Portion Spinat mit 200 g enthält somit 300mg Nitrat.

Laut dieser Quelle gibt es Spinat der mit bis zu 4.500 mg Nitrat pro kg belastet ist:

https://vki.at/spinat-test-hoher-nitrat ... em-produkt


20% des Nitrats werden im Körper zu Nitrit verstoffwechselt, durch 200g Spinat mit 300 mg Nitrat entstehen somit rund 60 mg Nitrit.

Scheinbar ist tiefgefrorener Spinat um fast die Hälfte weniger mit Nitrat belastet. Die tägliche Aufnahme von Nitrat sollte nicht mehr als 3,7 mg pro kg Körpergewicht betragen.

https://www.ages.at/themen/rueckstaende ... en/nitrat/


Leitungswasser kann bis zu 50 mg/l Nitrat enthalten. Der Durchschnittsbürger nimmt täglich etwa 80 mg Nitrat auf. (Anmerkung: Mein Leitungswasser hat laut Teststreifen über 40 mg Nitrat pro l, nach der Osmoseumkehr gar keins mehr, auch hier lohnt sich somit eine Filteranlage)

https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/ ... /index.htm

Zum Vergleich gepökelte Wurstwaren mit Pökelsalz (Natriumnitrit) dürfen maximal 50 mg/kg enthalten bzw. 250 mg/kg Natriumnitrat. Die Werte bewegen sich in der Praxis bzgl. Rohwurstwaren mit 50 mg/kg Nitrat sowie 13 mg/kg Nitrit weit unter den Grenzwerten.

Eine Portion mit 100g Wurstaufschnitt enthält somit 1,3 mg Nitrit und 5 mg Nitrat. Hier sei angemerkt, dass gerade bei kleineren handwerklichen Fleischereien der Nitratgehalt in 15% der Proben 2013 überschritten wurde. Nitrit wird selten überschritten.

https://www.ernaehrungs-umschau.de/file ... 90_495.pdf

https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/ ... lwaren.htm


Im Anschluss noch eine Übersicht über die Resistenzproblematik:

mssefkb.jpg



Insgesamt sehe ich bei dieser Datenlage keinen Grund sich wegen inländischem Fleisch verrückt zu machen, natürlich ist es sinnvoll möglichst Produkte mit Biosiegel zu bevorzugen, alleine wegen der Tierhaltung und Fütterung. Einzig auf Schrimps sollte konsequent verzichtet werden. Spinat und Blattgemüse sollte man wegen der Nitratverseuchung wenn überhaupt nur noch selten essen.


Viel wichtiger ist es leichte Kohlenhydrate aus Reis, Mais, Kartoffeln, Weizen und süßem Obst kosequent zu vermeiden, da diese pures Gift für Mitochondrien sind und auch nachweislich zu Rückfällen und Schüben bei Mitochondriopathien führen. Eben weil Glucose in die Mitos schießt und dort schnell verbrannt wird wobei mehr freie Radikale entstehen (welche Antioxidantien aufbraucht und die mDNA beschädigt) als z.B. bei der trägen Fettverbrennung über die ß-Oxidation. Die Glykämische Last gibt hier einen Hinweis auf die mitochondriale Toxizität einzelner Lebensmittel:

https://www.fitnessschmiede.de/glykaemischer-index/


Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

Ansätze basieren auf Dr. Michalak et al, Selbsttherapie erfolgt in Eigenverantwortung, Verträglichkeiten variieren individuell, eine völlige Genesung ist nicht garantiert.

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Re: Antibiotika- und Nitratbelastung von Lebensmitteln - Zahlen und Fakten

#7033

Beitragvon Levoflox26 » 05.09.2018, 10:27

Hallo Krabiwi,
vielen Dank für deine Recherche.
lg

Karlken
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Re: Antibiotika- und Nitratbelastung von Lebensmitteln - Zahlen und Fakten

#7035

Beitragvon Karlken » 05.09.2018, 10:59

Hallo Krabiwi

Wieder mal ein für mich wertvoller Beitrag. :clap:

Man kann jetzt darüber spekulieren wie weit diese Ergebnisse auf die anderen Bundesländer übertragbar sind.
Ich hoffe aber darauf das es in den anderen Bundesländern ähnlich aussieht.
Dein Beitrag nimmt mir ein wenig die Angst mich über meine Ernährung weiter massiv mit FC zu vergiften.
Hatte schon die Befürchtung das ich paranoid werde :shifty:
Ähnliches hat mir mein mich begleitender Urologe, dem ich meine Befürchtung über eine Weitervergiftung durch Nahrung schilderte, auch gesagt.
Danke für deine umfangreiche Recherche.

Viele Grüße
Karlken

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Re: Antibiotika- und Nitratbelastung von Lebensmitteln - Zahlen und Fakten

#7048

Beitragvon Schorsch » 05.09.2018, 21:51

Hallo Krabiwi,

Danke für diesen wertvollen Beitrag. Allerdings heißt das aus meiner Sicht noch lange nicht, das FC Rückstände in tierischem Gewebe für uns Floxis nicht doch zu einem Rückschub führen können. Ich werde weiterhin meine Fleischstrategie umsetzen. Es ist ja wie du schreibst theoretisch auch als Nichtfloxi der bessere Weg. Nur über den Konsum und Verbrauch kann man Massentierhaltung indirekt beeinflussen. Das fängt bei mir mit Eiern aus Freilandhaltung an und hört beim Bio Hof am besten aus der Region mit absolut transparentem und bekanntem Arzneimitteleinsatz auf. Auch Milch bei mir nur Bio mit Weidehaltung von regionaler Herkunft.


Krabiwi hat geschrieben:Die Theorie, dass sich FC's im tierischen Gewebe anreichern ist somit sehr unwahrscheinlich wenn nicht gar widerlegt. Ansonsten müssten die Rückstände in tierischem Fleisch im mg-Bereich liegen, das tun sie offensichtlich nicht, obwohl man nicht ausschließen kann dass die FC-Moleküle welchen von den Entgiftungsenzymen nicht ausgeschieden werden können in den Extremitäten gelagert werden. Oder aber da Nutztiere quasi mit NEM und Mineralstoffen gefüttert werden es gar nicht erst zur FC-Toxizität und zum Zusammenbruch der Entgiftungsenzyme kommt.

Bedenklicher ist hier nach wie vor, dass die Ausscheidungen an Medikamenten ins Trinkwasser gelangen.



Das sich das FC nicht stetig im Gewebe des Tieres anlagert und irgendwann eine toxische Grenze erreicht haben kann, sagt für mich erst mal wenig aus. Bei einem Gefloxten könnte es theoretisch auch wenn es unter einem gewissen Grenzwert liegt ganz anders wirken. Wir wissen ja, wie sensibel wir auf viele Dinge reagieren, daher wären FC Rückstände im Fleisch und seien sie noch so gering für mich nicht tollerierbar.

Man dürfte wenn diesen Anreicherungs-Prozess auch nicht statisch sehen. Allerdings durch die Dynamik (Theoretischer: Auf- und Abbau im Gewebe je nach Zeit und Einfluss) wird es komplex. Wir als Gefloxte werden vermutlich stetig langsam über Jahre unsere FC Rückstände im Körper abbauen. Da dies vermutlich ewig und Jahre dauert, wäre ich weiterhin vorsichtig mir stetig neue Quellen einzufahren und seien sie noch so gering. Wie gesagt für den Normalo macht das ggf. nichts aber für uns Gefloxte ggf. schon. Interessant wäre es dem Labor wo auch die Tierrückstände geprüft wurden mal eine Gewebeprobe eines Floxis zu senden, um da dann die FC Rückstände zu prüfen. Und dann wäre es sicher noch interessanter dies 2-3 Jahre später nochmal im Vergleich zu tun, wenn klar neue Inputquellen durch Ernährungsfehler etc. bis dahin auszuschließen sind.

Das Thema Trinkwasser sehe ich im Bezug auf FC unkritischer. Ich arbeite bei einem Wasserversorger. Wir haben neben den üblichen gesetzlichen täglichen Wasserproben nach Trinkwasserverordnung wie z.B. Nitrat etc. auch nach Arzneimittelrückständen prüfen lassen. Ich dachte aufgrund der Kliniknähe, könnte hier ggf. Gefahr gerade im Bezug auf FC bestehen. Wir haben dann FC Rückstände, Makrolide, Pracetamol, IBU und andere gängige Pharma-Mittel, welche sich anreichern könnten gemessen. Alles trotz Kliniknähe und Großstadt absolut frei. Die extreme Verdünnung der Boden durch Versickerung etc. holt das alles raus. Nitrat ist bei uns dank geringer Landwirtschaftlicher Nutzung im Umland auch weit unter dem Grenzwert. Ich trinke fast nur unser Leitungswasser weil ich weiß das es täglich kontrolliert wird und top ist. Mineralwässer werden lange nicht so streng kontrolliert. Daher rate ich jedem sich die veröffentlichungspflichtigen Wasserlabortests des lokalen Wasserversorgers anzusehen und dementsprechend zu konsumieren. Meist wird das im Internet veröffentlicht oder über die Lokale Presse jedes Jahr publiziert. Einmal im Jahr muss es der Bürger glaube ich offiziell einsehen dürfen, viele veröffentlichen aber die Labortests stetig neu monatlich auf Ihrer Website. Das wird wie gesagt jedoch im Hintergrund täglich überprüft. Arzneimittelrückstände sind jedoch keine Pflicht nach Trinkwasserverordnung, sondern basieren auf freiwilliger Initiative des jeweiligen Versorgers, hier hatte ich ja bei uns extra die Messung für FC initiert.

Fazit für mich ist ganz grob:
Wenn bei uns hier in der Rhein/Main Metropole mit Kliniknähe nix im Wasser ist, glaube ich das im Rest der Republik genauso wenig ist.

Trotzdem gibt es Studien zu FC Rückständen im Boden und Wasser die besorgniserregend sind. Ich meine hier mal etwas im Forum gepostet zu haben was Indien und China anbelangt.


Gruß Schorsch


Anbei noch zwei Themen die in diesem Kontext Sinn machen:


viewtopic.php?f=37&t=70

viewtopic.php?f=70&t=124

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Re: Antibiotika- und Nitratbelastung von Lebensmitteln - Zahlen und Fakten

#7055

Beitragvon Levoflox26 » 06.09.2018, 16:40

Hallo Schorsch,
du schreibst:
Wir haben neben den üblichen gesetzlichen täglichen Wasserproben nach Trinkwasserverordnung wie z.B. Nitrat etc. auch nach Arzneimittelrückständen prüfen lassen.


Ich habe dazu eine Frage, die gar nichts mit Flox zu tun hat. Unser Leitungswasser ist für uns nicht trinkbar. Wir bekommen Brunnenwasser aus der Gemeinde. Das ist auch okay, wie mir der Versorger bescheinigte. Aber, das was bei uns im dritten Stock eines Hauses Baujahr 65 ankommt, ist ungenießbar. Es schmeckt metallisch, filtern wir es nicht, sind in kürzester Zeit Rostablagerungen in unseren Wasserbehältern (Wasserkocher, Tank des Kaffeeautomaten etc.). Dazu riecht es auch eklig, kann ich nicht näher beschreiben. Im Bad ist es besser als in der Küche. In der Küche ist ein Boiler angeschlossen, aus dem wir heißes Wasser beziehen. Selbiger wurde schon ausgetauscht. Rein gefühlsmäßig, glaube ich dass auch das kalte Wasser durch den Boiler läuft, da es erst sehr warm aus dem Hahn kommt, wenn ich ihn aufdrehe.
An einigen Leitungen im Haus wurde bei einer Begutachtung Grünspan gefunden. Auch kommt das Wasser nicht wirklich kalt bei uns an, selbst wenn ich es lange laufen lasse, ist es eher lauwarm. Mein Mann reagiert auf, mit unserem Leitungswasser, gekochtem Kaffee, mit heftigen Blähungen. Wir vermuten zumindest, dass es vom Wasser kommt.
Jetzt meine Frage, vielleicht kennst du dich aus. Kann ich als Mieter Wasserproben an ein Labor senden? Unsere Vermieter weigern sich. Und auf was sollte ich das untersuchen lassen? Und welche Kosten kämen da auf uns zu?
Vielleicht kannst du mir da weiter helfen?
Liebe Grüße
Uschi

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Re: Antibiotika- und Nitratbelastung von Lebensmitteln - Zahlen und Fakten

#7251

Beitragvon Krabiwi » 16.09.2018, 22:27

Hallo Schorsch,

"Ich werde weiterhin meine Fleischstrategie umsetzen. Es ist ja wie du schreibst theoretisch auch als Nichtfloxi der bessere Weg."

Keine Frage, vom moralischen und kulinarischen Aspekt definitiv, aber vom therapeutischen Aspekt aufgrund der Zahlen vernachlässigbar. Die Dosen sind viel zu gering, das wird jeder Toxikologe bestätigen.

Ein Beispiel um die Relationen darzustellen:

250.000 µg - niedrigste therapeutische Cipro-Dosis

60 µg - pro 1kg - höchste einmalig gefundene FC-Spur bei über 1000 Proben aus tierischen Produkten
12 µg pro 200g Fleischportion

8 µg - dreimalig gefundene FC-Spur aus 1000 Proben
1,6 µg pro 200g Fleischportion

250.000
60
12
8
2

Man riskiert somit im Schnitt bei jeder 50-ten 200g Geflügelportion eine FC- Dosis von rund 2 µg. Also wenn man täglich 200g Geflügel essen würde, würde man im Schnitt alle zwei Monate 2 µg FC's aufnehmen.

Diese Dosis ist außerdem so gering, die komplexiert bereits im Magen oder Darm mit Spurenelementen wie Mg o. Fe welches im Fleisch vorhanden ist. 200g Huhn hat z.B. rund 70mg Mg und 4mg Fe. ie FC-Moleküle sind hier bereits komplexiert und nicht frei wie in den Tabletten. Ich bezweifle daher stark, dass FC-Dosen unter 1 mg irgendwie ungehindert in den Körper gelangen.


Der ausschlaggebende Faktor ist der Zeitraum von letzter AB-Behandlung bis zur Schlachtung, da steckt man auch bei Bio mit drin, da diese Tiere einmal in ihrem Leben mit AB behandelt werden dürfen, falls dies 1-2 Wochen vor der Schlachtung stattfindet wird man auch hier AB-Spuren finden.


Dazu kommt die geringe Halbwertszeit von Cipro die bei 3 Stunden liegt. Selbst einfache Tiere wie Geflügel entgiften FCs offensichtlich nahezu vollständig.

Interessant ist in diesem Kontext auch der folgende Artikel in dem es um Geflügel aus China geht:

" Die Labors fanden in nicht weniger als 38 der insgesamt 62 analysierten Proben entsprechende Spuren.

In 29 Fällen wurde das Antibiotikum Enrofloxacin nachgewiesen. Der in der Schweiz geltende Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kilogramm war dreimal überschritten worden. In 9 weiteren Proben fanden die Kantonslabors Spuren anderer Medikamente, darunter das in der Schweiz und in der EU verbotene Antibiotikum Chloramphenicol."
https://www.swissinfo.ch/ger/antibiotik ... er/2581772

Also asiatische Tierprodukte sind definitiv zu meiden.

Es muss natürlich jeder selbst entscheiden für wie riskant er diese Dosen hält. Ich für meinen Teil sehe bei Produkten aus EU-Tierhaltung hier keinen Grund zur Sorge. Nicht-EU, insbesondere asiatische Produkte sollte man dagegen meiden wie die Pest und im Zweifel zu Bio greifen.

Leberwurst ist so eine Sache, da es u.U. weitere Toxine und Schwermetalle gibt die sich in der Leber festsetzen können, hier würde ich definitiv immer zum Bio-Bauern greifen.


Die Anreicherungtheorie ist insgesamt fragwürdig, selbst Michalak sieht diese These in seinem Paper skeptisch, da er dazu ausdrücklich in Klammern schrieb: "falls dieser Effekt stattfindet".

Es gibt kaum Indizien für die Anreicherungstheorie, sie wurde geboren um als laienhaftes Erklärungsmodell für die chronischen Beschwerden zu dienen, kann aber die Wellen, Schübe und Rückfälle nicht erklären. Dabei ist das gar nicht nötig wie wir heute wissen, da die sekundäre Mitochondriopathie als umfassendes Erklärungsmodell dienen kann.

Wenn offensichtlich selbst einfache Tiere wie Geflügel die FC ausscheiden können, können wir Menschen das erst recht.

Das was sich aber definitiv anreichert sind Kopien beschädigter mDNA. Dies führt zu all den möglichen Symptomen, zu Schüben und Rückfällen. FCs sind nur der initiale Zünder, das Gift, dass wir in uns tragen und loswerden müssen heißt beschädigte mDNA.

Das ist sogar schlimmer als FC-Moleküle, denn FC-Moleküle vermehren sich nicht von alleine, beschädigte mDNA dagegen schon:
1. durch Proliferation
2. durch oxidativen Zellstress (Stress, Kohlenhydrate, Zucker, Belastung, Sport und Medikamente/Gifte)

Offensichtlich lassen sich solche Spuren im Gewebe mit der richtigen Gerätschaft recht einfach im µg Bereich nachweisen, es wäre daher wirklich interessant und wichtig Gewebeproben von Gefloxten zu analysieren um Gewissheit zu schaffen und die Theorie abschließend zu falsifizieren oder zu verifizieren.

Wenn ich wetten müsste, würde ich darauf wetten dass bereits nach 2 Wochen keine relevanten Spuren mehr vorhanden sind.

Ich könnte mir maximal noch vorstellen, dass der Körper die FC die er beim möglichen Zusammenbruch der Entgiftungsenzyme nicht mehr rausbekommt in den Füßen ablagert und man hier u.U. höhere Konzentrationen finden könnte. Aber auch nur bei einem Zusammenbruch der Entgiftungsenzyme, was womöglich auch nicht bei jedem vorkommt.

Aber wir können hier viel spekulieren, das einzige was Klarheit schaffen würde wäre die Analyse von Gewebeproben.

"Wir als Gefloxte werden vermutlich stetig langsam über Jahre unsere FC Rückstände im Körper abbauen."

Wie gesagt es handelt sich hier lediglich um eine alte Theorie (des Floxreports) um die chronischen Beschwerden laienhaft zu erklären, für die es aber seit dem bewiesenen Modell der Mitochondriopathie kaum noch Indizien gibt.

Die Hemmung der mitochondrialen Topoisomerase (ganz aktuell) sowie der oxidative Zellstress und somit auch die daraus resultierende sekundäre Mitochondriopathie sind in vitro sowie in vivo mittlerweile umfassend belegt.



"Fazit für mich ist ganz grob:
Wenn bei uns hier in der Rhein/Main Metropole mit Kliniknähe nix im Wasser ist, glaube ich das im Rest der Republik genauso wenig ist. "


Die von Maximus verlinkte Studie besagt etwas anderes, demnach kann dieser Versorger nur etwa 50% des Ciprofloxacin klären, die andere Hälfte landet somit im Trinkwasser:
viewtopic.php?p=4719#p4719

http://www.denewa.eu/websites/implement ... a4c051.pdf

Interessant ist hier auch die Angabe der "Niedrigste Wirkkonzentration (µg/l)", sprich der Konzentration bei der man im Labor noch Auswirkungen auf Mikroorganismen feststellen konnte, diese Konzentration liegt bzgl. Ciprofloxacin bei 1,8 µg pro l Wasser.

Das könnte man modellhaft auf den Menschen übertragen, für einen 60 kg schweren Menschen würden somit erst ab einer Dosis von etwa 100 µg überhaupt geringfügigste Auswirkungen beginnen, wobei man auch hier die Hemmung der FC's durch Mineralien berücksichtigen müsste und der tatsächliche Wert wird eher höher liegen, aber lassen wir das mal so stehen. Dementsprechend sind scheinbar auch die Grenzwerte bei Tierprodukten festgelegt.


An dieser Stelle würde ich Dich bitten konkrete Zahlen zu nennen.

Wieviel Prozent der Hormone, Medikamente und speziell FC's werden bei Euch effektiv bei der Klärung rausgefiltert?

Welche Klärverfahren werden bei euch verwendet? Es kann durchaus sein dass ihr hier technologisch ein Vorreiter seid.
Die Filterung von Medikamenten und Hormonen ist meines Wissens nicht verpflichtend kann aber mit entsprechenden Verfahren umgesetzt werden.

Viele Grüße
Übersicht: viewtopic.php?f=35&t=749

Ansätze basieren auf Dr. Michalak et al, Selbsttherapie erfolgt in Eigenverantwortung, Verträglichkeiten variieren individuell, eine völlige Genesung ist nicht garantiert.


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